Bayerische Staatsbibliothek

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Bayerische Staatsbibliothek
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Logo der Bayerischen Staatsbibliothek

Gründung 1558 als Hofbibliothek
Bestand 10.222.000[1]
Bibliothekstyp Universalbibliothek
Ort München Welt-IconKoordinaten: 48° 8′ 50″ N, 11° 34′ 50″ O
Besucheradresse Ludwigstraße 16
ISIL DE-12
Betreiber Freistaat Bayern
Leitung Generaldirektor Klaus Ceynowa
Website www.bsb-muenchen.de/
Fassade der Bayerischen Staatsbibliothek, 2011
Eingangsportal der Bayerischen Staatsbibliothek mit den vier Gelehrten Thukydides, Homer, Aristoteles und Hippokrates (v. li. n. re)

Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) in München ist die zentrale Landesbibliothek des Freistaats Bayern und eine der bedeutendsten europäischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit internationalem Rang. Ihr Bestand beläuft sich auf etwa 10,22 Millionen Bände (Stand: 2014),[1] darüber hinaus verfügt sie in ihrem Altbestand über eine der wichtigsten Handschriftensammlungen der Welt, die umfangreichste Sammlung von Inkunabeln in Deutschland, eine der umfangreichsten und wichtigsten Zeitschriftenbibliotheken Europas sowie zahlreiche weitere bedeutende Sondersammlungen. Damit ist die 1558 als Hofbibliothek gegründete Staatsbibliothek die größte Bibliothek Bayerns, nach der Deutschen Nationalbibliothek und der Staatsbibliothek zu Berlin die drittgrößte Bibliothek Deutschlands und eine der größten Bibliotheken Mitteleuropas.

Seit 1663 existiert ein Pflichtexemplar­recht, das heißt, dass von jedem in Bayern erscheinenden Druckwerk zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek abgeliefert werden müssen. Die BSB gibt die Fachzeitschrift Bibliotheksforum Bayern und – gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin – seit 2007 das Bibliotheksmagazin heraus.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Staatsbibliothek hat die Aufgabe, als Universalbibliothek der Wissenschaft, Forschung und Lehre der Öffentlichkeit Literatur zur Verfügung zu stellen. Als zentrale Landes- und Archivbibliothek hat sie seit 1999 die Rolle der Fachbehörde für alle Angelegenheiten des bayerischen Bibliothekswesens inne und ist an allen landesweiten Planungs- und Koordinationsaktivitäten im Bibliothekswesen beteiligt. Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt seit 1663 das Pflichtexemplarrecht für bayerische Publikationen, die sie sammelt, erschließt, auf Dauer archiviert und ihren Nutzern zur Verfügung stellt. Im Rahmen dessen veröffentlicht sie regelmäßig die Bavarica in der Bayerischen Bibliographie, eine Bibliografie mit Buchtiteln mit bayerischem Bezug. Die Bibliothek hat die Federführung bei der Bayerischen Landesbibliothek Online, dem zentralen kulturwissenschaftlichen Internetportal zur Geschichte und Kultur Bayerns. Als eines der sechs Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke (AG SDD), die zusammen eine verteilte, virtuelle Nationalbibliothek Deutschlands aufbauen, ist die BSB zuständig für Drucke aus den Jahren 1450–1600. Sie ist Sitz des Münchener Digitalisierungszentrums, betreut Sondersammelgebiete der Deutschen Forschungsgemeinschaft und arbeitet bei der Führung der Gemeinsamen Körperschaftsdatei (GKD) und der Personennamendatei (PND) mit.

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Speicherbibliothek Garching lagern zahlreiche Schriften der Staatsbibliothek
Petrus empfängt die Schlüssel zum Himmelreich (fol. 152v); Bild aus dem Perikopenbuch Heinrichs II.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek gehören neben 10,22 Millionen Bänden auch rund 130.000 Handschriften, darunter der Codex aureus und zwei Handschriften des Nibelungenlieds (Handschrift A und D).[2] Ferner gehören zur Sammlung das Evangeliar Ottos III., das Gebetbuch Ottos III., vormals Pommersfelden, Gräflich Schönbornsche Bibliothek, Hs. 2490, die Carmina Burana, die Freisinger Denkmäler, das Perikopenbuch Heinrichs II., der Babylonische Talmud und die Chorbücher von Orlando di Lasso.

