Bayerisches Landeskriminalamt

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Bayerisches Landeskriminalamt
Logo des LKA Bayern
Staatliche Ebene Land
Aufsichtsbehörde Bayerisches Staatsministerium des Innern
Hauptsitz München
Behördenleitung Robert Heimberger, Präsident
Bedienstete ca.1.800
Website www.polizei.bayern.de/lka/
Dienstgebäude am Marsplatz, München

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) ist das Landeskriminalamt der bayerischen Polizei mit Sitz in München (Stadtteil Maxvorstadt). Es unterhält eine Außenstelle in Nürnberg und eine in Wegscheid.

Das BLKA ist eine übergeordnete polizeiliche Großbehörde der Bayerischen Polizei mit 6 Abteilungen, 19 Dezernaten und 85 Sachgebieten. Derzeitiger Präsident des Bayerischen LKA ist Robert Heimberger.[1]

Die Behörde verfügt über etwa 1.800 Mitarbeiter einschließlich einer Vielzahl von Naturwissenschaftlern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Mai 1946 wurde das Landeserkennungsamt aufgrund der Verfügung Nr. 59 des Bayerischen Staatsministerium des Innern mit Dienstsitz im Palais Dürckheim in München gegründet. Noch im selben Jahr erfolgte die Umbenennung in Zentralamt für Kriminalidentifizierung, Polizeistatistik und Polizeinachrichtenwesen im Bayerischen Staatsministerium des Innern. Im Jahre 1949 erfolgte die Umbenennung in Zentralamt für Kriminalidentifizierung und Polizeistatistik des Landes Bayern. Im Jahre 1952 erfolgte die letzte Umbenennung in Bayerisches Landeskriminalamt. 1953 wurde das Präsidium der Landpolizei in das LKA eingegliedert. 1968 zogen die 468 Bediensteten in den Neubau der Maillingerstraße 15 ein (Marsfeld).[2] Am 12. Mai 1972 verübte die Terrororganisation Rote Armee Fraktion einen Bombenanschlag auf den Hauptdienstsitz in München. Eine Autobombe verletzte fünf Polizeibeamte und beschädigte mehrere Polizeifahrzeuge.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat als erstes unter den Landespolizeien die Marke von 100.000 übersandten Datensätzen für die DNA-Analysedatei übersprungen. Das entspricht zum Zeitpunkt Juni 2007 einer Quote von 21 % aller Bearbeitungen. Aufgrund der Daten konnten bislang 5.385 Straftaten aufgeklärt werden, darunter 74 Morde und 186 Sexualstraftaten in Bayern.[3]

Auftrag und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgebäude in München

Das BLKA hat folgende Aufgaben und Funktionen:

  • Kriminalpolizeiliche Ermittlungsdienststelle.
  • Zentrale Informations- und Kommunikationswesen der bayerischen Polizei, v. a. Datenverarbeitung und Telekommunikation (u. a. Fernmeldestelle) der Bayerischen Polizei, Innovation, Forschung und Prävention.

In Sachen Strafverfolgung ist das BLKA gem. dem Bayerischen Polizeiorganisationsgesetz u. a. zuständig für:

Das BLKA arbeitet u. a. mit folgenden Behörden, internationalen Organisationen und Stellen zusammen: bayerische Polizeidienststellen, deutsche Staatsanwaltschaften und Gerichte, andere deutsche Landeskriminalämter, Bundeskriminalamt, Bundeszollverwaltung und EUROPOL.

Es unterhält ein eigenes Mobiles Einsatzkommando (MEK) sowie – wie üblich – einen Kriminaldauerdienst (KDD). Seit 1. Juli 1979 gibt es beim BLKA die "Kriminologische Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei".[4]

Seit 2007 ist dem LKA das 2002 in Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 gegründete Strategische Innovationszentrum eingegliedert. Es war nach seiner Gründung im bayerischen Innenministerium angesiedelt und befasst sich mit dem „Entwerfen von Analysen und Prognosen neuer Kriminalitätsszenarien“[5] Schwerpunkte der Tätigkeit sind die eines Frühwarnsystems hinsichtlich künftiger Entwicklungen und ein Monitoring der Technologie-Entwicklung unter dem Gesichtspunkt polizeilichen Wissens und polizeilicher Ausrüstung.[6]

Namenskonvention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die übliche Konvention für die Namen der Landeskriminalämter lautet: Landeskriminalamt Landesname (z. B. „Landeskriminalamt Bremen“). Von dieser Konvention weichen Hessen und Bayern ab.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präsidentenwechsel beim Bayerischen Landeskriminalamt. In: stmi.bayern.de. 28. August 2015. Abgerufen am 1. September 2015.
  2. www.polizei.bayern.de Bayerisches Landeskriminalamt: Amtsgeschichte (PDF; 639 kB). Aufgerufen am 25. August 2013.
  3. Allgäuer Zeitung vom 9. Juni 2007, Seite 6: Bayern ist deutscher Meister im Genspuren-Sammeln.
  4. Kriminologische Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei. Auf Polizei.bayern.de, 19. August 2015. Abgerufen am 30. Juli 2016.
  5. Robert Mizia: Bayerische Polizei – DAS STRATEGISCHE INNOVATIONSZENTRUM. In: SIAK-Journal − Zeitschrift für Polizeiwissenschaft und polizeiliche Praxis, 4/2007, S. 12–19
  6. Mittelbayerische Zeitung: Strategisches Innovationszentrum feiert 10-jähriges Bestehen, 6. Mai 2012

Koordinaten: 48° 8′ 53,3″ N, 11° 32′ 43,1″ O