Basedow (Lauenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Basedow
Basedow (Lauenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Basedow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 25′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Amt: Lütau
Höhe: 31 m ü. NHN
Fläche: 7,47 km2
Einwohner: 647 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21483
Vorwahl: 04153
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 006
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsplatz 6
21481 Lauenburg/Elbe
Website: www.basedow-sh.de
Bürgermeister: Hans-Dieter Lucht (WVB)
Lage der Gemeinde Basedow im Kreis Herzogtum Lauenburg
HamburgMecklenburg-VorpommernNiedersachsenKreis SegebergKreis StormarnLübeckLübeckAlbsfeldeAlt MöllnAumühleBäkBälauBasedow (Lauenburg)BasthorstBehlendorfBerkenthinBesenthalBliestorfBliestorfBörnsenBorstorfBreitenfeldeBröthenBrunsmarkBrunstorfBuchholz (Herzogtum Lauenburg)BuchhorstBüchenDahmkerDalldorfDassendorfDüchelsdorfDuvenseeEinhausElmenhorst (Lauenburg)EscheburgFitzenFredeburgFuhlenhagenGeesthachtGiesensdorfGöldenitzGöttin (Lauenburg)Grabau (Lauenburg)GrambekGrinauGroß BodenGroß DisnackGroß DisnackGroß GrönauGroß PampauGroß SarauGroß SchenkenbergGrove (Schleswig-Holstein)GudowGülzow (Lauenburg)Güster (Lauenburg)Hamfelde (Lauenburg)HamwardeHarmsdorf (Lauenburg)Havekost (Lauenburg)HohenhornHollenbekHornbekHorst (Lauenburg)JuliusburgKankelauKasseburgKastorfKittlitz (Lauenburg)Klein PampauKlein ZecherKlempauKlinkradeKobergKöthel (Lauenburg)KollowKröppelshagen-FahrendorfKrüzenKrukow (Lauenburg)KrummesseKuddewördeKühsenKulpinLabenzLabenzLangenlehstenLangenlehstenLankauLanze (Lauenburg)Lauenburg/ElbeLehmradeLinauLüchow (Lauenburg)LütauMechowMöhnsenMöllnMühlenradeMüssenMustin (bei Ratzeburg)Niendorf bei BerkenthinNiendorf a. d. St.NussePantenPogeezPoggenseeRatzeburgRitzerauRömnitzRondeshagenRoseburgSachsenwaldSahmsSalem (Lauenburg)SandesnebenSchiphorstSchmilauSchnakenbekSchönberg (Lauenburg)SchretstakenSchürensöhlenSchulendorfSchwarzenbekSeedorf (Lauenburg)SiebenbäumenSiebeneichenSirksfeldeSierksradeSteinhorst (Lauenburg)SterleyStubben (Lauenburg)TalkauTramm (Lauenburg)WalksfeldeWangelauWentorf (Amt Sandesneben)Wentorf bei HamburgWiershopWitzeezeWohltorfWoltersdorf (Lauenburg)WorthZiethen (Lauenburg)Karte
Über dieses Bild

Basedow ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einweihung des neuen Gemeindehauses Sprüttenhus
Lanzer See

Basedow liegt nordöstlich von Lauenburg, geschützt am Hange des nach Norden abschwenkenden hohen Elbufers und somit im Urstromtal der Delvenau. Sie liegt am Lanzer See, durch den der Elbe-Lübeck-Kanal führt.

Die L 200, und damit die bedeutende Nord-Süd Verbindung im Kreis Herzogtum Lauenburg, tangiert den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basedower Kapelle Winter 2005

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Basedow ist slawischen Ursprungs und wurde im Ratzeburger Zehntregister von 1230 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, archäologische Funde deuten auf eine Besiedlung in der jüngeren Stein- und Bronzezeit hin.

Basedow gehört zum Kreis der alten Siedlungsplätze in der südlichen Sadelbande, deren deutsche Besiedlung etwa um 1150 anzunehmen ist. Der Name deutet auf eine ursprünglich wendische Siedlung hin, die man Basedowe nannte, was übersetzt „unter dem Holunder“ bedeutet.

