Bauer Media Group

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Heinrich Bauer Verlag KG
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Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1875
Sitz Hamburg
Leitung Yvonne Bauer (Verlegerin)
Jörg Hausendorf und Andreas Schoo (Konzerngeschäftsleitung)
Mitarbeiter 11.000
Umsatz 2,32 Mrd. Euro (2013)
Branche Medien
Website www.bauermedia.com
Stand: 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Unter dem Namen Bauer Media Group (bis 2008[1] Bauer Verlagsgruppe) tritt das Unternehmen Heinrich Bauer Verlag KG auf. Es handelt sich um eine 1875 gegründete Verlagsgruppe mit Sitz in Hamburg. Sie produziert und vertreibt zahlreiche Publikumszeitschriften im In- und Ausland und verfügt über Beteiligungen im Privatfunk und Privatfernsehen. Am 2. Dezember 2010 übernahm Yvonne Bauer, Tochter von Heinz Heinrich Bauer, die Unternehmensleitung. Die Aktivitäten des Konzerns werden seitdem in der Heinrich Bauer Verlag KG zusammengeführt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Anfänge 1875–1945[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1875 von dem Lithografen Johann Andreas Ludolph Bauer (1852–1941) gegründet, der im Alter von 23 Jahren in Hamburg eine Druckerei eröffnete. Der Schwerpunkt lag auf der Produktion von Visitenkarten. Der Betrieb wurde zunächst von Sohn Heinrich Friedrich Matthias (1874–1949) und später von Enkel Alfred (1898–1984) weitergeführt. Nach der Jahrhundertwende brachte das Unternehmen die Rothenburgsorter Zeitung, ein kostenloses Anzeigenblatt, heraus und gliederte ein Papiergeschäft an. Eine Schnellpresse und eine Setzmaschine zählten zum neuen Betriebskapital der Firma J.A.L. Bauer & Söhne, die nun rund 20 Mitarbeiter umfasste.

1920 wurde das Extrablatt gegründet, aus dem sich später eine Sportzeitung entwickelte und ab 1926 erschien die Wochenzeitschrift Rundfunkkritik, später umbenannt in Funkwoche, zuletzt Funk-Wacht. Die Zeitschrift erreichte eine – für damalige Zeiten – sensationelle Auflage von über einer halben Million verkaufter Exemplare.

Zeitungen und Zeitschriften nach 1945[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Heinrich Bauer Verlag 1946 die Verlagsgeschäfte wieder auf. Ab 1953 erschien die Jugendzeitschrift Rasselbande. Von zunächst 180.000 Exemplaren stieg die verkaufte Auflage auf über eine halbe Million Hefte.

In den 1960er Jahren verlagerte sich, nach Eintritt von Heinz Heinrich Bauer (* 1939) in das Unternehmen und Übernahme der Geschäftsführung durch Siegfried Moenig, das Hauptgeschäft des Verlages auf Mode- und Frauenzeitschriften, wie Neuer Schnitt, Elsa Moden und Wäsche. Aus diesen Frauenzeitschriften ging später die Neue Mode hervor. 1962 wurde der Verlag in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und das Portfolio um TV-Programmzeitschriften erweitert. Es erschienen TV und Hören und Sehen, die später zusammen als TV Hören und Sehen herausgegeben werden.

1966 wurden für 68 Millionen Mark die Zeitschriften Quick und Revue, Neue Post, Neue Illustrierte, die Fußballzeitschrift Kicker und die Jugendzeitschrift twen übernommen. Damit wurde die Bauer Verlagsgruppe zum größten deutschen Zeitschriftenverlag. Im selben Jahr wurden die Neue Illustrierte und die Revue zur Neuen Revue zusammengelegt, wobei die Zeitschriften noch einige Zeit mit NEUE Illustrierte REVUE betitelt waren. 1968 kamen das Kölner Druckhaus Du Mont-Presse, die Zeitschrift Das Neue Blatt und die Jugendzeitschrift Bravo hinzu. Bravo Girl erscheint seit 1988. 1971 erwarb die Bauer Media Group von Hugh Hefner die Lizenz für den deutschsprachigen Playboy, der erstmals am 1. August 1972 erschien und 2003 an den Burda Verlag abgegeben wurde. Seit 1984 ist die Bauer Verlagsgruppe an Produktionen des Privatfernsehens beteiligt und produzierte verschiedene Magazine u. a. Bravo TV.

1991 wurde die TV Movie eingeführt. Im gleichen Jahr stieß die regionale Tageszeitung Volksstimme zur Bauer Media Group und erscheint seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Bauer Media Group. 1992 wurde die Quick, das ehemalige Flaggschiff des Konzerns, eingestellt.

