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Barsdorf (Fürstenberg/Havel)

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Barsdorf
Koordinaten: 53° 6′ N, 13° 17′ OKoordinaten: 53° 6′ 10″ N, 13° 17′ 20″ O
Höhe: 69 m ü. NHN
Fläche: 19,5 km²[1]
Einwohner: 100 (2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 5 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16798
Vorwahl: 033087
Dorfkirche Barsdorf

Barsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Fürstenberg/Havel im Landkreis Oberhavel (Brandenburg).

Zum 1. Juli 1950 wurde die Gemeinde Barsdorf zusammen mit den anderen Orten des Fürstenberger Werders aus dem mecklenburgischen Landkreis Neustrelitz in den brandenburgischen Landkreis Templin umgegliedert.[2]

Barsdorf wurde am 26. Oktober 2003 nach Fürstenberg/Havel eingemeindet.[3]

In Barsdorf entwickelte sich früh ein Rittergut, ein altes Lehngut, im frühen Besitz der gleichnamigen Familie von Barsdorf. Die Gutsherren mussten jeweils neu für sich einen Eid auf den damals mecklenburgisch-strelitzischen Landesherrn ableisten. Aus der Frühzeit findet sich in der Basdorfer Feldsteinkirche ein altes Epitaph des Hochwohlgebohrnen Herrn Herrn Adolph von Bahrstorff (1643–1694), Erbherr auf Basdorf(f).

Das Gut befand sich dann über mehrere Generationen in der Hand der mecklenburgischen Uradelsfamilie von Oertzen, genealogisch aus der Stargardischen Linie-Älteres Haus Helpte. Die Gutsherren nannten sich ab dem 18. Jahrhundert teils nach dem Orts- und Gutsnamen von Oertzen-Barsdorf.[4] Der Gutsbesitzer W. von Oertzen-Barsdorf war Kreis-Deputierter und regionaler Vertreter vom Ritterschaftlichen Mecklenburgischen Kreditverein, einer 1818 gesondert gegründeten Bank für Gutsbesitzer.[5] Standesgmäß beteiligte man sich früh an trad. Pferderennen in Mecklenburg[6] und war spätestens ab 1845 in der Pferdezucht aktiv.[7] Zuletzt stiftete die Gutsfamilie zur Erbregelung einen Familienfideikommiss, so das immer der älteste Sohn erbte. Die Vertreter der Familie von Oertzen mit Einfluss in Barsdorf kamen ab Ende des 19. Jahrhunderts aus Lübbersdorf. Ende der 1920er Jahre war der damalige Leutnant Wilhelm von Oertzen (1895–1959) der Gutseigentümer. Zu Barsdorf gehörten Flächen in Qualzow und Zahren, gesamt 1898 ha, davon waren 10 ha Waldbestand.[8] Barsdorf war zu jener Zeit Teil des Ritterschaftlichen Amtes Strelitz, welches einst aus dem alten Stargardischen Kreis hervorging. Vor 1935, fünf ihrer sechs Kinder waren hier geboren, verließ die Familie des Wilhelm von Oertzen, zuletzt Oberst, und seine zweite Ehefrau Brundhild geb. von Zitzewitz-Bornzin (1898–1952), Gut Barsdorf. Sie erwarb das Herrenhaus Büttelkow. Der älteste Sohn Wilhelm jun. von Oertzen blieb 1944 als Fahnenjunker-Unteroffizier im Krieg.[9] Nach den Enteignungen 1945/1946 lebten die Oertzen in Osnabrück, die Kinder in Südafrika, England und Westdeutschland.[10]

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr Einwohner
1875178
1890196
1925221
1933167
1939177
Jahr Einwohner
1946307
1950401
1964270
1971258
1981182
Jahr Einwohner
1985166
1989153
1990159
1991151
1992149
Jahr Einwohner
1993148
1994159
1995164
1996159
1997160
Jahr Einwohner
1998152
1999152
2000150
2001149
2002142
Jahr Einwohner
2019108
2024100
Bevölkerungsentwicklung 1875–2003.

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[11]

Sehenswürdigkeiten

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In der Liste der Baudenkmale in Fürstenberg/Havel findet sich die Dorfkirche als einziges Baudenkmal des Ortes.

Persönlichkeiten

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In Barsdorf geboren

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  • Barsdorf, In: D. Zander: Stoff zur Landeskunde von Mecklenburg-Strelitz. Verlag Barnewitz, Neustrelitz 1889, S. 69. (Digitalisat)
  • Barsdorf, In: Wilhelm Raabe, Gustav Quade: Mecklenburgische Vaterlandskunde. Band 1: Specielle Ortskunde beider Großherzogthümer Mecklenburg. 2. Auflage, Hinstorff Verlagsconto, Wismar 1894, S. 1353. (Digitalisat)
  • Barsdorf, In: Georg Krüger-Haye: Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz. Band 1, Abt. 2: Das Land Stargard (2): Der Blumenhäger Silberfund (W. Karbe), die Amtsgerichtsbezirke Fürstenberg, Feldberg, Woldegk und Friedland (1. Hälfte). Brünslow (E. Brückner), Neubrandenburg 1925, S. 37–41. (Digitalisat)
Commons: Barsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Stadt Fürstenberg/Havel: Zahlen und Fakten. Abgerufen am 21. Januar 2026.
  2. II lit. b Nr. 1 Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom 28. Juni 1950 über die Änderung der Grenzen der Länder. Vom 13. Juli 1950. Provisorische Regierung der Deutschen Demokratischen Republik.
  3. StBA Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
  4. E. Saß: Urkundliche Geschichte des Geschlechts von Oertzen. Begründet: G. C. F. Lisch; Band 6, Schwerin 1891, S. 186.
  5. Grosherzoglich Meklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. 1840. Hofbuchdruckerei, Schwerin 1840, S. 206.
  6. Mecklenburg`s Pferde-Rennen. 1829. Schwerin 1829, S. 64.
  7. Der Sporn. Zentral-Blatt für die Gesammt-Interessen der Deutschen Pferde-Rennen. Jahrgang 33, Verlag Reinhold Strauss, Berlin 1895, S. 582.
  8. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Landwirtschaftliches Adreßbuch für Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz. [1928]. In: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher. (Letzte Ausgabe), Band IV, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1928, S. 200.
  9. Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1967, S. 235.
  10. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1960. Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1960, S. 343 f.
  11. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.) Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. 19.7., Potsdam 2005, S. 14–17. (PDF-Digitalisat)