Bayac

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Bayac
Bayac (Frankreich)
Bayac
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Lalinde
Gemeindeverband Communes des Bastides Dordogne-Périgord
Koordinaten 44° 48′ N, 0° 44′ OKoordinaten: 44° 48′ N, 0° 44′ O
Höhe 42–173 m
Fläche 10,23 km2
Einwohner 350 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 34 Einw./km2
Postleitzahl 24150
INSEE-Code
Website www.bayac.fr

Rathaus von Bayac

Bayac ist eine französische Gemeinde mit 350 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Lalinde (bis 2015: Kanton Beaumont-du-Périgord).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Baiac und geht auf ein Landgut in gallorömischer Zeit zurück, das einem gewissen „Baius“ oder „Badius“ gehörte.[1]

Die Einwohner werden Bayacois und Bayacoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bayac liegt ca. 20 km östlich von Bergerac in der Region Bergeracois der historischen Provinz Périgord.

Umgeben wird Bayac von den Nachbargemeinden:

Couze-et-Saint-Front Pontours
Lanquais Nachbargemeinden Bourniquel
Monsac Beaumontois en Périgord

Bayac liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne. Die Couze, eines seiner linken Nebenflüsse, durchquert das Gebiet der Gemeinde.[3]

La Couyère-FR-35-panneau Village étoilé-2.jpg

Die Gemeinde erhielt die Auszeichnung „Drei Sterne“, die von der Association nationale pour la protection du ciel et de l’environnement nocturnes (ANPCEN) an Gemeinden verliehen wird, die Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung durchführen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde 1479 in der Form Hospitium de Bayaco in den Archiven erwähnt.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 715. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1920er Jahren auf 310 Einwohner. Eine moderate Wachstumsphase setzte ein, die die Größe der Gemeinde in den 1960er Jahren auf einen relativen Höchststand von rund 400 Einwohnern hob. Es folgte eine weitere Phase des Bevölkerungsrückgangs bis zu den 1980er Jahren auf rund 305 Einwohner, bevor ein leichtes Wachstum einsetzte, das in jüngster Zeit wieder stagniert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 401 348 308 304 328 326 367 357 350
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2010[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Bayac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Bayac

Der ehemalige Schlupfwinkel unterstand der Kastellanei von Couze und wurde vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet, denn er wurde 1479 unter dem Namen Hospitium de Bayaco erwähnt. In den Hugenottenkriegen belagerten protestantische Truppen unter der Führung von Chaus de Monsac das Schloss im Jahre 1580 und töteten den Seigneur Pierre de Bosredon. Am Ende des 18. Jahrhunderts war es im Besitz von Charles Joseph de Losse. Im 19. Jahrhundert kamen umfangreiche Restaurationsarbeiten der Anlage zugute. 1957 gehörte das Schloss der Stadt Paris und anschließend der Association pour la Gestion du Personnel des Administrations Parisiennes (Agospap), die es als Ferienlager führte. 2009 wurde das Anwesen an die Stadt Paris zurückgegeben, die es an die Gemeinde Bayac verkaufte. Der älteste Teil der Anlage ist ein dicker, runder Turm mit Kegeldach und einem Wehrgang auf hervorspringendem Erker, der von Konsolen getragen wird. Eines der Fenster wurde als Lukarne im Stil der Renaissance ausgestaltet mit Kapitellen und flachen Pilastern, die mit Rauten verziert sind. Ein Dreiecksgiebel und seitliche Steinsäulen schmücken seine Bedachung. Der Wohnbereich in der Mansarde datiert aus dem 18. Jahrhundert. Ein weiterer viereckiger Turm mit Wehrgang und Mündungen für Feldschlangen schließt sich am runden Turm an. Ein viereckiger Donjon mit einem Treppenturm birgt ein Treppenhaus mit Kreuzgratgewölbe. Die Fassaden des Schlosses und das Dach des runden Turms sind seit dem 5. November 1970 als Monument historique eingeschrieben.[8][9][10][11]

Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens

Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dem heiligen Petrus in Ketten gewidmete Kirche wurde 1839 errichtet. Die ursprüngliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert und der Friedhof befanden sich ca. 200 m südöstlich des Schlosses. Der Comte Charles Antoine de Losse, Besitzer des Schlosses und Bürgermeister der Gemeinde, erstand die Kirche und den Friedhof am 27. Juli 1839. Im selben Jahr ließ er die heutige Kirche im klassizistischen Stil erbauen, riss die alte Kirche ab und wandelte den Friedhof in eine landwirtschaftliche Fläche um. Die Jahreszahl „1839“ ist über dem Eingang an der Westfassade der heutigen Kirche eingraviert. Der Glockengiebel aus Werksteinen wird in seinem halbrunden Giebel durch zwei rundbogenförmige Öffnungen unterbrochen. Die Kirche besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, das Langhaus hat hierbei nur ein Kirchenschiff.[12][10]

Archäologische Fundstätte La Gravette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich die archäologische Fundstätte La Gravette, an der zahlreiche Werkzeuge aus Feuerstein entdeckt wurden. Der Standort wurde 1880 von Pfarrer Chastaing ausfindig gemacht. In mehreren Zeiträumen wurden Ausgrabungen durchgeführt, die eine beinahe industrielle Produktion von Werkzeugen offenbarten. Diese sind insbesondere schmale, spitz zulaufende Klingen mit steiler Rückenretusche, die charakteristisch für das späte Aurignacien sind. Die Epoche (vor 35.000–24.000 Jahren)wird später als eigenständige Kultur nach dem Namen der Fundstätte Gravettien genannt, die typische Klinge Gravette-Spitze. Pfarrer Chastaing hat hunderte von bemerkenswerten Artefakten zusammengeführt und den Vatikanischen Museen übergeben. Die Fundstätte ist seit dem 15. März 1945 als Monument historique klassifiziert.[10][13]

Mühle und Hochofen du Colombier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude war ursprünglich eine Weizenmühle mit zwei Mühlrädern, anschließend eine Papiermühle, bevor es zwischen 1850 und 1875 in eine Gießerei umgewandelt wurde, während der Bau eines Hochofens an gleicher Stelle bereits 1840 begann.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walnüsse

Landwirtschaft und Tourismus sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[14]

Bayac liegt in den Zonen AOC der Noix du Périgord, der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.[15]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[16]
Gesamt = 32

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 37 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[17]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Rocher du Corbeau im südlichen Teil des Gemeindegebiets lädt zum Klettern ein. Er bietet 25 oft überhängende Routen auf Höhenunterschieden zwischen 15 m und 20 m mit den Bewertungen 5a bis 7b auf der französischen Schwierigkeitsskala.[18]
  • Bayzac liegt am GR du Pays de Beaumonttois, einem Abschnitt auf dem Pilgerweg von Bordeaux nach Rocamadour.[19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 660, die ehemalige Route nationale 660, verbindet Bayac mit Bergerac. Erreichbar ist die Gemeinde ebenfalls über die Route départementale 27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bayac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  2. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  3. Ma commune : Bayac (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  4. Villes et Villages Étoilés - 3 étoiles (fr) Gemeinde Bayac. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  5. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 15. 1873. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  6. Notice Communale Bayac (fr) EHESS. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  7. Populations légales 2015 Commune de Bayac (24027) (fr) INSEE. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  8. Château de Bayac (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 24. September 2011. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  9. Château (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 22. September 2015. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  10. a b c d Sites historiques (fr) Gemeinde Bayac. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  11. Bayac ne veut pas d’un château abandonné (fr) Sud Ouest. 1. September 2010. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  12. église paroissiale Saint-Pierre-ès-Liens. (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 8. Juli 1999. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  13. Gisement de la Gravette (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 22. September 2015. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  14. Bayac (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  15. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 30. Oktober 2018.
  16. Caractéristiques des établissements en 2015 de Bayac (24027) (fr) INSEE. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  17. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  18. Escalade à Bayac (fr) Gemeinde Bayac. Abgerufen am 1. Oktober 2018.
  19. Les chemins de Marie (fr) Abgerufen am 1. Oktober 2018.