Bataillon Elektronische Kampfführung 932

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Bataillon Elektronische Kampfführung 932
— EloKaBtl 932 —
II

EloKaBtl 932.jpg

internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. April 1962
Staat Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Organisationsbereich Wappen Cyber- und Informationsraum
Truppengattung Fernmeldetruppe EloKa
Stärke ~700 Soldaten
Unterstellung Kommando Strategische Aufklärung Kommando Strategische Aufklärung
Standort Frankenberg (Eder)
Motto Scientia potentia est
(Wissen ist Macht)
Netzauftritt EloKaBtl 932
Kommandeur
Oberstleutnant Kai-Alexander Hoberg[1]
Alte Bezeichnungen
1.4.1962 – 30.9.1992 Fernmeldebataillon 320
1.10.1992 – 2003 Fernmelderegiment 320

Das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBtl 932), stationiert in der Burgwald-Kaserne in Frankenberg (Eder), ist ein Verband der Fernmeldetruppe EloKa der Bundeswehr. Bis 2002 gehörte das Bataillon zum Heer, danach zur Streitkräftebasis und seit Juli 2017 zum Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum. Beim Terroranschlag von Kabul 2003 fielen mehrere Soldaten des Bataillons.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1962 wurde aus verschiedenen Fernmeldeeinheiten in der neugebauten Burgwald-Kaserne das Fernmeldebataillon 320 (FmBtl 320) aufgestellt. Die Frankenberger Soldaten arbeiteten sowohl mit den stationären Anlagen in Frankenberg als auch mobil nahe der deutsch-deutschen Grenze. Zum 1. Oktober 1992 wurde der Verband zum Fernmelderegiment 320 (FmRgt 320) umgegliedert und 2003 in das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 überführt. Im gleichen Jahr wurde der Verband von der Association of Old Crows, einem Fachverband für Elektronische Kampfführung, als bester militärischer Truppenteil dieser Fachrichtung ausgezeichnet. Am 25. Oktober 2011 verkündete Thomas de Maizière, dass der Standort Frankenberg (Eder) erhalten bleibt und im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr lediglich die Anzahl der Soldaten von rund 1000 auf 700 reduziert werden soll, wobei es sich größtenteils wegfallende Wehrdienstleistende im Rahmen der Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland handelt.[2] Zudem sollten mehrere Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung des Standorts investiert werden. Am 23. Juni 2012 feierte die Burgwald-Kaserne ihren 50. Geburtstag.[3]

Gliederung/Unterstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Truppenteil der EloKa-Truppe unterstand das Bataillon dem Fernmeldebereich 93 in Daun, welcher am 31. März 2013 aufgelöst wurde. Seitdem untersteht der Verband dem Kommando Strategische Aufklärung (KSA) in Grafschaft direkt. Der Verband besteht aus dem Stab und fünf Kompanien. Der Bataillonskommandeur hat den Dienstgrad Oberstleutnant geführt. Die erste Kompanie ist die Stabs- und Versorgungskompanie.

Dem Bataillon angegliedert ist die Außenstelle des Sanitätsunterstützungszentrum Augustdorf inklusive Zahnarztgruppe und ein Familienbetreuungszentrum (FBZ), nicht zuletzt wegen der hohen Einsatzbelastungen des Verbandes.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 betreibt den Elektronischen Kampf und die Fernmeldeaufklärung ortsfest mit den Anlagen in der Burgwald-Kaserne und mobil in den Einsatzgebieten der Bundeswehr. Damit ist es das einzige Bataillon, welches mit seinen Fähigkeiten beide Bereiche der EloKa abdeckt. Durch die Spezialisierung haben die Soldaten des Bataillons eine verhältnismäßig hohe Einsatzbelastung zu bewältigen. Sie gehören zu den Krisenreaktionskräften der Bundeswehr. Das Einsatzgebiet des Verbandes ist Afghanistan.

Der NRF-Zug des Bataillons ist in kürzester Zeit einsatzbereit und verlegungsfähig, um so in Krisengebieten die Reaktionskräfte mit den Mitteln des Elektronischen Kampfes zu unterstützen.

Ferner unterstützt das Bataillon die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte des Landeskommandos Hessen bei der Ausbildung.[4]

Uniform und Abzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Angehörigen des Bataillons tragen die Uniformen der Bundeswehr nach der Zentralrichtlinie A1-2630/0-9804. Da der Verband dem Kommando Cyber- und Informationsraum angehört, dienen dort sowohl Marine-, Luftwaffen- als auch Heeresuniformträger. Im Routinedienst tragen alle Soldaten des Verbandes den Feldanzug und unterscheiden sich lediglich durch Dienstgradschlaufen nach Teilstreitkraft. Mitunter tragen die Soldaten der Einsatzkontingente vor der Entsendung und nach der Rückkehr für kurze Zeit den Feldanzug mit Wüstentarndruck.

Internes Verbandsabzeichen ist das Frankenberger-„F“ auf hellblauem Grund mit goldener Kordel umfriedet. Es wird durch die Frankenberger Fürstenkrone gekrönt. Das interne Verbandsabzeichen wird zum Dienstanzug an der rechten Brusttasche, ferner zum Feldanzug als Anstecker auf der Lasche der rechten Brusttasche oder als Klettabzeichen auf dem rechten Oberarm getragen. Der Wahlspruch des Bataillons lautet: „Scientia potentia est“ (lat.: „Wissen ist Macht“).

Anschlag von Kabul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traurige Berühmtheit erlangte das EloKaBtl 932 am 7. Juni 2003. An diesem Tag sprengte sich in Kabul, Afghanistan, ein Selbstmordattentäter mit einem Taxi neben zwei Bussen, welche Soldaten des Verbandes zum Flughafen brachten, in die Luft. Bei der Explosion, die einen der Busse völlig zerstörte, fielen vier Soldaten. 29 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Es war das erste Mal, dass deutsche Soldaten gezielt Opfer eines Selbstmordanschlages wurden.

Im Nachhinein wurden Stimmen laut, die sowohl die zu lasche Bewertung der Gefährdungslage im Einsatzland als auch den mangelnden Panzerschutz für die Soldaten kritisierten. Entscheidungsträger vor Ort kamen in die Kritik, weil sie einen schnellen Transport mit Bussen einem sichereren, aber umständlicheren Transfer mit gepanzerten Geländewagen vom Typ Wolf vorzogen.

Ein Gedenkstein am Eingang der Burgwald-Kaserne erinnert an die vier gefallenen EloKa-Soldaten Andrejas Beljo (28) und Jörg Baasch (25) vom Fernmeldeaufklärungsregiment 940 sowie Carsten Kühlmorgen (32) und Helmi Jimenez-Paradies (29) vom Fernmelderegiment 320.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übergabe mit Bataillonsappell – Hoberg für Kotthoff: Neuer Kommandeur an Burgwaldkaserne in Frankenberg. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA.de). 3. April 2019, abgerufen am 4. April 2019.
  2. Minister bestätigt: Burgwald-Kaserne bleibt erhalten. In: Waldeckische Landeszeitung. 25. Oktober 2011, abgerufen am 4. April 2019.
  3. Bundeswehr-Standort Frankenberg blickt auf 50 Jahre Geschichte zurück. In: HNA.de. 23. Juni 2012, abgerufen am 4. April 2019.
  4. Landeskommando Hessen: RSU-Kompanien Nord- und Südhessen. Bundeswehr – Streitkräftebasis, abgerufen am 4. April 2019.

Koordinaten: 51° 2′ 13,8″ N, 8° 46′ 58,1″ O