Baumwolle

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Baumwolle
Baumwollfeld

Baumwollfeld

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Gattung: Baumwolle
Wissenschaftlicher Name
Gossypium
L.

Die Baumwollpflanze (Gossypium) oder Baumwolle (engl. cotton, franz. coton) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Es gibt etwa (20 bis) 51 Arten in den Tropen und Subtropen.

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze. Ungewöhnlich ist, dass mindestens vier Völker möglicherweise unabhängig voneinander diese Pflanzengattung domestizierten. Zweimal geschah dies in Amerika mit den Arten Gossypium hirsutum und Gossypium barbadense und je einmal in Asien (Gossypium arboreum) und Afrika (Gossypium herbaceum).[1] Aus den Samenhaaren wird die Baumwollfaser, eine Naturfaser, gewonnen.[2]

Etymologie

Der Holzschnitt aus dem 14. Jahrhundert von Jehan de Mandeville zeigt das Missverständnis vom Schafe tragenden Baum.

Der Name „Baumwolle“ leitet sich von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Baumwollpflanze ab, die die Ausbreitung der Pflanzensamen über größere Distanzen ermöglichen. Allerdings ist die Baumwollpflanze trotz des Namens kein Baum, sondern ein bis zu sechs Meter hoher Strauch. Viele Pflanzensamen tragen solche Samenhaare (auch Samenwolle), doch nur die der Baumwollpflanze werden zur Textilherstellung verwendet. Wie die tierischen Wollhaare dienen diese Pflanzenfasern als Grundlage zur Herstellung von Garnen, Geweben und Wirkwaren.

Das Bestimmungswort „Baum“ wurde eventuell im Anschluss an Herodots Historien Buch 3, 106 gewählt, wonach in Indien Wolle, die die Schafwolle an Schönheit und Güte übertrifft und aus der die Inder ihre Kleider herstellen, auf Bäumen wächst. Im Mittelhochdeutschen ist für das 12. Jahrhundert bereits das Wort boumwolle belegt.[3]

Das nicht nur im Englischen, sondern international gebräuchliche Wort cotton (mittelenglisch coton, frz. coton, span. algodón, ital. cotone) leitet sich über das mittelfranzösische coton aus dem spanisch-arabischen Dialektwort quṭún (hocharabisch quṭn) ab, das „Baumwolle“ bedeutet. Im Deutschen ist diese Wurzel in Kattun präsent.[4][5]

Kulturgeschichte

Mumienbündelmaske. Flach gewebte Baumwolle, bemalt im Paracas-Stil. Cerror Uhle, Ica-Tal (Peru). Textil-Exponat des American Museum of Natural History, New York.
Aztekische Prachgewänder. Um 1500
Die Bedeutung von Baumwolle für die mesoamerikanischen Kulturen zeigt sich auch darin, dass es wie hier bei den Olmeken einen Baumwollgott gab
Wandbehang (Kalamkari), 1610/1640. Deckfarbe, gebeizt und gefärbte. Baumwolle. Eines von zahlreichen Beispielen der indischen Kunst auch früherer Epochen, in der Baumwolle eine wichtige Rolle als tragendes Gewebe spielte

Ursprünge und frühe Entwicklung

Für die Domestizierung von Baumwolle werden inzwischen mehrere Zentren angenommen, wo diese etwa gleichzeitig erfolgt zu sein scheint. Über die wilde Stammform der in den Tropen und Subtropen verbreiteten Gattung der Baumwollpflanze Gossypium herrscht allerdings bis heute Unklarheit. Als Ursprungszentren gelten zum einen das südliche Afrika, wo aber keine frühe Domestizierung nachweisbar ist, oder Indien und Indonesien, zum anderen das nördliche Andengebiet und eventuell der Südwesten Nordamerikas oder Zentralamerika.[6]

Baumwolle wird denn auch seit Jahrtausenden in ganz verschiedenen Kulturzonen zur Herstellung leichter Kleidung verwendet, ist jedoch wegen des vor allem in den Samen und deren Öl enthaltenen giftigen Phenols Gossypol für den Verzehr nicht geeignet außer bei Wiederkäuern und war daher im Gegensatz zu manch anderen Faserpflanzen als Nahrungsmittel kulturhistorisch ohne Bedeutung.[7]

  • Die ältesten Belege für Baumwolle stammen aus Indien. In Mehrgarh, der ältesten neolithischen Siedlung des Indus-Tales fanden sich Beweise für Baumwollsaaten und -fasern, die auf ca. 6000 v. Chr. datiert werden können. Dabei handelt es sich um die Art G. arboreum. Sie wird hier erstmals nachweislich während der Indus-Kultur verarbeitet, denn in Mohenjo-Daro sind Reste von Baumwolltextilien gefunden wurden, die auf das 3. vorchristliche Jahrtausend datiert werden konnten.[8] Baumwolle wird auch später im Rigveda um 1500 v. Chr. erwähnt. Der griechische Historiker Herodot notierte über indische Baumwolle: „Es gibt wildwachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider“.
  • Afrika: G. herbaceum wuchs in Afrika traditionell in offenen Wäldern und Grassavannen. Eindeutige Nachweise domestizierter Formen und Produkte daraus wurden bisher archäologisch jedoch nicht belegt. Die Ausbreitung der am engsten verwandten Wildformen legt jedoch eine nördliche Ausbreitung nach Nordafrika und in den Nahen Osten nahe. Man nimmt daher an, dass die erste Domestizierung von G. herbaceum in Arabien und Syrien erfolgte.
  • Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend erreichte Baumwolle von Indien her das Babylonische Reich in Mesopotamien, Ägypten und später Europa.

Im Alten Ägypten ist Baumwolle seit dem Neuen Reich durch Grabfunde belegt, desgleichen später im hellenistischen Osten.[9]

  • Die altamerikanischen Völker kannten Baumwolle, lange bevor im Mittelalter ihr Anbau und ihre Verarbeitung durch die Araber über Spanien und Italien in Europa eingeführt wurde. Vertreten sind hier die Neuweltarten G. hirsutum in Mesoamerika und G. barbadense in Südamerika.
    • In Südamerika finden sich erste Baumwolltextilien aus domestizierter Baumwolle, hier G. barbadense, ebenfalls ab dem 3. vorchristlichen Jahrtausend im sog. Baumwoll-Präkeramikum der Anden, als man zwar noch keine Töpferwaren kannte, aber bereits Baumwolle anbaute. Archäologisch wurden Beispiele dieses Typs an verschiedenen Orten Perus und Ekuadors gefunden, insbesondere in Ancón, aber z. B. auch in Huaca Prieta, und zwar 1000 bis 1500 Jahre vor der Einführung von Keramik und der Domestizierung von Mais. Baumwolle wurde damals vor allem für Fischerei- und Jagdnetze, Kleidung und Speicherbeutel verwendet.