Seit dem 14. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch seine Lage am 1398 in Betrieb genommenen Stecknitzkanal, den man im heutigen Sprachgebrauch als nasse Salzstraße bezeichnet und auf dem unzählige Salzlasten im Laufe der Jahrhunderte von Lüneburg kommend nach Lübeck befördert wurden, hatte Basedow immer einen Anschluss an den Handel der Hanse.

Basedow litt schwer unter den Heeren des Dreißigjährigen Krieges. Von ursprünglich zwölf Gehöften überstanden diese Zeit lediglich drei Höfe.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland verlor 1945 den Zweiten Weltkrieg und es wurde schrittweise besetzt. In den letzten Kriegstagen rückten die alliierten Truppen immer weiter nach Norden vor. Im Kreis Herzogtum Lauenburg begannen im April die Vorbereitungen hinsichtlich der zu erwartenden Kämpfe. Stellungen, Schützenlöcher, Schützengräben und mit Minen ausgestattete Panzersperren wurden eingerichtet. Zudem wurden verschiedene Brücken für Sprengungen vorbereitet.[2]

Nachdem die britischen Truppen am 29. April nahe Lauenburg, bei Artlenburg und Schnakenbek, die Elbe überquerten, konnte die Stadt Lauenburg eingenommen werden. Die britischen Truppen stießen noch am selben Tag weiter nach Krüzen, Lütau und Basedow vor, wo ein SS-Panzergrenadier Ausbildungs- und Ersatzbataillon zur Verteidigung in Stellung lag. Eine schottische Einheit nahm am späten Nachmittag das kurz vor dem Dorf Basedow liegende Waldstück Stötebrück sowie das Dorf Basedow selbst ein. Dabei geriet offenbar auch das Dorf in Mitleidenschaft. Am frühem Morgen des 30. April griffen die Glasgow Highlanders Lütau an. Fünf britische und 21 Soldaten des SS-Bataillons starben. Mit einem letzter konzentrierter Gegenangriff versuchten die deutsche 245. Infanterie-Division bei Basedow noch einmal die Briten zurückzudrängen. Aber der verlustreiche deutsche Angriff scheiterte. Die Briten führten noch am Abend einen Gegenangriff durch.[3]

Sodann bezogen die restlichen deutsche Einheiten Stellungen zwischen dem Elbe-Lübeck-Kanal bei Büchen über Nüssau bis kurz vor Müssen. Am Folgetag kam es auch bei Büchen zu heftigen Kämpfen, dass aber letztlich ebenfalls eingenommen wurde. Schon am 2. Mai konnte Lübeck besetzt werden.[4][5] Am selben Tag flüchtete die Geschäftsführende Reichsregierung aus dem 70 Kilometer weiter nördlich gelegenen Raum Eutin-Plön vor den herannahenden britischen Truppen weiter nach Flensburg-Mürwik. Den anschließenden Tag marschierten die britischen Soldaten im unweit westlich gelegenen Hamburg ein. Den Tag darauf, erfolgte letztlich die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die Wählergemeinschaft WVB alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün mit goldenem Bord über einem ziselierten, bronzezeitlichen goldenen Armring vier mit den schwarzen Stielen nach Art eines Andreaskreuzes dicht aneinander gestellte silberne Buchenblätter.“[7]

Die vier Blätter im Wappen sind Buchenblätter, die auf den Namen des Orts hinweisen, der als wendische Bezeichnung für einen Buchenhorst gedeutet wurde. Heute wird allerdings davon ausgegangen, dass diese Interpretation nicht stimmt. Unter den Buchenblättern ist ein bronzezeitlicher Armring abgebildet, der im Gemeindegebiet gefunden wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basedow ist für seinen Spargel bekannt.

Die nächsten Bahnhöfe mit Personenverkehr sind Lauenburg (Elbe) an der Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg und Büchen am Schnittpunkt dieser Strecke mit der Bahnstrecke Hamburg–Berlin. Beide sind etwa acht Kilometer von Basedow entfernt.

Autorenlesung 2007

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Basedow (Lauenburg) stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Basedow (Lauenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  3. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  4. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  5. Bergedorfer Zeitung: Serie: Vor 65 Jahren. Als der Krieg nach Lauenburg kam, vom: 28. April 2010
  6. Dorfzeitung Kröppelshagen-Fahrendorf. Kriegsende vor 70 Jahren, S. 10, vom: Frühjahr 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein