Baunach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baunach
Baunach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baunach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 59′ N, 10° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Baunach
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 32,14 km2
Einwohner: 4056 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96148
Vorwahl: 09544
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 115
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Postfach 44
96148 Baunach
Webpräsenz: www.vg-baunach.de
Bürgermeister: Ekkehard Hojer (CBB)
Lage der Stadt Baunach im Landkreis Bamberg
Landkreis HaßbergeLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimPommersfeldenLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis CoburgLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis ForchheimZückshuter ForstWinkelhofer ForstSteinachsrangenSembergLindach (gemeindefreies Gebiet)Koppenwinder ForstHauptsmoorwaldGeisberger ForstEichwald (gemeindefreies Gebiet)Ebracher ForstEbracher ForstWalsdorf (Oberfranken)RattelsdorfBaunachReckendorfLauter (Oberfranken)Gerach (Oberfranken)Gundelsheim (Oberfranken)HallstadtSchlüsselfeldZapfendorfWattendorfViereth-TrunstadtStrullendorfStegaurachStadelhofenSchönbrunn im SteigerwaldScheßlitzPriesendorfPommersfeldenPommersfeldenPettstadtOberhaid (Oberfranken)LitzendorfLisbergKönigsfeld (Oberfranken)KemmernHirschaidFrensdorfEbrachButtenheimBurgwindheimBurgebrachBreitengüßbachBischbergAltendorf (Landkreis Bamberg)MemmelsdorfKarte
Über dieses Bild
Blick auf Baunach
Blick auf Baunach

Baunach ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bamberg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Baunach. Baunach hat etwa 4000 Einwohner. Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte Baunach zum unterfränkischen Landkreis Ebern.

Die Stadt feierte 2002 ihr 1200-jähriges Bestehen.

Der Name Baunach stammt von dem indogermanischen Wort für Fluss: bunahu (wörtlich übersetzt ins Deutsche: schwellendes Wasser). In der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 803 lautete der Name bereits „bunaha“.[2]

Aufgrund der historischen Bedeutung Baunachs wurde der Stadt ein touristisches Hinweisschild an der nahegelegenen Bundesautobahn BAB 73 gewidmet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baunach nennt sich selbst die „Fränkische Drei-Flüsse-Stadt“,[3][4][5] da es an Baunach, Lauter und Main liegt. Diese drei Flüsse liegen auch dem Wappen zugrunde, in dem ein goldener Hecht über drei Flüssen liegt. Durch das Gemeindegebiet fließt auch die Itz mit ihren umfangreichen Auen.

Einer der Baunacher Hausberge, der Kraiberg (auch Greinberg genannt) gehört als südlichster Berg des Altensteiner Rhätolias-Rücken (Zeilberge) zum südwestlichen Itz-Baunach-Hügelland.

Das Gemeindegebiet Baunachs liegt im oberfränkischen Teil des Naturparks Haßberge und im Fränkischen Keuper-Lias-Land. Der zweite Hausberg Baunachs ist der Stiefenberg, auf dem sich einst die Stufenburg befand.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gerach, Reckendorf, Rattelsdorf, Breitengüßbach, Kemmern, Oberhaid, Lauter, Breitbrunn und Ebelsbach (beide Landkreis Haßberge, Unterfranken).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baunach gliedert sich in acht Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahl vom 9. Januar 2018):[6][7]

Es gibt folgende Gemarkungen: Appendorf, Baunach, Daschendorf, Dorgendorf, Priegendorf, Reckenneusig, Stiefenberg, Daschendorfer Forst, Lußberger Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Baunach, das alte Bunaha, liegt im Bereich eines prähistorischen Siedlungsgebietes, dessen Kern der Staffelberg war. 50 Hügelgräber in den Wäldern der näheren Umgebung sowie eine Reihe von Fliehburgen aus der Hallstatt- und Latènezeit geben davon Kenntnis. Durch das Stadtgebiet führten vorgeschichtliche Fernstraßen vom Regnitzbecken nach Thüringen und in das Saalegebiet. Die Gründung von Baunach fiel in die zweite fränkische Siedlungsperiode von 650 bis 750 n. Chr. durch fränkische Grafen, die den Ort nach dem Baunachfluss benannten. Die erste urkundliche Erwähnung ist vom 4. Juli 802 nachgewiesen. Das erste Stadtrecht verlieh Kaiser Ludwig dem Bayer bereits im Jahre 1328.

Der Bamberger Bischof Anton von Rotenhan verlieh mit der Urkunde vom 15. Juli 1447 dem Markt Baunach „ein sigill und panir“. Im Schild „sullen steen drey wasserfluss. Und durch dieselben drey wasserfluss soll ein gantzer hecht mit dem haupt von der einen obern ecke des schilts.... geen“. Der in einer Abschrift des 15. Jahrhunderts überlieferte Siegel- und Bannerbrief enthält keine Farbbeschreibung. Sie wurde später festgelegt. Die drei Wellenpfähle versinnbildlichen die Flüsse Baunach, Lauter und Main. Der Hecht steht für den Fischreichtum. Die Legende des Siegels lautete nach dem Siegelbrief SIGILLUM CIVIUM IN BAWNACH. In einer farbigen Wappentafel, gefertigt unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel (1599–1609), wurden folgende Farben festgelegt: drei silberne Bäche auf rotem Grund, belegt von einem Hecht in Gold.

Zur damaligen Zeit war Baunach auch der Sitz der Kanzlei des Ritterkantons Baunach, der zum fränkischen Ritterkreis gehörte. Später war es bis zu der Säkularisation Obervogtamt und gehörte zum Hochstift Bamberg. Im Jahr 1727 wurde die letzte Hinrichtung in Baunach vollzogen.

Der zugehörige Ortsteil Daschendorf gelangte 1629 von den Herrn von Lichtenstein kaufweise an die Herrn von Streitberg, die das Gut mit Schloss bis 1690 besaßen.[8][9]

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Als im Gefolge der politischen Umwälzungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts von München aus das Gemeindewesen in Franken neu geordnet wurde, verlor Baunach sein Stadtrecht. Mit Bekanntmachung vom 11. Mai 1954 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wurde dem Markt Baunach erneut die Bezeichnung „Stadt“ verliehen. 1946 war Baunach ein von der Landwirtschaft geprägtes Städtchen. Dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. In den letzten 50 Jahren entwickelte es sich zu einer modernen Kleinstadt. In Baunach wurden zudem viele Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland und dem Egerland angesiedelt. Aus diesem Grunde übernahm Bamberg die Patenschaft für Baunach.[10]

Der letzte aktive Müllermeister, der die Tremelsmühle besaß, war Karl Oswald.

Zur Geschichte des Überkum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viktor Überkom (oder auch Überkum) gilt als Stadtpatron von Baunach und ziert als Statue den Marktplatz.[11]

Um das Jahr 1400 lebte der Legende zufolge im damaligen Marktflecken Baunach ein Mann namens Überkom. Dieser fromme Christ zeichnete sich durch viele Wallfahrten nach Santiago de Compostela aus. Er stiftete außerdem eine Kapelle, in welcher er beerdigt werden wollte. Im Jahre 1440 starb Überkum und über seinem Grab auf einem Hügel nahe dem Ort (inzwischen befindet sich dieser im Siedlungsgebiet) wurde die Magdalenenkapelle errichtet.

Nach der Legende bestimmte er, an der Stelle begraben zu werden, wo ihn seine blinden Pferde auf einer Schleife zögen. Gott sollte für ihn den Ort des Begräbnisses bestimmen. Die Baunacher hielten diesen Ort jedoch für ungeeignet und begannen mit der Errichtung einer Kapelle ein Stück weiter unterhalb. Erst als ihr Tagwerk mehrere Male nachts wieder an die genannte Stelle versetzt worden war, bauten sie auf dieser Stelle weiter.[12]

Die Kapelle wurde aufgrund verschiedener Wunder bald ein Wallfahrtsort. Überkum wurde 1508 seliggesprochen. Das Vorhaben, Überkum heiligsprechen zu lassen, wurde in den Reformationswirren aufgegeben. Dennoch gestattete Bischof Lorenz von Bibra zu Ehren des Pilgers einen feierlichen Gottesdienst am Mittwoch nach Ostern, der bis heute in Baunach gefeiert wird.

Entwicklung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche neue Baugebiete ausgewiesen. Insgesamt entstanden binnen weniger Jahrzehnte über 20 neue Siedlungen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Appendorf eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam die Kommune Daschendorf hinzu. Dorgendorf, Priegendorf und Reckenneusig folgten am 1. Januar 1972.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1939 1950 1960 1970 1980 1990 1995 1999 2005 2010 2015
Einwohner 1990 2735 2712 2914 3174 3387 3698 3891 3943 3942 4005

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 74,5 % der Einwohner römisch-katholisch und 13,2 % evangelisch-lutherisch. 12,3 % der Einwohner gehören einer anderen Religion an oder sind konfessionslos.

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baunach wird eine ostfränkische Mundart gesprochen, genauer das Bambergische.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den vergangenen Kommunalwahlen waren die 16 Sitze im Gemeinderat jeweils wie folgt verteilt:

Jahr CSU SPD Christliche Bürgerschaft Baunach (CBB) Christliche Wählerunion (CWU) Junge Liste Baunach (JLB)[14] Gesamt
2014 5 3 6 1 1 16
2008 5 4 6 1 16
2002 6 4 5 1 16
1996 7 5 3 1 16
1990 7 6 2 1 16

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das neue Rathaus, vormals Schule

Bürgermeister ist seit 2002 Ekkehard Hojer von der Christlichen Bürgerschaft Baunach (CBB). Er gewann 2002 mit 59 % der Stimmen gegen Reinhold Schweda (CSU), 2008 mit 85,31 % gegen Jürgen Gleußner (CSU) und 2014 gegen Andrea Weigler (CSU) und Peter Großkopf (SPD) mit 56,72 %. Hojer ist Nachfolger von Georg Wild (CSU).

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baunach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Baunach, zu der auch die Gemeinden Reckendorf, Lauter und Gerach gehören.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 6. Oktober 1990 ist die Stadt Bad Lausick in Sachsen Partnerstadt von Baunach. Bamberg ist Patenstadt von Baunach.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baunach besteht die Verbandsschule Baunach, die eine Grundschule und eine Mittelschule (bayerische Weiterentwicklung der Hauptschule) vereinigt. Als weiterführende Schulen gibt es in Ebern und Scheßlitz Realschulen, in Bamberg und Ebern Gymnasien. Die nächste Berufsschule befindet sich in Bamberg.

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Baunach, Daschendorf, Dorgendorf, Priegendorf und Reckenneusig gibt es Freiwillige Feuerwehren. Die Freiwillige Feuerwehr Baunach ist die Stützpunktfeuerwehr des Inspektionsbereiches 2/3 des Landkreises Bamberg. Sie verfügt zurzeit über drei Einsatzfahrzeuge, darunter zwei Löschfahrzeuge (ein LF 16/12 und ein HLF 10/6), ein MTF sowie einen Kommandowagen. Hinzu kommt eine Anhängeleiter AL 16. Der erste Kommandant Peter Strohmer ist gleichzeitig Kreisbrandmeister. In Reckenneusig befindet sich ein TSF, in Priegendorf das vormals in Baunach stationierte und nun zum TSF umfunktionierte LF 8.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den größten Firmen in Baunach zählen die Messingschlager GmbH & Co. KG, Seba Dynatronic ® Mess- und Ortungstechnik GmbH, Wills Ideenschmiede Sondermaschinenbau, die FGB Flüssiggas GmbH, Fritz Hegenwald GmbH sowie HSG Heizung-Sanitär-Gehring GmbH. Daneben gibt es zahlreiche mittelständische Unternehmen.

Brauereien

Auf dem Stadtgebiet gab es die 1648 gegründete Brauerei Sippel mit einem Ausstoß von etwa 350 Hektolitern pro Jahr, womit sie zu den kleinsten Brauereien der Welt zählte. Sie musste 2010 ihre Produktion einstellen. Bis 1987 gab es noch die Brauerei zum Löwen (Inhaber: Theo Schmitt) und bis 1989 das Baunacher Brauhaus/Lechnerbräu (Stufenburgbier).

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baunach liegt an der Bundesstraße 279 und ist ca. drei Kilometer von der Bundesautobahn A 73 entfernt. Der Bahnhof an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Ebern wird im Stundentakt bedient.

