Basellandschaftliche Zeitung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basellandschaftliche Zeitung
Basellandschaftliche Zeitung.gif
Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Verlag AZ Medien
Erstausgabe 1. Juli 1832
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage
(WEMF-Auflagebulletin 2017, inkl. bz Basel[1])
23'015 (Vj. 23'147) Exemplare
Verbreitete Auflage (WEMF-Auflagebulletin 2017, inkl. bz Basel) 25'920 (Vj. 25'814) (Grossauflage 137'600; 135'194) Exemplare
Reichweite (WEMF MACH Basic 2017-I, inkl. bz Basel) 0,062 (Vj. 0,062) (Grossauflage 0,160) Mio. Leser
Chefredaktor David Sieber
Weblink www.basellandschaftlichezeitung.ch

Die Basellandschaftliche Zeitung (bz) mit Sitz in Liestal ist nach der Basler Zeitung die zweitgrösste Tageszeitung der Region Basel. Die WEMF-beglaubigte Gesamtauflage beträgt 2017 23'015 (Vj. 23'147) verkaufte (davon bz Basel 10'932; Vj. 10'746) bzw. 25'920 (Vj. 25'814) verbreitete (davon bz Basel 13'109; Vj. 12'591) Exemplare[1], die Reichweite 59'000 (Vj. 62'000) Leser (WEMF MACH Basic 2017-I). Wöchentlich (mittwochs) wird eine Grossauflage von 135'194 (Vj. 135'657) Exemplaren verteilt, die eine Reichweite von 146'000 Lesern (2015) erreichen.

Seit dem 16. September 2006 erscheint die bz als Kopfblatt der az Nordwestschweiz. Eigenständig produziert wird der Regionalteil (Nachrichten und Sport), bei den Anzeigen erfolgt eine regionale Filterung. Die Redaktion der bz kann aber auch Einfluss nehmen auf die übrigen Teile der Gesamtausgabe und Artikel streichen, ersetzen oder modifizieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vorläufer der bz gilt Der unerschrockene Rauracher. Im Untertitel bezeichnete sich dieses Blatt als «ein Schweizerisches, wahrheitsliebendes Blatt für Religion, vernünftiges Volksrecht und Aufklärung». Die Gründung fällt in die Zeit der Basler Kantonstrennung. Dieser Bürgerkrieg war auch ein Papierkrieg, der zuerst hauptsächlich mit Flugblättern ausgefochten wurde. Das änderte sich im Januar 1831: In Basel erschien erstmals die Baseler Zeitung. Dreimal wöchentlich versuchte dieses Blatt mit einseitigen Artikeln, die revolutionäre Bewegung auf dem Land einzudämmen. Als Antwort darauf kaufte der Landschreiber Benedikt Banga eine Druckerpresse, mit der er ab dem 1. Juli 1832 das Blatt Der unerschrockene Rauracher herausgab. Die Zeitung steigerte ihre Auflage nicht über sechshundert Exemplare und musste den Betrieb nach fünf Jahren einstellen.

Die Firma «Banga und Honegger» druckte aber schon vorher mehrere andere Zeitungen. Zwischenzeitlich erschienen im Baselbiet bis zu sechs Zeitungen nebeneinander. Viele wurden bei Banga und Honegger gedruckt, änderten oft ihren Namen und gingen bald wieder ein. 1853 erschienen in Baselland nur noch drei Zeitungen: Landschäftler, Bundesfreund und Baselbieter. Diese drei Zeitungen stellten sich mit der Zeit in Opposition zur Regierung. Ein Grund dafür war der Eisenbahnbau, den die Baselbieter Regierung vorantrieb, dabei wenig Rücksicht auf Landbesitzer nahm, Land enteignete und Bauernland zerstörte.

Gründung 1854[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

altes Logo (bis 2008)

Da die regierende Partei damals nicht mehr über die Mehrheit im Landrat verfügte und erstmals seit der Kantonsgründung keine Unterstützung einer Zeitung genoss, entschlossen sich namhafte Männer zur Gründung der Basellandschaftlichen Zeitung (bz), um die anderen Blätter im Kanton zu erdrücken. Diese Absicht teilten sie den Buchdruckern Lüdin & Walser mit, die den Bundesfreund herausgaben, und verlangten, die beiden sollten ihre Zeitung abtreten. Zuerst weigerten sie sich, doch dann erklärte sich die Redaktion mit bitteren Worten dazu bereit. Darauf erschien am 1. Juli 1854 in der Druckerei von Lüdin & Walser zum ersten Mal die bz. So erhielt das politische Establishment eine Zeitung, mit der es sich ans Volk wenden konnte. Trotz der Kritik und Kampfansage der anderen Blätter konnte sich das neue Organ bleibend etablieren.

Die Baselbieter Zeitungen waren damals Parteiblätter, was sich mit besonderer Deutlichkeit bei den Nationalratswahlen von 1854 zeigte: Jede der drei Zeitungen schlug je zwei Kandidaten vor, die sie während des Wahlkampfs unterstützte. Die bz kämpfte für den Kandidaten Stephan Gutzwiller und rechtfertigte in mehreren Stellungnahmen dessen Haltung in der Bundesversammlung. Es wurde vermutet, dass Gutzwiller diese Zeilen selber geschrieben hatte, obschon sie in der dritten Person verfasst waren. Die Autoren versahen damals ihre Artikel selten mit Namen.

Entwicklung im 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der bz Basel, Kopfblatt der Basellandschaftlichen Zeitung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wies die bz eine Auflage von 6000 Exemplaren auf und erreichte nach einem steten Anstieg in den 1980er Jahren 20'000 Exemplare. 1992 übernahm die bz die Nordschweiz. Diese katholische Zeitung war im bernischen Laufental verankert und stark defizitär. Bis zur Übernahme des Mantels az Nordwestschweiz (damals Mittelland-Zeitung) im Jahr 2006, der ausserdem die Aargauer Zeitung, die Limmattaler Zeitung, die Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, das Zofinger Tagblatt und das Oltner Tagblatt umfasst, trug die bz den Namen Nordschweiz im Untertitel. Seit Januar 2012 gibt die bz die Auflage für den Raum Basel als Kopfblatt mit dem Namen bz Basel heraus.

Von September 2007 bis Februar 2017 erschien die Sonntagszeitung Schweiz am Sonntag (bis 2013 Sonntag) als siebte Ausgabe der az Nordwestschweiz und damit der Basellandschaftlichen Zeitung. Seit dem 4. März 2017 gibt die az Nordwestschweiz samstags für die Zeitungen des Verbundes eine ausgebaute Wochenendausgabe unter dem Namen Schweiz am Wochenende heraus.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WEMF-Auflagebulletin 2017, S. 10 (PDF; 640 kB).
  2. Nach zehn Jahren: Schweiz am Sonntag ist zum letzten Mal erschienen. In: Werbewoche. 26. Februar 2017.