Baruth/Mark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baruth/Mark
Baruth/Mark
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baruth/Mark hervorgehoben
Koordinaten: 52° 3′ N, 13° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 233,84 km2
Einwohner: 4146 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15837
Vorwahlen: 033704, 033745 (Ließen, Petkus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 014
Stadtgliederung: 12 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ernst-Thälmann-Platz 4
15837 Baruth/Mark
Webpräsenz: www.stadt-baruth-mark.de
Bürgermeister: Peter Ilk (LOB)
Lage der Stadt Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming
Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Baruth/Mark ist eine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baruth/Mark umfasst Teile des Niederen Flämings und des Baruther Urstromtals. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Spreewald und rund 40 Kilometer von der Südgrenze der Stadt Berlin entfernt an der Kreuzung der Bundesstraßen 96 und 115.

Siehe auch: Flemmingwiesen und Golmberg
Nachbargemeinden

Baruth/Mark grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Am Mellensee, Zossen, Teupitz, Halbe, Rietzneuendorf-Staakow, Golßen, Steinreich, Dahme/Mark, Niederer Fläming, Nuthe-Urstromtal.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in folgende Orts- und bewohnte Gemeindeteile:[2]

Hinzu kommen die Wohnplätze Am Bahnhof, Bernhardsmüh, Bombachhaus, Forsthaus Brand, Forsthaus Johannismühle, Forsthaus Wunder, Horstmühle, Lochow, Mühlenberg, Pechhütte, Radelandsiedlung und Siedlung.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Baruth um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Baruth/Mark wurde erstmals 1234 urkundlich erwähnt und gehörte danach zunächst zum Besitz der ernestinischen Herzöge von Sachsen, ehe es an die albertinische Linie unter Moritz von Sachsen gelangte. Im Jahr 1537 erwarb das Haus Solms die Herrschaft Sonnewalde (Niederlausitz) und Pouch (bei Bitterfeld). Als sich eine Erbteilung anbahnte, kauften die Grafen von Solms 1596 die Herrschaft Baruth vom Trebbiner Amtshauptmann Hans von Buch, der sie von den Herren von Schlieben übernommen hatte. 1596 wurde Baruth von Reichsgraf Otto zu Solms-Sonnewalde erworben und 1615 zur eigenständigen Grafschaft Solms-Baruth. Seit 1616 besaß Baruth/Mark das sogenannte Magdeburger Stadtrecht. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde die Stadt Preußen zugeordnet. Sie gehörte dann von 1815 bis 1946 zum Landkreis Jüterbog-Luckenwalde in der preußischen Provinz Brandenburg, der 1946 in Landkreis Luckenwalde umbenannt wurde. Von 1952 bis 1993 lag Baruth im Kreis Zossen (bis 1990 im DDR-Bezirk Potsdam).

Glashütte entstand 1716 als Glasmachersiedlung und blieb bis heute fast unberührt. Seit 1983 steht der gesamte Gemeindeteil Glashütte unter Denkmalschutz. Hierbei wurde eine Tradition fortgesetzt – erstmals wurde eine Glashütte bei Baruth in einer Urkunde des Klosters Dobrilugk (Doberlug) 1234 erwähnt.

Eingemeindungen

Der Ort Klein Ziescht wurde am 1. April 1974 eingegliedert.[4] Am 31. Dezember 1997 kamen vier Gemeinden hinzu,[5] am 31. Dezember 2001 weitere fünf.[6]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Charlottenfelde 2. Januar 19710 Eingemeindung nach Petkus
Dornswalde 31. Dezember 20010
Glashütte 1. Juli 19500 Eingemeindung nach Klasdorf
Groß Ziescht 31. Dezember 19970
Horstwalde 31. Dezember 19970
Kemlitz 1. Januar 19570 Eingemeindung nach Groß Ziescht
Klasdorf 31. Dezember 20010
Klein Ziescht 1. April 19740
Ließen 31. Dezember 19990 Eingemeindung nach Petkus
Merzdorf 31. Dezember 19990 Eingemeindung nach Petkus
Mückendorf 31. Dezember 19970
Paplitz 31. Dezember 20010
Petkus 31. Dezember 20010
Radeland 31. Dezember 19970 [7]
Schöbendorf 31. Dezember 20010

