Baschkirische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flagge der Baschkirischen ASSR 1956–1991
Baschkirische ASSR

Die Baschkirische ASSR (russisch Башкирская АССР; Baschkirische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik, russisch Башкирская Автономная Советская Социалистическая Республика; baschkirisch Башҡорт Автономиялы Совет Социалистик Республикаhы) war eine autonome Sowjetrepublik in der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) innerhalb der Sowjetunion. Sie bestand vom 23. März 1919 bis 26. Dezember 1991. Titularnation waren die Baschkiren, eine turksprachige Ethnie.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 142.947 km² große Baschkirische ASSR lag am äußersten Ostrand Europas, westlich des Uralgebirges, umfasste den südlichen Ural und sein westliches Vorland und entspricht dem Gebiet des heutigen Baschkortostan innerhalb Russlands. Auf dem Gebiet der Baschkirischen ASSR bestand bis 1919 das Gouvernement Ufa als Verwaltungseinheit im Russischen Reich.

Die Hauptstadt der ASSR war von 1920 bis 1922 Sterlitamak und von 1922 bis 1991 Ufa.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Baschkirischen ASSR

Die Einwohnerzahl Baschkiriens lag 1989 bei 3.943.113 (entsprechend 28 Einwohnern pro km²). Die Baschkiren machten 1989 nur 21,9 % der Bevölkerung aus, 39,3 % waren Russen und 28,4 % waren Tataren.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1926 2.665.836
1939 3.158.969
1959 3.341.609
1970 3.818.075
1979 3.844.280
1989 3.943.113

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Großen Vaterländischen Krieges wurden über 100 Fabriken, Dutzende Lazarette, mehrere industrielle Großbetriebe, viele Behörden, eine Reihe von wissenschaftlichen Instituten und 278.000 Menschen in die Baschkirische ASSR evakuiert. Wichtig für die Kriegsführung waren die Ölfelder, die in den 1920er Jahren in Baschkirien entdeckt wurden. So entstand die Stadt Ischimbai 1932 als Erdölarbeitersiedlung, nachdem dort das erste Erdöl Baschkiriens entdeckt worden war. 280 in Baschkirien geborenen Soldaten der Roten Armee wurde die höchste militärische Auszeichnung Held der Sowjetunion verliehen.[1][2]

In Ufa bestand das Kriegsgefangenenlager 319 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölförderung in Ischimbai

In der Nachkriegszeit spielte die Ausbeutung und Verarbeitung der Erdölvorkommen Baschkiriens die größte Rolle in der Wirtschaft. Baschkirien verfügt über reiche Erdöl- und Erdgasvorkommen, außerdem über Kupfer, Gold, Eisen, Mangan, Bauxit und Braunkohle. Wichtigste Industriestädte waren und sind Ufa, Sterlitamak, Salawat und Belorezk.

Regierungschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1917–1919: Junus Julbarissowitsch Bikbow (1883–1942)
  • 000001919: Mstislaw Alexandrowitsch Kulajew (1873–1958)
  • 1919–1920: Gali Kamaletdinowitsch Schamigulow (1890–1959)
  • 1921–1925: Mullajan Dawletschinowitsch Chalikow (1894–1937)
  • 1925–1930: Aksan Baimursitsch Muchametkulow (1895–1938)
  • 1930–1937: Sinatulla Gisatowitsch Bulaschew (1894–1938)
  • 1937–1940: Fasyl Walijachmetowitsch Schagimardanow (1906–1968)
  • 1940–1946: Sabir Achmedjanowitsch Wagapow (1904–1993)
  • 1946–1951: Nassyr Rafikowitsch Urasbajew (1902–1981)
  • 1951–1962: Walej Gabejewitsch Nabiullin (1914–1982)
  • 1962–1986: Sekerija Scharafutdinowitsch Aknasarow (1924–2000)
  • 1986–1992: Marat Parissowitsch Mirgasjamow (* 1942)

Nach Auflösung der Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baschkortostan nach 1991

Seit 1991 ist das Gebiet als Republik Baschkortostan Föderationssubjekt Russlands, jedoch ist auch weiterhin die Bezeichnung Baschkirien gebräuchlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufstellung der ausgezeichneten Personen auf warheroes.ru mit Datum der Verleihung (russisch)
  2. Алфавитный указатель Героев Советского Союза по Республике Башкортостан (russisch)
  3. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Gieseking, Bielefeld 1962–1977.