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Basketball-Weltmeisterschaft

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Basketball-Weltmeisterschaft
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Voller Name FIBA Basketball World Cup
FIBA World Championship (bis 2010)
AbkürzungBasketball World Cup
VerbandFIBA
Gründung1950
Erstaustragung1950
Mannschaften32
SpielmodusGruppenphase und K.-o.-System
TitelträgerDeutschland Deutschland (1. Titel)
RekordsiegerVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
und Jugoslawien Bundesrepublik 1992 Jugoslawien (beide jeweils 5 Titel)
Websitefiba.basketballVorlage:InfoboxBasketballwettbwerb/Wartung/Webseite

Die Basketball-Weltmeisterschaft ist ein Turnier für Basketballnationalmannschaften, das seit 1950 von der FIBA alle vier Jahre veranstaltet wird. In der Geschichte des Turniers wurde das Veranstaltungsjahr mehrfach um ein Jahr (vor und zurück) verschoben. Neben den Wettbewerben für Männer und Frauen werden auch Jugendweltmeisterschaften in den Altersklassen U21, U19 und U17 ausgetragen.

Aktueller Weltmeister der Männer ist Deutschland, das Serbien im Finale der Basketball-Weltmeisterschaft 2023 mit 83:77 besiegen konnte.

JahrBasketball-Weltmeister
1950  Argentinien
1954  USA
1959  Brasilien
1963  Brasilien (2)
1967  Sowjetunion
1970  Jugoslawien
1974  Sowjetunion (2)
1978  Jugoslawien (2)
1982  Sowjetunion (3)
1986  USA (2)
1990  Jugoslawien (3)
1994  USA (3)
1998  BR Jugoslawien (4)
2002  BR Jugoslawien (5)
2006  Spanien
2010  USA (4)
2014  USA (5)
2019  Spanien (2)
2023  Deutschland

1930 wurde auf dem Olympischen Kongress in Berlin beschlossen, Basketball in das Programm der Leichtathletikspiele (zu denen auch Fußball, Tennis, Polo und Hockey gehörten) aufzunehmen. Auf auf Initiative der Schweizerischen Basketball-Liga gründete sich am 18. Juni 1932 in Genf die FIBA. Gründungsmitglieder waren die nationalen Basketballverbände Argentiniens, Griechenlands, Italiens, Litauens, Portugals, Rumäniens, der Tschechoslowakei und der Schweiz. Im Februar 1935 wurde Basketball auf einer Sitzung des IOC-Exekutivkomitees in Oslo als olympische Sportart für die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zugelassen.[1] Im selben Jahr organisierte die FIBA die erste Basketball-Europameisterschaft in Genf.

Die Idee einer eigenständigen Weltmeisterschaft entstand während des FIBA-Kongresses 1948 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in London. Ziel war es, ein Turnier zwischen den Olympischen Spielen zu etablieren, das ähnlich wie die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA alle vier Jahre ausgetragen wird.

Die erste FIBA Basketball-Weltmeisterschaft fand 1950 in Buenos Aires statt. Argentinien gewann das Turnier und wurde damit erster Basketball-Weltmeister.[2]

In den Anfangsjahren dominierten vor allem Mannschaften aus Nord- und Südamerika sowie Ost-Europa. Vor allem die Sowjetunion und Jugoslawien entwickelten sich ab Mitte der 1960er Jahre zu führenden Basketballnationen. Während dieser Zeit traten die Vereinigten Staaten lange Zeit ohne ihre NBA-Profispieler an.

Die 1990er-Jahre markierten eine prägende Phase im internationalen Basketball. Zu Beginn des Jahrzehnts zerfielen die Sowjetunion und Jugoslawien in mehrere Nachfolgestaaten, wodurch sich für andere Nationen erstmals realistische Chancen auf Titelgewinne eröffneten. Gleichzeitig änderte die FIBA ihre Regeln und erlaubte nun die Teilnahme von Profispielern. Dies ermöglichte den Vereinigten Staaten erstmals mit NBA-Spielern anzutreten, was das Niveau und die Aufmerksamkeit des internationalen Wettbewerbs deutlich steigerte.

2006 fand die WM zum ersten Mal in Asien statt. Japan war Gastgeberland und Spanien sicherte sich seinen ersten Titel.[3]

2019 wurde das Teilnehmerfeld von 24 auf 32 Mannschaften erweitert.

Insgesamt sind in der FIBA 212 nationale Verbände registriert. Bis einschließlich der WM 2023 waren über 60 dieser Verbände bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde mit einer eigenen Auswahl vertreten. Die folgende Liste gibt einen Überblick der WM-Premieren aller bisherigen Teilnehmer einschließlich der zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Bezeichnung ihres Staates bzw. Teilstaates.

  • Fett geschriebene Mannschaften wurden bei ihrer ersten Teilnahme Weltmeister.
  • mit einem * gekennzeichnete Mannschaften waren bei ihrer ersten Teilnahme gleichzeitig Ausrichter.
  • Kursiv geschriebene Mannschaften gehörten zum Rechtsnachfolger aufgelöster Staaten bzw. Verbände und hatten in der offiziellen FIFA-Statistik die vollständigen Ergebnisse und Titel ihrer Vorgänger übernommen (siehe auch Fußnoten).
JahrErstteilnehmer
1950  Ägypten  Argentinien *  Brasilien  Chile
 Ecuador  Frankreich  Jugoslawien[A 1]  Peru
 Spanien  Vereinigte Staaten
1954  Israel  Kanada  Paraguay  Philippinen
 Uruguay  Republik China
1959  Bulgarien  Mexiko  Puerto Rico  Sowjetunion
 Vereinigte Arabische Republik[A 2]
1963  Italien  Japan
1967  Polen
1970  Australien  Kuba  Panama  Südkorea
 Tschechoslowakei
1974  Zentralafrikanische Republik
1978  Volksrepublik China  Dominikanische Republik  Senegal
1982  Kolumbien *
1986  Angola  BR Deutschland[A 3]  Griechenland  Malaysia
 Niederlande
1990  Ägypten[A 2]  Venezuela
1994  Deutschland[A 3]  Kroatien Russland
1998  BR Jugoslawien[A 1]  Litauen  Nigeria
2002  Algerien  Libanon  Neuseeland  Türkei
2006  Serbien und Montenegro[A 1]  Slowenien  Katar
2010  Iran  Jordanien  Serbien  Tunesien
2014  Finnland Ukraine
2019  Montenegro
2023  Georgien  Kap Verde  Lettland  Südsudan
  1. 1 2 3 Die jugoslawische Nationalmannschaft bestand bis 1991. Zwischen 1995 und 2001 trat die Bundesrepublik Jugoslawien als Nachfolger an. Beide Nationalmannschaften repräsentierten „Jugoslawien“. Die Medaillen und Titeln werden daher zusammengerechnet, obwohl es sich nicht um die Nationalmannschaft desselben Staates handelt. Von 2003 bis 2005 trat die Basketballmannschaft von Serbien und Montenegro an, die völkerrechtlich identisch war, von der FIBA jedoch nicht als Nachfolger Jugoslawiens betrachtet wurde. Serbien und Montenegro nahm 2006 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil, etwa zwei Monate nach dem Ende der Union. Die Mannschaft bestand überwiegend aus serbischen Spielern, ergänzt durch einen montenegrinischen Spieler.
  2. 1 2 1958 vereinten sich Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR). Unter diesem Namen nahm das Team 1959 an der Basketball-Weltmeisterschaft teil. 1961 verließ Syrien die Union, Ägypten behielt jedoch den Namen VAR bis 1971 bei und trat 1970 unter diesem Namen erneut bei der WM an. Nach einer längeren Pause qualifizierte sich Ägypten 1990 wieder für die WM und nimmt seitdem erneut als Ägypten in den Weltmeisterschaften teil.
  3. 1 2 Die Bundesrepublik Deutschland nahm erstmals 1986 an einer Basketball-Weltmeisterschaft teil. Aufgrund der deutschen Teilung trat das Team damals als BR Deutschland (engl. West Germany) an. Seit der Wiedervereinigung 1990 startet die Nationalmannschaft unter dem Namen Deutschland (engl. Germany) und wird vom Deutschen Basketball Bund (DBB) vertreten. Die DDR qualifizierte sich nie für eine Basketball-Weltmeisterschaft; ihr Basketballverband ging nach der Wiedervereinigung im DBB auf. Die FIBA erkennt das wiedervereinigte Deutschland als Kontinuität der westdeutschen Mannschaft an.

