Battle of the Sexes – Gegen jede Regel

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Filmdaten
Deutscher TitelBattle of the Sexes – Gegen jede Regel
OriginaltitelBattle of the Sexes
ProduktionslandUSA,
Vereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge122 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieValerie Faris,
Jonathan Dayton
DrehbuchSimon Beaufoy
ProduktionDanny Boyle,
Christian Colson,
Robert Graf
MusikNicholas Britell
KameraLinus Sandgren
SchnittPamela Martin
Besetzung

Battle of the Sexes – Gegen jede Regel (Originaltitel Battle of the Sexes, engl. für „Kampf der Geschlechter“) ist eine britisch-US-amerikanische Filmbiografie von Jonathan Dayton und Valerie Faris, die am 2. September 2017 beim Telluride Film Festival ihre Premiere feierte und ab 11. September 2017 im Rahmen des Toronto International Film Festivals gezeigt wurde. Der Film erzählt von der Tennisspielerin Billie Jean King, unter anderem von einem Match gegen ihren männlichen Kollegen Bobby Riggs im Jahr 1973.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Gewinn der US Open 1972 fordert Billie Jean King die Anhebung der Siegprämien bei Damenturnieren, welche ein Vielfaches geringer als die der Herren sind. Als Jack Kramer, der Manager der Tennistour, nicht darauf eingeht, gründet sie zusammen mit Gladys Heldman die WTA, welche eine eigene Turnierserie startet. Die beteiligten Spielerinnen bekommen von Modedesignern, die auch auf der Tour dabei sind, neue Tenniskleider geschneidert. Diese sind erstmals mit farbigen Elementen versehen. Zum Tourbeginn bekommen sie zudem in einem Friseursalon einen neuen Haarschnitt. Dabei lernt King die Friseurin Melanie kennen und lädt sie zu einem Turnier ein. Dort treffen sie wieder zusammen, und King lädt sie ein, bei ihr im Hotel zu übernachten. Dabei beginnen sie eine intime Beziehung. Melanie kann als Friseurin die Tour begleiten. Eines Tages trifft Billie Jeans Mann überraschend im Hotel ein und schätzt die Situation richtig ein. Vor seiner Abreise rät er Melanie, sich nicht zwischen Billie Jean und „das Tennis“ zu stellen, worauf diese ebenfalls abreist.

Derweil verfolgt der ehemalige Weltklassespieler Bobby Riggs, inzwischen 55 Jahre alt, missmutig die Erfolge von King im Fernsehen. Er ist ein Chauvinist und ein notorischer Spieler, weshalb er von seiner Frau vor die Tür gesetzt wird. Er hat die Idee, King gegen Zahlung von 30.000 US-Dollar zu einem Tennismatch herauszufordern, um zu beweisen, dass das männliche Geschlecht dem weiblichen überlegen ist, und Frauen nur für Küche und Schlafzimmer taugen. Nachdem King ihm absagt, macht er Margaret Smith Court, die King als weltbeste Tennisspielerin abgelöst hatte, dasselbe Angebot. Diese nimmt es an und verliert das Match zum Entsetzen von King und ihren Kolleginnen klar. King möchte diese Schande wettmachen und geht auf ein erneutes Angebot von Riggs zu einem „Kampf der Geschlechter“ ein, bei dem auf den Sieger gewettet werden kann. Riggs vermarktet das Match mit seinen Showauftritten. Statt zu trainieren, verlässt er sich auf „Wunderdrinks“ und Vitamintabletten. Das Spiel findet mit großem Showspektakel vor 30.000 Zuschauern statt und wird von Fernsehsendern weltweit übertragen. Kurz vor Beginn lehnt King Jack Kramer ab, der als Fernsehexperte neben ihrer Kollegin Rosie Casals fungieren sollte. In letztem Moment trifft noch Melanie ein, die ihrer Freundin nochmal die Haare schneidet und moralisch unterstützt. King gewinnt das Match nach anfänglichen Problemen deutlich und wird vom Publikum und ihren Kolleginnen gefeiert.

Biografischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film porträtiert die Tennisspielerin Billie Jean King

Die ehemalige US-amerikanische Tennisspielerin Billie Jean King besiegte im Jahr 1973 in einem zum Battle of the Sexes hochstilisierten Schaukampf vor 30.492 Zuschauern, der zweitgrößten Kulisse, die je ein Tennisspiel hatte, den damals 55-jährigen Bobby Riggs.[2] Der mediale Hype um dieses Spiel war groß, und 30.000 Stadionzuschauer im Astrodome von Houston gilt noch immer als US-amerikanischer Rekord. Insgesamt wurden rund 90 Millionen Menschen weltweit über das Fernsehen erreicht. Bis heute wurde kein Match in der Tennisgeschichte von so vielen Menschen live verfolgt.[3]

Im Jahr 1974 wurde King zur Trainerin und war damit die erste Frau, die ein professionelles amerikanisches Tennisteam trainierte. Dieses bestand sowohl aus Frauen als auch aus Männern. 1975 widmete ihr der Sänger Elton John das Lied Philadelphia Freedom.[4] Später engagierte sich King in den Gremien der Elton John AIDS Foundation und des National AIDS Fund. Im Jahr 2000 wurde die offen lesbisch lebende Tennisspielerin für ihr Engagement mit dem Capitol Award der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation ausgezeichnet.[5]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führten Jonathan Dayton und Valerie Faris, das Drehbuch schrieb Simon Beaufoy.

