Bauer Media Group

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Heinrich Bauer Verlag KG
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Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1875
Sitz Hamburg
Leitung Yvonne Bauer (Verlegerin)
Eckart Bollmann, Jörg Hausendorf und Andreas Schoo (Konzerngeschäftsleitung)
Mitarbeiter 11.000 (2013)
Umsatz rund 2,4 Mrd. Euro (2013)
Branche Medien
Produkte Publikumszeitschriften, Zeitungen, Hörfunk, TV, Internet, DruckereienVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.bauermedia.com

Unter dem Namen Bauer Media Group (bis 2008[1] Bauer Verlagsgruppe) tritt das Unternehmen Heinrich Bauer Verlag KG auf. Es handelt sich um eine 1875 gegründete Verlagsgruppe mit Sitz in Hamburg. Sie produziert und vertreibt zahlreiche Publikumszeitschriften im In- und Ausland und verfügt über Beteiligungen im Privatfunk und Privatfernsehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1875 von dem Lithografen Johann Andreas Ludolph Bauer (1852–1941) gegründet, der im Alter von 23 Jahren in Hamburg eine Druckerei eröffnete. Der Schwerpunkt lag auf der Produktion von Visitenkarten. Der Betrieb wird zunächst von Sohn Heinrich Friedrich Matthias (1874–1949) und später von Enkel Alfred (1898–1984) weitergeführt. Nach der Jahrhundertwende bringt das Unternehmen die Rothenburgsorter Zeitung, ein kostenloses Anzeigenblatt, heraus und gliedert ein Papiergeschäft an. Eine Schnellpresse und eine Setzmaschine zählen zum neuen Betriebskapital der Firma J.A.L. Bauer & Söhne, die nun rund 20 Mitarbeiter umfasst.

1920 wurde das Extrablatt gegründet, aus dem sich später eine Sportzeitung entwickelt und 1926 erscheint die Wochenzeitschrift Rundfunkkritik, später umbenannt in Funkwoche, zuletzt Funk-Wacht. Die Zeitschrift erreichte eine – für damalige Zeiten – sensationelle Auflage von über einer halben Million verkaufter Exemplare. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Heinrich Bauer Verlag 1946 die Verlagsgeschäfte wieder auf. 1953 erschien die Jugendzeitschrift Rasselbande. Von zunächst 180.000 Exemplaren stieg die verkaufte Auflage auf über eine halbe Million Hefte.

In den 1960er Jahren verlagerte sich, nach Eintritt von Heinz Heinrich Bauer (* 1939) in das Unternehmen und Übernahme der Geschäftsführung durch Siegfried Moenig, das Hauptgeschäft des Verlages auf Mode- und Frauenzeitschriften, wie Neuer Schnitt, Elsa Moden und Wäsche den ersten großen Schritt in Richtung Mode. Aus diesen Frauenzeitschriften ging später die Neue Mode hervor. 1962 wurde der Verlag in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und das Portfolio um TV-Programmzeitschriften erweitert. Es erschienen TV und Hören und Sehen, die später zusammen als TV Hören und Sehen herausgegeben werden. 1966 wurden für 68 Millionen Mark die Zeitschriften Quick und Revue, Neue Post, Neue Illustrierte, die Fußballzeitschrift Kicker und der Titel TWEN übernommen. Damit wurde die Bauer zum größten deutschen Zeitschriftenverlag. Im selben Jahr wurden die Neue Illustrierte und die Revue zur Neue Revue zusammengelegt, wobei die Zeitschriften noch einige Zeit mit NEUE Illustrierte REVUE betitelt waren.

1968 kamen das Kölner Druckhaus Du Mont-Presse, die Zeitschrift Das Neue Blatt und die Jugendzeitschrift Bravo hinzu. Bravo Girl erscheint 1988. 1971 erwarb die Bauer Media Group von Hugh Hefner die Lizenz für den deutschsprachigen Playboy, der erstmals am 1. August 1972 erscheint und 2003 an den Burda Verlag abgegeben wurde.

Seit 1984 war die Bauer Verlagsgruppe an Produktionen des Privatfernsehens beteiligt: Es werden verschiedene Magazine produziert, u. a. Bravo TV. Die Verlagsgruppe wurde auch in anderen europäischen Ländern tätig, wie etwa 1986 mit der Gründung der Heinrich Bauer Ediciones S.G. in Madrid, Spanien und 1987 mit H. Bauer Publishing in London, Großbritannien. Ab 1989 engagierte man sich auch auf dem US-amerikanischen Markt, zum Beispiel mit First for woman. 1991 wurde die TV Movie eingeführt. Im gleichen Jahr stößt die regionale Tageszeitung Volksstimme zur Bauer Media Group und erscheint seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Bauer Media Group.