Im Mai 2012 erwarb Bauer von Marquard Media die deutschen Ausgaben der Zeitschriften Cosmopolitan, Joy und Shape für einen Preis zwischen 30 und 40 Millionen Euro.

Expansion ins Ausland[Bearbeiten]

Die Verlagsgruppe wurde auch in anderen europäischen Ländern tätig, wie etwa 1986 mit der Gründung der Heinrich Bauer Ediciones S.G. in Madrid, Spanien und 1987 mit H. Bauer Publishing in London, Großbritannien. Ab 1989 engagierte man sich auch auf dem US-amerikanischen Markt, zum Beispiel mit First for woman.

Mit Bravo und diversen Frauenzeitschriften drang der Verlag in den osteuropäischen Markt, wie Polen und Tschechien, vor. Anfang 2008 übernahm die Group die Abteilungen Consumer Media and Radio des britischen Unternehmens Emap u. a. mit den Zeitschriften Mojo, Q und Empire.[3][4] Im Juli desselben Jahres wurde die Revue eingestellt.

Im September 2012 kaufte Bauer für angeblich 400 Millionen Euro den australischen Pressekonzern Australian Consolidated Press (ACP). ACP ist der größte Zeitschriftenverlag in Australien und Neuseeland und agiert außerdem in Hongkong. Er gibt 68 Magazine selbst heraus und ist an 30 weiteren führend beteiligt.

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Seit April 2009 gibt es das Postunternehmen Bauer Postal Network (BPN), das die Zeitschriften der Bauer-Abonnenten wie auch verlagsfremde Presseprodukte, Kataloge und Infopost an Privat- und Geschäftsadressen in Deutschland zustellt.[5]

Von 2000 bis 2009 verlieh die Verlagsgruppe die Goldene Feder, einen Medienpreis, mit dem Personen ausgezeichnet wurden, die sich in den Medien dauerhaft etablieren konnten.

Daten und Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Die Angaben berufen sich auf Aussagen der Bauer Media Group: Die Bauer Media Group publiziert 600 Zeitschriften in 16 Ländern, und 60 Zeitschriften und die regionale Tageszeitung Volksstimme in Deutschland. Mit ihren Zeitschriften erreicht sie eine Auflage von 14 Millionen Exemplaren in Deutschland (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von hochgerechnet 2,4 Milliarden Euro[6]. Die Bauer Media Group beschäftigt rund 11.000 Mitarbeiter.

Die Bauer Media Group ist sowohl Marktführer im Segment der Programmzeitschriften mit einer Auflage von 7,2 Millionen Exemplaren (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) als auch im Segment der wöchentlichen Frauenzeitschriften und Jugendzeitschriften, zu denen Europas größte Jugendzeitschrift Bravo gehört.

An Radio Hamburg ist die Bauer Media Group seit 1989 mit 25 % und an dem Fernsehsender RTL 2 seit 1992 mit 31,5 % beteiligt.[7] Der Pabel-Moewig-Verlag mit Sitz in Rastatt ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bauer Media Group. Ferner gehören seit Juli 2015 die 24 Hörfunksender der skandinavischen SBS Broadcasting Group zum Konzern.[8]

Publikationen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Auszug der in Deutschland publizierten Zeitschriften und Zeitungen:

Neuseeland[Bearbeiten]

Auszug der in Neuseeland publizierten Zeitschriften:

  • Next
  • North & South
  • Simply You
  • Simply You Living
  • Taste
  • Woman's Day [9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bauer Verlag verpasst sich einen neuen Namen. DWDL, 16. Dezember 2008.
  2. Bauer Verlag: Die Krönung der Prinzessin – 2. Dezember 2010
  3. Information auf bauer.co.uk
  4. Christian Meier: Einer für alle, alle für einen. In: Der Tagesspiegel, 16. Dezember 2008. Abgerufen am 12. März 2014.
  5. Financial Times Deutschland - Zustellung von Werbung: Heinrich Bauer legt sich mit der Post an (Memento vom 29. März 2009 im Internet Archive) (Zugriff am 27. März 2009)
  6. [1] 14. März 2015
  7. DIE BAUER MEDIA GROUP - WELTWEIT PRÄSENT.
  8. DWDL.de: Schluss für Terhoeven & Dietz, Bauer größtes Radiohaus
  9. Einer für alle, alle für einen. Scoop, 24. Januar 2014, abgerufen am 6. April 2015 (HTML, englisch).