Baumwolltextilien sind seit dieser Zeit in Nordchile, Peru und Ekuador belegt, etwa bei den Nazca, wo sie sich in trockenen Hochlandgegenden archäologisch nachweisbar erhalten haben. Gegen Ende dieser Periode verwendete man wegen ihrer besseren Färbbarkeit dann auch Wolle von Neuweltkamelen.[10]

Allerdings ist der erste eindeutige Nachweis der Domestizierung von Baumwolle, hier G. barbadense, noch wesentlich älter. Er stammt aus Ancón, einem Fundort an der zentralen Küste Perus, wo Archäologen Reste von Baumwollkapseln fanden, die auf 4200 v. Chr. datiert werden konnten. Um 1000 v. Chr. waren die Baumwollkapseln aus Peru dann nicht mehr von den heute kultivierten Formen von G. barbadense zu unterscheiden. Es scheint also durchaus möglich, dass Baumwolle in der Neuen Welt ebenso früh verwendet wurde wie im alten Indien.

  • Auch für die präkolumbianischen Kulturen Nordamerikas ist die Verwendung von Baumwolle bezeugt, etwa für die Hohokam-Kultur (300 – 100 v. Chr.) in Arizona. Insgesamt begann der Baumwollanbau im Südwesten Nordamerikas bereits vor 3000 Jahren. Die Navajos hatten Baumwollkleider, ebenso wie die Anasazi der Pueblo-Zeit (Phase I, 700 – 900 n. Chr.).[11]
  • Mittelamerika: Der älteste Nachweis von G. hirsutum stammt aus dem Tal von Tehuacan und wurde auf 3400 und 2300 v. Chr. datiert. In verschiedenen Höhlen des Gebietes fanden Archäologen Reste der voll domestizierten Form dieser Baumwolle. Neuere Ausgrabungen in der Guila-Naquitz-Höhle in Oaxaca erlaubten einen Vergleich mit rezenten Exemplaren von wildem und domestiziertem G. hirsutum punctatum. Dabei ergab sich, dass sie von derselben Art abstammen könnten, die ursprünglich auf der Yucatan-Halbinsel domestiziert worden war.

In verschiedenen Gebieten und Kulturen Mesoamerikas war Baumwolle ein sehr begehrtes Gut, das teuer gehandelt wurde. Kaufleute der Mayas und Azteken tauschten Baumwolle gegen andere Luxusgüter, und Adelige schmückten sich mit kostbaren farbigen Mänteln aus diesem Material. Aztekenkönige beschenkten oft vornehme Besucher mit Baumwollprodukten und bezahlten Heerführer damit.

  • Im klassischen Altertum schätzten Griechen und Römer die Baumwolle vor allem wegen ihrer Feinheit und Weiße. Sie war in Rom, nachdem Alexander der Große Indien erreicht und die Baumwolle von dort mitgebracht hatte, ein begehrtes und luxuriöses Importgut aus dem Orient, vor allem aus Indien.[12]
  • Weitere Entwicklung in Mittelalter und Neuzeit:
    • Ab dem 6. nachchristlichen Jahrhundert wurde Wolle im Vorderen Orient, Arabien und Ägypten zum üblichen Material für Arbeitskleidung, und die Mauren bauten Baumwolle in Spanien extensiv an.[13]
    • In Indien wurden bereits sehr früh verschiedene Kultursorten angebaut. Bereits im 16. Jahrhundert waren die indischen Regionen Bengalen, Punjab, Coromandel und Gujarat Zentren der Baumwollverarbeitung. Eine besondere Bedeutung kam Gujarat zu, dessen Baumwollprodukte über verschiedene Handelsrouten bis in die Zentren des Nahen Ostens gehandelt wurden.
    • In der Neuen Welt stießen die spanischen Konquistadoren und Entdecker überall auf den Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle. Christoph Kolumbus, Hernando Cortes, Francisco Pizarro, Fernando de Magellan und andere berichteten von den verschiedenen Zwecken, für die die Faser genutzt wurde, und sie bewunderten die gestreiften Sonnensegel und farbigen Mäntel, die die Eingeborenen herstellten.[14]
    • Um 1600 war Baumwolle allerdings in Europa noch ein Luxusgut, das nicht weniger als Seide geschätzt wurde. Grund des hohen Wertes war der hohe Arbeitseinsatz bei der Verarbeitung. Arbeitsintensiv waren vor allem das Entfernen der Samenkapseln und das mühselige Kardieren der im Vergleich zu Wolle und Seide sehr kurzen Fasern. Um ein Pfund (gemeint ist hier die angloamerikanische Maßeinheit Pound, die ca. 453 g hat) verarbeitungsfähige Baumwollfäden zu gewinnen, war ein Einsatz von 13 Arbeitstagen nötig. Für eine vergleichbare Menge an Seide waren dagegen nur sechs Arbeitstage notwendig, während man für Leinen zwei bis fünf und für Wolle ein bis zwei Tage brauchte. Vor 1750 waren englische Spinner nicht in der Lage, Baumwollfäden zu spinnen, die ausreichend fest genug waren, um reine Baumwollgewebe herzustellen. Reine Baumwollgewebe wurden nur in Indien hergestellt.[1]

Die Ostindienkompanie importierte bereits im frühen 17. Jahrhundert Baumwolltuche nach England und verkaufte diese Textilien trotz der erbitterten Gegenwehr der Wollproduzenten, die zeitweise stark genug war, um die Verwendung von Baumwolltuch gesetzlich zu verbieten. In Manchester gelang es schließlich, die Verarbeitung von Baumwolle in England durchzusetzen.

Verbreitung der Baumwolle in Mittelalter und Neuzeit

Bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts zog Venedig das Handelsmonopol levantinischer Baumwolle an sich und behielt es bis ins 17. Jahrhundert. Zugleich nahm an den großen Umschlagplätzen nördlich der Alpen die Baumwollverarbeitung stark zu. Mittelpunkt war Augsburg, das fast alle europäischen Märkte mit seinen Barchenten versorgte.