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2073
1890 2100
1910 2369
1925 2111
1933 2010
1939 2141
1946 2232
1950 2200
1964 1912
1971 1855
Jahr Einwohner
1981 1916
1985 1947
1989 1922
1990 1892
1991 1861
1992 1837
1993 1808
1994 1786
1995 1745
1996 1859
Jahr Einwohner
1997 2901
1998 2929
1999 2844
2000 2792
2001 4585
2002 4523
2003 4515
2004 4461
2005 4437
2006 4388
Jahr Einwohner
2007 4360
2008 4309
2009 4213
2010 4174
2011 4192
2012 4182
2013 4171
2014 4160
2015 4146

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,3 % (2008: 54,3 %)
 %
30
20
10
0
24,7 %
23,1 %
22,7 %
17,9 %
7,1 %
4,4 %
LOB
Kanneg
LLwB
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,1 %p
+3,3 %p
+2,6 %p
-4,4 %p
+7,1 %p
+4,4 %p
LOB
Kanneg
LLwB

Die Stadtverordnetenversammlung von Baruth besteht aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • Listenvereinigung Ortsteile Baruth (LOB): 4 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Linke: 3 Sitze
  • Einzelbewerber Tilo Kannegießer: 1 Sitz
  • Listenvereinigung Bündnis 90/Die Grünen - Lebenswertes Baruth: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 2014)[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juni 2002 wurde Peter Ilk von der LOB (Listenvereinigung Ortsteile Baruth) in einer Stichwahl mit über 60 % der gültigen Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Am 30. Mai 2010 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 94,3 % der Stimmen für weitere acht Jahre wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,0 %.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 19. Dezember 2001 genehmigt.

Blasonierung: Geteilt durch silbernen linken Schrägbalken von Grün über Rot; oben eine goldene doppeltürmige spitzbedachte Kirche mit einem Tor und je zwei Fenster in Schwarz; unten ein goldenes Glasgefäß. Der Linksbalken ist mit 12 schwarzen Tannen belegt.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Baruth/Mark und der Liste der Bodendenkmale in Baruth/Mark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postmeilensäule
  • Der Backsteinbau der Stadtpfarrkirche St. Sebastian, einer spätgotischen Hallenkirche, ist ein Neubau aus dem 15./16. Jahrhundert. Die Kirche brannte 1595 und 1671 völlig aus. Mit dem Wiederaufbau der Kirche wurde 1672 durch die Baruther Grafen begonnen. Die Kirche wurde 2001 bis 2008 umfangreich saniert. Im rechten Kirchenfenster der Orgelempore ist ein in Glas gefasstes Rotes Kreuz zu sehen. Es deutet auf die Verwandtschaft der Familie Solms-Baruth mit dem englischen Königshaus hin.
  • Schloss Baruth aus dem 17. Jahrhundert
  • Der sowjetische Ehrenfriedhof an der B 96 erinnert an die unter Marschall Konew im Kessel von Halbe gefallenen Soldaten der 3. und 4. Panzerarmee der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee. Er gilt als eine der „größten und bedeutendsten russischen Kriegsgräberstätten in Brandenburg“.[13]
  • Feldsteinkirchen in den Ortsteilen, zum Beispiel in Merzdorf, Kemlitz und Paplitz
  • Nachbildung der kursächsischen Postmeilensäule von 1730 auf dem Markt, eingeweiht am 17. August 2014
  • Friedensmühle Petkus“ im Ortsteil Petkus, von 1837 bis 1940 als Bockmühle in Betrieb, seit 1950 Paltrockmühle mit Windrose und Jalousieflügeln, völlig restauriert, wind- und mahlgängig.
  • Fernmeldeturm im Ortsteil Petkus, 106 Meter hoch, in den 1960er Jahren erbaut (51°58′46″ nördlicher Breite und 13°20′57″ östlicher Länge)

Baruther Glashütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der Glashütte im Baruther Ortsteil Glashütte

Im Jahr 1716 wurde zwischen den Dörfern Klasdorf, Friedrichshof und Dornswalde eine Glashütte mit dazugehöriger Glasmachersiedlung errichtet, das heute zu Baruth gehörende Dorf Glashütte. Die Glasproduktion wurde 1980 eingestellt. Heute ist Glashütte eine denkmalgeschützte Siedlung mit über 30 Gebäuden und ein lebendiges Museumsdorf.