Die Bibliothek besitzt 63.400 gedruckte und elektronische Zeitschriften, eine etwa 20.000 Exemplare zählende Sammlung von etwa 9660 Inkunabeln (das ist rund ein Drittel der weltweit rund 28.000 erhaltenen Wiegendrucke), darunter eine Gutenberg-Bibel und der vollständige Türkenkalender (Rar. 1). Zur Bibliothek zählen auch 1.069.000 digitalisierte Bände.[1]

Zum Bestand zählen zahlreiche Drucke des 16. Jahrhunderts sowie biblische Unzial-, Minuskelhandschriften und Lektionare. Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören das 2003 aufgenommene Perikopenbuch Heinrichs II., die 2009 aufgenommene Hohenems-Münchener Handschrift A, das 2003 aufgenommene Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das 2003 aufgenommene Evangeliar Ottos III. und die 2005 aufgenommene Bibliotheca Corviniana.

Innerhalb des Zusammenschlusses „Sammlung Deutscher Drucke“ hat sie die Aufgabe, eine möglichst vollständige Sammlung der gedruckten Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums von 1450 bis 1600 aufzubauen. Sie ist Sondersammelgebietsbibliothek der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Bereiche Vor- und Frühgeschichte, Byzanz, Klassische Altertumswissenschaft, Neuzeitliches Griechenland, Rumänische sowie Albanische Sprache und Literatur, Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, allgemeine Geschichte, Geschichte Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Frankreichs und Italiens sowie Musikwissenschaft und bis Ende 2014 das Informations-, Buch- und Bibliothekswesen.[3]

Die Bayerische Staatsbibliothek ist als Depotbibliothek von den Vereinten Nationen anerkannt.[4]

Digitale Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Innovationszentrum für digitale Informationstechnologie und -services hat die Bayerische Staatsbibliothek auch umfangreiche Internetprojekte initiiert. Bereits 1997 erfolgte die Einrichtung des Münchener Digitalisierungszentrums. Mit der Bereitstellung des konvertierten Blattkatalogs 1841–1952 und des Inkunabelkatalogs 1450–1500 ist heute der gesamte Druckschriftenbestand der Bayerischen Staatsbibliothek online recherchierbar. Im Rahmen des Dokumentlieferdienstes eBooks on Demand werden auf Bestellung vollständige elektronische Kopien urheberrechtsfreier Bücher bereitgestellt. Am 7. März 2007 gab der damalige Generaldirektor Rolf Griebel bekannt, dass Google Book Search für die Staatsbibliothek den Bestand digitalisieren wird, soweit er nicht dem Urheberrecht unterliegt.[5] 2008, im 450. Jahr ihres Bestehens, wurde die Bayerische Staatsbibliothek vom Deutschen Bibliotheksverband als Bibliothek des Jahres ausgezeichnet.[6]

Darüber hinaus hat die Bibliothek zahlreiche mobile Apps entwickelt:

  • Famous Books – Treasures of the Bavarian State Library: Die Bibliothek präsentiert kostbarste Spitzenstücke aus ihrem reichhaltigen Altbestand.
  • Oriental Books – Oriental Treasures of the Bavarian State Library: Die App enthält 20 Prachthandschriften aus der umfangreichen Orientsammlung der Bibliothek.
  • Ludwig II. – Auf den Spuren des Märchenkönigs: Die Location-Based-Services-App präsentiert eine Vielfalt multimedialer Informationen zum „Märchenkönig“ Ludwig II. von Bayern mit Augmented-Reality-Features. Die Applikation wird in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen angeboten.
  • Bayern in historischen Karten: Historische Kartenwerke aus der europaweit bedeutenden Kartensammlung der Staatsbibliothek werden in Form eines Location-Based-Services für die mobile Nutzung bereitgestellt. Die App wurde in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Geschichte, der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und dem Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung entwickelt und gefördert vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.
  • Dichterwege – Auf den Spuren von Jean Paul: Die App wurde anlässlich des 250. Geburtstags von Jean Paul in Kooperation mit dem Verbundprojekt Jean-Paul-Weg in Oberfranken und dem Verein Jean Paul 2013 als digitaler Wanderführer auf den Spuren des Dichters Jean Paul entwickelt.
  • bavarikon3D: Mit dieser App präsentieren führende bayerische Kulturinstitutionen ausgewählte Kunstobjekte als 3D-Digitalisate. Unter den ersten ausgewählten 3D-Objekten befinden sich Skulpturen, Plastiken, historische Globen und mittelalterliche Handschriften.
  • Deutsche Klassiker in Erstausgaben: 30 Erstausgaben deutschsprachiger Klassiker werden in drei verschiedenen Ansichten, darunter eine innovative Hybrid-Ansicht, zur Verfügung gestellt. In der Hybrid-Ansicht wird die mitunter schwer lesbare Fraktur- oder Mischschrift der Originalbuchseiten binnen Sekunden durch die Auswahl einer modernen Schriftart leicht lesbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heiligen Leben Winterteil – Seite aus einer Handschrift aus dem Benediktinerstift Weihenstephan (ca. 1475, in der BSB)

Gegründet wurde die Bibliothek 1558 im Kanzleigewölbe am Alten Hof in München als Hofbibliothek von Herzog Albrecht V. durch den Ankauf zweier Sammlungen: zum einen des Nachlasses des österreichischen Juristen, Orientalisten und kaiserlichen Kanzlers Johann Albrecht Widmanstetter, der aus orientalischen Handschriften und Drucken, Ausgaben klassischer Autoren und Werken aus den Bereichen Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft bestand, zum anderen der Sammlung des Augsburger Patriziers Johann Jakob Fugger,[7] die 1571 erworben werden konnte. Fugger hatte Agenten beauftragt, in Italien, Spanien und den Niederlanden Bände mit Handschriften und Drucken zu sammeln. Dies wurden mehr als 10.000 Bände. Gleichzeitig hatte er in Venedig Handschriften kopieren lassen. Außerdem hatte Fugger 1552 die Handschriften- und Inkunabel-Sammlung des Arztes und Humanisten Hartmann Schedel erworben, die eine der reichsten humanistischen Privatbibliotheken nördlich der Alpen war. Betreut und organisiert hatte die Fugger-Sammlung zunächst der Antwerpener Arzt Samuel Quiccheberg (1529–1567). Er hatte die Aufstellungsordnung der Hofbibliothek Augsburg übernommen. Später wurde die Sammlung von dem Bibliothekar Wolfgang Prommer betreut, der diese sowohl alphabetisch als auch nach Stichworten katalogisiert hatte. Der Nürnberger Aegidius Oertel wurde 1561 der erste Bibliothekar. Die hauptsächlichen Nutzer der Bibliothek waren die 1559 nach München geholten Jesuiten.

Wilhelm V. führte die Sammlung mit weiteren Ankäufen fort:

  • spanische Drucke aus dem Nachlass des Tiroler Ritters Anselm Stöckel (1583)
  • die Sammlung des Augsburger Ratsherrn Johann Heinrich Herwarth von Hohenberg, die reich an Musikdrucken ist (1585)
  • Humanistenbibliothek des Augsburger und Eichstätter Domherrn Johann Georg von Werdenstein (1592)

Im Jahr 1600 umfasste der Bestand bereits 17.000 Bände. Durch die Säkularisation in Bayern und die Überführung der Kurpfälzischen Hofbibliothek erhielt die Bibliothek um 1803 einen Zuwachs von etwa 550.000 Bänden und 18.600 Handschriften. 1827 erhielt Friedrich von Gärtner den Auftrag zur Planung eines repräsentativen Gebäudes für die Hof- und Staatsbibliothek. Der Bau sollte zunächst in der Ludwigstraße 1 errichtet werden. 1828 sollte der Standort dann gegenüber der Glyptothek am Königsplatz sein; doch noch im gleichen Jahr war als Standort wieder die Ludwigstraße vorgesehen. 1831 wurden die Entwürfe fertig. Wegen Geldmangels erfolgte die Grundsteinlegung erst am 8. Juli 1832. Der Bibliotheksbau wurde nach 11 Jahren Bauzeit 1843 fertiggestellt. Das langgestreckte Bauwerk umschließt zwei Höfe und basiert auf der Palastarchitektur der italienischen Frührenaissance. Die ursprünglichen Sitzfiguren griechischer Gelehrter an der Freitreppe wurden von Ludwig von Schwanthaler geschaffen. Aufgrund der schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg sind die jetzigen Figuren des Aristoteles, Homer, Thukydides und Hippokrates, an der Treppe des Hauptportals, Nachschöpfungen verschiedener Künstler.

