Basilica di San Francesco (Siena)

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Die Basilica di San Francesco ist eine gotische Bettelordenskirche in Siena, die dem heiligen Franz von Assisi geweiht ist.

Fassade von San Francesco
Luftbild vom Torre del Mangia auf San Francesco

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche im Rang einer Basilica minor befindet sich innerhalb der Stadtmauern an der Piazza San Francesco. Dieser befindet sich im Stadtteil Terzo di Camollia in der Contrada Giraffa (Giraffe) auf der östlichen Seite und Bruco (Raupe) auf der westlichen. Das Kirchengebäude selbst liegt noch auf dem Gebiet der Giraffa. Zu Baubeginn lag es außerhalb der Stadtmauern. Nach der dritten Erweiterung der Stadtmauern am Anfang des 13. Jahrhunderts lag San Francesco nun wenige Meter außerhalb der Stadtmauern und wurde durch das neuerrichtete Stadttor Porta dei Frati Minori (heute Arco di San Francesco) erreicht. Der letzte Ausbau der Stadtmauern um das Jahr 1450 schloss dann auch Kirche und Kloster ein. [1] Zur Kirche gehört zudem der Konvent, der von den Frati minori geleitet wurde, drei Kreuzgänge, die Krypta, das Oratorium dei Santi Ludovico e Gherardo sowie das Oratorio di San Bernardino.

Fassade im Zustand von 1894
San Francesco, Grundriss, Wilhelm Lübke, 1860

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hl. Franz von Assisi hielt sich 1212 in Siena in der Kapelle beim Hügel Ravacciano auf. Dort pflanzte er einen Baum, sodass die Kirche danach Chiesa dell’Alberino (Kirche des Bäumchens) genannt wurde. Die ersten Mönche der Franziskaner entstammten dieser Kirche und forderten von der Comune Siena die Errichtung einer Kirche zu Ehren des hl. Franziskus. Diesem Wunsch wurde um 1228 stattgegeben und am Hügel Castellaccia di Ovile mit dem Bau der Kirche begonnen. Reste dieses bis 1255 errichteten Vorgängerbaus treten heute nicht mehr in Erscheinung, da ab 1326 der heute bestehende, von Agostino di Giovanni und Agnolo di Ventura entworfene Bau in erheblich größeren Dimensionen begonnen wurde. Seine Fertigstellung zog sich bis 1475 hin. Das Feuer von 1655 und die Restaurierung von 1887 bis 1894 durch Giuseppe Partini mit ihrer Entfernung der barocken Ausstattung hinterließen den Innenraum eher nüchtern. Der Campanile wurde 1763 von Paolo Posi und Filippo Francini errichtet. Die zuvor noch schlichtere Fassade wurde von 1894 bis 1913 durch Vittorio Mariani und Gaetano Ceccarelli neu verkleidet. Das Renaissance-Portal von Francesco di Giorgio aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde bei dieser Gelegenheit entfernt (heute am Eingang auf der linken Seite) und durch ein neugotisches Marmorportal ersetzt. Unter dem Marientympanon weist eine Inschrift auf die Erhebung der Kirche zur Basilika minor in den 1890er Jahren hin.[2] Der Kreuzgang und der Konvent werden mittlerweile vom Institut für Wirtschaftsrecht der Universität Siena[3] belegt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die strukturelle Ähnlichkeit mit der 100 Jahre älteren Dominikanerkirche ist nicht zufällig: Beide Orden standen, wie in anderen italienischen Städten auch, in Konkurrenz und suchten einander durch die Größe ihrer Kirchenbauten zu übertreffen. So besteht auch San Francesco aus einem gewaltigen, seitenschifflosen Langhaussaal, an den sich ein Querhaus mit mehreren Kapellen rechts und links der Chorkapelle anschließt. Das flach geneigte Dach zeigt sich im Inneren mit offen liegenden Sparren, was einer Tendenz im frühen Bettelsordensbau entsprach, auf prächtige Gewölbe zu verzichten. Die Wände im Inneren folgen der Gestaltung mit weiss/dunkelgrün gestreifter Marmorbänderung nach Vorbild des Doms.

Werke im Innenraum (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchenschiff der Basilika
Westseite der Basilika von Stadtdrittel Camollia gesehen

Innenseite der Fassade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechte Seite des Kirchenschiffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linke Seite des Kirchenschiffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Querschiffe, Hauptaltar und Apsis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Querschiffe sind mit zahlreichen Kapellen ausgestattet. Diese sind von rechts beginnend die Cappella de’ Docci, Cappella delle Particole, Cappella del Sacramento, Cappella della Concezione, Cappella delle Terziarie und die Cappella Palmieri. Danach folgt die Cappella Centrale mit dem Hauptaltar von Leopoldo Maccari und Giuseppe Partini. Die erste Kapelle links des Hauptaltars ist die der Piccolomini d’Aragona, dann folgen die Cappella Bandinelli, Cappella Bandini Piccolomini, Cappella Saracini. Hauptwerke sind:

  • Sant’Anna e la Madonna Bambina che fa l’elemosina a dei poveri (1890, Cappella delle Particole, von Cesare Maccari)
  • Gesù in pietà e i quattro evangelisti (1370), Cappella del Sacramento, von Lippo Vanni
  • San Francesco (Marmorstatue aus dem 15. Jahrhundert, Cappella del Sacramento)
  • Immacolata (1891, Cappella della Concezione, von Pietro de Pezzatis)
  • Madonna e il Bambino (Cappella Palmieri, wahrscheinlich von Andrea Vanni, ca. 1398, durch das Feuer 1655 stark beschädigt)
  • Consegna delle chiavi (1892, von Ricciardo Meacci)
  • Busto di Monsig. Giovanni Pierallini (1891, von Tito Sarrocchi)

Oratorio dei Santi Ludovico e Gherardo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Oratorium wurde hauptsächlich von Astolfo Petrazzi und Rutilio Manetti gestaltet. Weiter Gemälde stammen von Deifebo Burbarini (San Gherardo libera gli imprigionati, 1647) und Annibale Mazzuoli (San Ludovico dinanzi al papa, Gloria di San Ludovico, 1687). Hauptwerke sind

  • Eterno Padre, Giovanni, Ipolito e Bernardino (von Astolfo Petrazzi, 1635)
  • Gloria di San Gherardo (von Astolfo Petrazzi, 1647)
  • Invocazione di San Gherardo per gli infermi e gli appestati (von Astolfo Petrazzi, 1647)
  • Estasi di San Gherardo durante la messa (von Rutilio Manetti, 1635)
  • Il santo libera un indemoniato (von Rutilio Manetti, 1635)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Basilica di San Francesco in Siena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TCI
  2. Foto vom neugotischen Portal um 1900
  3. Dipartimento di Diritto dell’Economia (Memento des Originals vom 13. September 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unisi.it, abgerufen am 14. April 2013 (ital.)

Koordinaten: 43° 19′ 20,4″ N, 11° 20′ 4,5″ O