Bay of Fundy

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Bay of Fundy
Baie de Fundy
Die Bay of Fundy bei Hoch- und bei Niedrigwasser

Die Bay of Fundy bei Hoch- und bei Niedrigwasser

Gewässer Atlantischer Ozean
Landmasse Festland Nordamerika,
Halbinsel Neuschottland
Geographische Lage 45° 0′ N, 65° 48′ WKoordinaten: 45° 0′ N, 65° 48′ W
Karte von Bay of Fundy
Breite 60 km
Tiefe 220 km
Zuflüsse Saint Croix River, Magaguadavic River, Saint John River, Petitcodiac River, Tantramar River
Hafen von Alma beim Einsetzen der Flut

Hafen von Alma beim Einsetzen der Flut

Die Bay of Fundy (englisch auch Fundy Bay; französisch Baie de Fundy) liegt zwischen den kanadischen Provinzen Nova Scotia und New Brunswick am Golf von Maine mit einer Länge von 220 Kilometer und einer Breite von 60 Kilometer. Sie zeichnet sich durch ihren außergewöhnlich hohen Tidenhub von bis zu 21 Metern aus. Ihr Name leitet sich von der portugiesischen Bezeichnung Rio Fondo („tiefer Fluss“) ab.

Die erste europäische Beschreibung der Bucht stammt aus dem Jahr 1604 vom französischen Entdecker Pierre Dugua de Mons und seinem Kartographen Samuel de Champlain als Baie François.

Größte Häfen der Bucht sind Saint John, der unter anderem eine Papiermühle und eine Raffinerie versorgt, Hantsport mit einer weiteren Papiermühle sowie als Gips-Exporthafen und Digby.

Gezeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detailkarte
Satellitenbild der Bay of Fundy mit Moncton (links oben) und Amherst (rechts oben)

Im westlichen Teil der Bay of Fundy befindet sich die Passamaquoddy-Bucht, die zwischen dem US-Bundesstaat Maine und der kanadischen Provinz New Brunswick liegt. Im Osten läuft die Bucht in zwei Arme aus, die Chignecto-Bucht und den Minas-Kanal (Minas Channel) mit dem sich anschließenden Minas-Becken (Minas Basin).

Im Minas-Becken gibt es die höchsten Tidenunterschiede der Welt. Der Tidenhub beträgt etwa 13 Meter bei Normalhochwasser und circa 16 Meter bei Springflut. Verstärkt durch einen Sturm wurden im Jahre 1869 sogar 21,6 Meter gemessen. Für die Chignecto-Bucht sind die Werte etwa 1,5 Meter geringer. Dieser enorme Tidenhub ist Folge einer hier besonders ausgeprägten Tideresonanz. Die Bucht bildet bis zur Schelfkante einen -Resonator.

Den Tidenhub nutzt seit 1984 das Gezeitenkraftwerk Annapolis zur Stromerzeugung mit 18 MW Leistung. Weitere Gezeiten- und Meeresströmungskraftwerke unterschiedlicher Bauweise sind in Planung. Im Probebetrieb läuft seit dem Herbst 2016 im Minas-Becken am Burntcoat Head ein Kraftwerk, das auf Grund seines Gewichts frei im Wasser schwebt und nur geringfügig verankert ist.[1] Das Werk hat 16 Meter Turbinendurchmesser, 20 Metern Gesamthöhe und etwa 1000 Tonnen Gesamtgewicht und soll bis zu 2 Megawatt erzeugen.

Ein interessantes Phänomen tritt bei den Zuflüssen der Bay of Fundy auf, bei Hochwasser dreht sich bei vielen von ihnen die Fließrichtung um. Einige Kilometer nördlich des Fundy-Nationalparks befinden sich die Hopewell Rocks, an denen die Wirkung der Gezeiten an Felsformationen zu sehen ist.

Im östlichen Ausläufer, dem Minas-Becken, fallen bei Niedrigwasser knapp 40.000 Hektar Watt trocken.[2]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist sie auch für ihre beeindruckenden und rauen Felsformationen und Wälder an der schroffen Küste. Ein 20.700 Hektar umfassender Teil von ihnen wurde 1948 zum Nationalpark erklärt.

Die marine Tierwelt in der Bucht ist sehr ausgeprägt. Das kühle, nährstoffreiche Wasser in der Bucht sorgt für eine reiche Population an Krill, der verschiedene Walarten wie Glattwale, Buckelwale und Minkwale anzieht. Auch die Vogelwelt ist vielgestaltig, so kommen Papageitaucher, Seeschwalben, an der Küste Wanderfalken und Weißkopfseeadler vor. Während der Zugzeiten versammeln sich hier außerdem große Massen an Sandstrandläufern.

Für die lokale Fischerei haben Hering, Amerikanischer Hummer, Muscheln und Lachs in Aquakultur Bedeutung.

Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniels Flat: ein vier Kilometer breites Watt, das bei Niedrigwasser in der Bay of Fundy entsteht

   in der Passamaquoddy-Bucht:

  vor Kap Chignecto:

   im Minas Basin:

Außerdem existieren kleinere Inseln in der Passamaquoddy-Bucht, in der benachbarten Back Bay sowie im Annapolis Basin.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

   in New Brunswick:

   in Nova Scotia:

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wasserwelten. Bay of Fundy – Höchster Tidenhub. (Originaltitel: Les mondes inondés. Baie de Fundy – Les plus hautes mareés du monde.) Dokumentarfilm, Frankreich, 2014, 42:50 Min., Buch: Eric Gonzalez, Marie Pilhan, Michel Ismaël Khelifa, Regie: Frédéric Fèbvre, Produktion: One Planet, arte France, Reihe: Wasserwelten, deutsche Erstsendung: 24. Oktober 2014 bei arte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bay of Fundy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ausführliche Darstellung des Probebetriebs
  2. J.A. Percy: Fundy’s Minas Basin. Multiplying The Pluses of Minas. In: The Fundy Issues, Spring 2001.