7-Meter-Klasse der DGzRS
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Die 7-Meter-Klasse umfasst vier Seenotrettungsboote (SRB) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Diese wurden im Jahr 1993 bei der Fassmer-Werft in Berne gebaut. Charakteristisch sind der Jet-Antrieb sowie die Fähigkeit, sie auf dem Landweg zum Einsatzort zu bringen. Sie werden auch als Boddenboote bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Für den Einsatz an den DGzRS-Stationen Mecklenburg-Vorpommerns wurde eine Schiffsklasse entwickelt, die sowohl in der Ostsee als auch in den Boddengewässern eingesetzt werden kann. Da dort einige Rettungsstationen über keinen Hafen an der Ostsee verfügen, muss das Rettungsboot über den Strand ins Wasser gebracht werden. Dazu verfügen die Schiffe über einen geringen Tiefgang sowie über die Möglichkeit, sie mit einem Trailer zum Einsatzort zu bringen.
Die Boote entsprechen den bewährten Konstruktionsprinzipien der Seenotrettungsboote der DGzRS. Sie sind aus seewasserbeständigem Aluminium als Selbstaufrichter gebaut, sind bei jeder Wetterlage einsetzbar, habe eine hohe Seetüchtigkeit sowie verkraften auch heftige Grundstöße und -berührungen. Der fast 300 PS starke, propellerlose Wasserstrahlantrieb verleiht den Booten eine hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit.
Zur Ausstattung der Boote gehören Suchscheinwerfer, ein Schlepphaken, ein umlaufendes Fendersystem, eine Rettungsplattform am Heck, mobile Lenzpumpen, medizinische und Feuerlöschausrüstung sowie Funk- und Navigationstechnik. Den Jetantrieb treibt ein Dieselmotor (Steyr MO 306 H 43 WJ, 215 kW/292 PS, Hamilton-Jet). Die Reichweite beträgt ca. 130 Seemeilen.
An den Stationen in Mecklenburg-Vorpommern werden die Boote auf einem Trailer gelagert. Im Einsatzfall werden beide mit einer Zugmaschine oder einem Traktor zu Einsatzort gefahren. Genutzt werden dazu modifizierte Zugmaschinen vom Typ Unimog U 2150 L (Stationen Zingst und Wustrow) und seit 2010 auch ein Traktor vom Typ John Deere 7730 (Station Zinnowitz). Zugfahrzeug und Trailer fahren so weit ins Wasser, bis das Boot aufschwimmt. Zum Aufnehmen fährt das Boot mit hoher Geschwindigkeit auf den Strand, wird dann mit Hilfe einer Seilwinde gedreht und auf den Trailer gezogen.
Alle vier Schiffe wurden am 14. April 1993 auf Namen von Fischen getauft und in Mecklenburg-Vorpommern stationiert.
Die Butt wurde im Jahr 2011 nach Maasholm verlegt. Dort liegt das Boot auch außerhalb von Einsätzen im Wasser und benötigt keinen Trailer. Im Jahr 2012 wurde es in Wuppertal umbenannt, um das außergewöhnliche Engagement einer privaten Spendeninitiative aus dieser Stadt zu würdigen.
Wie alle Seenotrettungsboote der DGzRS werden diese Boote im Einsatzfall innerhalb weniger Minuten von Freiwilligen besetzt und gefahren.
Die Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
| Name | Bauname | Rufzeichen | Baujahr | Bauwerft (Nummer) | Stationierung |
|---|---|---|---|---|---|
| Hecht | SRB-T 1 | DH3783 | 1993 | Fassmer (1306) | seit 14. April 1993 Zinnowitz |
| Zander | SRB-T 2 | DH3782 | 1993 | Fassmer (1307) | seit 14. April 1993 Zingst |
| Barsch | SRB-T 3 | DH3784 | 1993 | Fassmer (1308) | seit 14. April 1993 Wustrow |
| Wuppertal ex Butt |
SRB-T 4 | DH3785 | 1993 | Fassmer (1309) | ab 14. April 1993 Kühlungsborn, ab Mai 2002 Zinnowitz, seit Anfang 2011 Maasholm |
Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Wilhelm Esmann: Die Rettungsboote der DGzRS von 1865–2009. Verlag H.M. Hauschild GmbH, 2009, ISBN 978-3-89757-427-4