Bayerischer Buchpreis

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Der Bayerische Buchpreis ist ein Literaturpreis, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Bayern, veranstaltet und seit 2014 vergeben wird.

Bayerischer Buchpreis 2017. Von links: Michael Then, Knut Cordsen, Tomi Ungerer, Franzobel, Andreas Reckwitz, Thea Dorn, Svenja Flaßpöhler und Ilse Aigner

Prämiert werden innerhalb des vergangenen Jahres neu erschienene deutschsprachige Bücher in den Kategorien Belletristik und Sachbuch. Zudem würdigt der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten das Lebenswerk eines namhaften Schriftstellers. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro und einem Löwen der Porzellanmanufaktur Nymphenburg verbunden.[1] Nominierte, aber nicht ausgezeichnete Autoren erhalten 2.000 Euro. Gefördert wird der Bayerische Buchpreis vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Medienpartner sind der Bayerische Rundfunk und die Wochenzeitung Die Zeit, Förderer ist das PS-Sparen der bayerischen Sparkassen.[2]

Charakteristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bayerische Buchpreis ist Nachfolger des Literaturpreises Corine, der von 2001 bis 2011 verliehen wurde. Der Buchpreis wurde 2014 zum ersten Mal vergeben. In diesem Jahr fand zeitgleich das Literaturfest München statt.[3]

Die Preisträger werden von einer für jeweils drei Jahre amtierenden Fachjury gewählt. Die Mitglieder der ersten Jury waren Franziska Augstein, Carolin Emcke und Denis Scheck. Der Vorsitz wechselte von Jahr zu Jahr; 2015 lag er bei Carolin Emcke, 2016 war Franziska Augstein Vorsitzende.[4] Ab 2017 besteht die Jury aus Thea Dorn, Svenja Flaßpöhler und Knut Cordsen.[5]

Eine Besonderheit liegt in den Regeln der Preisvergabe. Vorschläge für den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten können von der Fachjury eingebracht werden, das Entscheidungsrecht über den Preisträger hat der Ministerpräsident.[6] Für die Preise in den Kategorien Belletristik und Sachbuch darf jedes Jurymitglied je zwei Werke zur Auswahl stellen.[6] Als Ergebnis der ersten Jurysitzung im Oktober nominiert die Jury für jede Kategorie drei Bücher.[6] Diese Liste wird veröffentlicht. Unverlangt eingesandte Bücher oder Nominierungsvorschläge werden nicht berücksichtigt.[6] Die Jury stimmt über die Preisträger in den Kategorien Belletristik und Sachbuch unmittelbar vor der Preisverleihung ab, und zwar im Rahmen einer öffentlichen Diskussion vor den geladenen Gästen in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz. Dadurch soll, so Denis Scheck, das an die Öffentlichkeit kommen, was „normalerweise in den Hinterzimmern des Literaturbetriebs stattfindet“, die Entscheidungsfindung der Jury.[7] Wenn diese sich bei einer Kategorie nicht innerhalb von 30 Minuten auf ein Werk einigen kann, verfällt der Preis.[8]

Nominierte Titel und Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014[9][10][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträger: Thomas Hettche: Pfaueninsel, (Kiepenheuer & Witsch)
  • Außerdem nominiert: Nino Haratischwili: Das achte Leben (Für Brilka), (Frankfurter Verlagsanstalt) und Thomas Kapielski: Je dickens, destojewski! Ein Volumenroman, (edition suhrkamp)

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silvia Bovenschen

2015[11][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträgerin: Angela Steidele: Rosenstengel (Matthes und Seitz)
  • Außerdem nominiert: Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (Matthes und Seitz) und Ulrich Peltzer: Das bessere Leben (S. Fischer Verlag)

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträger: Reiner Stach: Kafka. Die frühen Jahre (S. Fischer Verlag)
  • Außerdem nominiert: Bruno Preisendörfer: Als Deutschland noch nicht Deutschland war. Reise in die Goethezeit (Verlag Galiani Berlin) und Monika Rinck: Risiko und Idiotie. Streitschriften (kookbooks)

Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisträger des Bayerischen Buchpreises 2016: Andrea Wulf, Ruth Klüger, Heinrich Steinfest

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträgerin: Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur (C. Bertelsmann Verlag)
  • Außerdem nominiert: Markus Schauer: Der Gallische Krieg. Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk (Verlag C.H.Beck) und Bettina Stangneth: Böses Denken (Rowohlt Verlag)

Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Begründung hieß es, die Preisträgerin sei eine „unentbehrliche Mahnerin gegen das Vergessen von Gewalt und Verbrechen, die auch zu aktuellen politischen Fragen kritisch Stellung bezieht“.[2]

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preisträger: Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne (Suhrkamp)
  • Außerdem nominiert: Jürgen Goldstein: Blau. Eine Wunderkammer seiner Bedeutungen (Matthes & Seitz), Gerd Koenen: Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus (C.H. Beck) und

Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bayerischer Buchpreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antje Weber: Jux und Feierei. Wie der Bayerische Buchpreis in diesem Jahr an Reiner Stach und Angela Steidele ging., in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 263, 14./15. November 2015, S. R18.
  2. a b Bayerischer Buchpreis 2016 / Ehrenpreis für Ruth Klüger / boersenblatt.net. In: boersenblatt.net. 15. November 2016; abgerufen am 23. November 2016.
  3. Bayerischer Buchpreis 2014 Die sechs Nominierten, Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vom 20. Oktober 2014, abgerufen 21. Oktober 2014
  4. Pressemeldung – Bayerischer Buchpreis. In: bayerischer-buchpreis.de. 1. Dezember 2016; abgerufen am 6. August 2016.
  5. Thea Dorn, Dr. Svenja Flaßpöhler und Knut Cordsen neue Juroren des Bayerischen Buchpreises, buchmarkt.de, 5. April 2017, abgerufen am 5. April 2017
  6. a b c d Auswahlkriterien – Bayerischer Buchpreis. In: bayerischer-buchpreis.de. Abgerufen am 23. November 2016.
  7. Denis Scheck, Videoaufzeichnung der Preisverleihung 2014, www.br.de, 06:00, abgerufen am 10. November 2015.
  8. Denis Scheck, Videoaufzeichnung der Preisverleihung 2014, www.br.de, 05:39, abgerufen am 10. November 2015.
  9. "Stilistische Eleganz und ansteckende Heiterkeit" www.boersenblatt.net, 5. November 2014, abgerufen am 15. Februar 2016.
  10. 2014 – Bayerischer Buchpreis. In: bayerischer-buchpreis.de. Abgerufen am 23. November 2016.
  11. 2015 – Bayerischer Buchpreis. In: bayerischer-buchpreis.de. Abgerufen am 23. November 2016.
  12. Mitteilung zur Preisvergabe, abgerufen am 23. November 2016
  13. orf.at: Franzobel bekommt Bayerischen Buchpreis. Artikel vom 7. November 2017, abgerufen am 7. November 2017.
  14. Tomi Ungerer bekommt den Ehrenpreis auf boersenblatt.net, 6. September 2017, abgerufen am 6. September 2017