Barranco de Las Angustias

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Der Barranco de Las Angustias („Schlucht der Ängste“) verbindet die auf über 1000 Meter hoch liegende Caldera de Taburiente im Zentrum der Kanarischen Insel La Palma über eine Länge von etwa zehn Kilometern mit dem Atlantik bei Puerto de Tazacorte.

Barranco de Las Angustias, unten im Bild: Zufahrtsstraße zum Ausgangspunkt zur Wanderung in die Caldera

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vielzahl der in der Caldera entspringenden Quellwässer vereinigen sich im Barranco zum Rio de Taburiente[1], der zum Atlantik bei Puerto de Tazacorte abfließt. In der Winterzeit, auch bei nur kurzzeitig anhaltendem Regen, entwickelt er sich zu einem reißenden Fluss mit erheblicher Erosionswirkung im Flussbett. Im November 2001 kamen bei plötzlich einsetzendem Starkregen drei deutsche Urlauber in der Schlucht durch die mitreißenden Wassermassen ums Leben.[2] In der Sommerzeit versiegt der Fluss bereits nach wenigen Kilometern.

Der obere Teil des Barrancos ist Teil des Nationalparks Caldera de Taburiente. Der untere Teil ist eine Geschützte Landschaft, in dem sich ausgedehnte Avocado- und Bananen-Plantagen, der Ort Puerto de Tazacorte sowie die das weite Tal überwindende Verbindungsstraße zwischen den auf der Südseite gelegenen Gemeinden Los Llanos de Aridane und Tazacorte und dem nordwestlichen Teil La Palmas befinden. Etwa zwei Kilometer flussaufwärts der Mündung befindet sich die Wallfahrtskirche „Nuestra Señora de las Angustias“.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Caldera de Taburiente und der Barranco de Las Angustias sind vor etwa 500.000 Jahren ursächlich durch tektonische Prozesse, beginnend mit dem Kollaps der Westflanke des ursprünglichen Vulkans Taburiente, entstanden. In der Folgezeit wurden beide durch Erosion stetig erweitert und vertieft. Gewaltige, abgeschliffene Felssteine im Flussbett sind Zeugen dieser Energie.[3]

Hauptartikel: Caldera de Taburiente

Charakteristisch sind die bis zu 1000 Meter hohen, nahezu senkrechten Wände des Barrancos auf seiner Nordseite. Ihre Tektonik gibt Aufschluss über die vulkanische Entstehungsgeschichte der Insel. Auf seiner Südseite liegt der mächtige, 1854 Meter hohe Pico Bejenado, ein nicht mehr aktiver Vulkan. Im Flussbett des Barrancos finden sich heute Kissenlava oder Pillowlava. Diese Form der Lava tritt unter Wasser in der Phase submariner Vulkane (Seamounts) hervor und erstarrt. Sie gilt daher als ein sicheres Indiz für den submarinen Vulkanismus auf La Palma.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GEQUO Reisemagazin: PLAYA DE TABURIENTE & CAMPINGPLATZ
  2. Drei Deutsche auf La Palma bei schwerem Unwetter getötet, FAZ, 22. November 2001
  3. [1], R. Olzem: Die Caldera de Taburiente, 2012.