Mit dem stark zunehmenden Ostindienhandel wuchs die Einfuhr gesponnener Rohgarne über die Niederlande, so dass das Monopol Venedigs zunehmend schwächer wurde. Der Aufstieg der Britischen Ostindien-Kompanie zu einer der großen Handelsorganisationen der frühen Neuzeit steht ebenfalls in engem Zusammenhang mit Baumwolle. Der sehr profitreiche Gewürzhandel war zu Beginn des 17. Jahrhunderts fest in Händen portugiesischer und holländischer Kaufleute. Die Britische Ostindien-Kompanie handelte deshalb vor allem mit persischer Seide, die über Karawanenrouten durch Syrien auf türkische Märkte gelangte. Dort wurde auch traditionell indisches Baumwollgewebe gehandelt, und die britische Kompanie handelte zunehmend auch dieses Gewebe.[1] Ihren großen Aufschwung nahm die Baumwollindustrie jedoch erst im Ende des 18. und vor allem Anfang des 19. Jahrhunderts (Spinnmaschinen) im Verlauf der Industriellen Revolution, zunächst in England, dann in Frankreich und Deutschland, wo die Baumwollfaser sich nach und nach auch aufgrund ihrer größeren Verfügbarkeit durch den zunehmenden Anbau in den britischen Kolonien und den USA gegen die Wolle ökonomisch als Alternative durchzusetzen begann.

Mit der Ausweitung des Fernhandels in der frühen Neuzeit verdrängte die Baumwolle auch in Nord- und Mitteleuropa zunehmend Leinen (Flachs) und Hanf für die meisten Anwendungsbereiche.

Mit der Erfindung der Spinning Jenny im Jahre 1764, einer frühen Spinnmaschine mit mehreren Spindeln, und der Waterframe von Arkwright 1769 wird die kostengünstige Massenproduktion von Textilien im Vereinigten Königreich möglich. Während Indien vor der industriellen Revolution hauptsächlich Fertigprodukte nach England exportierte, wird Indien danach zum Rohstofflieferanten für die englische Textilindustrie.

Im 20. Jahrhundert bekam die Baumwolle zunehmend Konkurrenz durch chemisch erzeugte Fasern. Insbesondere Polyesterfasern finden immer häufiger Verwendung: 2003/2004 wurden sie erstmals in größerer Menge verarbeitet als Baumwolle und drängten diese bei den Textilfasern somit auf den zweiten Rang ab.

Vereinigte Staaten

Afroamerikanische Sklaven beim Trocknen von Baumwolle (Edisto Island, South Carolina, ca. 1862/63)
Die erste Cotton-Gin-Maschine. Abbildung aus der Zeitschrift Harpers Weekly (11869), die eine Situation darstellt, die noch ca. 70 Jahre älter ist.

Die ersten englischen Siedler in Nordamerika sahen keine oder kaum Baumwolle im Gebrauch unter den Eingeborenen. Sie begannen jedoch bald, die Faser aus Westindien zu importieren, und von dort stammte schließlich auch die Pflanze selbst, die sie nun in dem sehr ähnlichen Klima der südlichen Kolonien und den vergleichbaren Böden dort anzubauen begannen. Während der kolonialen Periode wurde Baumwolle aber nie zur hauptsächlich kultivierten Pflanze, war kaum eine wichtige Anbaupflanze zu nennen, denn Baumwolle konnte profitabel nur gezogen werden, wenn ein Überschuss an extrem billigen Arbeitskräften zur Verfügung stand; und die Arbeit in Amerika, gleichgültig ob die Arbeiter weiß oder schwarz waren, konnte niemals so billig sein oder werden wie in Indien. Amerikanische Sklaven konnten ohnehin weit profitabler beim Anbau von Reis und Indigo eingesetzt werden. Grund war der enorme Arbeitsaufwand, der bei der Ernte und danach anfiel, wenn die Baumwollfasern von Hand gepflückt und aufwendig für die Weiterverarbeitung präpariert werden mussten.[15] Dies änderte sich erst, als die Baumwollproduktion in den Südstaaten der USA - dem sogenannten Cotton Belt – von der Erfindung der Egreniermaschine („Cotton Gin“) im Jahr 1793 profitierte. Langstapelige Sorten wie Sea Island Cotton waren dort in den Küstenregionen bereits vorher angebaut worden. Im hügeligen Binnenland gediehen dagegen nur kurzstapelige Sorten, die vor der Erfindung der Cotton Gin von den Sklaven nur für den persönlichen Bedarf angebaut worden waren. Aufgrund der neuen Technologie konnten nun aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts und bis ins 20. Jahrhundert hinein auch kurzstapelige Baumwolle kostengünstig verarbeitet werden und blieb das wichtigste Exportgut des amerikanischen Südens, obwohl dort das Klima eigentlich etwas zu feucht und nicht heiß genug ist und es dadurch immer wieder zu Ernteausfällen durch Verrottung kam. Baumwolle wurde nun auch im Binnenland gepflanzt und verdrängte dort Tabak und Getreide. In der Dekade von 1790 bis 1800 stieg der jährliche Baumwollexport allein aus South Carolina von weniger als 10.000 auf mehr als sechs Millionen Pfund (= Pound) an. Die Sklaverei erreichte nach der Einführung des Baumwollanbaus eine größere Ausdehnung, als jemals zuvor, etwa beim Tabak- oder Reisanbau.[16] Seine größte Ausdehnung fand der Baumwollanbau im Black Belt, einer Region, die sich im 19. Jahrhundert von North Carolina bis Louisiana erstreckte. Im Zeitraum von 1812 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Baumwollproduktion in dieser Region von weniger als 300.000 Ballen auf 4 Millionen Ballen pro Jahr an.[16]

Der Anbau der Baumwolle verlangte von den Sklaven während eines Großteils des Jahres beständige Arbeit und gewissenhafte Pflege. Frauen wurden auf den Plantagen ebenso eingesetzt wie Männer, die Pflanzer legten jedoch Wert auf junge Arbeitskräfte. Nach der Saat, die Ende März oder Anfang April erfolgte, mussten die Pflanzen laufend ausgedünnt und umgepflanzt werden, eine Tätigkeit, die die Sklaven fast den gesamten Sommer über in Anspruch nahm. Wenn diese Phase Ende Juli, Anfang August beendet war, setzten die Pflanzer ihre Sklaven vorübergehend auf Mais- und Erbsenfeldern ein. Im späten August begann das Baumwollpflücken, eine sehr eintönige und ermüdende Tätigkeit, die sich oftmals bis zum Ende des Jahres oder darüber hinaus hinzog. Unerfahrene Baumwollpflücker verletzten sich sehr leicht an den scharfkantigen Samenkapseln. Die letzten Arbeitsschritte waren das Trocknen, Entkernen und Verpacken der Baumwolle, die in Ballen ausgeliefert wurde; häufig folgten auch noch das Kämmen, Spinnen und Aufspulen.[16]

Nachdem in Nordamerika der moderne Anbau von Baumwolle 1621 in Florida begonnen hatte und lange Zeit wirtschaftlich eher unbedeutend geblieben war, wurde er nun aber, nicht zuletzt durch die ökonomische Macht der großen Baumwollpflanzer der Südstaaten der USA, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem auch politisch bestimmenden Faktor, der letztlich mit zum Ausbruch des Sezessionskrieges und dem Untergang der amerikanischen Südstaaten beitrug (Sklaverei und unterschiedliche wirtschaftliche Interessen der industriell orientierten Nordstaaten, die mit Schutzzöllen ihre Industrieproduktion abschirmen wollten, gegenüber den auf Freihandel und Export ihrer Agrarprodukte, vor allem eben Baumwolle, bedachten Südstaaten).[17]

