Baumkrebs

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Baumkrebs am Stamm eines Obstbaumes
Baumkrebs an einer Eiche

Als Baumkrebs werden verschiedene Pflanzenkrankheiten bezeichnet, die durch die Infektion der Rinde und des Holzes mit Bakterien oder Pilzen verursacht werden. Es handelt sich damit nicht um eine umschriebene Erkrankung. Vielmehr zeichnen sich die unter diesem Begriff zusammengefassten Krankheiten durch sehr ähnliche Symptome aus. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um Krebs im medizinischen Sinne, also um ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen. Die Bezeichnung als Krebs rührt stattdessen daher, dass infizierte Pflanzen mit der starken Bildung von Wundgewebe reagieren, mit dem sie versuchen, die durch die Infektion verursachten Wunden zu überwallen. An Zweigen, Ästen oder am Stamm entstehen so Wucherungen, die eine beträchtliche Größe erreichen können.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erreger des Baumkrebses dringen allgemein zunächst über kleine Rindenwunden in das Pflanzengewebe ein. Die Rinde über der Infektionsstelle verfärbt sich und bricht auf, so dass eine offene Wunde entsteht. Das Holzgewebe unterhalb der Infektionsstelle wird nekrotisch und verfärbt sich.[1]

Die infizierte Pflanze versucht, die entstandene Wunde durch verstärkte Bildung von Wundgewebe (Kallus) zu überwallen. Aufgrund der Aggressivität der Infektion wird diese jedoch immer tiefer, wodurch die Pflanze zur weiteren Kallusbildung angeregt wird. So können großflächige und voluminöse Gewebewucherungen entstehen.[1]

Durch das abgestorbene Gewebe ist die Versorgung mit Nährstoffen und Wasser der Zweige oberhalb der Krebswunde nicht mehr gesichert. Je nach Tiefe der Wunde kann es deshalb dazu kommen, dass diese Bereiche verdorren und absterben.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Zitruskrebs befallene Zitronenfrucht

Durch die Infektion wird die Pflanze je nach Art und Stärke der Erkrankung mehr oder weniger geschwächt. Bei ungünstiger Lokalisation der Wunden z. B. am Stamm oder an einem der Leitäste kann es zum Absterben der Wirtspflanze kommen. Oft können befallene Bäume aber auch trotz der Erkrankung sehr alt werden.

An fruchttragenden Bäumen kann es auch zu einer Infektion der Früchte kommen, die dadurch qualitätsgemindert sind und eine reduzierte Haltbarkeit aufweisen. Beispiele dafür sind der Obstbaumkrebs[2] und der Citrus-Krebs[3].

Durch die starke Kallusbildung kommt es zu Verwucherungen. Das nekrotische Gewebe im Bereich der Krebswunden verfärbt sich dunkel. Die Wucherungen und Verfärbungen führen zu einer Beeinträchtigung der Holzqualität und damit zu einem Wertverlust der infizierten Bäume.

Krankheiten und Erreger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Begriff Baumkrebs werden verschiedenste Erkrankungen bezeichnet. Einige sind hier beispielhaft aufgezählt.

Bakterieninfektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pilzinfektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baumkrebs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Krebs.In: Adalbert Griegel: Mein gesunder Obstgarten. 8. neu bearbeitete Auflage, Griegel-Verlag 2001, S. 36 - 37
  2. Cylindrocarpon-Fäule der Äpfel und Birnen verursacht durch Nectria galligena Bresad.. In: Anna L. Snowdon: Farbatlas der Nachernte-Schäden von Obst und Gemüse. Band 1: Allgemeine Grundlagen - Obst. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1995, S. 184 - 185
  3. a b T.R. Gottwald: Citrus canker. The Plant Health Instructor. auf der Homepage der American Phytopathological Society, abgerufen am 26. März 2016
  4. Pseudomonas syringae pv. actinidiae - Bacterial canker of kiwifruit. auf der Homepage der European and Mediterraneaen Plant Protection Organization (EPPO), abgerufen am 27. März 2016
  5. Roland Engesser: Der Platanenkrebs. In: g'plus - die Gärtnerfachzeitschrift. 2011, S. 2
  6. Marssonina-Krankheit an Salix. auf der Homepage Pflanzenschutzunfothek Öffentliches Grün des Regierungspräsidiums Gießen, abgerufen am 26. März 2016
  7. Gitta Langner, Ulrich Bressem, Michael Habermann: Vermehrt Pilzkrankheiten an Bergahorn in Nordwestdeutschland., In: AFZ-DerWald. 6/2013, S. 22 - 26