1992 rief die Verlagsgruppe die Goldene Feder, einen Medienpreis ins Leben, mit dem besondere Leistungen im Journalismus ausgezeichnet werden. Ebenfalls 1992 wurde die Quick, das ehemalige Flaggschiff des Konzerns, eingestellt. Mit Bravo und diversen Frauenzeitschriften drang der Verlag in den osteuropäischen Markt, wie Polen und Tschechien, vor. 2008 wurde die Zeitschrift Revue (zwischenzeitlich Neue Revue) eingestellt.

Anfang 2008 übernahm die Group die Abteilungen Consumer Media and Radio des britischen Unternehmens Emap u. a. mit den Zeitschriften Mojo, Q und Empire.[2][3]

Seit April 2009 gibt es das Postunternehmen Bauer Postal Network (BPN), das die Zeitschriften der Bauer Abonnenten wie auch verlagsfremde Presseprodukte, Kataloge und Infopost an Privat- und Geschäftsadressen in Deutschland zustellt.[4]

Am 2. Dezember 2010 übernahm Yvonne Bauer, Tochter von Heinz Heinrich Bauer, die Unternehmensleitung. Die Aktivitäten des Konzerns werden ab diesem Datum in der Heinrich Bauer Verlag KG zusammengeführt.[5]

Im Mai 2012 kaufte Bauer von Marquard Media die Zeitschriften Cosmopolitan, Joy und Shape für einen Preis zwischen 30 und 40 Millionen Euro.

Im September 2012 kaufte Bauer für angeblich 400 Millionen Euro den australischen Pressekonzern Australian Consolidated Press (ACP). ACP ist der größte Zeitschriftenverlag in Australien und Neuseeland und agiert außerdem in Hong Kong. Er gibt 68 Magazine selbst heraus und ist an 30 weiteren führend beteiligt.

Daten und Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Die Angaben berufen sich auf die Geschäftsberichte der Bauer Media Group:[6] Die Bauer Media Group publiziert 570 Zeitschriften in 15 Ländern, und 54 Zeitschriften und die regionale Tageszeitung Volksstimme in Deutschland. Mit ihren Zeitschriften erreicht sie eine Auflage von 14 Millionen Exemplaren in Deutschland (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von hochgerechnet 2,18 Milliarden Euro, davon 1,35 Milliarden Euro im Ausland. Die Bauer Media Group hatte 2012 rund 11.000 Beschäftigte.

Die Bauer Media Group ist sowohl Marktführer im Segment der Programmzeitschriften mit einer Auflage von 7,2 Millionen Exemplaren (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) als auch im Segment der wöchentlichen Frauenzeitschriften und Jugendzeitschriften, zu denen Europas größte Jugendzeitschrift Bravo gehört.

Neben der Vertriebskooperation mit der Presse-Vertrieb Pfalz GmbH & Co KG (24 %) besitzt Bauer im Bereich der elektronischen Medien Beteiligungen. An Radio Hamburg ist die Bauer Media Group seit 1989 mit 25 % und an dem Fernsehsender RTL 2 seit 1992 mit 31,5 % beteiligt.[7] Der Pabel-Moewig-Verlag mit Sitz in Rastatt ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bauer Media Group.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Ein Auszug der in Deutschland publizierten Zeitschriften und Zeitungen:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bauer Verlag verpasst sich einen neuen Namen. DWDL, 16. Dezember 2008.
  2. Information auf bauer.co.uk
  3. Christian Meier: Einer für alle, alle für einen. In: Der Tagesspiegel, 16. Dezember 2008. Abgerufen am 12. März 2014.
  4. Financial Times Deutschland - Zustellung von Werbung: Heinrich Bauer legt sich mit der Post an (Version vom 29. März 2009 im Internet Archive) (Zugriff am 27. März 2009)
  5. Bauer Media: Yvonne Bauer ist neue Verlegerin der Bauer Media Group. bauermedia.de. 2. Dezember 2010. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  6. Bauer Media Group in Zahlen (Geschäftsberichte 2008, 2009, 2010 und 2012)
  7. http://www.bauerverlag.de/uploads/tx_hbvdownloadelement/GB2008_01.pdf