Emma Stone übernahm im Film die Hauptrolle der Tennisspielerin Billie Jean King. Steve Carell spielt Bobby Riggs, der ihr im Jahr 1973 in einem Schaukampf als Gegner gegenüberstand. Elisabeth Shue spielt Priscilla Wheelan.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Samira Jakobs und unter der Dialogregie von Sven Hasper im Auftrag der Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke. Anja Stadlober spricht in der deutschen Fassung Billie Jean King und Uwe Büschken ihren Turniergegner Bobby Riggs.

Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Los Angeles statt, so in den Westin Bonaventure Hotel & Suites in der Downtown von Los Angeles. Die Aufnahmen entstanden analog auf Filmrollen. Bei genauer Betrachtung des Bildes falle der Retrolook auf, so Piet Bosse vom tennis MAGAZIN, was ganz angenehm fürs Auge sei: „Die Atmosphäre einer vergangenen Zeit wird somit erfolgreich transportiert.“[3] Als Kameramann fungierte Linus Sandgren.

Die Filmmusik wurde von Nicholas Britell komponiert. Der Soundtrack zum Film umfasst 26 Musikstücke und wurde am 22. September 2017 als Download und am 20. Oktober 2017 als CD veröffentlicht.[6] Während des Abspanns des Films ist das von Sara Bareilles gesungene Lied If I Dare zu hören, das die mehrfach für einen Grammy nominierte Singer-Songwriterin und Pianistin gemeinsam mit Britell geschrieben hat. Im Mai 2017 wurde ein erster Trailer zum Film vorgestellt.[7]

Der Film feierte am 2. September 2017 beim Telluride Film Festival seine Premiere[8] und wurde ab 11. September 2017 im Rahmen des Toronto International Film Festivals vorgestellt.[9][10] Anfang Oktober 2017 wurde der Film im Rahmen des Zurich Film Festivals gezeigt.[11][12] Ebenfalls im Oktober 2017 erfolgten Vorstellungen beim London Film Festival und beim Filmfest Hamburg.[13] Am 22. September 2017 kam der Film in die US-amerikanischen, am 23. November 2017 in die deutschen[14] und am 24. November 2017 in die Kinos im Vereinigten Königreich.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA wurde der Film von der MPAA als PG-13 eingestuft.[15] In Deutschland wurde der Film von der FSK ohne Altersbeschränkung freigegeben. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film enthält keine dramatischen Szenen, die Kinder im Vorschulalter ängstigen könnten. Themen wie Spielsucht und Homosexualität werden sensibel behandelt. Spannung entsteht vor allem durch die Tennis-Turniere und durch den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung. Letzteres wird sich den jüngsten Zuschauern zwar kaum erschließen, aber Beeinträchtigungen entstehen dadurch nicht.“[16]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang 86 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[17]

So meint Peter Debruge von Variety, es sei erstaunlich, wie viele Facetten in dieser Geschichte zu erkunden sind, und der Film tue dies in einer Weise, dass er sowohl das Publikum ansprechen sollte, das alt genug ist, um sich an die Geschichte zu erinnern, aber auch jene, die neugierig sind, mehr darüber zu erfahren.[18]

Anke Sterneborg von epd Film meint, es mag auf den ersten Blick überraschen, dass sich Jonathan Dayton und Valerie Faris in ihrem dritten Spielfilm nach Little Miss Sunshine und Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin einem Sportereignis widmen, doch bei näherer Betrachtung wohne auch dieser Geschichte genau die Mischung aus subversiv schrägem Humor, liebevoller Milieuzeichnung, musikalischem Drive und einem feinen Gespür für die Absurdität zwischenmenschlicher Beziehungen inne, die auch durch diese Filme vibrierte.[19]

Fred Duran von der Augsburger Allgemeinen erklärt, die Filmemacher erzählten die Geschichte mit retrospektivem Augenzwinkern, klaren Sympathieverteilungen und einer überraschungsfreien Plotkonstruktion. Trotzdem sei die Angelegenheit recht unterhaltsam, so Duran weiter, weil Emma Stone ihre feministische Heldenfigur mit einem bodenständigen Understatement spiele, was einen hübschen Kontrast zu Steve Carells narrenhaftem Macho-Auftreten biete.[20]