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2,816 Millionen Euro, davon waren 1,102 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).[15] Die 122 Umsatzsteuerpflichtigen erwirtschafteten 2008 ca. 138.310.000 Euro steuerbaren Umsatz aus Lieferungen und Dienstleistungen.[16]

Freizeit-Sportanlagen, Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fußballplatz (1. FC Baunach 1911 e. V.)
  • Tennisplatz (1. FC Baunach 1911 e. V., TC Baunach)
  • Hallenbad (Wasserwacht Baunach)
  • Turnhalle (1. FC Baunach 1911 e. V. Abteilungen Basketball und Tischtennis, Gymnastikgruppe)
  • Skaterbahn
  • Badesee Brückenhaussee (Wasserwacht Baunach, Anglerverein Baunach)
  • Kegelbahn (SKK Baunach)
  • Angelteiche (Anglerverein Baunach)
  • Musikvereine: Stadtkapelle Baunach, Corso-Band, Just for Ouzo, The Elements, Gesangsvereine
  • Naturvereine Obst- und Gartenbauverein, Wanderclub
  • 1. FC Baunach mit einer großen Fußball- und Basketballabteilung (Baunach Young Pikes)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum Baunach im Alten Rathaus (Schloss Schadeck) mit Zeugnissen aus der Vor- und Frühgeschichte, der Stadt- und Kirchengeschichte und dem Baunacher Vereinsleben, sowie Geräten aus der Landwirtschaft, den historischen Handwerksberufen und aus dem bürgerlichen und bäuerlichen Haushalt. Im ehemaligen Sitzungssaal des Rathauses befindet sich eine umfangreiche Sammlung des Malers und Grafikers Max Schnös.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historischer Marktplatz mit Fachwerkhäusern, u. a. dem Obleyhof, der 1385 erstmals urkundlich erwähnt wurde und im Besitz des Bamberger Domkapitels war. Jeweils ein Domkapitular erhielt den Hof als Obley (Zugabe); Brunnen mit Statue des seligen Überkum.
  • Pfarrkirche St. Oswald, 823 durch den Würzburger Bischof Wolfger dem Heiligen Oswald geweiht, mit Turm aus dem Jahre 1244 und Chor um 1460.[17] Der barocke Hochaltar ergänzt das Ensemble. Sie ist eine der ältesten Kirchen im Landkreis Bamberg.[17] Alle drei Jahre ist zu Ostern das Heilige Grab zu sehen, das Teile der Heilsgeschichte beschreibt.[17] Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Kirche ist die Orgel. Neben der Kirche befindet sich ein ehemaliges zweigeschossiges Beinhaus. Der spätgotische Bau war laut einer Holztafel am Gebäude von 1543 bis 1803 die Friedhofskapelle. Der Friedhof musste dem Pfarrhaus weichen. Der neue Friedhof befindet sich bei der Magdalenenkapelle, die früher ein bekannter Wallfahrtsort war.
  • Spätgotische Magdalenenkapelle am Friedhof: 1401 erstmals urkundlich erwähnt, 1473 mit der Stiftung des seligen Überkum erweitert; innen befindet sich ein Hochaltar aus dem Jahre 1693 und das Grab des seligen Überkum.
  • Zehntscheune; dort lagerte der Zehnt, die Naturalsteuer für das Fuldaer Tochterkloster Holzkirchen.
  • Schächer, eine kleine Kapelle mit Holzkreuz aus dem Jahre 1520, steht am Weg zur ehemaligen Richtstätte.
  • Altes Rathaus, genannt Schloss Schadeck, erbaut 1742 bis 1746 von Baumeister Justus Dientzenhofer; es beherbergt das Heimatmuseum.
  • Reste der alten Stadtmauer mit Marienmarter um 1720
  • Fürstbischöfliches Amtsschloss, auch Jagdschloss genannt, ein spätbarockes Gebäude, in den Jahren 1689 bis 1692 als „Kastenhof“ erbaut im Auftrag des Fürstbischofs von Bamberg Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg und später seines Nachfolgers Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn. Architekt war Leonhard Dientzenhofer. Im Gebäude gab es Räume für die Verwaltung des zum Hochstift gehörenden Amtes Baunach, im ersten Stock Prunkräume für den Fürstbischof und seine Jagdgäste und im Dachgeschoss einen Getreidespeicher. Von 1832 bis 1870 war in dem Gebäude das Landgericht, anschließend bis 1932 das Amtsgericht untergebracht. Von 1932 bis 1939 stand das Gebäude leer. Ab 1939 beherbergte das Gebäude eine Zweigstelle der Lichtenfelser Bekleidungsfabrik Striegel und Wagner (Striwa) mit rund 150 Beschäftigten. Es