Bayerisches Rotes Kreuz

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Bayerisches Rotes Kreuz
(BRK)
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Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründung 27. Juli 1945[1]
Sitz München, Deutschland
Schwerpunkt Humanitäre Hilfe, Humanitäres Völkerrecht, Sozialarbeit
Vorsitz Theo Zellner[2]
Geschäftsführung Leonhard Stärk
Umsatz 1.305.500.000 Euro (2018)
Beschäftigte 24.000[3]
Freiwillige 180.000
Mitglieder 955.000
Website www.brk.de

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Bundesland Bayern. Er wurde am 27. Juli 1945 wiedergegründet.

Präsident des BRK ist seit der 36. Landesversammlung am 7. Dezember 2013 Theo Zellner. Vizepräsidenten sind Brigitte Meyer und Paul Wengert. Geschäftsführer des BRK-Landesverbandes sind derzeit Leonhard Stärk und Wolfgang Obermair.[4] Ehrenpräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes ist Christa Prinzessin von Thurn und Taxis.

Die Mitgliederzahl des Bayerischen Roten Kreuzes beträgt rund 955.000 Mitglieder (31. Dezember 2011).[5] Damit ist das BRK der größte Landesverband des DRK.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1864 im Jahr der ersten Genfer Konvention gab es in vielen anderen deutschen Einzelstaaten einen entsprechenden Verband. Bayern trat erst 1868 der Konvention bei. Die Königinmutter Marie und ihr Sohn Ludwig II. von Bayern gründeten im Dezember 1869 den Bayerischen Frauenverein, der später den Zusatz „vom Roten Kreuz“ annahm. Im gleichen Jahr wurde das „Centralkomité der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ gegründet, das ab Dezember 1879 den Namen „Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz“ trug und seinen Sitz in Berlin hatte.[6] Erst als Folge des Ersten Weltkriegs wurde am 25. Januar 1921 das Deutsche Rote Kreuz gegründet. Dem Bayerischen Roten Kreuz als Landesverband wurde im Jahr 1921 und erneut nach dem Zweiten Weltkrieg am 27. Juli 1945 die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verliehen. Gründungspräsident nach dem Krieg war Adalbert Prinz von Bayern, der in Zusammenarbeit mit Karl Scharnagl, dem Münchner Oberbürgermeister, die Neugründung organisierte. Am 4. Februar 1950 wurde das Deutsche Rote Kreuz wiedergegründet. Otto Geßler, 1949 bis 1955 Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, war von 1950 bis 1952 auch Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, danach dessen Ehrenpräsident. 1999 trat der damalige Präsident des BRK, Albert Schmid, im Zuge eines Schmiergeldskandal beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes zurück. Zwei Ex-Manager des Bayerischen Roten Kreuzes mussten in Haft.[7] Der neue Präsident Heinz Köhler und seine Nachfolgerin Christa von Thurn und Taxis versuchten mit einem „Zukunftsprogramm“ eine bessere interne Kontrolle sicherstellen.

Rechtsform und Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einziger Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes ist das Bayerische Rote Kreuz aufgrund eines Landesgesetz eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.[8] Im Gegensatz zu allen anderen Rotkreuzverbänden in Deutschland, die in der Rechtsform eingetragener Vereine organisiert sind, ist das BRK eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der Sitz des BRK ist in der Garmischer Straße 19–21in München. Zuständige Aufsichtsbehörde ist das Bayerische Staatsministerium des Innern und für Integration.

Landesversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesversammlung ist das oberste Organ des Bayerischen Roten Kreuzes und tritt mindestens alle zwei Jahre zusammen. Sie entscheidet über die Satzung der Körperschaft sowie Belange von grundsätzlicher Bedeutung für das gesamte Bayerische Rote Kreuz und ist das Wahlorgan für den Präsidenten, Teile des Landesvorstands und den Haushaltsausschuss.

Die unterschiedlichen Teilen des BRK entsenden die rund 400 Delegierten in die Landesversammlung:

  1. Delegierte aller Kreisverbände, also dem Vorsitzenden und je zwei weiteren Delegierten und in Kreisverbänden mit mehr als 10.000 Mitgliedern je einem weiteren Delegierten für jede angefangene 10.000 Mitglieder
  2. Delegierte der Bezirksverbände, dem Vorsitzenden und vier weiteren Delegierten,
  3. bis zu 20 Delegierte der fünf Rotkreuzgemeinschaften
  4. den Oberinnen der Schwesternschaften,
  5. dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten
  6. der Generaloberin
  7. dem Landesarzt und seinen beiden Stellvertretern
  8. dem Landesschatzmeister und seinen Stellvertretern
  9. dem Landesjustiziar
  10. den Landesgeschäftsführern

Landesvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesvorstand leitet das Bayerische Rote Kreuz und entscheidet über alle wichtigen Angelegenheiten. Er ist insbesondere für die strategische Ausrichtung, die verbandspolitische Zielsetzungen und die Aufstellung der Wirtschaftspläne der Landesgeschäftsstelle, der Bezirksgeschäftsstellen und der Bergwacht Bayern zuständig. Der Landesvorstand wird von der Landesversammlung für die Dauer einer Amtsperiode von vier Jahren gewählt.

Mitglieder des Landesvorstands
Entsendende Stelle Position Mandatsträger
Geborenes Mitglied Präsident Theo Zellner
Geborenes Mitglied Vizepräsident Brigitte Meyer
Geborenes Mitglied Vizepräsident Dr. Paul Wengert
Geborenes Mitglied Landesarzt Prof. Dr. med Peter Sefrin
Geborenes Mitglied stellvertretender Landesarzt Dr. med Erwin Ging
Geborenes Mitglied stellvertretender Landesarzt Dr. med Florian Meier
Geborenes Mitglied Landesschatzmeister Hans-Frieder Bauer
Geborenes Mitglied stellvertretender Landesschatzmeister Prof. Dr. Peter Brandl
Geborenes Mitglied stellvertretender Landesschatzmeister Dr. Johannes-Jörg Riegler
Geborenes Mitglied Landesjustiziar Walter Gräf
Geborenes Mitglied Vorsitzender des Landesschiedsgerichts Joachim Merk
Geborenes Mitglied stellvertretender Vorsitzender des Landesschiedsgerichts Marc Faust
Geborenes Mitglied Konventionsbeauftragter des BRK Dr. Donald Riznik
Geborenes Mitglied Generaloberin Edith Dürr
Bezirksverband Oberbayern BV Oberbayern Vorsitzende Christa Stewens
Bezirksverband Oberbayern BV Oberbayern Delegierter Josef Mederer
Bezirksverband Oberbayern BV Oberbayern Delegierter Gertrud Friess-Ott
Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz BV Niederbayern/Oberpfalz Vorsitzender Bernd Sibler
Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz BV Niederbayern/Oberpfalz Delegierter Tanja Schweiger
Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz BV Niederbayern/Oberpfalz Delegierter Hans Rampf
Bezirksverband Ober- und Mittelfranken BV Ober- und Mittelfranken Vorsitzender Wolfgang Plattmeier
Bezirksverband Ober- und Mittelfranken BV Ober- und Mittelfranken Delegierter Petra L. Guttenberger
Bezirksverband Ober- und Mittelfranken BV Ober- und Mittelfranken Delegierter Siegfried Wölki
Bezirksverband Unterfranken BV Unterfranken Vorsitzender Dr. Bernd Weiß
Bezirksverband Unterfranken BV Unterfranken Delegierter Dr. Sabine Dittmar
Bezirksverband Unterfranken BV Unterfranken Delegierter Thomas Habermann
Bezirksverband Schwaben BV Schwaben Vorsitzender Angelika Schorer
Bezirksverband Schwaben BV Schwaben Delegierter Christine Kratzer-Haugg
Bezirksverband Schwaben BV Schwaben Delegierter Alfred Reichert
Bereitschaften Landesbereitschaftsleiter Michael Raut
Bereitschaften stellvertretender Landesbereitschaftsleiter Dieter Hauenstein
Bergwacht Delegierter Thomas Lobensteiner
Bergwacht Delegierter Jürgen Brummer
Wasserwacht Vorsitzender Thomas Huber
Wasserwacht stellvertretender Vorsitzender Ingo Roeske
Jugendrotkreuz Vorsitzende Sonja Hieber
Jugendrotkreuz stellvertretende Vorsitzende Luisa Bätz
Wohlfahrt- und Sozialarbeit Delegierter Bernhard Peterke
Wohlfahrt- und Sozialarbeit Delegierter Waltraud Heiter
Schwesternschaft Nürnberg Oberin Heidi Schreiber-Deuter
Hinzuberufenes Mitglied Dr. Wolf-Dieter Remmele
Landesgeschäftsführung lediglich beratende Funktion Leonhard Stärk
Landesgeschäftsführung lediglich beratende Funktion Wolfgang Obermair

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bayerische Rote Kreuz als Ganzes wird durch das Präsidium gesetzlich vertreten. Das Präsidium führt die Geschäfte im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Landesversammlung und der Beschlüsse des Landesvorstandes. Es setzt sich zusammen aus folgenden Persönlichkeiten:

  • dem Präsidenten Landrat a. D. Theo Zellner
  • den beiden Vizepräsidenten Bürgermeisterin a. D. Brigitte Meyer und Altoberbürgermeister und ehem. Mitglied des Bayerischen Landtags Dr. Paul Wengert
  • dem Landesschatzmeister Bankdirektor Hans-Frieder Bauer
  • dem Landesjustiziar Rechtsanwalt Walter Gräf
  • den Vertretern der Gemeinschaften Ingo Roeske (Wasserwacht), Susanna Merkl (Bergwacht), Sonja Hieber (Jugendrotkreuz), Dieter Hauenstein (Bereitschaften) und Waltraud Heiter (Wohlfahrts- und Sozialarbeit).
  • dem Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk (mit beratender Stimme)

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesverband gliedert sich in

  • die Landesgeschäftsstelle
  • 5 Bezirksverbände (Oberbayern, Ober- und Mittelfranken, Niederbayern/Oberpfalz, Schwaben, Unterfranken) und
  • 73 Kreisverbände

Bezirksverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BRK ist analog zur politischen Gebietseinteilung in Bayern strukturiert. Die sieben Regierungsbezirke bilden fünf BRK-Bezirksverbände: Oberbayern, Niederbayern/Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken, Unterfranken sowie Schwaben.

Ehrenamtliche Gemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Gemeinschaften kann man sich ehrenamtlich in den vielfältigsten Aufgabenbereichen engagieren.

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesgeschäftsführer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971–1996 Heinrich Hiedl
  • 1996–1998 Georg Wagner
  • 1998 Thomas Ollech
  • 1998–1999 Harald Fischer
  • 1999–2002 Jürgen Götz
  • 2002/2003 Herr Bühler (kurz), Herr Fiedler (kurz), Herr Klacks (kurz)
  • 2003–2006 Armin Bauer
  • Seit 2007 Leonhard Stärk

Marienvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienvereine sind seit 2005 offizielle Gemeinschaften innerhalb der Rotkreuzgemeinschaften Mitglied des Bayerischen Roten Kreuzes. Entstanden sind sie um die Jahrhundertwende auf Betreiben der Herzogin Maria von Sachsen-Coburg und Gotha, als Rot-Kreuz Hilfs- und Betreuungsvereine. Sie bilden ein Kuriosum innerhalb der Strukturen des Bayerischen und des Deutschen Roten Kreuzes, da es die heute dreißig Marienvereine nur im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha gibt. Von diesem gehören heute die Gegenden um Königsberg in Unterfranken und um Coburg in Oberfranken zu Bayern.

Soziale Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den ehrenamtlichen Bereichen bietet das Bayerische Rote Kreuz eine Vielzahl von sozialen Dienstleistungen an. Z. B.

Kritik, Skandale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen seiner Prüfungen hat der Bayerische Oberste Rechnungshof Ende 2010 diverse Fehlentwicklungen beim Bayerischen Roten Kreuz aufgezeigt: Hauptverursacher von Verlusten war nach seinem Bericht die Landesgeschäftsstelle (in den Jahren 2000 bis 2007 ca. 98 Millionen Euro Minus). Die Parkplatzbewirtschaftung beim Zentralen Omnibusbahnhof München wurde als besonders riskant bewertet, da der Pachtvertrag über 25 Jahre abgeschlossen worden sei. Bei möglichen Verlusten dienten mittelbar auch Einnahmen aus Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Deckung. Diese Bewertung wies der Münchner Kreisverband zurück.[12]

Nach einer Reportage von „Report Mainz“ gab das Bayerische Rote Kreuz Anfang 2014 zu, in den 1980er-Jahren über einen Schweizer Zwischenhändler Erythrozytenkonzentrate („Blutkonserven“) aus der ehemaligen DDR gekauft zu haben, welche aus von Häftlingen erzwungenen Blutspenden gewonnen worden waren.[13] Der Schmiergeldskandal beim Blutspendedienst des BRK führte nach 1999 zu einer Neuorganisation.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bayerisches Rotes Kreuz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://bvunterfranken.brk.de/wir-ueber-uns/geschichte
  2. http://www.brk.de/rotes-kreuz/ueber-uns/brk-praesidium/
  3. https://www.mittelbayerische.de/region/cham-nachrichten/theo-zellner-bleibt-brk-praesident-20909-art1587845.html
  4. BRK beruft neuen stv. Landesgeschäftsführer: Wolfgang Obermair leitet ab 2015 Wohlfahrtsbereich auf: brk.de, 18. November 2014, abgerufen 25. Februar 2015.
  5. Wer wir sind. In: brk.de. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  6. Ludwig Kimmle: Das Deutsche Rote Kreuz, 1910, Seite 75 ff, 258 ff.
  7. Manager des Bayerischen Roten Kreuzes müssen in Haft, Der Spiegel, 19. April 2000.
  8. Gesetz über die Rechtsstellung des Bayerischen Roten Kreuzes. In: Gesetze Bayern. Bayerische Staatskanzlei, 19. Juli 1986, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  9. Wir über uns. In: Bayerisches Jugendrotkreuz. 13. Oktober 2015 (jrk-bayern.de [abgerufen am 22. Dezember 2016]).
  10. BRK: BRK WuS. Bayerisches Rotes Kreuz Körperschaft des öffentlichen Rechts, abgerufen am 31. August 2017.
  11. Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes gemeinnützige GmbH
  12. merkur-online.de, 7. Dezember 2010: Rechnungshof: Schlechtes Zeugnis für das BRK (9. März 2012).
  13. focus.de, 14. Januar 2014: Blutkapitalismus im Sozialismus: DDR-Häftlinge: Schuften für Aldi, bluten für die Stasi;
    Millionen Devisen für DDR-Zwangsarbeit und Blut von Häftlingen (11. Oktober 2016).