Baumwürger

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Baumwürger
Geöffnete Kapselfrüchte von Celastrus striangularis

Geöffnete Kapselfrüchte von Celastrus striangularis

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Spindelbaumartige (Celastrales)
Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
Gattung: Baumwürger
Wissenschaftlicher Name
Celastrus
P.Browne

Die Baumwürger[1] (Celastrus) sind eine Pflanzengattung kletternder Sträucher aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Asien, Amerika, Australien, Madagaskar und auf Fidschi. Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Celastrus orbiculatus im Botanischen Garten Bielefeld

Die Baumwürger sind meist sommergrüne, selten immergrüne, kletternde, meist windende Sträucher mit stielrunden oder kantigen Zweigen, die mit zahlreichen länglichen oder runden, hellen Korkporen bedeckt sind. Das Mark kann gekammert sein. Die Knospen sind 2 bis 4 Millimeter lang, eiförmig bis länglich eiförmig und haben zahlreiche, oft spitze Schuppen. Die Laubblätter stehen wechselständig. Die Nebenblätter sind klein, linealisch und fallen früh ab. Die Blattspreite ist meist eiförmig, behaart oder kahl mit beinahe ganzrandigem, gesägtem oder gekerbtem Blattrand. Sie färbt sich im Herbst bei den meisten Arten gelb.[2][3]

Der Blütenstand ist achselbürtig oder endständig und wächst sympodial, thyrsenartig oder einzelblütig. Die Blüten sind meist eingeschlechtig, selten zwittrig und selten zweihäusig verteilt. Sie sind fünfzählig, grünlich oder gelblich weiß. Der Diskus ist häutig oder fleischig, ringförmig oder schalenförmig, ganz oder schwach fünflappig. Die Staubblätter sind kurz, die Staubbeutel öffnen sich längs zum Zentrum der Blüte hin. Der Fruchtknoten ist oberständig, dreifächrig und je Fach werden ein bis zwei aufrechtstehende Samenanlagen gebildet. Die Frucht ist eine 8 bis 10 Millimeter dicke, annähernd kugelförmige, selten längliche, ledrige Kapsel, die sich längs der drei Fächer öffnet und ein bis sechs Samen enthält. Die Samen sind elliptisch, eiweißreich und fast vollständig von einem fleischigen, roten bis orange-roten Arillus eingeschlossen.[3][2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=46.[4]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet der etwa 30 Arten liegt in Asien, Nord- und Südamerika, Australien, Madagaskar und Fidschi, wo sie von luftfeuchten Wäldern bis zu trockenen Dickichten in tropischem bis gemäßigtem Klima vorkommen.[3][2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baumwürger (Celastrus) sind eine Gattung aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae), in der sie der Unterfamilie Celastroideae zugeordnet wird.[5] Die Gattung wurde von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum 1753 erstmals wissenschaftlich gültig beschrieben.[3] Der von ihm gewählte Gattungsname Celastrus wurde schon vor Linné für verschiedene immergrüne Arten verwendet und leitet sich vom griechischen kelastra für einen immergrünen Baum ab.[6]

Die Gattung wird in zwei Untergattungen aufgeteilt:[3]

  • Celastrus subg. Celastrus
  • Celastrus subg. Racemocelastrus. Ding Hou

Sie umfasst etwa 30 Arten, die Plant List gibt folgende Arten an:[7]

Blätter und Blüten von Celastrus orbiculatus
Blätter und Früchte von Celastrus scandens

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Arten werden als Zierpflanzen kultiviert und als Schmuck von Mauern, Lauben und Pergolen verwendet. Die Früchte bleiben bis lang in den Winter erhalten.[2]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M.P. Simmons: Celastraceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants - Volume VI - Flowering Plants - Dicotyledons - Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. 2004, S. 29–64.
  • Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 11: Oxalidaceae through Aceraceae. Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-73-3, S. 466 (englisch).
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 172–173.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 137 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff, Bärtels: Flora der Gehölze. S. 172.
  2. a b c d Roloff, Bärtels: Flora der Gehölze. S. 172.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Zhixiang Zhang, Michele Funston: Celastrus. In: Flora of China. Band 11, S. 466.
  4. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants - Volume VI - Flowering Plants - Dicotyledons - Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. S. 29–64.
  5. Celastrus. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 31. Oktober 2013 (englisch).
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 137.
  7. Celastrus. In: The Plant List. Abgerufen am 5. September 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Baumwürger (Celastrus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien