Batman: Lächeln, bitte!

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Batman: Lächeln, bitte! (Originaltitel: Batman: The Killing Joke) ist eine 1988 von Alan Moore geschriebene Graphic Novel mit Zeichnungen von Brian Bolland. Die Geschichte handelt von der Rache des Jokers an seinem Erzfeind Batman. Darüber hinaus wird eine Entstehungsgeschichte des Jokers erzählt. Die Geschichte hatte große Auswirkungen auf die Comicgemeinde. Elemente der Geschichte wurden in zahlreichen anderen Medien, wie Filmen und Videospielen verwendet. The Killing Joke belegt regelmäßig vordere Plätze bei Comicbuch-Rankings.[1][2] 2016 wurde der Comic als Zeichentrickfilm verfilmt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung besteht aus zwei Zeitsträngen, wobei der in der Vergangenheit die Herkunft des Jokers beleuchtet:

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müde von der jahrelangen Fehde besucht Batman den Joker im Arkham Asylum. Er unternimmt einen Versuch, dem Joker ins Gewissen zu reden, um eine unausweichliche Katastrophe abzuwenden. Er entdeckt jedoch, dass in der Zelle nur ein geschminkter Strohmann einsitzt.

Der Joker ist längst geflohen, und besetzt derweil einen verlassenen Vergnügungspark, indem er dessen Wächter ermordet. Mit zwei Handlangern überfällt er Commissioner James Gordon und seine Tochter Barbara (alias Batgirl) in ihrer Wohnung. Er schießt Barbara durch den Bauch ins Rückgrat, so dass sie fortan querschnittsgelähmt ist. Den Commissioner lässt er zusammenschlagen und entführen, während er sich an dessen Tochter vergreift. Der Joker entkleidet Barbara und schießt Fotos von ihr. In dem Vergnügungspark zwingt die Freakshow des Jokers den Commissioner nackt in einer Geisterbahn mitzufahren, die Bilder seiner nackten, verletzten Tochter auf riesigen Leinwänden vorführt. Der Joker will beweisen, dass ein einziger schlechter Tag ausreiche, um jeden normalen Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Nach der Fahrt steckt er Gordon in einen Käfig.

Batmans Versuche, den Joker aufzuspüren, bleiben derweil vergeblich. Erst ein Hinweis des Jokers selbst führt ihn in den verlassenen Vergnügungspark. Batman trifft im Vergnügungspark ein, und befreit Gordon aus dem Käfig. Dieser ist immer noch klar bei Verstand, und bittet Batman, den Joker streng nach Vorschrift festzunehmen, um dessen These zu widerlegen. Während Batman den Fallen des Parks ausweicht, sinniert der Joker über seine These, nach der ein einziger schlechter Tag sie zu denen machte, die sie jetzt sind. In einem Showdown besiegt Batman den Joker. Doch anstatt ihn dann zusammenzuschlagen, bietet er dem Joker seine Hilfe an, wie er es bereits im Arkham Asylum wollte. Der Joker lehnt jedoch ab, da es für eine Aussöhnung längst zu spät sei. Er erzählt einen Witz über zwei Insassen einer Irrenanstalt, der als Metapher für das Angebot von Batman steht. Nach der Pointe beginnt er, manisch zu lachen. Überraschenderweise schließt sich Batman an, und die beiden lachen gemeinsam.

Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein namenloser, ehemaliger Ingenieur einer Chemiefabrik, versucht sich erfolglos als Comedian und lebt mit seiner schwangeren Frau in einer schäbigen Wohnung.

Um seine Frau versorgen zu können, lässt er sich von zwei Gangstern zu einem Einbruch überreden. Er soll die beiden Männer durch die Chemiefabrik, seinen ehemaligen Arbeitsplatz, schleusen, damit sie die benachbarte Spielkartenfabrik ausrauben können. Die Planung wird von zwei Polizisten unterbrochen, die dem Mann mitteilen, dass seine schwangere Frau durch den Kurzschluss einer Warmhaltebox für Babyflaschen getötet wurde. Dem Sinn seines Unterfangens beraubt, will er aussteigen, was die Gangster ihm aber verweigern.

Der Einbruch in der Chemiefabrik erfolgt noch am gleichen Tag. Die Gangster setzen ihrem Komplizen, dem ehemaligen Ingenieur, eine rote Maske mit Umhang auf. Der Ingenieur weiß nicht, dass sie so die Aufmerksamkeit von sich ablenken und auf den sogenannten „Red Hood“ leiten wollen, einen unbekannten Verbrecherboss, der praktisch jeder sein kann. Die Gangster werden von einem Wachmann gestellt und in eine Schießerei verwickelt, die beiden lassen dabei ihr Leben. Der maskierte Mann wird vom inzwischen eingetroffenen Batman gestellt. Verängstigt springt er in einen Abwasserkanal für Chemikalien und wird durch ein Rohr ins Freie gespült. Zu seinem Entsetzen entdeckt er, dass die Chemikalien ihn entstellt haben. Seine Haut ist nun kreideweiß, seine Lippen rubinrot, sein Mund zu einem grotesken Lächeln verzerrt und seine Haare grün gefärbt. Durch die Entstellungen und den Horror des vergangenen Tages verfällt er endgültig dem Wahnsinn.

Zum Schluss erwähnt der Joker jedoch, dass er sich manchmal so und manchmal anders an seine Entstehung erinnere. Das macht ihn zu einem unzuverlässigen Erzähler, und seine wahre Herkunft bleibt weiterhin mysteriös.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in 48 Seiten abgeschlossene Geschichte erschien erstmals im März 1988 bei DC Comics. Zwanzig Jahre danach kam eine überarbeitete Hardcover-Ausgabe mit Kommentaren heraus.

Die erste deutsche Übersetzung wurde 1990 von Carlsen Comics veröffentlicht. Auch in dem 2005 erschienenen Band zu Batman in der Reihe Klassiker der Comic-Literatur, die vom Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgewählt wurden, ist die Geschichte unter dem Titel The Killing Joke enthalten. Zudem veröffentlichte Panini Comics mehrmals die Geschichte.

Analyse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte setzt sich auch über seine Herkunft hinaus mit dem Charakter des „Joker“ und auch des „Batman“ auseinander.[3] Sie zeigt, wie er auf ein einzelnes, ihn prägendes Ereignis reagiert hat. In ähnlicher Weise kam auch Batman zu seiner Berufung. Jedoch reagierte er, so Geoff Klock, indem er aus dem gewaltsamen Tod seiner Eltern einen Sinn für sein weiteres Leben zog. Der Joker reflektiert die Absurdität und Ungerechtigkeit des Lebens, die ihm widerfahren sind, in seinen Taten.[4] So verhalten sich, wie Alan Moore selbst über den Comic sagte, Batman und der Joker spiegelbildlich zueinander und beide gleichsam verrückt.[5]

Indem der Joker selbst zugibt, sich nur noch unsicher an sein Trauma erinnern zu können, sogar widersprüchliche Erinnerungen daran zu haben, bildet er ein Moment des unzuverlässigen Erzählens in der Geschichte.[6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Batman: The Killing Joke war 1989 das Beste grafische Album bei den Eisner Comic Awards und Alan Moore erhielt für den Comic den Preis in der Kategorie Bester Autor.[7]

In 1001 Comics schreibt Andy Oliver, die Geschichte biete „das Portrait des Mannes, der zu Batmans Alptraum wurde.“ Die Handlung enthalte, jenseits der Analyse der beiden bekannten Charaktere, mit dem Mord am Jahrmarktbesitzer auch die „grausamste [Szene] in der ganzen Geschichte des DC-Superhelden-Universums“. Das Ende jedoch „klappert“ etwas und sei vorhersehbar. Die Umsetzung durch Brian Bolland, mit „fotorealistischen Zeichnungen und filigranem Strich, der […] eine erstaunliche Bildschärfe verleiht“, „raffinierter Seitenarchitektur und eleganten Kameraeinstellungen“, sei brillant gelungen und das Lesen ein Genuss.[3]

Die Verwandlung des Jokers durch Giftmüll inspirierte Tim Burton bei dessen Batman-Film mit Jack Nicholson und Michael Keaton in den Hauptrollen.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The 25 Greatest Batman Graphic Novels. In: IGN Entertainment. Ziff Davis, 9. April 2014, abgerufen am 6. August 2015 (englisch).
  2. Clark bull: 10 Essential Batman Graphic Novels. DC Comics, 23. Juli 2014, abgerufen am 9. August 2016.
  3. a b Paul Gravett (Hrsg.) und Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms. S. 528.
  4. Geoff Klock: How to Read Superhero Comics and Why. New York, Continuum, 2002. S. 52-53. ISBN 0-8264-1419-2.
  5. Alan Moore in Alan Moore Interview, geführt von Brad Stone, Comic Book Resources 22. Oktober 2001. Zugegriffen am 28. November 2013.
  6. David Leverenz, Gordon Hutner (Hrsg.): The Last Real Man in America: From Natty Bumppo to Batman in The „American Literary History“ Reader. New York, Oxford University Press, 1995. S. 276. ISBN 0-19-509504-9.
  7. Eisner Awards 1989: Sieger und Nominierte
  8. Kommentar von Tim Burton in der dt. Ausgabe von Batman: Lächeln, bitte!