Bastard

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Bastard ist eine alte Bezeichnung für ein uneheliches Kind, ursprünglich ein fester Terminus des Feudalwesens zur Bezeichnung für das von einem Adligen in außerehelicher Verbindung gezeugte, aber von ihm rechtlich anerkannte Kind.[1]

In anderen Fällen, wenn die Bestätigung des Vaters fehlte oder er nicht adlig war, sprach man von Bankert (meint das auf der Schlafbank der Magd, nicht im Ehebett des Hausherrn gezeugte Kind)[2] oder von Kegel (uneheliches Kind).[3] Der Ausdruck Bastard wurde später auch als Schimpfwort benutzt.

In der Biologie oder Zucht ist Bastard eine veraltete Bezeichnung für eine Hybride.[4]

Geschichte

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Die semantische Ausgangsbedeutung des Wortes Bastard besteht in wilder Schössling, das heißt ein aus dem Wurzelstock wachsendes Wildreis eines veredelten Baumes.[5]

Mittelhochdeutsch bast(h)art, altfranzösisch bastard, bedeutete ursprünglich rechtmäßig anerkannter außerehelicher Sohn eines Adligen. Die Bezeichnung Bastard betraf vor allem Söhne, die mit Frauen niederen Standes gezeugt wurden, mit denen der adelige Vater in der Regel nicht verheiratet war. Bastarde behielten im Abendland normalerweise den Stand ihrer Mutter und hatten nicht die Privilegien der ehelichen Kinder, waren vom adligen Vater aber rechtlich anerkannt und waren berechtigt, dessen Wappenbild zu führen, eigentlich jedoch nur unter Beifügung eines Bastardfadens oder eines entsprechenden, die Unehelichkeit anzeigenden Beizeichens wie etwa den „Einbruch“[6] (Bastardwappen).[7]

Wenn jedoch die Gemahlin eines Adligen unfruchtbar war oder alle seine Nachkommen vorzeitig verstarben, konnte ein Bastard die Erbfolge antreten, so wie ein Adliger auch andere nahe Verwandte als seinen Erben einsetzen konnte.

Diese Prinzipien haben bis heute Gültigkeit in Familien, die auf ihre Abstammung von Herrscherfamilien Wert legen, und wurden schon oft als Motiv für Erzählungen und Filme verwendet, etwa in Der kleine Lord.

Abwertender Sprachgebrauch

Noch in der Frühen Neuzeit war die Bezeichnung keineswegs ehrenrührig. Vielmehr wurde sie von den betreffenden Personen, die stolz auf ihre adelige Abstammung väterlicherseits waren, selbst benutzt.[8] In der Heraldik gab es in solchen Fällen Bastardwappen. Die Verwendung als Schimpfwort geht darauf zurück, dass Bastarde aus Sicht Adeliger „unreinen Blutes“ waren, also minderwertiger als echte Adelige. Hinzu kommt der Aspekt von Schmutzigkeit/Sündhaftigkeit außerehelicher Kinder, der durch die christlichen Kirchen geprägt wurde.

Mit dem Wandel zur Demokratie wurde diese Deutung als Schimpfwort von den „gewöhnlichen“ Bevölkerungsschichten aufgenommen und findet sich heute beispielsweise in der Parole All Cops are Bastards. Auch verlagerte sich die Interpretation des Begriffs Bastard vom außerehelichen Nachkommen eines männlichen Adeligen zum außerehelichen Kind.

Wortherkunft

Historiker Michael Hesemann: Der Name kommt vom Ägyptischen Bastet-Fest (auch: Schönes Fest der Trunkenheit). Jährlich wurde das von Rausch, Musik und Ausschweifungen geprägte Fest der Trunkenheit für Bastet gefeiert („Bubasteia“), welches außer für Bubastis auch in anderen Orten des Landes bezeugt ist. Eine kurze Schilderung des orgiastischen Treibens während dieses Festes findet sich bei Herodot (II 60). Herodots Charakterisierung des Geschehens wird durch ägyptische Quellen untermauert, wie etwa durch eine fröhlich-derbe demotische Versdichtung des 2. Jh.s n. Chr., deren streckenweise pornographischer Inhalt offenbar im Zusammenhang mit einem Fest zu Ehren der Bastet und der Trunkenheit steht. 9 Monate später kamen nach dem Fest im Rausch gezeugte Kinder zur Welt an deren Väter sich die Frauen nicht mehr erinnern konnten. Nach diesem Fest nennt man Kinder mit unbekanntem Vater Bastarde. [9]

Literatur

  • Alfred Blömer, Das uneheliche Kind in der Familienforschung, in: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Band 45, Jahrgang 100, Heft 8 Oktober-Dezember 2012, S. 235-242

Einzelnachweise

  1. Duden »Etymologie«:, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage von Günther Drosdowski (Hrsg.) (Der Duden; Band 7), Mannheim; Wien; Zürich: Dudenverlag 1989, ISBN 3-411-20907-0, S. 66
  2. Duden »Etymologie«:, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage von Günther Drosdowski (Hrsg.) (Der Duden; Band 7), Mannheim; Wien; Zürich: Dudenverlag 1989, ISBN 3-411-20907-0, S. 62
  3. Duden »Etymologie«:, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage von Günther Drosdowski (Hrsg.) (Der Duden; Band 7), Mannheim; Wien; Zürich: Dudenverlag 1989, ISBN 3-411-20907-0, S. 337
  4. Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. 2. Auflage. Nikol, Hamburg 2008, ISBN 978-3-937872-94-0.
  5. typolexikon.de: Bastardschriften (abgerufen am 17. Juli 2014)
  6. Eduard Freiherr von Sacken: Katechismus der Heraldik, Grundzüge der Wappenkunde, Leipzig 1893, S. 141
  7. Bernhard Peter: Der Bastardfaden und andere Kennzeichen illegitimer Geburt (online; abgerufen am 21. Juli 2014)
  8. Hans G. Trüper, Unebenbürtige Nachkommen von Bremer Domherren und Landadeligen im 16. und 17. Jahrhundert, (Digitalisat; PDF-Datei; 200 kB).
  9. (Quelle: Buch von Michael Hesemann „Jesus in Ägypten“ Seite 80, ISBN 978-3-7766-2697-1)

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Bastard – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen