Barys Kit

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Barys Kit (russ. Кит, Борис Владимирович; * 6. April 1910 in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich) ist ein weißrussischer Mathematiker, Physiker und Chemiker.[1]

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn eines Postangestellten floh Barys Kits Familie im Jahr 1918, aufgrund der Oktoberrevolution nach Weißrussland,[2] der Heimat seines Vaters, im Umkreis des Dorfes Ogorodniki. Er studierte in der Universität Vilnius Physik und Mathematik und wurde auch Lehrer am Wilnaer Belarussischen Lyzeum. 1939 eröffnete er unter sowjetischer Besatzung eine Vielzahl von Schulen, darunter auch das von Vilnius nach Nawahradak verlegte Belarussischen Lyzeum wurde. Unter deutscher Besatzung arbeitete Kit weiterhin als Lehrer und wurde vom Sicherheitsdienst des Reichsführers SS in Glubokoje für einen Monat im Gefängnis inhaftiert.[3]. Es gelang ihm dennoch, in Molodetschno eine Handelsschule zu eröffnen, an der er weiterhin aktiv um die Bildung junger Belassen bemüht war. 1944 floh er vor der Roten Armee mit seiner Familie nach Deutschland und im Jahr 1948 in die Vereinigten Staaten wo Kit in Los Angeles als Chemiker in der Firma North American Aviation tätig war.[2] Ab den 1950er Jahren arbeitete er 25 Jahre lang im Auftrag der US-Raumfahrtsbehöre u.a. am Antrieb der Apollo-Mission.[4] Barys Kit schrieb ein Handbuch über Raketentreibstoff und unterhielt amerikanisch-sowjetische Kontakte während des Kalten Kriegs. Er ist in der Vergangenheit immer wieder als Kritiker des autoritären Lukaschenko-Regimes[5] in Erscheinung getreten. 1972 zog er nach Frankfurt am Main, wo er auch noch heute lebt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archives of Belarus: Boris Kit
  2. a b Raketenforscher Boris Kit Ein Jahrhundertleben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. März 2010, abgerufen am 13. Juli 2012 (deutsch).
  3. belarus-misc.org: Barys Kit (Boris Kit)
  4. belarusguide.com: Great Belarusian Military Commanders
  5. Barys Kit: Imprisonment seems to be Belarusians’ fate. In: Charta 97. 6. April 2011, abgerufen am 13. Juli 2012 (englisch).