Seit 1919 trägt die Bibliothek den Namen Bayerische Staatsbibliothek. Während des Zweiten Weltkriegs kam es trotz Auslagerung von Beständen zum Verlust von über 500.000 Bänden. Das Gebäude selbst wurde zu 85 Prozent zerstört. 1946 begannen der Wiederaufbau des Bibliotheksgebäudes und die Rückführung der ausgelagerten Bestände. Zunächst wurde eine räumliche, aber nicht organisatorische Zusammenlegung mit der fast völlig zerstörten Universitätsbibliothek München überlegt; Widerstand der Universität beendete diese Überlegung aber 1956. Deshalb plante die Staatsbibliothek einen modernen Anbau, in dem zeitgemäße Einrichtungen unterzubringen wären. Der Erweiterungsbau an der Ostseite nach Plänen von Hans Döllgast und Sep Ruf wurde 1966 fertiggestellt. Dieser Anbau, der unter anderem den Allgemeinen Lesesaal beherbergt, wurde 1967 mit dem BDA-Preis Bayern ausgezeichnet. Der Wiederaufbau wurde 1970 mit der Einweihung des wieder hergestellten Südflügels abgeschlossen. 1988 wurde die Speicherbibliothek Garching in Betrieb genommen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restauriertes Treppenhaus
Luftbildaufnahme

Direktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliotheksleiter:

Zur Direktion gehören ferner das Direktionsbüro, der persönliche Referent sowie die Stabsreferate Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Informationstechnologie.

Zentrale Administration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentrale Administration erledigt als Querschnittabteilung die allgemeine Verwaltung; außerdem ist sie Dienstleister für alle Bereiche und Bediensteten der Bibliothek. Sie betreut die Aufgabengebiete „Finanzen“, „Personal“ und „Innere Dienste, Bau“. In der Abteilung sind zudem das „Justiziariat“ und die „Zuständige Stelle für die FaMI-Ausbildung“ angesiedelt.

Hauptabteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestandsentwicklung und Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien aller Art werden in dieser Abteilung erworben (Zugangsarten sind Geschenk, Kauf, Lizenzierung, Pflichtablieferung und Tausch) und sowohl formal als auch sachlich katalogisiert. Die Abteilung ist in zwei Abteilungsstränge unterteilt: BEE 1 (Länder- und Fachreferate, Monografien, Medienetat) und BEE 2 (Periodika, Lizenzen, Elektronisches Publizieren).

Benutzungsdienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Benutzungsdienste vermittelt die Bestände und Dienstleistungen der Bibliothek. Die Abteilung untergliedert sich in die Bereiche Informationsdienste und Ortsleihe, Lesesäle, Dokumentlieferung und elektronische Benutzungsdienste sowie Dokumentverwaltung.

Digitale Bibliothek und Bavarica[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Digitale Bibliothek und Bavarica gliedert sich in zwei Referate: Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) / Digitale Bibliothek und Bavarica (inkl. bavarikon).

Das MDZ ist die zentrale Innovations- und Produktionseinheit der Bayerischen Staatsbibliothek für die Entwicklung, Erprobung und Inbetriebnahme neuer Produkte und Prozesse rund um das facettenreiche Großthema „Digitale Bibliothek“. Das MDZ verfügt über ein eigenes ScanZentrum mit hochwertigen Scansystemen (darunter Scanroboter und 3D-Scanner) für die digitale Produktion. Tätigkeitsschwerpunkte bilden die Digitalisierung sowie die Präsentation und Langzeitarchivierung digitaler Inhalte. Das Referat Bavarica betreut den gleichnamigen Sammelschwerpunkt der Bibliothek; es betreibt u.a. das Portal Bayerische Landesbibliothek Online[9] und ist für die technische Umsetzung und Projektleitung des Kulturportals „bavarikon“ verantwortlich. In der Bavarica-Abteilung des Aventinus-Lesesaals ist eine Auswahl von Nachschlagewerken, Monographien, Zeitschriften und Reihen zu Bayern aus allen Fachgebieten in systematischer Aufstellung frei zugänglich.

