Bartensleben

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Bartensleben. Für das Geschlecht derer von Bartensleben siehe Bartensleben (Adelsgeschlecht).

52.24194444444411.133888888889124Koordinaten: 52° 14′ 31″ N, 11° 8′ 2″ O

Bartensleben
Gemeinde Erxleben
Wappen von Bartensleben
Höhe: 124 m
Fläche: 16,41 km²
Einwohner: 336 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39343
Vorwahl: 039050

Bartensleben ist ein Ortsteil der Gemeinde Erxleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten]

Groß- und Klein Bartensleben liegen etwa 1.500 m voneinander entfernt. Die Orte liegen östlich von Helmstedt auf der Ostseite des Lappwaldes. Groß-Bartensleben ist geprägt vom früheren Rittergut der adligen Familie von Veltheim mit zahlreichen Baulichkeiten, die heute zum Teil verfallen. Zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik wurde hier eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft betrieben. Nach der Wende sind die Gutsgebäude an einzelne Eigentümer veräußert worden.

Als Ortsteile der Gemeinde waren ausgewiesen:

  • Groß Bartensleben
  • Klein Bartensleben

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2010 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bartensleben, Bregenstedt (31. Dezember 2009)[1], Hakenstedt und Uhrsleben in die Gemeinde Erxleben eingemeindet.[2]

Schloss Bartensleben[Bearbeiten]

Unzugänglich auf der Schlossinsel und versteckt im Grünen – Schloss Bartensleben
Hauptartikel: Schloss Bartensleben

In Groß-Bartensleben befindet sich das Schloss Bartensleben, das Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Grundmauern einer früheren Wasserburg mit drei Vorburgen entstand. Das Barockschloss liegt von einem breiten Wassergraben umgeben auf einer Schlossinsel, die nur über eine Brücke (2005 gesperrt, da Privateigentum) zugänglich ist. Seit etwa 1400 herrschte auf der ursprünglichen Burg und dem späteren Schloss die Adelsfamilie von Veltheim. Nach der Zwangsenteignung des Schlosses nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 flüchtete die adlige Familie von Veltheim in den Westen. Danach nutzen es die sowjetische Besatzungsmacht und die Nationale Volksarmee, um dann als Frauen-Kurheim unter dem Namen Clara Zetkin und bis 1991 als Altersheim zu dienen. Nach der Schließung des Altersheims und der Wende 1989 verwahrloste das Schloss zunehmend. Seit der Übernahme eines Privateigentümers werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um dem Verfall des leerstehenden Baus entgegenzuwirken. Angrenzend an das Schloss befinden sich größere Teiche und ein ehemaliger Englischer Landschaftspark, der seit kurzem (2008) neu strukturiert wird. Er entstand wahrscheinlich im 18. Jahrhundert aus einem früheren Barockgarten.

Dorf und Geschlecht derer von Bartensleben[Bearbeiten]

Wappen derer von Bartensleben an der Wolfsburg

Das Dorf Bartensleben wird am 9. August 1112 erstmals als Bertensleve duo mansi in einer Urkunde des Bischofs Reinhard von Halberstadt erwähnt. Der Ort war Namensgeber der ersten Herren, dem Geschlecht derer von Bartensleben. Erste Erwähnung mit Herrmann von Bartensleben, Sohn des Ludolph von Peine, im Jahre 1188 in einer Schenkungsurkunde des Grafen Herrmann von Woldenberg - „Herrmannus Miles dictus de Bartensleve filius Lundolfi”. 1212 wird ein Dominus Herbertus de Bardesleve als Zeuge in einer Urkunde des Grafen von Dannenberg genannt.[3] Das Geschlecht hatte ihren Ursprung auf der Wasserburg Bartensleben, die sie im 13. Jahrhundert verließen, um in den heutigen Wolfsburger Raum zu gehen. Dort herrschten sie jahrhundertelang, bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1742, auf der um 1300 errichteten festungsartig ausgebauten Wasserburg Wolfsburg. Das mit ihnen Stammesverwandte und in Wappengemeinschaft verbundene Geschlecht derer von Berwinkel, besaß nach ihnen das Dorf Bartensleben als erzbischöfliches Lehen, bis Hilmar I. von Veltheim im Jahre 1467 mit dem Dorf belehnt wurde.

Kirche[Bearbeiten]

Nahe dem Schloss befindet sich die romanische Patronatskirche der Familie von Veltheim, die urkundlich erstmals 1120 erwähnt wurde. Sie wurde 1530 und 1620 vergrößert. Im Inneren sind mehrere Epitaphe der Familie von Veltheim vorhanden, u.a. Achim von Veltheim, Agnes von Veltheim, geb. von Trotha und ihr Sohn Christopher. Der Holzschnitzaltar wurde 1676 vom Helmstedter Mathias Hermann geschaffen. In der Gruft befindet sich das Erbbegräbnis derer von Veltheim mit 35 Särgen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1823 – 390
  • 1867 – 471
  • 1933 – 553
  • 1939 – 545
  • 1990 – 466
  • 2004 – 335
  • 2005 – 338
  • 2006 – 344
  • 2007 – 340
  • 2008 – 336

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet und am 11. September 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Halbgeteilt und gespalten, vorn oben in Gold ein schwarzer Balken belegt mit zwei silbernen Leisten, vorn unten in Silber ein aufrechter gestümmelter roter Baumast mit einem roten Blatt an jeder Seite, hinten in Grün drei goldene Ähren nebeneinander.“ [4]

Die Flagge ist Gelb - Grün gestreift mit aufgelegtem Wappen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bartensleben ist über die wenige Kilometer südlich liegende Bundesautobahn 2 und über die Bundesstraße 1 erreichbar.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Theodor Dill (* 3. Dezember 1797 in Groß-Bartensleben; † 29. Januar 1885 in Hamburg) Unternehmer und Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.
  • Fritz Fröhlich (1887–1962), Politiker (NSDAP)
  • Wanda Marie von Veltheim (* 12. Juli 1837 in Groß Bartensleben; † 18. Dezember 1867 in Berlin), ab dem 1. Juli 1857 Fürstin von und zu Putbus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  3. Ludwig Gustav von Winterfeld-Damerow, Geschichte des Geschlechts von Winterfeld 1858, Band 1, Seite 61 und 356
  4. Das Wappen der Gemeinde Bartensleben, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt 1996 im Landeshauptarchiv Magdeburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bartensleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien