Basil Kerski

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Basil Kerski (* 19. November 1969 in Danzig) ist ein aus einer polnisch-irakischen Familie stammender deutsch-polnischer Kulturmanager, Journalist, Politikwissenschaftler und Essayist. Seit März 2011 leitet er das Europäische Solidarność-Zentrum in seiner Geburtsstadt.

Basil Kerski, 2012

Kerski studierte an der Freien Universität in Berlin, wo er seit 1979 lebt, Politikwissenschaft und Slawistik. Seit 1998 ist er Chefredakteur des zweisprachigen deutsch-polnischen, von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft herausgegebenen Magazins Dialog, das viermal jährlich in einer Auflage von 7000 Exemplaren erscheint.

Neben seiner Tätigkeit für Dialog war Kerski 1998 bis 2010 ehrenamtlicher Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, einer seit 1986 existierenden Dachvereinigung von 52 deutsch-polnischen Initiativen. Er ist des Weiteren Redakteur der in Danzig erscheinenden, 1983 von Donald Tusk gegründeten Politikzeitschrift Przegląd Polityczny.

Als Politikexperte arbeitete Kerski im deutsch-amerikanischen Aspen-Institut Berlin, im Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im Deutschen Bundestag sowie für das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Er ist Autor und Herausgeber von über zwanzig deutschen, polnischen und ukrainischen Büchern zu historischen, politischen und kulturellen Themen. 2011 erschien zum zwanzigjährigen Bestehen der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen sein Buch „Die Dynamik der Annäherung in den deutsch-polnischen Beziehungen. Gegenwart und Geschichte einer Nachbarschaft“.

Neben wissenschaftlichen Aufsätzen veröffentlichte Kerski auch zahlreiche Artikel in deutschen, polnischen, italienischen und englischsprachigen Zeitungen und Zeitschriften (Die Welt, Neue Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Internationale Politik, Limes, New Eastern Europe, Gazeta Wyborcza, Rzeczpospolita, Tygodnik Powszechny). Er ist zudem Herausgeber zahlreicher deutscher und polnischer Bücher zu historischen sowie politischen Themen. Zwischen 2001 und 2005 war er über dies Lehrbeauftragter am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin sowie 2011 der Humboldt-Universität. Er ist Kurationsmitglied der Stiftung Schloss Neuhardenberg und Mitglied des polnischen PEN-Clubs.

Kerski erhielt für seine Verdienste für die polnisch-deutschen Beziehungen 2005 das polnische Verdienstkreuz in Gold. Im gleichen Jahr verliehen ihm die Universität Leipzig und die Wissenschaftsgesellschaft Societas Jablonoviana den Jablonowski-Preis. 2007 wurde der Redaktion des Dialog unter seiner Chefredaktion der Georg Dehio-Kulturpreis (Ehrenpreis) verliehen. Die Zeitschrift, so heißt es in der Begründung der Jury, berichte fundiert und kritisch über Politik, Kultur und Geschichte im deutsch-polnischen Verhältnis und leiste damit in beiden Ländern einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung. 2009 wurde er mit der Redaktion des Dialog mit dem Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet. 2009 bis 2014 wurde er außerdem für den Jerzy-Giedroyc-Preis der Tageszeitung Rzeczpospolita nominiert. 2013 erhielt er den Polonicus-Preis. 2015 verlieh ihm der Präsident Finnlands das Ritterkreuz des Ordens des Löwen von Finnland.

2011 setzte er sich er im Wettbewerb um die Stelle des Chefs des Europäischen Solidarność-Zentrums in Danzig durch. Die Entscheidung wurde gegen den Widerstand der Partei PiS[1] und Lech Wałęsa getroffen.[2]

Kerski hat zwei Söhne und ist mit Dorota Danielewicz-Kerski verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nie będzie Niemiec dyrektorował
  2. Poseł PiS zaatakowany gazem - Wiadomości w Onet.pl