Handschriften und Alte Drucke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung für Handschriften und Alte Drucke ist für die wertvollsten historischen Bestände der Bibliothek zuständig. Dieses kostbare Erbe begründet das weltweite Renommee der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Abteilung verfügt über einen speziellen Lesesaal, der für die Arbeit mit alten Büchern besonders ausgestattet ist.

Zur Abteilung für Handschriften und Alte Drucke gehört ebenfalls das Referat Karten & Bilder. Dieses verwaltet gedruckte Karten von 1500 bis heute, Atlanten, kartografisches Schrifttum und das Bildarchiv der Bibliothek mit Beständen aus den Fotoarchiven Heinrich Hoffmann, Bernhard Johannes und Felicitas Timpe.

Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zentrale Aufgabe des Instituts für Bestandserhaltung und Restaurierung (IBR) ist die Erhaltung des wertvollen schriftlichen Kulturerbes der staatlichen wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns durch präventive Konservierung und Restaurierung. Zudem ist das IBR (in Kooperation mit der Technischen Universität München) für den Studienschwerpunkt „Buch und Papier“ des Bachelor- und des konsekutiven Masterstudiengangs „Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft“ verantwortlich. Darüber hinaus arbeitet das IBR aktiv in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgremien.

Sonderabteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quantität und Güte ihrer historischen Bestände sowie das weite Erwerbungsprofil machen die Musikabteilung zu einer international bedeutenden Musikbibliothek ersten Ranges. Ihre Anfänge gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Der Sammelschwerpunkt „Musikwissenschaft“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird in dieser Abteilung betreut. Die Abteilung verfügt gemeinsam mit dem Referat Karten und Bilder über einen eigenen Lesesaal.

Orient- und Asienabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die orientalischen Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek umfassen mehr als 260.000 Bände in Arabisch, Armenisch, Georgisch, Hebräisch, Jiddisch, Mongolisch, Persisch, Tibetisch und in indischen Sprachen. Die asiatischen Bestände schließen über 310.000 Bände in den Sprachen Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Thai und Vietnamesisch ein. Die Handbestände sind zusammen mit denen der Osteuropaabteilung im Ostlesesaal zugänglich.

Osteuropaabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Osteuropaabteilung ist die größte Sonderabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek mit rund einer Million Bänden zu und aus Osteuropa von der frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert. Sie befasst sich neben dem osteuropäischen Raum im engeren Sinn auch mit Ostmittel- und Südosteuropa sowie dem asiatischen Teil Russlands. Der Handbestand der Abteilung ist im Ostlesesaal der Bibliothek untergebracht.

Abteilungen mit verbundweiten Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorwiegend für Landesaufgaben zuständig sind die Bibliotheksakademie Bayern, die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen sowie die Verbundzentrale des Bibliotheksverbundes Bayern.

Staatliche Regionalbibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz am Domplatz ist die größte aller zehn Regionalbibliotheken

Die regionalen staatlichen Bibliotheken sind Teil des wissenschaftlichen Bibliothekswesens in Bayern. Organisatorisch sind sie der Bayerischen Staatsbibliothek nachgeordnet. Zu ihnen zählen die folgenden Einrichtungen:

Benutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeiner Lesesaal

Ende 2014 zählte die Bibliothek 78.000 eingeschriebene, aktive Nutzer und 1.870.000 Entleihungen. Die Lesesäle der Bayerischen Staatsbibliothek werden täglich von etwa 3000 Menschen benutzt. Im Allgemeinen Lesesaal, der täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet ist, sind rund 111.000 Bände, überwiegend Nachschlagewerke, frei zugänglich. Im Zeitschriftenlesesaal liegen rund 18.000 aktuelle Hefte laufender Zeitschriften aus. Die Abteilungen Handschriften und Alte Drucke, Karten und Bilder, Musik sowie Osteuropa, Orient und Asien unterhalten eigene Lesesäle mit Freihandbeständen. Aus den Magazinen werden täglich rund 1500 Bände zur Benutzung im Allgemeinen Lesesaal bereitgestellt. 2010 wurde ein neuer Forschungslesesaal mit Schwerpunkt Geschichtswissenschaften und Bavarica eingerichtet (Aventinus-Lesesaal).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Ceynowa, Martin Hermann (Hrsg.): Bibliotheken: Innovation aus Tradition; Rolf Griebel zum 65. Geburtstag. De Gruyter Saur, Berlin [u.a.] 2014, ISBN 978-3-11-031041-2.
  • Rolf Griebel, Klaus Ceynowa: Die Bayerische Staatsbibliothek. Eine Positionsbestimmung zum 450-jährigen Gründungsjubiläum. München 2009.
  • Rolf Griebel, Klaus Ceynowa: Information – Innovation – Inspiration. 450 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Walter de Gruyter, 2008.
  • Beiträge zur Geschichte der Bayerischen Staatsbibliothek. In: Rupert Hacker (Hrsg.): Bayerische Staatsbibliothek – Schriftenreihe, Bd.1. Saur, München 2000, ISBN 3-598-24060-0.
  • Cornelia Jahn (Hrsg.): Bayerische Staatsbibliothek: ein Selbstporträt. München 1997, ISBN 3-9802700-2-5.
  • Klaus Haller: Die Bayerische Staatsbibliothek in historischen Beschreibungen. Saur, München 1992, ISBN 3-598-11149-5.
  • Karl Dachs: Thesaurus librorum: 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek Ausstellung, München, 18. August – 1. Oktober 1983. Reichert, Wiesbaden 1983, ISBN 3-88226-169-2.
  • Carolyn Krebber: Der Bau der Bayerischen Staatsbibliothek in München von Friedrich von Gärtner. In: Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München, Bd.15. tuduv-Verlag, München 1987, ISBN 3-88073-232-9.
  • Franz Georg Kaltwasser: Bayerische Staatsbibliothek: 1972–1992. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. – 40.1993. – S. 117–134.
  • Franz Georg Kaltwasser: Bayerische Staatsbibliothek: wechselndes Rollenverständnis im Lauf der Jahrhunderte. Harrassowitz, Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05322-4.
  • Franz Georg Kaltwasser: Die Bibliothek als Museum: Von der Renaissance bis heute, dargestellt am Beispiel der Bayerischen Staatsbibliothek. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-03863-2.
  • Franz Georg Kaltwasser: Bibliotheksarbeit: Ausgewählte Aufsätze. Harrassowitz, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-447-05627-4 (mit einem Schriftenverzeichnis 1953–2007, Vorwort von Wolfgang Frühwald).
  • Hof- und Staatsbibliothek in München. In: Handbuch der Bibliothekswissenschaft. 2., verm. und verbesserte Aufl., 3. Band, 2. Hälfte. Geschichte der Bibliotheken. Wiesbaden 1957, S. 370–379.
  • Cornelia Jahn und Dieter Kudorfer: Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog Nr. 74, München 2003, ISBN 3-9807702-3-0.
  • Claudia Fabian: Kulturkosmos der Renaissance. Die Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek. Bayerische Staatsbibliothek, Ausstellungskatalog Nr. 79, München 2008, ISBN 978-3-447-05672-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bayerische Staatsbibliothek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die BSB in Zahlen (Stand: 2014).
  2. Bayerische Staatsbibliothek: Nibelungenlied-Handschriften aus der Bayerischen Staatsbibliothek, 5. Oktober 2011.
  3. Bayerische Staatsbibliothek (Bayern), abgerufen am 15. Dezember 2015
  4. United Nations Depository Libraries, abgerufen am 19. Dezember 2015
  5. „Google digitalisiert in Bayern: Mit Hybridantrieb ins Netz“, FAZ, 8. März 2007.
  6. Pressemitteilung vom 18. Juni 2008.
  7. Uwe Jochum: Kleine Bibliotheksgeschichte. 3. verbesserte und erweiterte Auflage. Reclam, 2007, ISBN 978-3-15-017667-2, S. 93.
  8. Bayerische Staatsregierung: Bericht aus der Kabinettssitzung 24. Februar 2015.
  9. Bayerische Landesbibliothek Online.