wurden überwiegend Fliegermonturen hergestellt. Nach der Einnahme durch die amerikanische Armee im Zweiten Weltkrieg wurde dort ein Hauptquartier der Streitkräfte eingerichtet. Die Textilfabrik war während dieser Zeit geschlossen und nahm nach dem Abzug der Amerikaner die Arbeit wieder auf. Bis zur Schließung der Striwa im Jahr 1982 wurden Mäntel und Hosen produziert. Von 1982 bis 2008 stand das Gebäude abermals leer, bis es in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH Seniotel nach den Plänen der Bamberger Architekten Vollmann und Postler für 8,2 Millionen Euro restauriert und in ein Seniorenzentrum mit einer Praxis für Physiotherapie ausgebaut wurde. Flussseitig wurde ein Neubau hinzugefügt. Am 1. Januar 2009 wurde das Seniotel mit 48 Pflegeplätzen eingeweiht.[18][19]
  • Hölzerne Männer, ein Eichenholztor mit zwei Männern. Es stand ursprünglich vor dem gegenüberliegenden Gebäude, dem alten Kastenhof, der von 1710 bis 1803 das Gericht beherbergte. Inzwischen steht es an der Einmündung der Überkumstraße in die B 279 (Hassbergstraße).
  • Jugendheim, früher Kinderbewahranstalt, erbaut 1911 als Stiftung des Tierarztes Dr. Max Schmitt, laut Gedenktafel geboren in München am 10. Januar 1864, gestorben in Baunach am 30. November 1902. Es war bis 1976 Kindergarten und wird seit der Renovierung im Jahr 1986 als Jugendheim genutzt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen sind beispielsweise die Kirchweih, das Altstadtfest, das Oktoberfest des Ortskulturrings (OKR), der Magdalenenmarkt und der Weihnachtsmarkt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aloys Schenk: Chronik von Baunach. 1924 (Nachdruck Baunach, 2001 = Chronik Stadt Baunach. ISBN 3-88778-255-0)
  • Karl Krimm: Stadt und Amt Baunach – ein Beitrag zur Heimatkunde. Hallstadt 1974 (Nachdruck Baunach, 2001 = Chronik Stadt Baunach. ISBN 3-88778-264-X)
  • Baunach. Festschrift der Stadt Baunach zur 1175-Jahrfeier und zur 650. Wiederkehr der Verleihung des Stadtrechtes, 803 – 1328 – 1978 (Historische und statistische Informationen über die Stadt). Baunach 1978
  • Baunach und seine Stadtteile in Bildern aus vergangenen Tagen. Horb am Neckar 1989. ISBN 3-89264-408-X
  • Erich Walter: 1200-jähriges Baunach – Stadt und Landschaft (Heimatbeilage zum Oberfränkischen Schulanzeiger, 297). Bayreuth 2002
  • Chronik Stadt Baunach, 3. Baunach 2002. ISBN 3-88778-257-7 (Weitere Bände siehe Schenk und Grimm)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. VG Baunach - Historie der Stadt Baunach
  3. Willkommenstafel nach dem Ortseingangsschild an der Bundesstraße
  4. Naturpark Haßberge: Fränkische Drei-Flüsse-Stadt Baunach
  5. bayern-online.de: Fränkische Drei-Flüsse-Stadt Baunach
  6. Gemeinde Baunach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. Januar 2018
  7. http://www.vg-baunach.de/index.php?id=0,22
  8. www.dieter-zoeberlein.de, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 19.Oktober 2018)
  9. Dieter Zöberlein, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie, Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 183-188.
  10. Städtepartnerschaften und -patenschaften Bambergs
  11. http://frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de/login/data/1989_65.pdf.
  12. Geschichte der Magdalenenkapelle@1@2Vorlage:Toter Link/pfarrei-baunach.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 452.
  14. Die Junge Liste Baunach (JLB) gründete sich erst 2013.
  15. Statistik kommunal Baunach 2009
  16. Umsatzsteuerstatistik Freistaat Bayern 2009
  17. a b c vgl. hierzu Unsere Pfarrei, Pfarrei St. Oswald – Baunach; abgerufen 30. Oktober 2018.
  18. Webseite der Verwaltungsgemeinschaft Baunach, abgerufen am 23. Juli 2018
  19. Artikel 13 Menschen leben schon im Schloss vom 23. Januar 2009, online auf den Internetseiten der Mediengruppe Oberfranken, abgerufen am 25. Juli 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baunach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien