Basis-Fitness-Test

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Der Basis-Fitness-Test (BFT) dient in der Bundeswehr zur Überprüfung von wesentlichen körperlichen Eigenschaften wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Er ersetzt seit 1. Januar 2010 den davor angewandten Physical Fitness Test[1] und ist von jedem Bundeswehrsoldaten gemäß Ausbildung und Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten und der Körperlichen Leistungsfähigkeit[2] einmal im Jahr erfolgreich zu absolvieren.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 11 × 10 Meter Sprinttest in maximal 60 Sekunden
  • Klimmhang für mindestens 5 Sekunden
  • 1000 Meter Laufen in maximal 6 Minuten und 30 Sekunden
  • oder 3000 Meter Fahrradergometer in maximal 6 Minuten und 30 Sekunden (nur bei Bewerbungsverfahren)[3]

Durchführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben sind in der oben genannten Reihenfolge innerhalb von 90 Minuten zu absolvieren.

11 × 10-m-Sprinttest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Testperson startet aus der Bauchlage (der Kopf ist in Laufrichtung ausgerichtet) und umläuft so schnell wie möglich eine in 10 m Entfernung aufgestellte Pylone. Sobald sie wieder am Startpunkt angelangt ist, legt sie sich erneut kurzzeitig auf den Bauch, klatscht die Hände hinter dem Rücken zusammen, springt wieder auf und sprintet die nächste Runde. Ziel ist es, schnellstmöglich fünfeinhalb Runden zu laufen.

Testbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Testbeginn liegt die Testperson in Bauchlage auf einer Gymnastikmatte. Die Arme sind seitlich neben dem Körper abgelegt, die Beine sind ausgestreckt und berühren die Matte. Auf das Kommando „FERTIG – LOS“ steht die Testperson schnellstmöglich auf, läuft geradeaus von der Matte los, sprintet schnellstmöglich zur Wendepylone, umrundet diese und kehrt wieder zur Matte zurück, wobei eine der Markierungspylone auf der Außenseite umlaufen werden muss. Anschließend ist erneut die Bauchlage einzunehmen und die Hände sind einmal hinter dem Rücken zusammenzuklatschen. Unmittelbar danach folgt die nächste Sprintrunde.

Testablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Testperson muss nach den zuvor beschriebenen Kriterien fünfeinhalb Runden absolvieren, d. h. sechs Mal von der Matte aufstehen, um die Pylone sprinten und sich wieder hinlegen. Nach dem sechsten Aufstehen ist nur noch der einfache Weg zur Pylone zu laufen. Bei Erreichen des Wendepunktes wird die Zeit gestoppt. Die benötigte Zeit wird in Sekunden und Zehntelsekunden eingetragen.

Klimmhang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Testperson verharrt so lange wie möglich in der Endposition eines Klimmzuges. Als Bewertungskriterium gilt die Zeit, in der die Testperson diese Position aufrechterhalten konnte.

Testbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Einnahme der Startposition steht die Testperson zunächst auf einem kleinen Kasten und greift im Kammgriff (Handrücken zeigt vom Körper weg) an die vor ihr befindliche Reckstange. Dabei soll die Griffweite der Hände (bezogen auf die Handmitte) etwa der Schulterbreite entsprechen. In dieser Anfangsposition befinden sich die Schultern ungefähr auf gleicher Höhe mit der Reckstange. Die Unterarme sind möglichst weit in Richtung Oberarme gebeugt. Der Start erfolgt unmittelbar nach Aufforderung durch den Testleiter bzw. die Testleiterin. Hierzu verlässt die Testperson den Sprungkasten und verharrt in der Endposition eines Klimmhangs (Ellenbogengelenk maximal gebeugt, Schultern auf Höhe der Reckstange).

Testablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor die Testperson ihre Startposition einnimmt, wird die korrekte Griffweise sowie die Griffweite vom Testleiter bzw. von der Testleiterin überprüft und ggf. korrigiert. Die Zeitnahme beginnt, sobald die Füße den Kontakt zum Sprungkasten verloren haben. Sie endet, wenn diese Ausgangsposition soweit verlassen wurde, dass das Kinn unter die Reckstange sinkt. Die erreichte Zeit wird in Sekunden und Zehntelsekunden eingetragen.

1000-Meter-Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Testperson absolviert die vorgegebene Strecke so schnell wie möglich.

Testablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1.000-m-Lauf ist vorzugsweise auf einer 400-m-Bahn durchzuführen. Die Testperson startet an der 200-m-Markierung, sodass ab Start-/Zielstrich noch zwei vollständige Runden zu absolvieren sind. Die Zeit wird beim Zieldurchlauf von dem Testleiter bzw. der Testleiterin sekundengenau notiert.[2]

3000-Meter Fahrradergometer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Testperson muss mittels eines computergestützten Fahrradergometers eine Strecke von 3000 m in maximal 6 Minuten und 30 Sekunden schaffen. Dabei kann die Wattzahl durch die Testperson beliebig eingestellt werden. Die einzige Rahmenbedingung ist, dass mindestens 30 Umdrehungen pro Minuten getreten werden müssen. Je höher die Wattzahl eingestellt wird, desto schneller hat die Testperson – bei gleicher Umdrehungszahl – die 3000 m erreicht. Wenn die Testperson eine niedrigere Wattzahl einstellt, so muss diese entsprechend schneller treten um – auch wieder bei gleicher Umdrehungszahl – die 3000 m zu erreichen. Bei einer Wattzahl von 130 müsste die Testperson also 80 Umdrehungen pro Minute treten um in genau 6 Minuten und 30 Sekunden die 3000 m zu erreichen.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei erfolgreicher Absolvierung der Aufgaben mit den Mindestanforderungen werden die Ergebnisse in ein Punktesystem[2] umgerechnet, das Alters- und Geschlechtsunterschiede ausgleichen soll. Die genutzten Algorithmen wurden wissenschaftlich erarbeitet und ermöglichen die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundeswehr: Zentralanweisung B1-224/0-2. Ausbildung und Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten und der Körperlichen Leistungsfähigkeit (Ausb IGF/KLF). www.reservisten.bundeswehr.de, 21. Mai 2015, abgerufen am 2. März 2016 (Die maßgebliche Zentralweisung als pdf-Datei).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weisung zur Aufrechterhaltung und zum Erhalt der Individuellen Grundfertigkeiten vom 19. Juni 2009 von General Schneiderhan, speziell „Erhalt und Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  2. a b c Bundeswehr: Zentralanweisung B1-224/0-2. Ausbildung und Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten und der Körperlichen Leistungsfähigkeit (Ausb IGF/KLF). www.reservisten.bundeswehr.de, 21. Mai 2015, abgerufen am 2. März 2016.
  3. Radeln statt Laufen: Ausdauertestung in der Personalgewinnung. In: www.personal.bundeswehr.de. Abgerufen am 6. April 2016.
  4. a b Wehrmed :: Artikel : Fünf Jahre Basis-Fitness-Test: Erkenntnisse und Optimierungsmöglichkeiten. In: www.wehrmed.de. Abgerufen am 4. August 2016.