Baumbachstraße 28 (Linz)
Das Gebäude der ehemaligen Erziehungsanstalt Zum Guten Hirten mit den Adressen Baumbachstraße 28 und 26, Kapuzinerstraße 7–9 und Steingasse 25–27 in der Stadt Linz in Oberösterreich steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im 18. Jahrhundert befanden sich am Gelände des heutigen Gebäudes die bürgerlichen Häuser Obere Vorstadt Nr. 109 und 110, die im Zeitraum 1801–1812 die Adressen Obere Vorstadt Nr. 152, 153 und 153a und danach bis 1869 die Konskriptionsnummern 823, 824 und 825 trugen.[1]
Nachdem die Diözese Linz diese Immobilien angekauft hatte, wurde im Jahr 1883 die Lehr- und Erziehungsanstalt zum Guten Hirten hierher übersiedelt. 1892 wurde das Gebäude durch Dombaumeister Matthäus Schlager und Michael Lettmayr neu geplant und großzügig erweitert.[2] 1906 erfolgte eine neuerliche Erweiterung inklusive Eckturm an der Kapuzinerstraße. Bis 1939 kümmerten sich Barmherzige Schwestern um „verwahrloste“ Mädchen. Die Nationalsozialisten enteigneten die Diözese und brachten das Oberlandesgericht Linz, eine Polizeistation und die Bezirksbauernkammer in dem Gebäude unter. Im Krieg wurde es stark beschädigt, 1952 an die Diözese zurückgegeben und saniert. Das Haus Nr. 26 wurde nach schwerem Bombenschaden von Architekt Gottfried Nobl als Schülerwohnheim neu errichtet, das von Herz-Jesu-Missionaren betreut wurde. 1983 übernahm die Caritas Oberösterreich die Leitung des Heimes. Nach einem Rückgang der Schülerzahlen wurde das Heim auch für Lehrlinge und Studierende geöffnet. Von 2015 bis 2017 waren auch minderjährige Geflüchtete einquartiert.[3]
Mit August 2026 wird der Betrieb als Erziehungsstätte beendet.[3]
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gebäude aus dem Jahr 1892 ist ein seltenes Beispiel späthistoristischer Profanarchitektur im neugotischen Stil. Es besteht aus drei Flügeln zu Baumbachstraße, Kapuzinerstraße und Steingasse, an der Ecke Baumbachstraße/Kapuzinerstraße befindet sich ein turmartiger Eckvorsprung mit Pyramidendach. In der Baumbachstraße sind fünf Achsen vorgezogen und mit einem Attikaaufsatz überhöht.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nr. 28/ehem. Erziehungsanstalt Zum Guten Hirten. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. S. 242.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- „Guter Hirte“, Schüler- und Studentenheim. In: stadtgeschichte.linz.at, Denkmäler in Linz.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hanns Kreczi: Linzer Häuserchronik. Linz 1941, S. 330–331, Laufnr. 653–655.
- ↑ Dehio Linz 2009, S. 242.
- ↑ a b Christian Diabl: Warum der „Gute Hirte“ in Linz mit Schulschluss zusperrt. In: nachrichten.at. 5. November 2025, abgerufen am 15. November 2025.
Koordinaten: 48° 18′ 2,2″ N, 14° 17′ 8,2″ O