Bayerische Staatsregierung

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Bayerische Staatskanzlei, München

Die Bayerische Staatsregierung ist im politischen System Bayerns die oberste Exekutivbehörde des Freistaates Bayern. Sie besteht aus dem Bayerischen Ministerpräsidenten und bis zu 17 Staatsministern und Staatssekretären.

Rechtliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfassungsrechtliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt Vier des ersten Hauptteils der Bayerischen Verfassung legt die Zusammensetzung des Kabinetts mit dem Ministerpräsidenten und bis zu 17 Staatsministern und Staatssekretären fest.

Der vom Bayerischen Landtag gewählte Ministerpräsident beruft und entlässt die Staatsminister und die Staatssekretäre mit Zustimmung des Landtags. Er weist den Staatsministern einen Geschäftsbereich oder eine Sonderaufgabe zu, den diese nach dem Ressortprinzip und den vom Ministerpräsidenten bestimmten Richtlinien der Politik (Richtlinienkompetenz) eigenverantwortlich verwalten. Die Staatssekretäre sind gegenüber ihren Staatsministern weisungsgebunden. Der Status der bayerischen Staatssekretäre ähnelt dem der Parlamentarischen Staatssekretäre des Bundes, die allerdings keine Regierungsmitglieder sind und im Regelfall dem Bundestag angehören müssen, während die bayerischen Staatssekretäre dem Landtag zwar angehören können, es aber nicht müssen. Den (beamteten) Staatssekretären fast aller anderen Länder und des Bundes, die im Regelfall die Funktion des Amtschefs der Ministerien wahrnehmen, entsprechen in Bayern die Ministerialdirektoren.

Die Bayerische Staatskanzlei unterstützt den Ministerpräsidenten und die Staatsregierung in ihren verfassungsmäßigen Aufgaben. Diese sind insbesondere:

Ministergesetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weiteren Rechtsverhältnisse der Mitglieder der Staatsregierung sind im Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder der Staatsregierung geregelt.[1]

Aktuelle Bayerische Staatsregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. März 2018 ist Markus Söder (CSU) Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Das Kabinett Söder II bildet seit dem 12. November 2018 die Bayerische Staatsregierung. Diese setzt sich wie folgt zusammen:

Amt Amtsinhaber Partei MdL
Ministerpräsident Markus Söder CSU ja
Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie Hubert Aiwanger FW ja
Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Florian Herrmann CSU ja
Staatsminister des Innern und für Integration Joachim Herrmann CSU ja
Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Hans Reichhart CSU nein
Staatsminister der Justiz Georg Eisenreich CSU ja
Staatsminister für Unterricht und Kultus Michael Piazolo FW ja
Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler CSU ja
Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker CSU ja
Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber FW ja
Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber CSU ja
Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer CSU ja
Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml CSU ja
Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach CSU ja
Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Roland Weigert FW ja
Staatssekretär im Staatsministerium des Innern und für Integration Gerhard Eck CSU ja
Staatssekretärin im Staatsministerium für Unterricht und Kultus Anna Stolz FW ja
Staatssekretärin im Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Carolina Trautner CSU ja

Staatsregierungen in Bayern seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubert AiwangerIlse AignerMartin ZeilChrista StewensGünther BecksteinBarbara StammHans ZehetmairMathilde Berghofer-WeichnerMax StreiblKarl HillermeierLudwig HuberPhilipp HeldOtto SchedlAlois HundhammerRudolf EberhardWalter StainJoseph BaumgartnerWilhelm HoegnerJosef MüllerWilhelm HoegnerAlbert RoßhaupterMarkus SöderHorst SeehoferGünther BecksteinEdmund StoiberMax StreiblFranz Josef StraußAlfons GoppelHans EhardHanns SeidelWilhelm HoegnerHans EhardWilhelm Hoegner