Die beiden berühmtesten Werke, die diese historisch-ökonomische Situation vor dem Hintergrund der durch Sklaven betriebenen Baumwollplantagen des alten Südens literarisch behandeln, sind zwei Romane: Margaret Mitchells Vom Winde verweht (1936) und Harriett Beecher Stowes Onkel Toms Hütte (1859), dazu die US-Fernsehserie Fackeln im Sturm aus den 80er- und 90er-Jahren. Vom Winde verweht wird von der Kritik allgemein recht positiv beurteilt (auch die Verfilmung von 1939 mag dabei eine Rolle spielen), während Onkel Toms Hütte vor allem zu Anfang eine vernichtende Kritik erfuhr wegen der doch sehr rührseligen, klischeebehafteten und unreflektierten Handlung mit ihren nicht nur nach heutigem Empfinden ans Peinliche grenzenden Frömmeleien. Vor allem farbige Amerikaner lehnen das Buch bis heute wegen des darin enthaltenen unterschwelligen Rassismus ab. Kindlers Literaturlexikon schreibt: „Stowes Rezept passiver Jenseitserwartung musste den derart Bevormundeten […] als verantwortungslose Stützung herrschender Machtverhältnisse erscheinen.“[18]

Baumwollpflanze

Anbau und Ökologie

Viele Baumwoll-Arten und -Sorten sind von Natur aus ausdauernde Pflanzen, werden aber als einjährige Pflanzen kultiviert. Als Kulturpflanze belässt man sie in der Regel nur für ein Jahr auf dem Feld, um den höchsten Ernteertrag zu erzielen. Nach der Ernte bzw. nach einer Frostperiode werden die Pflanzen dann meist abgeschlegelt und zur Gründüngung in den Boden eingearbeitet. In brennstoffarmen Regionen dienen die abgestorbenen, trockenen Pflanzenteile auch als Brennmaterial.

In der nördlichen Hemisphäre findet die Aussaat abhängig vom Standort zwischen Anfang Februar und Anfang Juni statt. Die Ernte erfolgt zwischen Oktober und Februar. Zwischen Aussaat und Ernte liegen rund acht bis neun Monate. Da die Baumwolle oft ungleichmäßig abreift, wird häufig mehrmals geerntet. Große Kulturflächen werden zumeist von Baumwollerntern maschinell abgeerntet, bei kleinen Anbaufeldern und in weniger entwickelten Staaten erfolgt die Ernte oft noch mit der Hand. Manche Pflückmaschinen können nur laubfreie Pflanzen abernten, so muss entweder der erste Frost abgewartet, oder chemische Entlaubungsmittel müssen eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für die niedrig wachsenden windresistenten Sorten (storm proof cotton), die überwiegend in Texas angebaut werden. Handgeerntete Baumwolle ist bezüglich Reife und Schmutzgehalt fast immer von höherer Qualität als maschinell geerntete. Dies liegt daran, dass Vollernter auch unreife und überreife Kapseln erfassen, während per Hand nur die reifen Faserbüschel ausgezupft werden.

Problematisch für die Ernte ist die langgezogene Blütezeit, weil dadurch auch die Kapseln über einen Zeitraum von mehreren Wochen versetzt reifen. Überreife Baumwolle ist genauso wie unreife qualitativ minderwertig. Maschinelle Einmalernten sind daher immer ein Kompromiss aus überreif, reif und unreif. Die Handpflücke ist genauer, benötigt aber viele Arbeitskräfte, da mehrere Durchgänge notwendig sind.

Baumwolle gedeiht gut auf schweren Böden. Sehr geeignet sind Vertisole. Sie ist bezüglich des Nährstoffgehaltes nicht sehr anspruchsvoll. Wichtig ist aber eine ausreichende Wasserversorgung (600 bis 1200 Millimeter während der Wachstumsperiode). In niederschlagsarmen Gebieten sind die Baumwollkulturen daher von künstlicher Bewässerung abhängig.

Heute wird Baumwolle – als nachwachsender Rohstoff – auf allen fünf Kontinenten angebaut. Hierzu werden Baumwollpflanzen verwendet, die durch Züchtung mehr Fasern produzieren als die Wildpflanze. Transgene Baumwolle erleichtert die Schädlings- und Unkrautbekämpfung und wurde 2010 auf etwa zwei Dritteln der weltweiten Baumwollanbaufläche angepflanzt. Baumwollkapselbohrer und Baumwollkapselkäfer gehören zu den wichtigsten Baumwollschädlingen in Amerika.

Ökologie

Der Baumwollkapselkäfer (Anthonomus grandis) ist ein gefürchteter Baumwollschädling

Die lange Wachstumszeit der Baumwolle erfordert nach der Ernte eine rasche Feldbestellung und Neuaussaat. Daher ist der Anbau von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterdrückung von Unkräutern kaum möglich. Besonders auf großen Flächen wird Baumwolle oft ohne Fruchtwechsel mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Infolge dieser Monokulturen ist die großflächige Baumwollproduktion stark von Pflanzenschutzmitteln abhängig. Baumwolle gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Auf Baumwolle entfielen 1999/2000 etwa elf Prozent des weltweiten Pestizidmarktes.[19] Daher gilt sie unter Umweltschutzaspekten als sehr bedenklich.

Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch anzusehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Dies führte zu einer weitreichenden Versalzung.

Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt. Anfang 2010 wurde die Textilbranche von groß angelegtem Betrug mit angeblicher Biobaumwolle erschüttert, ein großer Teil der aus Indien stammenden Biobaumwolle wurde gentechnisch verändert. Der Betrug wurde bereits im April 2009 von indischen Behörden aufgedeckt. Zusammen mit westlichen Zertifizierungsunternehmen haben zahlreiche Dörfer gentechnisch veränderte Baumwolle als Bioprodukt deklariert und in großen Mengen in Umlauf gebracht – ein klarer Verstoß gegen die strengen Standards für Ökotextilien. Von dem Betrug betroffen sind namhafte Handelsketten wie H&M, C&A und Tchibo.[20] Nach einem jahrelangen Anstieg der Produktion erfolgte 2011 ein Einbruch um über ein Drittel.[21] 2008 betrug der Marktanteil 0,5 Prozent.[22]

Der kleinflächige Anbau von Baumwolle ist in vielen Entwicklungsländern ein wesentlicher Bestandteil der jeweiligen Volkswirtschaften und stellt den größten Exportwert und für viele Bauern die primäre Cash Crop dar.

Anbaugebiete

Die weltweit bedeutendsten Baumwollproduzenten sind die Volksrepublik China, Indien, die USA, und Pakistan. In Europa ist Griechenland das einzige Land mit einer größeren Produktionsmenge (Platz 10 der Weltrangliste), gefolgt von Spanien mit einer geringeren Menge[23] – die Türkei wird hier zu den asiatischen Nationen gezählt, da die Hauptanbauflächen in Asien liegen. Generell lässt sich sagen, dass die meiste Baumwolle geographisch gesehen zwischen den 43 Grad nördlicher und 36 Grad südlicher Breite gelegenen tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas, Indiens und Asiens – dem sog. Baumwollgürtel, angebaut wird.

Baumwolle und Klima

Baumwollanbau trägt insbesondere durch den hohen Verbrauch an Mineraldünger und Pestiziden erheblich zum weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bei. Durch die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts entstehen sieben bis neun Kilogramm Kohlendioxid (CO2).[24]

Forschung

2010 wurde erstmals ein Baumwollgenom sequenziert. Das Genom dieser Wildsorte aus Peru (Gossypium raimondii) ist wesentlich einfacher aufgebaut als das der Kultursorten. Laut Forschern beim 5. Treffen der International Cotton Genome Initiative (ICGI) stellt dies einen bedeutenden Schritt dar auf dem Weg, über die vollständige Kenntnis neue, ertragreiche und widerstandsfähige Sorten zu züchten.[25][26]

Botanik

Illustration von Gossypium barbadense: A blühender Zweig, 1 Blüte ohne Kronblätter, 2 Staubgefässe, 3 Pollen, 4 und 5 Fruchtknoten im Längs- und Querschnitt, 6 Frucht, 7 Same mit Samenhaaren, 8 derselbe ohne Samenhaare, 9 und 10 derselbe in Längs- und Querschnitt, 11 Embryo

Vegetative Merkmale

Gossypium-Arten wachsen als einjährige bis ausdauernde, krautige Pflanzen, manchmal als Sträucher. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind mit dunklen Öldrüsen punktiert. Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind meist handförmig drei- bis neunlappig, selten ohne Lappen. Es sind Nebenblätter vorhanden.[27]

Generative Merkmale

Die im oberen Bereich der Pflanzen gebildeten Blüten stehen einzeln. Die Blütenstiele besitzen meist Drüsen direkt unter dem Nebenkelch. Die meist drei, selten bis sieben Nebenkelchblätter sind laubblattähnlich, drüsig, frei oder an ihrer Basis verwachsen, ganzrandig oder gezähnt bis tief geschlitzt. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch, fünfzählig mit doppeltem Perianth. Die fünf Kelchblätter sind becherförmig mehr oder weniger hoch verwachsen. Die fünf freien, relativ großen Kronblätter sind oben gerundet. Die Kronblätter besitzen eine weiße oder gelbe Grundfarbe und sind im Zentrum der Blüte manchmal purpurfarben. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Drei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, drei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen mit je zwei Samenanlagen in jeder Kammer. Der kurze, stabförmige Griffel endet in einer keulenförmigen, drei- bis fünfrilligen Narbe.[27]

Die kugelige oder ellipsoide Kapselfrucht öffnet sich bei Reife mit drei bis fünf Klappen. Die kugeligen Samen besitzen intensiv weiße, lange wollige Trichome (Samenhaare) gemischt oder ohne kurze Trichome.

Die giftigen Samen enthalten bis zu 1,5 Prozent Gossypol.

Blätter und Blüte von Gossypium tomentosum.

Systematik

Der Gattungsname Gossypium wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 693 erstveröffentlicht. Lectotypusart ist Gossypium arboreum L.. Synonyme für Gossypium L. sind: Erioxylum Rose & Standl., Ingenhouzia DC., Notoxylinon Lewton, Selera Ulbr., Sturtia R.Br., Thurberia A.Gray, Ultragossypium Roberty. Die Gattung Gossypium gehört zur Tribus Gossypieae in der Unterfamilie der Malvoideae in der Familie der Malvaceae.[28]

Die Gattung Gossypium wird in vier Untergattungen, sieben Sektionen und Untersektionen gegliedert, hier mit allen 51 Arten:[28]

