Bea Lundt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bea Lundt auf der Tagung „Global Perspectives on Europe“ an der Universität Flensburg (2013)

Bea Lundt (* 3. Mai 1950 in Düsseldorf) ist eine deutsche Historikerin.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Germanistik an der Universität zu Köln, Arbeits- und Studienaufenthalten in West- und Ostafrika, fast zehn Jahren Schuldienst an Gymnasium und Gesamtschule im Ruhrgebiet folgte ein Zweitstudium in Geschichtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Die Promotion erfolgte dort 1989 über Entwürfe weiblicher und männlicher Existenz in Erzähltraditionen vom 12. bis 15. Jahrhundert. Es folgte die Habilitation 1998 an der Universität Basel über männliche Geschlechterkonzepte und Weisheitsdiskurse in populären Schriften im 12. bis 16. Jahrhundert. Von 1998 bis 2015 lehrte sie als Professorin für Geschichte des Mittelalters und für Geschichtsdidaktik an der Universität Flensburg. Seit 2009 verbringt sie jedes Jahr etwa drei Monate in Westafrika, um dort Kooperationen mit Universitäten auszubauen. In den Jahren 2011 und 2012 hatte sie an der University of Education, Winneba (UEW) in Ghana eine Gastprofessur im Fach Geschichte inne (jeweils für sechs Wochen).

Seit ihrer Emeritierung Ende 2015 ist Bea Lundt als Gastwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin assoziiert und führt Afrikaprojekte in Kooperation mit Prof. Martin Lücke durch. Ein Studierendenaustausch zwischen Geschichtsstudierenden der University of Education Winneba (Ghana) und Lehramtsstudierenden der FU Berlin zum Thema der Repräsentation von Kolonialismus wurde für die Jahre 2017–2019 bewilligt.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschlechtergeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die Historische Erzählforschung, die Mentalitätsgeschichte, das Geschlecht in der Geschichtskultur, die Geschichte und Kultur Westafrikas (vor allem Ghanas) sowie die Geschichtsdidaktik Mittelalter.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien:

  • Melusine und Merlin im Mittelalter. Entwürfe und Modelle weiblicher Existenz im Beziehungs-Diskurs der Geschlechter. Fink, München 1991, ISBN 3-7705-2723-2 (Dissertation, Universität Bochum, 1990).
  • Weiser und Weib. Weisheit und Geschlecht am Beispiel der Erzähltradition von den „Sieben Weisen Meistern“ (12.–15. Jahrhundert). Fink, München 2002 (Habilitationsschrift, Universität Basel, 1998). (Rezension von Marion Kobelt-Groch auf H-Soz-und-Kult vom 19. Mai 2004.)
  • Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500–1800. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-647-0 (Rezension).

Herausgeberschaften:

  • Auf der Suche nach der Frau im Mittelalter. Fragen, Quellen, Antworten. Fink, München 1991, ISBN 3-7705-2722-4.
  • mit Helma Reimöller: Von Aufbruch und Utopie. Perspektiven einer neuen Gesellschaftsgeschichte des Mittelalters. Für und mit Ferdinand Seibt aus Anlass seines 65. Geburtstages. Böhlau, Köln 1992, ISBN 3-412-10891-X.
  • Vergessene Frauen an der Ruhr. Von Herrscherinnen und Hörigen, Hausfrauen und Hexen, 800–1800. Böhlau, Köln 1992, ISBN 3-412-10291-1.
  • Nordlichter. Geschichtsbewußtsein und Geschichtsmythen nördlich der Elbe. Böhlau, Köln 2004, ISBN 3-412-10303-9. (Rezension von Claudia Lenz auf H-Soz-und-Kult vom 19. Mai 2005.)
  • mit Michael Salewski: Frauen in Europa. Mythos und Realität. Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8665-4.
  • mit Bärbel Völkel: Outfit und Coming-out. Geschlechterwelten zwischen Mode, Labor und Strich (= Historische Geschlechterforschung und Didaktik. Bd. 1). Lit, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8258-0491-6.
  • mit Wazi Apoh: Germany and its West African Colonies. „Excavations“ of German Colonialism in Post-Colonial Times. Lit, Wien 2013, ISBN 978-3-643-90303-7 (Rezension).
  • mit Toni Tholen: „Geschlecht“ in der Lehramtsausbildung. Die Beispiele Geschichte und Deutsch (= Historische Geschlechterforschung und Didaktik. Bd. 3). Lit, Berlin 2013, ISBN 978-3-643-12021-2 (Rezension von Carolin Stetter in: Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der HU Berlin: Bulletin-Info. ISSN 0947-6822, Heft 47, 2003, S. 68–73).
  • mit Ulrich Marzolph: Narrating (Hi)stories in West Africa. Lit, Wien 2015, ISBN 978-3-643-90503-1. (Eine Rezension des Buches von Uta-Reuster-Jahn in: Fabula. Zeitschrift für Erzählforschung. Heft 1/2 (2016), S. 162–165.)
  • mit Sophie Wulk: Global Perspectives on Europe. Critical Spotlights from five continents. Lit, Wien 2016, ISBN 978-3-643-90797-4
  • mit Christoph Marx: Kwame Nkrumah 1909 - 1972. A controversial African Visionary. Historische Mitteilungen der Ranke-Gesellschaft, Beiheft 96, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-515-11572-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]