Bassenheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bassenheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bassenheim
Bassenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bassenheim hervorgehoben
50.3597222222227.4616666666667205Koordinaten: 50° 22′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Weißenthurm
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 14,76 km²
Einwohner: 2962 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56220
Vorwahl: 02625
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 202
Adresse der Verbandsverwaltung: Kärlicher Str. 4
56575 Weißenthurm
Webpräsenz: www.bassenheim.de
Ortsbürgermeister: Arno Schmitz (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Bassenheim im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Bassenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und liegt etwa 10 km von Koblenz entfernt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Weißenthurm an.

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 646 mm. Die Niederschläge liegen im unteren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 30 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juli. Im Juli fallen 1,8-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An 33 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bassenheim war eine reichsunmittelbare Herrschaft, die jahrhundertelang und noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im alleinigen Besitz der Familie Waldbott von Bassenheim war. Nach ihr hat sich die Herrschaft auch benannt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Bassenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[2]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 7 13 20 Sitze
2009 7 13 20 Sitze
2004 7 13 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: „Zwölffach geständert von Silber und Rot, belegt mit einem großen roten Herzschild, darin ein goldner Reichsapfel in perspektivischer Darstellung“.

Das Wappen der Gemeinde Bassenheim knüpft an diese historischen Tatsachen in der Weise an, dass es auf dem von Silber und Rot geständerten Schild der Waldbott, der als Schildrand hervortritt, einen großen roten Herzschild zeigt, in dem ein goldener Reichsapfel als Sinnbild der Reichsunmittelbarkeit steht.

Die Ortsfarben sind entsprechend denen der Familie Waldbott rot und weiß.

Die Verleihung des Wappens an die Gemeinde Bassenheim wurde mit Urkunde des Oberpräsidenten der Rheinprovinz unter dem 18. Februar 1936 ausgesprochen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit dem heutigen Pasym, dem früheren ostpreußischen Passenheim, bestehen seit 1988 freundschaftliche Beziehungen. Doch die historischen Beziehungen sind sehr viel älter: Das vom Deutschen Orden gegründete Dorf Heinrichswalde erhielt 1386 Stadtrechte. Der ersten Stadt Masurens wurde zu Ehren des obersten Spittlers und Komturs des Deutschen Ordens, Siegfried Walpot von Bassenheim, der Name „Bassenheim“ gegeben. Die Ostpreußen machten daraus „Passenheim“, die Polen nannten sie schon im 19. Jahrhundert „Pasym“. So heißt sie jetzt offiziell und führt das von Siegfried Walpot von Bassenheim eingeführte Wappen auch heute noch. Pasym liegt zwischen dem großen Kalbensee und dem Lelskersee 30 km südöstlich von Allenstein (Olstyn), hat eine riesige Gemarkung (rund 15.000 Hektar) und 5000 Einwohner, von denen 2500 in der Stadt, die anderen in ländlichen Bereichen wohnen.

Pougues-les-Eaux, 11 km von der Koblenzer Partnerstadt Nevers/Loire entfernt, wurde schon im 16. Jahrhundert durch seine Thermalquellen bekannt. Bis 1971 war die Stadt Badeort. In dem ehemaligen Parkgelände steht heute ein Spielcasino, das viele Besucher anlockt. Die Stadt hat 2500 Einwohner. Die Partnerschaftsbeziehungen sind seit 1989 aus freundschaftlichen Verbindungen zwischen den Tennisclubs beider Orte entstanden; sie wurden 1994 offiziell beschlossen. Seit dem 1. September 1993 besteht der Freundschaftskreis Bassenheim/Pougues-les-Eaux.[3]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Therapiezentrum Bassenheim[Bearbeiten]