  • Untergattung Gossypium: Mit zwei Sektionen:
    • Sektion Gossypium: Mit vier Untersektionen:
      • Untersektion Anomala Tod.: Mit drei Arten:
        • Gossypium anomalum Wawra (Syn.: Gossypium senarense Fenzl ex Wawra & Peyr.)
        • Gossypium capitis-viridis Mauer (Syn.: Gossypium barbosanum L.Ll.Phillips & Clement)
        • Gossypium triphyllum (Harv.) Hochr.
      • Untersektion Gossypium: Mit zwei Arten:
        • Gossypium arboreum L. (Syn.: Gossypium cernuum Tod., Gossypium indicum Medik., Gossypium intermedium Tod., Gossypium nanking Meyen, Gossypium neglectum Tod., Gossypium obtusifolium Roxb. ex G.Don, Gossypium sanguineum Hassk., Gossypium soudanense (G.Watt) G.Watt)
        • Gossypium herbaceum L. (Syn.: Gossypium africanum (G.Watt) G.Watt, Gossypium transvaalense G.Watt)
      • Untersektion Longiloba: Mit nur einer Art:
        • Gossypium longicalyx J.B.Hutch. & B.J.S.Lee
      • Untersektion Pseudopambak: Mit sieben Arten:
        • Gossypium areysianum Deflers
        • Gossypium benadirense Mattei
        • Gossypium bricchettii (Ulbr.) Vollesen
        • Gossypium incanum (O.Schwartz) Hillc.
        • Gossypium somalense (Gürke) J.B.Hutch.
        • Gossypium stocksii Mast.
        • Gossypium vollesenii Fryxell
    • Sektion Serrata Fryxell: Mit nur einer Art:
      • Gossypium trifurcatum Vollesen
  • Untergattung Houzingenia: Mit zwei Sektionen:
    • Sektion Erioxylum: Mit drei Untersektionen:
      • Untersektion Austroamericana: Mit nur einer Art:
        • Gossypium raimondii Ulbr.
      • Untersektion Erioxylum: Mit vier Arten:
        • Gossypium aridum (Rose & Standl.) Skovst.
        • Gossypium laxum L.Ll.Phillips
        • Gossypium lobatum Gentry
        • Gossypium schwendimanii Fryxell & S. D. Koch
      • Untersektion Selera: Mit nur einer Art:
        • Gossypium gossypioides (Ulbr.) Standl.
    • Sektion Houzingenia: Mit drei Untersektionen:
      • Untersektion Caducibracteolata: Mit drei Arten:
        • Gossypium armourianum Kearney
        • Gossypium harknessii Brandegee
        • Gossypium turneri Fryxell
      • Untersektion Houzingenia: Mit zwei Arten:
        • Gossypium thurberi Tod.
        • Gossypium trilobum (DC.) Skovst.
      • Untersektion Integrifolia: Mit zwei Arten:
        • Gossypium davidsonii Kellogg
        • Gossypium klotzschianum Andersson
  • Untergattung Karpas: Mit sechs Arten:
    • Gossypium barbadense L. (Syn.: Gossypium acuminatum Roxb. ex G.Don, Gossypium brasiliense Macfad., Gossypium evertum O.F.Cook & J.Hubb., Gossypium peruvianum Cav., Gossypium vitifolium Lam. )
    • Gossypium ekmanianum Wittm.
    • Gossypium hirsutum L. (Syn.: Gossypium jamaicense Macfad., Gossypium lanceolatum Tod., Gossypium mexicanum Tod., Gossypium morrillii O.F.Cook & J.Hubb., Gossypium palmeri G.Watt, Gossypium punctatum Schumach., Gossypium purpurascens Poir., Gossypium religiosum L., Gossypium schottii G.Watt, Gossypium taitense Parl., Gossypium tridens O.F.Cook & J.Hubb.)
    • Gossypium mustelinum Miers ex G.Watt
    • Gossypium tomentosum Nutt. ex Seem.
  • Untergattung Sturtia Sturtia (R.Br.) Tod.: Mit drei Sektionen:
    • Sektion Grandicalyx (Fryxell) Fryxell : Mit zwölf Arten:
      • Gossypium anapoides J.M.Stewart et al.
      • Gossypium costulatum Tod.
      • Gossypium cunninghamii Tod.
      • Gossypium enthyle Fryxell et al.
      • Gossypium exiguum Fryxell et al.
      • Gossypium londonderriense Fryxell et al.
      • Gossypium marchantii Fryxell et al.
      • Gossypium nobile Fryxell et al.
      • Gossypium pilosum Fryxell
      • Gossypium populifolium (Benth.) F Muell. ex Tod.
      • Gossypium pulchellum (C.A.Gardner) Fryxell
      • Gossypium rotundifolium Fryxell et al.
    • Sektion Hibiscoidea Tod.: Mit drei Arten:
      • Gossypium australe F.Muell.
      • Gossypium bickii Prokh.
      • Gossypium nelsonii Fryxell
    • Sektion Sturtia (R.Br.) Tod.: Mit drei Arten:
      • Gossypium nandewarense Derera
      • Gossypium robinsonii F.Muell.
      • Gossypium sturtianum J.H.Willis

Kulturbaumwollarten

Es gibt viele verschiedene Wildarten, aber für den industriellen Anbau sind nur die Kulturbaumwollarten von Bedeutung. Das sind vier Arten, wobei zwei Arten aus der Alten Welt und zwei Arten aus der Neuen Welt stammen. Die beiden Altwelt-Arten sind Gossypium herbaceum L. (sog. Levante-Baumwolle) und Gossypium arboreum L. (sog. Tree cotton), die beiden Neuwelt-Arten Gossypium hirsutum L. (sog. Hochland-Baumwolle) und Gossypium barbadense L. (Syn.: Gossypium vitifolium Lam.), die sog. Sea-Island-Baumwolle. Die letzten beiden Arten wiederum haben sich offenbar in vorgeschichtlicher Zeit aus einer natürlichen Hybridisierung von G. herbaceum und einer Neuweltart entwickelt.[29]

Altweltliche Baumwolle wie Gossypium herbaceum und Gossypium arboreum ist diploid, wohingegen neuweltliche Baumwolle wie Gossypium hirsutum und Gossypium barbadense tetraploid ist. Den größten und damit wichtigsten Anteil an der Baumwollgewinnung hat Gossypium hirsutum.

In der Textilindustrie und -verarbeitung unterscheidet man die Baumwolle primär nach ihrer Stapellänge (Faserlänge). Sekundär spielen auch Geruch, Farbe und Reinheit eine Rolle. Je länger eine Baumwollfaser ist, desto hochwertiger wird sie eingestuft. Nach der Stapellänge können die genannten vier Arten in drei Kategorien eingeteilt werden. Die beste Qualität liefert mit einer Stapellänge von über 32 Millimetern Gossypium barbadense (gebräuchliche Handelsnamen sind Ägyptische Mako-Baumwolle, Pima-Baumwolle und Sea-Island-Baumwolle), die etwa acht Prozent der Weltproduktion ausmacht. Es folgen mit einer Stapellänge von 25 bis 30 Millimetern und einem Anteil von 90 Prozent Gossypium hirsutum (sog. Upland-Baumwolle) und Gossypium arboreum und Gossypium herbaceum, die eine kurze und grobe Faser (< 25 mm) liefern und etwa zwei Prozent der Welterzeugung ausmachen.[30]

Baumwollfaser

Eigenschaften der Faser

Baumwolle
Fasertyp

Naturfaser

Farbe

weiß-grau

Eigenschaften
Faserlänge 15–56 mm[31]
Faserdurchmesser 12–35 µm [31]
Dichte 1,51 g/cm3[31]
Zugfestigkeit 287–800 MPa[31]
Spezifische Zugfestigkeit 15–55 cN/tex (trocken)[32]
Elastizitätsmodul 4,5–11Gpa (trocken) [32]
Bruchdehnung 6–10 % (trocken) [32]
Elektrische Leitfähigkeit 107 Ωcm [32]
Wärmeleitfähigkeit 0,54 W/m*K [32]
Wasseraufnahme 8 % [31]

Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium) gewonnen wird. Der Samen bildet als Verlängerung seiner Epidermis längere Haare, die als Lint bezeichnet werden, und drei bis fünf Tage nach der Blüte sehr kurze Haare, die Linter genannt werden. Nur die langen Fasern werden, meist zu dünnen Fäden gesponnen, für Textilien verwendet, während sich die Linter nur für Zelluloseprodukte eignen.[33]

Verglichen mit Kunstfasern ist Baumwolle sehr saugfähig und kann bis zu 65 % des Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sind allerdings Gewebe aus Baumwolle einmal nass geworden, trocknen sie nur langsam. Zudem besitzt Baumwolle auch eine hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit, ist aber auch in der Lage, diese wieder abzugeben. Baumwollstoffe gelten als sehr hautfreundlich (sie „kratzen“ nicht) und haben ein äußerst geringes Allergiepotential. Diese Eigenschaften machen sie für die Textilindustrie interessant.

Die äußere Form der Baumwollfasern ist flach, verdreht und schleifenähnlich. Die Farben der Fasern variieren von Cremig-Weiß bis zu Schmutzig-Grau, abhängig vom Herstellungs- bzw. Aufbereitungsprozess. Weiterhin existiert auch farbig gewachsene Baumwolle, zumeist in grün und braun.

Baumwolle ist nicht wasserlöslich und in feuchtem oder nassen Zustand reißfester als in trockenem. Die Festigkeiten und Steifigkeiten der Baumwollfaser sind geringer als die der Bastfaser, wobei die Dehnfähigkeit deutlich höher ist. Die Fasern sind alkalibeständig, jedoch nicht säurebeständig. Baumwolle ist anfällig für Befall durch Mikroorganismen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Motten und anderen Insekten ist jedoch recht hoch. Baumwolle ist leicht entflammbar, kann aber gekocht und sterilisiert werden.

Zusätzlich macht die molekulare Struktur der Baumwolle ihre Fasern widerstandsfähig gegen Hitze und Laugen. Baumwolle ist damit auch bei starker Benutzung und häufiger Reinigung besonders langlebig. Sie fand und findet daher Anwendung in Bereichen starker chemischer und physischer Beanspruchung durch Abrieb, Zuglasten oder die Aussetzung von Salzen und Laugen, so zum Beispiel in der Verarbeitung zu Fischernetzen, Segeltuch, Reinigungstextilien, in der Arbeits- und Berufsbekleidung sowie der Tisch- und Bettwäsche der Hotellerie. Abhängig von der tatsächlich gewünschten Anwendung ist es möglich, den Rohstoff Baumwolle durch zahlreiche Arbeitsschritte in einem derart hohen Maße zu veredeln, dass er schließlich eine seidengleiche Anmutung erreichen kann, dabei jedoch weiterhin seine zahlreichen anderen positiven Eigenschaften aufweist.[34]

Verwendung

Cotton-Logo
Hauptartikel: Baumwollfaser

Der Hauptanwendungsbereich für Baumwolle ist eindeutig die Textilindustrie. Mit einem Mengenanteil von etwa 33 Prozent an der weltweiten Produktion von Textilfasern (einschließlich anderer Naturfasern und Chemiefasern) und einem Mengenanteil von etwa 75 Prozent an den Naturfasern ist Baumwolle die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Naturfaser für Heim- und Bekleidungstextilien.[35][36][37] Außer in der Textilindustrie finden Baumwollfasern aber auch in vielen anderen Bereichen Verwendung, beispielsweise als Verbandsmaterial in der Medizin sowie bei Kosmetik und Hygiene als Watte oder Wattestäbchen.

Fischernetze, Seile und Taue bestehen häufig ganz oder teilweise aus Baumwollfasern, ebenso Zelte, Planen und Persennings. Früher wurden auch Feuerwehrschläuche aus Baumwolle gefertigt. Baumwolle findet bei der Herstellung von einigen Papiersorten, von Zellulose, Kaffeefiltern, Bucheinbänden und Banknoten Verwendung.

Baumwolle wird auch als Verstärkungsfaser für naturfaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt. Haupteinsatzgebiet hierfür sind duroplastische Verbundwerkstoffe vor allem für LKW-Fahrerkabinen.[38] Durch ihre hohe Dehnfähigkeit ermöglicht die Beimischung von Baumwollfasern zu anderen Naturfasern eine deutliche Verbesserung der Schlagzähigkeit dieser Werkstoffe.

In Form von Nitrocellulose dient Baumwolle zur Herstellung von Munition und Sprengstoff.

Das Öl aus den Baumwollsamen kann im raffinierten Zustand als Speiseöl oder Brennstoff genutzt werden und ist ein Grundstoff in der kosmetischen Industrie.

Der nach dem Auspressen des Öls verbleibende Ölkuchen dient häufig als eiweißreiches Viehfutter, wird jedoch aufgrund seines hohen Gossypolgehalts nur an ausgewachsene Wiederkäuer verfüttert. Die Samen können zu zirka 20 Prozent Öl und 50 Prozent Baumwollsamenkuchen gepresst werden. Schalen bilden den Rest.

Baumwollsamen galten in den USA früher auch als Hausmittel, um einen Schwangerschaftsabbruch herbeizuführen.

Bestandteile und Verarbeitung

Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund zehn Prozent des Rohgewichtes verloren. Wenn die Wachs-, Eiweiß- und weiteren Pflanzenreste entfernt sind, bleibt ein natürliches Polymer aus Zellulose zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen Naturfasern besitzt Baumwolle keine Lignin- oder Pektinbestandteile und nur eine sehr geringe Menge an Hemizellulose von etwa 5,7 Prozent.[39] Somit besteht die Baumwollfaser, neben der Wachsschicht, fast ausschließlich aus hochkristalliner Zellulose. Die besondere Anordnung der Zellulose gibt der Baumwolle eine hohe Reißfestigkeit. Jede Faser besteht aus 20 bis 30 Lagen Zellulose in einer gedrehten Struktur.

Als ein Nebenprodukt der Baumwollproduktion fällt Baumwollsamenöl an.

Wirtschaftliche Bedeutung

Verarbeitete Baumwolle als Sofabezug

Weltproduktion

2012 wurden weltweit insgesamt 25,95 Mio. t Baumwolle produziert (nur Lint ohne Linter, s. o.) Die zehn größten Produzenten ernteten zusammen 88,9 % der Weltproduktion:

Die größten Baumwollproduzenten (2012)[40]
Rang Land Produktion (in Tsd. t) Anteil
1 China VolksrepublikChina Volksrepublik China 6840 26,4 %
2 IndienIndien Indien 5321 20,5 %
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 3598 13,9 %
4 PakistanPakistan Pakistan 2215 8,5 %
5 BrasilienBrasilien Brasilien 1638 6,3 %
6 UsbekistanUsbekistan Usbekistan 1052 4,1 %
7 AustralienAustralien Australien 973 3,8 %
8 TurkeiTürkei Türkei 851 3,3 %
9 GriechenlandGriechenland Griechenland 367 1,4 %
10 MexikoMexiko Mexiko 220 0,8 %
weltweit 25.955 100,00 %

Preis an der Warenterminbörse

In den letzten fünf Jahren schwankte der Baumwollpreis an der New Yorker Warenterminbörse (NYBOT) zwischen 0,45 und 2,00 US-$. Momentan liegt er bei 0,92 US-$ pro amerikanischem Pfund (453,592 Gramm).[41]

Recycling

Baumwolle hat den Recycling-Code-60 (TEX).

Gesundheitliche Risiken

Baumwollfasern und deren Stäube können, wie alle Zellulosefasern, aufgrund der glykosidischen Bindung der Art β1→4 nicht von Säugetieren abgebaut werden.[42] Je nach Reinigungsprozess kommen zudem unterschiedliche Mengen an verbliebenen pflanzlichen und bakteriellen Antigenen aus dem Ausgangsmaterial vor.[43] Häufiges Einatmen der Stäube von Zellulosefasern führt zu einer Bioakkumulation in der Lunge, die sich in dem Krankheitsbild der Byssinose äußern kann.[44][45][46]

Literatur

  • Michael D. Coe (Hrsg.), Dean Snow, Elizabeth Benson: Weltatlas der alten Kulturen. Amerika vor Kolumbus. S. 204. Christian Verlag, München 1986, ISBN 3-88472-107-0.
  • D. A. Farnie, D.J.Jeremy (Hrsgs.): "The Fibre that Changed the World. The Cotton Industry in International Perspective, 1600-1990s", Oxford University Press, New York 2004.
  • Wolfgang Haberland: Amerikanische Archäologie. WBG, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-07839-X.
  • Herder-Lexikon der Biologie, 7 Bde. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994, ISBN 3-86025-156-2.
  • Hans Läng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas. Gondrom Verlag, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-1056-4.
  • C. Wayne Smith, J. Tom Cothren: Cotton: Origin, History, Technology, and Production, Wiley 1999, ISBN 978-0-471-18045-6.
  • Sven Beckert: Empire of Cotton. A Global History, Knopf, New York 2014, ISBN 978-0375414145.

Weblinks

 Commons: Baumwolle – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Baumwolle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. a b c William Bernstein: A Splendid Exchange – How Trade shaped the World, Atlantic Books, London 2009, ISBN 978-1-84354-803-4.
  2. R. F. Evert, K. Esau, S. E. Eichhorn: Esau's plant anatomy, John Wiley and Sons, 2006, ISBN 0-471-73843-3.
  3. Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Aufl., de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017473-1.
  4. Webster, Vol. I, S. 516.
  5. Kluge, S. 478.
  6. [1].
  7. Herder-Lexikon Biologie, Bd. 1, S. 384 f.
  8. Britannica,, Bd. 21, S. 33/1b.
  9. Lexikon der Kunst, Bd. 7, S. 266.
  10. Coe, S. 204.
  11. Läng, S. 32, 363 ff, 378; Haberland, S. 200.
  12. Britannica, Bd. 17, S. 482, 484.
  13. Britannica, B. 17, S. 487.
  14. [2].
  15. [3].
  16. a b c Ira Berlin: Generations of Captivity: A History of African-American Slaves, Cambridge, London: The Belknap Press of Harvard University Press, 2003, ISBN 0-674-01061-2.
  17. Brockhaus, Bd. 2, S. 658.
  18. Kindler, Bd. 11, S. 775; Bd. 16, S. 41 f.
  19. pan-germany.org: Probleme im konventionellen Baumwollanbau (PDF; 130 kB)
  20. Birke Resch: Angebliche Biobaumwolle aus Indien ist gentechnisch verändert.. YaaCool-Bio. 6. Februar 2010. Abgerufen am 13. Mai 2010..
  21. prweb.com: Organic Cotton Production Dips 35%
  22. pan-germany.org: Die Cotton Connection.
  23. Europäische Kommission: Reform der Stützungsregelung für Baumwolle (abgerufen am 5. Juni 2010).
  24. "Für jedes T-Shirt sieben Kilo CO2" die tageszeitung, 19. Februar 2009.
  25. seedquest.com: Cotton research community thrilled by genome sequencing announcement (englisch)
  26. prlog.org: Monsanto And Illumina Reach Key Milestone In Sequencing Of Cotton Genome (englisch).
  27. a b Ya Tang, Michael G. Gilbert & Laurence J. Dorr: Malvaceae in der Flora of China, Volume 12, 2007, S. 296.
  28. a b Gossypium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  29. Britannica, Bd. 13, S. 683.
  30. F. E. M. Gillham, T. M. Bell, T. Arin, G. A. Matthews, C. L. Rumeur, A. B. Hearn: "Cotton Production for the Next Decade", World Bank Technical Paper Number 287, The World Bank, 1995, ISBN 0-8213-3312-7.
  31. a b c d e Kim L. Pickering (Hrsg.): „Properties and performance of natural-fibre composites“, Woodhead Publishing Limited, Cambridge, 2008, ISBN 978-1-84569-267-4
  32. a b c d e W. Bobeth (Hrsg.): „Textile Faserstoffe“, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 1993, ISBN 3-540-55697-4
  33. F. Denninger, E. Giese, H. Ostertag, A. Schenek: "Textil- und Modelexikon", Deutscher Fachverlag, 2008, ISBN 3-87150-848-9.
  34. Urbanara GmbH: Warenkunde.
  35. C. Hoffmeister, T. Schneider, J. Müssig: Marktanalyse Nachwachsende Rohstoffe, Textilien, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, 2006
  36. CIRFS (Comité International de la Rayonne et des Fibres Synthétiques): World man-made fibres production, abgerufen 30. September 2012
  37. FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations): International year of natural fibres, Zugriff 5. Mai 2009.
  38. Michael Karus, Sven Ortmann, Dominik Vogt: Naturfasereinsatz in Verbundwerkstoffen in der deutschen Automobilproduktion 1996 bis 2003, nova-Institut, 2004.
  39. A. K. Mohanty, M. Misra,G. Hinrichsen: Biofibres, biodegradable polymers and biocomposites: An overview. In: Macromolecular Materials and Engineering, 2000, Ausgabe 276/277, S. 1–24.
  40. Statistik der FAO 2014, Landwirtschaftsorganisation der UN, aufgerufen am 21. März 2014
  41. Baumwollkurs auf ariva.de, aufgerufen am 21. März 2014
  42. Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Stryer Biochemie. 6. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, München 2007. ISBN 978-3-8274-1800-5.
  43. V. Castranova, D. G. Frazer, L. K. Manley, R. D. Dey: Pulmonary alterations associated with inhalation of occupational and environmental irritants. In: Int Immunopharmacol. (2002), Band 2(2–3), S. 163–172. PMID 11811921.
  44. E. Tátrai, M. Brozik, Z. Adamis, K. Merétey, G. Ungváry: In vivo pulmonary toxicity of cellulose in rats. In: J Appl Toxicol. (1996), Band 16(2), S. 129–135. PMID 8935786.
  45. L. Rushton: Occupational causes of chronic obstructive pulmonary disease. In: Rev Environ Health (2007), Band 22(3), S. 195–212. PMID 18078004.
  46. D. C. Christiani, X. R. Wang: Respiratory effects of long-term exposure to cotton dust. In: Curr Opin Pulm Med. (2003), Band 9(2), S. 151–155. PMID 12574696.

Siehe auch