Basilika St. Jakob (Prag)

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Basilika St. Jakob
Choransicht der Basilika

Die Basilika St. Jakob (tschechisch Bazilika svatého Jakuba VětšíhoBasilika des heiligen Jakobus des Älteren) ist eine römisch-katholische Kirche in der Prager Altstadt, Tschechische Republik. Sie trägt den Titel einer Basilica minor[1] und ist Teil des Welterbes Historisches Zentrum von Prag.[2]

Vorgängerkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche wurde hier im gotischen Baustil zusammen mit der Ansiedlung des Minoritenklosters 1232 durch Wenzel I. errichtet. Die genaue Lage dieser ursprünglichen Kirche und ihr Aussehen sind nicht bekannt. In der Kirche fand 1311 das Krönungsmahl des Königspaares Johann von Böhmen und Elisabeth statt.

Kirchenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem alles vernichtenden Brand im Kloster begründete Johann von Böhmen im Jahr 1319 eine neue gotische Kirche, die unter Karl IV. im Jahr 1374 fertiggestellt wurde. Das Deckengewölbe maß an seiner höchsten Stelle rund 30 Meter. Die Kirche selbst zählte zu den drei längsten Königskirchen Prags. Hier fanden auch immer die Feierlichkeiten statt, wenn Herrscher zu Grabe getragen wurden. So wurde 1378 Karl IV. auf einem prächtigen Katafalk mit fünfhundert Kerzen aufgebahrt, und im Jahr 1577 war hier vorübergehend Kaiser Maximilian II. von Habsburg beigesetzt. Die Kirche wurde 1689 bei einem Brand zerstört, der vermutlich gelegt wurde.

Barockisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Wiederaufbau wurde die mächtige dreischiffige Basilika mit einem Turm an der südwestlichen Seite im Stil des Barocks umgestaltet. In ihrem Inneren wirkt die Kirche mit dem um fünf Meter abgesenkten neuen Tonnengewölbe und durch den lang gestreckten Raum und die Barocktribünen über den Seitenschiffen äußerst monumental; die Gliederung mit Pilastern aus Kunstmarmor stammt von K. Schartzmann. Die Verzierung der Stirnfassade ist ein Werk des aus Padua stammenden Meisters Ottavio Mosto. Dieser schuf hier drei Stuckreliefs über den Portalen der Heiligen Franz von Assisi, Jakobus und Antonius von Padua. Der Wiederaufbau umfasste auch die Hinzufügung von mehr als 20 Altären. Künstler wie Jan Jiří Heinsch, Wenzel Lorenz Reiner und Peter Johann Brandl schufen Gemälde für die Altäre. 1974 erhielt die Kirche von Papst Paul VI. den Ehrentitel der Basilica minor.

Die Kirche beherbergt eine Pietà und das Grab des Grafen Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz, es wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach geschaffen. Rechts vom Grabeingang befindet sich auch ein mumifizierter Unterarm, der über 400 Jahre alt ist. An ihm soll Maria einen Juwelendieb beim Diebstahl am Hochaltar festgehalten haben, weshalb er von Mönchen abgeschnitten werden musste.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgelempore

Die ursprüngliche Orgel aus dem Jahr 1705 ist ein Werk des tschechischen Organisten Abraham Starka aus Loket. Die Orgel wurde wiederholt restauriert und an moderne Spielweisen adaptiert. Das vorliegende Instrument hat vier Manuale, 91 Register und 8.277 Pfeifen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Basilika St. Jakob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bazilika sv. Jakuba Většího auf gcatholic.org
  2. Historic Centre of Prague auf unesco.org (engl.)

Koordinaten: 50° 5′ 17″ N, 14° 25′ 29″ O