Charlotte Oppenheim gründete nach dem Tode von Abraham Oppenheim 1885 das „Von-Oppenheim'sche Krankenhaus“ das 1888 um einen Kindergarten und eine Nähschule erweitert wurde. Zur Errichtung des „Von-Oppenheim'sche Krankenhaus“ stiftete Charlotte der Gemeinde Bassenheim den Bauplatz mit zusätzlich 5000 m² Land und 400.000 Mark. Das Krankenhaus war zur medizinischen Versorgung für Arme, Gebrechliche und Kranke bestimmt. [4] Nachdem es 1977 geschlossen wurde konnte das Gebäude nach Restaurierungs- und Erweiterungsarbeiten der Nutzung als „Therapiezentrum Bassenheim“ für psychosomatisch Kranke 1984 der Öffentlichkeit übergeben werden.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historienbrunnen auf dem Walpotplatz
  • Das Schloss Bassenheim war seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Erzbischöfe von Trier, später wurde es Stammsitz der Ministerialen von Bassenheim. Es ist im Besitz der Adelsfamilie Von der Osten und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
  • In Bassenheim konnte ein Teil des jüdischen Friedhofes trotz der Verwüstungen der Naziherrschaft erhalten bleiben.
  • Auf dem Walpotplatz steht der Historienbrunnen des Mayener Bildhauers Paul Milles von 1985, später ergänzt durch Statuen der Ritter und Grafen von Bassenheim.[6]
  • Seit Juni 2012 erinnert ein aus zwölf Stelen bestehendes begehbares Denkmal am Walpotplatz neben dem Rathaus an das Treffen zwischen dem damaligen französischen Außenminister Robert Schuman und dem späteren deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer am 8. Oktober 1948 in der Bassenheimer Burg, mit dem die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland begann. Geschaffen wurde das Denkmal von Harald Stieding; Hauptinitiatoren waren der frühere Bürgermeister von Bassenheim, Theobald Groß, Cord Michael Sander und Josef Seul.[7]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bassenheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zur Ehren Siegfried Walpot von Bassenheim, Komtur und oberster Spittler im Staat des Deutschen Ordens in Ostpreußen, erhielt 1386 die erste Stadt Masurens den Namen Bassenheim (später Passenheim, heute polnisch Pasym und Bassenheimer Partnerstadt).

In Bassenheim aufgewachsen[Bearbeiten]

  • Christian Nicolay (* 1976), Sportler, 2006 Deutscher Meister im Speerwerfen
  • Jens Tiedtke (* 1979), Sportler, Handballnationalspieler
  • Rolf Weiber (* 1957), Volkswirt, Hochschullehrer für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
  • Karl-Josef Häfner (* 1952), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kelberg/Vulkaneifel

Mit Bassenheim verbunden[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Bartz: Bassenheim Geschichten einer Gemeinde. Selbstverlag, Bassenheim 2007 (Geschichten der Gemeinde in den letzten 100 Jahren).
  • Theobald Groß: Kleinod zwischen Rhein und Eifel. Impressionen aus dem geschichtsträchtigen Bassenheim. Selbstverlag, Bassenheim 2004 (Heimatbuch des ehemaligen Bürgermeisters).
  • Hans–Eckhart Joachim: Das Eisenzeitliche Hügelgräberfeld von Bassenheim.
  • Bernhard Gondorf: Bassenheim bei Koblenz.
  • Peter Schug, Jakob Marx, Matthias Schuler: Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier. Bd. 7. Geschichte der Dekanate Bassenheim, Kaisersesch, Kobern und Münstermaifeld.
  • Karl-Heinrich Reif, Hermann Müller: Familienbuch Bassenheim für die Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts.
  • Eleonora Heine-Jundi: Traumgeflüster in einer Allee.
  • Jane in der Beek: Die Töchter des Herrn von Bassenheim.
  • Literatur über Bassenheim in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bassenheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Homepage der Gemeinde Bassenheim, abgerufen am 13. Juli 2010
  4. a b Jüdische Geschichte / Familie "von Oppenheim" in Bassenheim (Kreis Mayen-Koblenz). Alemannia-judaica.de. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  5. Chronik von Bassenheim
  6. Theobald Groß: Kleinod zwischen Rhein und Eifel – Impressionen aus dem geschichtsträchtigen Bassenheim. Bassenheim 2004, S. 138–140.
  7. Winfried Scholz: In Bassenheim begann die Aussöhnung. In: Rhein-Zeitung Koblenz vom 18. Juni 2012, S. 15.