Baruth/Mark

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baruth/Mark
Baruth/Mark
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baruth/Mark hervorgehoben
Koordinaten: 52° 3′ N, 13° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 233,84 km²
Einwohner: 4146 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15837
Vorwahlen: 033704, 033745 (Ließen, Petkus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 014
Stadtgliederung: 12 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Thälmann-Platz 4
15837 Baruth/Mark
Webpräsenz: www.stadt-baruth-mark.de
Bürgermeister: Peter Ilk (LOB)
Lage der Stadt Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming
Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Schlosspark am Morgen

Baruth/Mark ist eine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baruth/Mark umfasst Teile des Niederen Flämings und des Baruther Urstromtals. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Spreewald und liegt rund 40 Kilometer von der Südgrenze der Stadt Berlin entfernt an der Kreuzung der Bundesstraßen 96 und 115.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baruth/Mark grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Am Mellensee, Zossen, Teupitz, Halbe, Rietzneuendorf-Staakow, Golßen, Steinreich, Dahme/Mark, Niederer Fläming, Nuthe-Urstromtal.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in folgende Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Baruth um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Baruth/Mark wurde erstmals 1234 urkundlich erwähnt und gehörte danach zunächst in den Besitz der ernestinischen Herzöge von Sachsen, ehe es an die albertinische Linie unter Moritz von Sachsen gelangte. Im Jahr 1537 erwarb das Haus Solms die Herrschaft Sonnewalde (Niederlausitz) und Pouch (bei Bitterfeld), und als sich eine Erbteilung anbahnte, kauften die Grafen von Solms 1596 die Herrschaft Baruth vom Trebbiner Amtshauptmann Hans von Buch, der sie von den Herren von Schlieben übernommen hatte. 1596 wurde Baruth von Reichsgraf Otto zu Solms-Sonnewalde erworben und 1615 zur eigenständigen Grafschaft Solms-Baruth. Seit 1616 besitzt Baruth/Mark das sogenannte Magdeburger Stadtrecht. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde die Stadt Preußen zugeordnet. Sie gehörte dann, von 1815 bis 1946, zum Landkreis Luckenwalde in der preußischen Provinz Brandenburg.

Glashütte entstand 1716 als Glasmachersiedlung und blieb bis heute fast unberührt. Seit 1983 steht der gesamte Gemeindeteil Glashütte unter Denkmalschutz. Hierbei wurde eine Tradition fortgesetzt – erstmals wurde eine Glashütte bei Baruth in einer Urkunde des Klosters Dobrilugk (Doberlug) 1234 erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Klein Ziescht wurde am 1. April 1974 eingegliedert.[3] Am 31. Dezember 1997 kamen vier Gemeinden hinzu,[4] am 31. Dezember 2001 weitere fünf.[5]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Charlottenfelde 2. Januar 19710 Eingemeindung nach Petkus
Dornswalde 31. Dezember 20010
Glashütte 1. Juli 19500 Eingemeindung nach Klasdorf
Groß Ziescht 31. Dezember 19970
Horstwalde 31. Dezember 19970
Kemlitz 1. Januar 19570 Eingemeindung nach Groß Ziescht
Klasdorf 31. Dezember 20010
Klein Ziescht 1. April 19740
Ließen 31. Dezember 19990 Eingemeindung nach Petkus
Merzdorf 31. Dezember 19990 Eingemeindung nach Petkus
Mückendorf 31. Dezember 19970
Paplitz 31. Dezember 20010
Petkus 31. Dezember 20010
Radeland 31. Dezember 19970 [6]
Schöbendorf 31. Dezember 20010

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 073
1890 2 100
1910 2 369
1925 2 111
1933 2 010
1939 2 141
1946 2 232
1950 2 200
1964 1 912
1971 1 855
Jahr Einwohner
1981 1 916
1985 1 947
1989 1 922
1990 1 892
1991 1 861
1992 1 837
1993 1 808
1994 1 786
1995 1 745
1996 1 859
Jahr Einwohner
1997 2 901
1998 2 929
1999 2 844
2000 2 792
2001 4 585
2002 4 523
2003 4 515
2004 4 461
2005 4 437
2006 4 388
Jahr Einwohner
2007 4 360
2008 4 309
2009 4 213
2010 4 174
2011 4 192
2012 4 182
2013 4 171
2014 4 160
2015 4 146

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,3 % (2008: 54,3 %)
 %
30
20
10
0
24,7 %
23,1 %
22,7 %
17,9 %
7,1 %
4,4 %
LOB
Kanneg
LLwB
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,1 %p
+3,3 %p
+2,6 %p
-4,4 %p
+7,1 %p
+4,4 %p
LOB
Kanneg
LLwB
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Die Stadtverordnetenversammlung von Baruth besteht aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • Listenvereinigung Ortsteile Baruth (LOB): 4 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • Einzelbewerber Tilo Kannegießer: 1 Sitz
  • Listenvereinigung Bündnis 90/Die Grünen - Lebenswertes Baruth: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 2014)[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juni 2002 wurde Peter Ilk von der LOB (Listenvereinigung Ortsteile Baruth) in einer Stichwahl mit über 60 % der gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Am 30. Mai 2010 wurde er ohne Gegenkandidat mit 94,3 % der Stimmen für weitere acht Jahre wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,0 Prozent.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. Dezember 2001 genehmigt.