Das Museum Baruther Glashütte ist ein Spezialmuseum für Industriekultur und die Geschichte des Glases. Im Baudenkmal der Hütte von 1861 findet sich eine Dauerausstellung zur Kultur- und Technikgeschichte des Glases im Allgemeinen und zur Geschichte der Baruther Glashütte im Speziellen.

Im Museumsdorf haben sich verschiedene Gewerbebetriebe angesiedelt, so eine Filzerei, eine Töpferei, ein Fabrikgasthof und eine Museumsherberge mit Biobadeteich.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Plan von Peter Joseph Lenné von 1838 legte die fürstlich-gräfliche Familie Solms-Baruth ihren neuen Schlossgarten-Park in Baruth im englischen Stil an.

Die Neuanlage des Parks machte sich nach dem Bau eines neuen Schlosses in den Orangeriegebäuden des alten Schlosses erforderlich. Um etwa die gleiche Zeit errichtete Solms-Baruth auch ein Schloss auf seinem Rittergut Kasel, welches äußerlich im gleichen Stil entstand.

Wildpark Johannismühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehfütterung im Wildpark Johannismühle
Hauptartikel: Wildpark Johannismühle

Im Ortsteil Klasdorf befindet sich der 1997 gegründete Wildpark, der auf einer Fläche von über 100 ha hauptsächlich einheimische und ehemals einheimische Tiere in seiner vielfältigen Wald-, Wiesen- und Teichlandschaft beherbergt. Das Grundstück war bis 1994 unter sowjetischer Verwaltung und diente als Sonderjagdgebiet des Oberkommandierenden der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klenk Holz AG
  • Pfleiderer (Unternehmen)
  • Classen GmbH
  • Fiberboard GmbH
  • In Baruth/Mark wird das Mineralwasser Brandenburger Urstromquelle abgefüllt.
  • Unitherm Baruth GmbH, Biomassekraftwerk zur Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie
  • ZHB Holzverwertung, Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie
  • Im Jahr 2007 baute der Eigenbetrieb WaBau (Wasserver- und Entsorgung) ein Reinwasserwerk und eine Industriekläranlage.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Klasdorf

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulzentrum Baruther Urstromtal vereint die Grundschule und die Freie Oberschule Baruth/Mark unter einem Dach. Die Grundschule bietet zudem einen Hort an. Die Freie Oberschule Baruth in Trägerschaft der Anerkannten Schulgesellschaft mbH (ASG) wurde zum Schuljahr 2006/2007 gegründet und ist in das Schulzentrum der Stadt Baruth/Mark eingezogen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Fichte Baruth/Mark e. V. (Fußball, Gymnastik, Kegeln, Tischtennis, Volleyball)
  • Reit- und Fahrverein Baruth/Mark e. V. (Baruther Reiterhof)
  • Petkuser Sportverein - Petkuser SV (gegr. 1924 - Fußball, Volleyball, Kegeln, Tischtennis)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Astrid Schlegel: Sand und Windbruch – Glas aus Glashütte. In: Die Mark Brandenburg. Heft 26, Lucie Großer Verlag Berlin, 1997, ISBN 978-3-910134-46-1
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, Deutscher Kunstverlag 2000
  • Jan Feustel: Zwischen Sumpf und Sand – Herrschaft und Stadt Baruth. In: Die Mark Brandenburg. Heft 70, Marika Großer Verlag Berlin, 2008, ISBN 978-3-910134-17-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baruth/Mark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Baruth/Mark PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Baruth/Mark
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  7. Webseite von Baruth zum Gemeindeteil Radeland mit etwas Geschichte
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 14–17
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 30. Mai 2010
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg. In der Blasonierung des Portals werden irrtümlicherweise die Bezeichnungen vorn und hinten statt oben und unten verwendet.
  13. Denkmal des Monats: Sowjetischer Ehrenfriedhof in Baruth/Mark ziert Kalenderblatt des Monats Juni, Webseite des Landkreises Teltow-Fläming, abgerufen am 15. Mai 2015.