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Staatsregierungen des Freistaates Bayern nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Amtszeit[2] Wahl-
periode
Landtag
Staatsregierung Parteien Ministerpräsident Stellvertreter des
Minister­präsidenten
Staatsminister und
Staatssekretäre
berufen am
28.05.1945 – 28.09.1945 [3] Kabinett Schäffer (BVP/CSU),[4] SPD Fritz Schäffer
28.09.1945 – 16.12.1946 [3] Kabinett Hoegner I SPD, CSU, KPD Wilhelm Hoegner Albert Roßhaupter 22.10.1946
21.12.1946 – 20.09.1947 1. Kabinett Ehard I CSU, SPD, WAV Hans Ehard Wilhelm Hoegner 21.12.1946
20.09.1947 – 18.12.1950 1. Kabinett Ehard II CSU Hans Ehard Josef Müller 20.09.1947
18.12.1950 – 14.12.1954 2. Kabinett Ehard III CSU, SPD Hans Ehard Wilhelm Hoegner 18.12.1950
14.12.1954 – 08.10.1957 3. Kabinett Hoegner II SPD, BP,
GB/BHE, FDP
Wilhelm Hoegner Joseph Baumgartner 14.12.1954
16.10.1957 – 09.12.1958 3. Kabinett Seidel I CSU, GB/BHE, FDP Hanns Seidel Walter Stain 16.10.1957
09.12.1958 – 22.01.1960 4. Kabinett Seidel II CSU, GB/BHE, FDP Hanns Seidel Rudolf Eberhard 09.12.1958
26.01.1960 – 11.12.1962 4. Kabinett Ehard IV CSU, GB/BHE, FDP Hans Ehard Rudolf Eberhard 26.01.1960
11.12.1962 – 05.12.1966 5. Kabinett Goppel I CSU, BP[5] Alfons Goppel Rudolf Eberhard (bis 24.06.1964)
Alois Hundhammer
11.12.1962
05.12.1966 – 08.12.1970 6. Kabinett Goppel II CSU Alfons Goppel Alois Hundhammer (bis 10.03.1969)
Otto Schedl
05.12.1966
08.12.1970 – 12.11.1974 7. Kabinett Goppel III CSU Alfons Goppel Otto Schedl (bis 22.02.1972)
Philipp Held
08.12.1970
12.11.1974 – 06.11.1978 8. Kabinett Goppel IV CSU Alfons Goppel Ludwig Huber (bis 26.05.1977)
Karl Hillermeier
12.11.1974
06.11.1978 – 26.10.1982 9. Kabinett Strauß I CSU Franz Josef Strauß Karl Hillermeier 07.11.1978
26.10.1982 – 23.10.1986 10. Kabinett Strauß II CSU Franz Josef Strauß Karl Hillermeier 27.10.1982
23.10.1986 – 19.10.1988 11. Kabinett Strauß III CSU Franz Josef Strauß
(† 03.10.1988)
Karl Hillermeier (bis 14.06.1988)
Max Streibl (ab 12.07.1988)
30.10.1986
19.10.1988 – 24.10.1990 11. Kabinett Streibl I CSU Max Streibl Mathilde Berghofer-Weichner 19.10.1988
24.10.1990 – 27.05.1993 12. Kabinett Streibl II CSU Max Streibl Mathilde Berghofer-Weichner 30.10.1990
28.05.1993 – 21.10.1994 12. Kabinett Stoiber I CSU Edmund Stoiber Hans Zehetmair 17.06.1993
21.10.1994 – 29.09.1998 13. Kabinett Stoiber II CSU Edmund Stoiber Hans Zehetmair 27.10.1994
29.09.1998 – 14.10.2003 14. Kabinett Stoiber III CSU Edmund Stoiber Barbara Stamm (bis 30.01.2001)
Günther Beckstein
06.10.1998
07.10.2003 – 30.09.2007 15. Kabinett Stoiber IV CSU Edmund Stoiber Günther Beckstein 14.10.2003
09.10.2007 – 27.10.2008 15. Kabinett Beckstein CSU Günther Beckstein Christa Stewens 16.10.2007
27.10.2008 – 08.10.2013 16. Kabinett Seehofer I CSU, FDP Horst Seehofer Martin Zeil 30.10.2008
08.10.2013 – 13.03.2018 17. Kabinett Seehofer II CSU Horst Seehofer Ilse Aigner 10.10.2013
16.03.2018 – 06.11.2018 17. Kabinett Söder I CSU Markus Söder Ilse Aigner 21.03.2018
06.11.2018 – 18. Kabinett Söder II CSU, FW Markus Söder Hubert Aiwanger 12.11.2018

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder der Staatsregierung vom 4. Dezember 1961, BayRS BayRS 1102-1-S, zuletzt geändert durch § 1 Nr. 2 VO zur Anpassung des Landesrechts an die geltende Geschäftsverteilung vom 22. Juli 2014, GVBl S. 286
  2. Angegeben ist der Zeitraum vom Tag der Wahl und Vereidigung des Ministerpräsidenten bis zu dem Tag, an dem das Amtsverhältnis aller Mitglieder der Staatsregierung endete. Letzterer ist entsprechend Art. 8(1), 9(1) MitglStRegG entweder der Tag der Vereidigung eines neuen Ministerpräsidenten oder der Tag des Rücktritts des Ministerpräsidenten. In der Regel führen die Mitglieder der Staatsregierung ihre Ämter darüber hinaus bis zur Vereidigung des Nachfolgers weiter.
  3. a b Von der US-amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzte Staatsregierung.
  4. Da die BVP sich bereits 1933 auflöste und die CSU sich erst im Oktober 1945 formell gründete, waren deren späteren Mitglieder im Kabinett Schäffer parteilos.
  5. Faktisch endete die CSU/BP-Koalition bereits am 20. Juli 1966 mit dem Übertritt des einzigen Regierungsmitgliedes der Bayernpartei, Innenstaatssekretär Robert Wehgartner, zur CSU.