Piet Bosse vom tennis MAGAZIN erklärt, dass im Film das eigentliche Tennismatch im Gegensatz zu Borg/McEnroe, der im gleichen Jahr veröffentlicht wurde, nicht so sehr im Fokus stehe. In Battle of the Sexes stehe vielmehr im Vordergrund, wofür auf dem Court und daneben vehement gekämpft wird, nämlich die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Bosse bemerkt hingegen weiter: „Die Gründung einer Frauentennisorganisation ist einer von Kings Schritten, kommt jedoch im Film etwas zu kurz. Wer sich nicht mit der Historie des Tennis auskennt, dem erschließt sich die Bedeutung dieser geschichtsträchtigen Stunde nicht ganz. Sehr schön dargestellt ist jedoch die Tatsache, dass jede Spielerin zur Gründung einen symbolischen Dollar erhält. Billie Jean King, die Powerfrau, nutzt diesen Aspekt, um Kramer bei weiteren Auseinandersetzungen seine Grenzen aufzuzeigen.“[3]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen aus Kinovorführungen belaufen sich bislang auf rund 14 Millionen US-Dollar.[21]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Critics’ Choice Movie Awards 2018

  • Nominierung als Bester Darsteller in einer Filmkomödie (Steve Carell)
  • Nominierung als Beste Darstellerin in einer Filmkomödie (Emma Stone)[22]
Festival du Film LGBT Chéries Chéris 2017

Golden Globe Awards 2018

Hollywood Music in Media Awards 2017

Satellite Awards 2017

  • Nominierung als Beste Filmschauspielerin (Emma Stone)[25]

Screen Actors Guild Awards 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Battle of the Sexes – Gegen jede Regel. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 173564/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Hendrik Ternieden: Der Geschlechterkampf und die Mafia In: Spiegel Online, 28. August 2013.
  3. a b c Piet Bosse: Kinofilm Battle of the Sexes: Powerfrau gegen Machotyp In: tennis MAGAZIN, 21. November 2017.
  4. 'Philadelphia Freedom' by Elton John In: songfacts.com. Abgerufen am 5. August 2017.
  5. Kathy Belge: Billie Jean King: Tennis Legend In: lesbianlife.about.com, Abgerufen am 5. August 2017.
  6. 'Battle Of The Sexes' Soundtrack Featuring The Original Song 'If I Dare' By Sara Bareilles In: top40-charts.com, 26. September 2017.
  7. Woon-Mo Sung: Emma Stone vs. Steve Carell: Der erste Trailer zu 'Battle Of The Sexes' ist ganz großes Tennis In: filmstarts.de, 18. Mai 2017.
  8. Telluride Film Festival line-up includes 'Downsizing', 'The Shape Of Water'. Abgerufen am 28. November 2017 (englisch).
  9. Toronto International Film Festival 2017. Official Film Schedule In: tiff.net. Abgerufen am 23. August 2017. (PDF; 852 KB)
  10. Brent Lang: Toronto Film Festival Lineup Includes Movies From Angelina Jolie, George Clooney, Alexander Payne In: Variety, 25. July 2017.
  11. Programme 2017 In: zff.com. Abgerufen am 14. September 2017.
  12. Elsa Keslassy: 'Three Billboards Outside Ebbing, Missouri', 'Custody', 'Under the Tree' to Compete in Zurich In: Variety, 14. September 2017.
  13. Filme von A-Z In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 29. September 2017.
  14. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 26. September 2017.
  15. Battle of the Sexes In: parentpreviews.com. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  16. Freigabebegründung für Battle of the Sexes In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 23. November 2017.
  17. Battle of the Sexes In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 23. September 2017.
  18. Peter Debruge: Telluride Film Review: 'Battle of the Sexes' In: Variety, 3. September 2017.
  19. Anke Sterneborg: Kritik zu 'Battle of the Sexes' In: epd Film.
  20. Fred Duran: 'Battle of the Sexes' im Kino: Geschlechterkampf auf dem Tennisplatz In: Augsburger Allgemeine, 22. November 2017.
  21. Battle of the Sexes In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 24. Oktober 2017.
  22. Kristopher Tapley: 'Shape of Water' Leads Critics’ Choice Film Nominations In: Variety, 6. Dezember 2017.
  23. Chéries Chéris. Abgerufen am 28. November 2017.
  24. 8th Hollywood Music in Media Awards Nominations Announced In: filmmusicreporter.com, 25. Oktober 2017.
  25. Steve Pond: 'Dunkirk', 'The Shape of Water' Lead Satellite Award Nominations In: thewrap.com, 29. November 2017.
  26. Rebecca Rubin: SAG Award Nominations In: Variety, 13. Dezember 2017.