Blasonierung: Geteilt durch silbernen linken Schrägbalken von Grün über Rot; oben eine goldene doppeltürmige spitzbedachte Kirche mit einem Tor und je zwei Fenster in Schwarz; unten ein goldenes Glasgefäß. Der Linksbalken ist mit 12 schwarzen Tannen belegt.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Baruth/Mark und der Liste der Bodendenkmale in Baruth/Mark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postmeilensäule

Baruther Glashütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Museumsdorf Baruther Glashütte

Gebäude der Glashütte im Baruther Ortsteil Glashütte

Im Jahr 1716 wurde zwischen den Dörfern Klasdorf, Friedrichshof und Dornswalde eine Glashütte mit dazugehöriger Glasmachersiedlung errichtet, das heute zu Baruth gehörende Dorf Glashütte. Die Glasproduktion wurde 1980 eingestellt. Heute ist Glashütte eine denkmalgeschützte Siedlung mit über 30 Gebäuden und ein lebendiges Museumsdorf.

Das Museum Baruther Glashütte ist ein Spezialmuseum für Industriekultur und die Geschichte des Glases. Im Baudenkmal der Hütte von 1861 findet sich eine Dauerausstellung zur Kultur- und Technikgeschichte des Glases im Allgemeinen und zur Geschichte der Baruther Glashütte im Speziellen.

Im Museumsdorf haben sich verschiedene Gewerbebetriebe angesiedelt, so eine Filzerei, eine Töpferei, ein Fabrikgasthof und eine Museumsherberge mit Biobadeteich.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Plan von Peter Joseph Lenné von 1838 legte die fürstlich-gräfliche Familie Solms-Baruth ihren neuen Schlossgarten-Park in Baruth im englischen Stil an.

Die Neuanlage des Parks machte sich nach dem Bau eines neuen Schlosses in den Orangeriegebäuden des alten Schlosses erforderlich. Um etwa die gleiche Zeit errichtete Solms-Baruth auch ein Schloss auf seinem Rittergut Kasel, welches äußerlich im gleichen Stil entstand.

Wildpark Johannismühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehfütterung im Wildpark Johannismühle

Hauptartikel: Wildpark Johannismühle

Im Ortsteil Klasdorf befindet sich der 1997 gegründete Wildpark, der auf einer Fläche von über 100 ha hauptsächlich einheimische und ehemals einheimische Tiere in seiner vielfältigen Wald-, Wiesen- und Teichlandschaft beherbergt. Das Grundstück war bis 1994 unter sowjetischer Verwaltung und diente als Sonderjagdgebiet des Oberkommandierenden der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale in Baruth/Mark

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klenk Holz AG
  • Pfleiderer (Unternehmen)
  • Classen GmbH
  • Fiberboard GmbH
  • In Baruth/Mark wird das Mineralwasser Brandenburger Urstromquelle abgefüllt.
  • Unitherm Baruth GmbH, Biomassekraftwerk zur Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie
  • ZHB Holzverwertung, Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie
  • Im Jahr 2007 baute der Eigenbetrieb WaBau (Wasserver- und Entsorgung) ein Reinwasserwerk und eine Industriekläranlage.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Klasdorf

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulzentrum Baruther Urstromtal vereint die Grundschule und die Freie Oberschule Baruth/Mark unter einem Dach. Die Grundschule bietet zudem einen Hort an. Die Freie Oberschule Baruth in Trägerschaft der Anerkannten Schulgesellschaft mbH (ASG) wurde zum Schuljahr 2006/2007 gegründet und ist in das Schulzentrum der Stadt Baruth/Mark eingezogen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Fichte Baruth/Mark e. V. (Fußball, Gymnastik, Kegeln, Tischtennis, Volleyball)
  • Reit- und Fahrverein Baruth/Mark e. V. (Baruther Reiterhof)
  • Petkuser Sportverein - Petkuser SV (gegr. 1924 - Fußball, Volleyball, Kegeln, Tischtennis)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid Schlegel: Sand und Windbruch – Glas aus Glashütte. In: Die Mark Brandenburg. Heft 26, Lucie Großer Verlag Berlin, 1997, ISBN 978-3-910134-46-1
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, Deutscher Kunstverlag 2000
  • Jan Feustel: Zwischen Sumpf und Sand – Herrschaft und Stadt Baruth. In: Die Mark Brandenburg. Heft 70, Marika Großer Verlag Berlin, 2008, ISBN 978-3-910134-17-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baruth/Mark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Baruth/Mark PDF
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  6. Webseite von Baruth zum Gemeindeteil Radeland mit etwas Geschichte
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 14–17
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 30. Mai 2010
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg. In der Blasonierung des Portals werden irrtümlicherweise die Bezeichnungen vorn und hinten statt oben und unten verwendet.
  12. Denkmal des Monats: Sowjetischer Ehrenfriedhof in Baruth/Mark ziert Kalenderblatt des Monats Juni, Webseite des Landkreises Teltow-Fläming, abgerufen am 15. Mai 2015.