Bathseba

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Asteroiden siehe (592) Bathseba.
Cornelis van Haarlem: Batsheba im Bad

Bathseba [1] (bæθˈʃiːbə; hebräisch בַּת־שֶׁבַע‎, Bat Scheva, „Tochter des Schwures“ oder auch die „Tochter der Fülle“ [2]) ist im jüdischen Tanach (und im christlichen Alten Testament der Bibel) die Mutter König Salomos von Israel. Sie lebte um 1000 v. Chr.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der biblischen Erzählung in 2 Sam 11 EU war Bathseba die Frau des Hethiters Urija. Ihr Vater hieß Eliam, ihr Großvater Ahitofel (2 Sam 11,3; 23,34; Mt 1,6). Während ihr Mann, einer der höchsten Offiziere König Davids und Mitglied einer Spezialeinheit desselben (2 Sam 23,23.39), fern von seinem Hause – während eines Feldzugs gegen die Ammoniter − mit dem israelitischen Heer vor dem belagerten Rabba lag, sah König David Bathseba beim Baden und ließ sie zu sich holen, um mit ihr außerehelich zu verkehren.

Jan Massys: David und Bathsheba

Als David danach erfuhr, dass Bathseba von ihm schwanger geworden war, ließ er Urija nach Jerusalem zurückkehren in der Hoffnung, dieser würde mit Bathseba ehelich verkehren und das Kind später als sein eigenes anerkennen. Urija weigerte sich jedoch, das eigene Haus zu betreten und bei seiner Frau zu schlafen, solange die Kriegshandlungen noch andauerten und den anderen Soldaten ein solches Vorrecht verwehrt sei.

Daraufhin beauftragte David seinen Hauptmann und Heerführer Joab über einen durch Urija selbst überbrachten Brief, Urija im Kampf hinterlistig sterben zu lassen. Darauf bezieht sich der sprichwörtlich gewordene Uriasbrief. Nach dem kalkulierten Tod des Ehemanns und der darauffolgenden Trauerzeit wurde Bathseba die achte Frau Davids.

Dieser Erzählung folgt im Alten Testament unmittelbar die „Strafrede Natans“ in 2 Sam 12 EU, in der der Prophet Davids Handlungsweise tadelt und seine Strafe – den Tod des neugeborenen Kindes – ankündigt.

Von der Durchsetzung der Ansprüche an Davids Nachfolge für ihren zweiten Sohn Salomo durch Bathseba wird in 1 KönEU berichtet.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schwedische Schriftsteller Torgny Lindgren (* 1938) schrieb 1984 den Roman Bat Seba.

Motive der Bathsebaerzählung finden sich im deutschen Spielfilm Unter dir die Stadt (2010) von Christoph Hochhäusler.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Häusl: Abischag und Batscheba : Frauen am Königshof und die Thronfolge Davids im Zeugnis der Texte 1 Kön 1 und 2 (= Arbeiten zu Text und Sprache im Alten Testament, Band 41, Münchener Universitätsschriften: Philosophische Fakultät Altertumskunde und Kulturwissenschaften). EOS, St. Ottilien 1993, ISBN 3-88096-541-2 (Dissertation Uni München 1993, 345 Seiten).
  • Elisabeth Kunoth-Leifels: Über die Darstellung der „Bathseba im Bade“; Studien zur Geschichte des Bildthemas 4. bis 17. Jahrhundert. Bacht, Essen 1962, OCLC 12087863.
  • Andreas Kunz: Die Frauen und der König David: Studien zur Figuration von Frauen in den Daviderzählungen (= Arbeiten zur Bibel und ihrer Geschichte, Band 8). EVA Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2004, ISBN 3-374-01954-4 (Habilitationsschrift Uni Leipzig 2001, 408 Seiten).
  • Petra Welzel: Rembrandts „Bathseba“ - Metapher des Begehrens oder Sinnbild zur Selbsterkenntnis? Eine Bildmonographie (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 28, Kunstgeschichte). Lang, Frankfurt am Main 1994 ISBN 3-631-47306-0 (Magisterarbeit FU Berlin 1992, 215 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bathsheba – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. auch Batseba und ähnlich geschrieben, französisch Bethsabée, englisch Bathsheba, italienisch Betsabea, spanisch Betsabé
  2. Batseba: Es ergeben sich für die Deutung des Namens verschiedene Möglichkeiten: „Tochter des Eides“ (Leneman) oder „Tochter der Fülle“ (Yee, 1992a)