Turniere im Überblick

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Jahr Ausrichter Finale Spiel um Platz 3
Land Spielorte Weltmeister Ergebnis Zweiter Platz Dritter Platz Ergebnis Vierter Platz
1950
Details
Argentinien Buenos Aires
Argentinien
64:50
USA

Chile
51:40
Brasilien
1954
Details
Brasilien Rio de Janeiro
USA
62:41
Brasilien

Philippinen
66:60
Frankreich
1959
Details
Chile Antofagasta, Concepción,
Santiago de Chile, Temuco, Valparaíso

Brasilien
81:67
USA

Chile
86:85
Taiwan
1963
Details
Brasilien Belo Horizonte, Curitiba,
Petrópolis, Rio de Janeiro, São Paulo

Brasilien
90:71
Jugoslawien

Sowjetunion
69:67Vereinigte Staaten
USA
1967
Details
Uruguay Córdoba, Mercedes,
Montevideo, Salto

Sowjetunion
71:59
Jugoslawien

Brasilien
80:71Vereinigte Staaten
USA
1970
Details
Jugoslawien Karlovac, Ljubljana,
Sarajevo, Skopje,
Split

Jugoslawien
74:68
Brasilien

Sowjetunion
62:58
Italien
1974
Details
Puerto Rico Caguas, Ponce,
San Juan

Sowjetunion
82:79
Jugoslawien
Vereinigte Staaten
USA
83:70
Kuba
1978
Details
Philippinen Manila, Quezon City
Jugoslawien
82:81 n. V.
Sowjetunion

Brasilien
86:85
Italien
1982
Details
Kolumbien Bogotá, Bucaramanga,
Cali, Cúcuta, Medellín

Sowjetunion
95:94Vereinigte Staaten
USA

Jugoslawien
119:117Spanien
Spanien
1986
Details
Spanien Barcelona, Ferrol,
Madrid, Málaga,
Oviedo, Saragossa,
Teneriffa
Vereinigte Staaten
USA
87:85
Sowjetunion

Jugoslawien
117:91
Brasilien
1990
Details
Argentinien Buenos Aires
Jugoslawien
92:75
Sowjetunion1
Vereinigte Staaten
USA
107:105
Puerto Rico
1994
Details
Kanada Hamilton, Toronto Vereinigte Staaten
USA
137:91Russland
Russland

Kroatien
78:60
Griechenland
1998
Details
Griechenland Marousi, Piräus
BR Jugoslawien
64:62Russland
Russland
Vereinigte Staaten
USA
84:61
Griechenland
2002
Details
USA Indianapolis
BR Jugoslawien[4]
84:77 n. V.
Argentinien
Deutschland
Deutschland
117:95
Neuseeland
2006
Details
Japan Hamamatsu, Hiroshima,
Saitama, Sapporo,
Sendai
Spanien
Spanien[5]
70:47
Griechenland
Vereinigte Staaten
USA
96:81
Argentinien
2010
Details
Türkei Ankara, Istanbul,
Izmir, Kayseri
Vereinigte Staaten
USA[6]
81:64
Türkei

Litauen
99:88
Serbien
2014
Details
Spanien Barcelona, Barakaldo,
Granada, Las Palmas,
Madrid, Sevilla
Vereinigte Staaten
USA[7]
129:92
Serbien
Frankreich
Frankreich
95:93
Litauen
2019
Details
Volksrepublik China Peking, Nanjing, Suzhou, Wuhan, Guangzhou, Shenzhen, Foshan, Dongguan Spanien
Spanien[8]
95:75
Argentinien
Frankreich
Frankreich
67:59Australien
Australien
2023
Details
Philippinen, Indonesien, Japan[9] Bocaue, Quezon City, Pasay, Jakarta, Okinawa[10] Deutschland
Deutschland[11]
83:77
Serbien

Kanada
127:118 n. V.Vereinigte Staaten
USA
2027
Details
Katar[12] Doha

1Die UdSSR spielte ohne Spieler aus Litauen, Lettland und Estland.

Medaillenspiegel

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Stand: 2023

Rang Land Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Gesamt
1 Vereinigte Staaten USA 5 3 4 12
2  Jugoslawien
(davon  SFR Jugoslawien)
(davon  BR Jugoslawien)
5
(3)
(2)
3
(3)
(–)
2
(2)
(–)
10
3 Sowjetunion 3 3 2 8
4 Brasilien 2 2 2 6
5 Spanien Spanien 2 0 0 2
6 Argentinien 1 2 0 3
7 Deutschland Deutschland 1 0 1 2
8 Russland Russland 0 2 0 2
Serbien 0 2 0 2
10 Griechenland 0 1 0 1
Türkei 0 1 0 1
12 Chile 0 0 2 2
Frankreich Frankreich 0 0 2 2
14 Kroatien 0 0 1 1
Philippinen 0 0 1 1
Litauen 0 0 1 1
Kanada 0 0 1 1

Einzelnachweise

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  1. Basketball. History of Basketball at the Olympic Games. (PDF; 642 kB) In: The Olympic Studies Center. IOC, 19. Oktober 2017, abgerufen am 12. Januar 2026.
  2. Argentina won the first basketball world cup 75 years ago. A military coup almost erased them from history. In: Buenos Aires Herald. Abgerufen am 14. Januar 2026.
  3. Basketball-WM: Spanien erstmals Basketball-Weltmeister. Tagesspiegel, 3. September 2006, abgerufen am 14. Januar 2026.
  4. Jugoslawien erneut Weltmeister. Der Spiegel, 9. September 2002, abgerufen am 15. Januar 2026.
  5. Basketball-WM: Spanien sichert sich den Titel. Stern.de, 3. September 2006, abgerufen am 15. Januar 2026.
  6. Basketball-WM: Durant führt USA zum Titel. Der Spiegel, 12. September 2010, abgerufen am 15. Januar 2026.
  7. Die USA sind Weltmeister. Süddeutsche Zeitung, 14. September 2014, abgerufen am 16. Januar 2026.
  8. Spanien gelingt Rückkehr auf den WM-Thron. ntv.de, 15. September 2019, abgerufen am 15. Januar 2026.
  9. Philippines/Japan/Indonesia to stage first-ever multiple-host FIBA Basketball World Cup in 2023. In: FIBA.com. 9. Dezember 2017, abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  10. FIBA Basketball World Cup 2023 bid in focus: Indonesia / Japan / Philippines. In: FIBA Basketball. 12. Oktober 2017, abgerufen am 3. März 2026 (englisch).
  11. Deutschland zum ersten Mal Weltmeister. Deutschlandfunk, 10. September 2023, abgerufen am 14. Januar 2026.
  12. Nächste WM nach Katar vergeben. In: sport1.de. SID, 28. April 2023, abgerufen am 28. April 2023.