Baurs Park

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Plan des Parks um 1880

Baurs Park ist ein öffentlicher Park im Hamburger Stadtteil Blankenese im Bezirk Altona.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit von 1802 bis 1817 erwarb der Altonaer Kaufmann Georg Friedrich Baur elf Grundstücke am Elbhang in Blankenese und ließ sie von 1817 bis 1832 durch den Architekten und Landschaftsgärtner Joseph Ramée zu einem romantischen Landschaftspark im englischen Stil gestalten: mit Tempeln, Waldhütten, einem chinesischen Pagodenturm und einem Kanonenberg, von dem die eigenen einlaufenden Schiffe mit Böllerschüssen begrüßt werden konnten. Von 1829 bis 1836 ließ Baur durch Ole Jörgen Schmidt (1793–1848) und Johann Matthias Hansen ein neues Herrenhaus im Park errichten, einen zweigeschossigen Putzbau mit Sandsteinsockel auf rechteckigem Grundriss. Dort empfing er den Landesherrn König Christian VIII. (Dänemark und Norwegen) und die Königin, als das Paar nach seiner Krönung am 28. Juni 1840 seine Provinzen besuchte.

Nach Baurs Tod 1865 führten seine Angehörigen den Park und die Bauten als Fideikommiss weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Park trotz Privatbesitzes zu bestimmten Zeiten bereits beschränkt öffentlich zugänglich. 1921 verkaufte Familie Baur den Park, nachdem einige Parzellen als Villengrundstücke abgetrennt worden waren. Das Herrenhaus (heute Mühlenberger Weg 33/35) erhielt 1923 durch den nunmehrigen Eigentümer L.R. Müller den Namen Katharinenhof. Nachdem Blankenese durch das Groß-Altona-Gesetz von 1927 eingemeindet worden war, erwarb die Stadt Altona den Park und wurde ihrerseits zehn Jahre später durch das Groß-Hamburg-Gesetz eingemeindet. Am 24. Januar 1940 wurde der Katharinenhof mit Portal und Stallgebäude unter Denkmalschutz gestellt. Ab 1941 war das Haus Sitz des Luftgaukommandos. Nach dem Krieg waren dort zunächst Notquartiere eingerichtet, und der Park wurde teilweise zum Gemüseanbau genutzt. Nach einer Sanierung Mitte der 1950er war der Katharinenhof bis 2005 Sitz des Ortsamts Blankenese. Der dazugehörige Stall diente als öffentliche Bücherhalle, was ihm den Beinamen Musenstall eintrug. 2009 wurden die Gebäude an einen privaten Investor verkauft.

Auf der Kanonenberg genannten 45 m hohen Erhebung steht einer der beiden Blankeneser Leuchttürme.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner (Hrsg.): Hamburg-Lexikon. 2., durchgesehene Auflage. Zeiseverlag, Hamburg 2000, ISBN 3-9805687-9-2.
  • Paul Th. Hoffmann: Die Elbchaussee. Ihre Landsitze, Menschen und Schicksale. 8. Auflage. Broschek, Hamburg 1977, ISBN 3-7672-0496-7, S. 262–271

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 33′ 23″ N, 9° 48′ 51″ O