Beachvolleyball

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Angriffsschlag am Netz
Spielerin und Schiedsrichter

Beachvolleyball bzw. Beach-Volleyball (dt. Strandvolleyball) ist eine olympische Mannschaftssportart aus der Gruppe der Rückschlagspiele, bei der sich zwei Mannschaften mit jeweils zwei Spielern auf einem durch ein Netz geteilten Spielfeld aus Sand gegenüberstehen. Ziel des Spiels ist es, einen Ball über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu spielen oder die gegnerische Mannschaft zu einem Fehler zu zwingen. Beachvolleyball hat sich in den 1920er Jahren in den Vereinigten Staaten als Variante zum Volleyball in der Halle entwickelt. Im Laufe der Zeit wurde die Sportart immer weiter professionalisiert, um das Image als reiner Freizeitsport abzulegen. Bei den Olympischen Spielen 1996 gehörte Beachvolleyball erstmals zum offiziellen Programm und 1997 fand in Los Angeles die erste offizielle Weltmeisterschaft statt. Anfangs dominierten die Teams aus den USA und Brasilien, später konnten auch Nationen wie Deutschland, China oder Australien Medaillen gewinnen.

Regeln[Bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten]

Bei offiziellen Wettbewerben besteht eine Beachvolleyball-Mannschaft aus zwei Spielern. Nur bei Freizeitspielen oder im Training sind größere Mannschaften zulässig. Die Männer tragen Shorts und ein Shirt, während die Frauen lange Zeit nur in einem Bikini spielen durften. Im Frühling 2012 wurde diese Regel überarbeitet, heute darf mit Shorts bis oberhalb des Knies und Shirts mit Ärmeln gespielt werden. [1] Die Spieler treten auf dem Feld barfuß an.

Spielfeld[Bearbeiten]

Das rechteckige Spielfeld hat eine Fläche von 16 mal 8 Metern, die komplett mit Sand bedeckt ist. Jedes Team spielt also in einer Hälfte von 8 mal 8 Metern. In der Mitte wird es durch ein Netz getrennt, das an der oberen Kante 2,43 m (Männer) oder 2,24 m (Frauen) hoch hängt und an den Enden jeweils eine Antenne trägt. Außerhalb der begrenzenden Seitenlinien ist eine Freizone von mindestens drei Metern vorgeschrieben. Es gibt keine Mittellinie, aber ein Spieler darf die gegnerische Hälfte nur betreten, wenn der Gegner dadurch nicht gestört wird.

Ball[Bearbeiten]

Der Ball besteht außen aus einem wasserabweisenden, weichen Material, meist Kunstleder und einer Gummiblase im Inneren. Er muss die Bedingungen im Freien, wie Wasser und Sand, aushalten und sollte helle Farben haben. Mit einem Umfang von 66 bis 68 cm und einem Gewicht von 260 bis 280 g ist er minimal größer als der Hallenvolleyball. Der Innendruck des Balles ist mit 171 bis 221 mbar allerdings geringer als der des Hallenvolleyballes (294 bis 319 mbar).

Spielablauf[Bearbeiten]

Barbara Hansel beim Aufschlag

Der Ballwechsel beginnt mit dem Aufschlag, der hinter der Grundlinie ausgeführt wird und auf direktem Weg das Netz zwischen den beiden Antennen passieren muss. Die gegnerische Mannschaft muss freie Sicht auf den aufschlagenden Spieler haben und kann dies bei Bedarf einfordern. Der servierende Spieler wechselt beim Gewinn des Aufschlagrechts. Wenn das Schiedsgericht einen Fehler in der Reihenfolge bemerkt, findet der Wechsel erst dann statt; der Spielstand wird nicht nachträglich korrigiert.

Eine Mannschaft muss den Ball spätestens mit der dritten Berührung über das Netz spielen. Der Block zählt - im Gegensatz zum Hallen-Volleyball - als erster Ballkontakt. Die beiden Spieler müssen den Ball abwechselnd berühren. Ausnahmen gibt es nur direkt nach dem Block (der blockende Spieler darf den Ball ein zweites Mal berühren) oder wenn es beim ersten Ballkontakt „innerhalb derselben Aktion“ zu einer Doppelberührung kommt (z. B. von den Armen auf ein anderes Körperteil).

Unteres Zuspiel

Der Ball darf mit allen Körperteilen gespielt werden. Sowohl das obere Zuspiel als auch das untere Zuspiel ist möglich. Beim oberen Zuspiel fordern die Regeln eine „saubere“ Technik. Der Ball darf nur über das Netz gepritscht werden, wenn er rechtwinklig zur Schulterachse, also gerade nach vorne oder hinten, jedoch nicht zur Seite gespielt wird. Ansonsten ist das Pritschen über das Netz nur erlaubt, wenn es „unabsichtlich“, also in deutlich erkennbarer Absicht eines Zuspiels erfolgt (beispielsweise wenn der Wind den Ball auf die gegnerische Seite weht). Das Legen mit der offenen Hand bzw. der aus der Halle bekannte Lob (Angriffsfinte in der Technik des einhändigen oberen Zuspiels mit offener Hand) ist nicht erlaubt und gilt als technischer Fehler.

In der Feldabwehr ist das obere Zuspiel unter Zuhilfenahme der Finger (offene Hände) ebenfalls streng reglementiert. Der Ball darf weder geführt (zu lange berührt) noch gefangen oder geworfen werden. Einzige Ausnahme ist ein hart geschlagener Ball des Gegners, bei dem ein leichtes Führen gestattet ist (so genannter „Beachdig“), wobei die Hände mit schalenförmig gehaltenen Handflächen zum Ball geführt werden und dieser durch eine aktive Streckung der Arme gespielt wird. Wann ein Ball als „hart geschlagen“ gilt, richtet sich nach der zur Verfügung stehenden Reaktionszeit des Abwehrspielers, der Entfernung, die der Ball zurücklegt, sowie der Geschwindigkeit und der Flugkurve. Ein Aufschlag zählt nicht als harter Angriffsschlag.

Bis 1990 galten in der amerikanischen Beachvolleyball-Serie gepritschte Bälle bereits als technisch fehlerhaft, wenn sie in der Luft zweimal rotierten. Im europäischen Raum fand diese Regel zwar keine Anwendung, dennoch wird besonderes Augenmerk auf die kontrollierte Ausführung des oberen Zuspiels gelegt. Das im Hallenvolleyball übliche Zuspiel durch kurzen Bewegungsimpuls nur aus den Fingern wird häufig als zu „hart“ abgepfiffen.

Zählweise[Bearbeiten]

Hechtbagger, um den Ball im Spiel zu halten

Wenn es einer Mannschaft nicht gelingt, den Ball ordnungsgemäß zurückzuspielen, erhält der Gegner einen Punkt. Eine Mannschaft kann sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Aufschlag punkten (Rally-Point-System). Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze ausgetragen. In den ersten beiden Sätzen braucht man 21, im eventuellen dritten Satz (Tiebreak) 15 Punkte. Ein Satz gilt erst bei mindestens zwei Punkten Vorsprung als gewonnen. Um Nachteile auszugleichen, die unter freiem Himmel auftreten können, beispielsweise die blendende Sonne oder Wind, werden nach jeweils sieben (im Entscheidungssatz jeweils fünf) gespielten Punkten die Seiten gewechselt.

Auszeit[Bearbeiten]

Jeder Mannschaft steht pro Satz eine Auszeit zu, deren Zeitpunkt sie frei wählen kann. Zusätzlich gibt es nach 21 gespielten Punkten eine im Regelwerk vorgeschriebene technische Auszeit, die 30 Sekunden dauert. Dies gilt aber nicht für den entscheidenden dritten Satz. Außerdem dürfen die Spieler das Spiel kurz unterbrechen, um ihre Sonnenbrille zu putzen. Da diese Aktion jedoch in vielen Fällen genutzt wird, um den Spielfluss des Gegners zu stören, muss der Schiedsrichter einen Spieler verwarnen, wenn er dieses taktische Mittel zu häufig anwendet. Sollte sich ein Spieler während des Spiels verletzen, hat die betroffene Mannschaft fünf Minuten Zeit, um ihn wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen. Falls dies nicht gelingt, wird das Spiel abgebrochen und für den Gegner gewertet. Ungünstige äußere Bedingungen (z. B. starker Regen) führen zu einer Unterbrechung des Spiels, das später mit dem gleichen Zwischenstand fortgesetzt wird.

Technik[Bearbeiten]

Rieke Brink-Abeler baggert in der Annahme

Da sich der Beachvolleyball-Sport aus dem Spiel in der Halle entwickelt hat, entsprechen die grundsätzlichen Techniken denen aus dem Volleyball. Man unterscheidet zwischen oberem und unteren Zuspiel. Beim oberen Zuspiel (auch als Pritschen bezeichnet) berührt der Spieler den Ball mit gespreizten Händen, meistens vor oder über dem Kopf. Angesichts der mit dem oberen Zuspiel verbundenen technischen Schwierigkeiten und der Unsicherheiten bei der Regelauslegung hat das untere Zuspiel (auch Baggern genannt) im Beachvolleyball (vor allem bei Profis) eine größere Bedeutung als in der Halle. Hierbei wird der Ball mit ausgestreckten, nebeneinander gehaltenen Armen gespielt.

Beim Beachvolleyball gibt es allerdings einige zusätzliche Techniken, die in der Halle üblicherweise keine Anwendung finden. Die bekannteste Technik in der Offensive ist der so genannte Pokeshot (englisch: poke = Stoß, Schubs). Dabei stößt man den Ball mit den mittleren Knöcheln zweier oder mehrerer Finger über das Netz. Eine größere Höhe erreicht man mit dem Cobrashot, bei dem der Ball mit den Fingerspitzen der gestreckten Hand senkrecht zum Mittelpunkt gespielt wird. Diese beiden Techniken sind im Gegensatz zum Lob erlaubt, da sie eine geringere Ballkontrolle bieten.

Die Pokeabwehr wird verwendet zur Abwehr körperferner Bälle oberhalb der Brusthöhe, die nur mit einer Hand erreicht werden können. Das Handgelenk ist wie beim Angriffspoke gebeugt oder gestreckt, jedoch niemals überstreckt. Der Impuls wird je nach Stellung zum Ball aus dem Handgelenk und/oder dem Ellbogen bzw. der Schulter übertragen. Der so genannte Tomahawk ist eine Technik, bei der man körpernahe, nicht hart geschlagene Bälle mit aneinander gelegten Händen bei geschlossenen Fingern, während sich die Fingergelenke beider Hände überlappen und die Daumen nach oben zeigen, oberhalb der Schulter (in oder über Kopfhöhe) abwehrt. Man spielt den Ball mit der von den Handkanten gebildeten, ovalen Fläche und gibt ihm den Impuls durch leichtes Strecken der Arme. Zur Abwehr körpernaher, hart geschlagener Bälle in Brusthöhe nutzt man die Technik namens Chickenwing. Hierbei dienen ein gleich stark gebeugter Ober- und Unterarm oder Ellbogen (ggf. unterstützt durch Brust und Schulter derselben Körperhälfte) als Spielfläche. Durch ein Anheben der Arme und Schultern erfolgt die Impulsgebung. Der Gatordig (englisch: gator = Alligator) wird bei hart geschlagenen Bällen oberhalb der Hüfthöhe angewandt, indem diese körpernah mit beiden Hand-Innenflächen abgewehrt werden, wobei die Hände gemeinsam einen Korb bilden.[2]

Taktik[Bearbeiten]

Handzeichen

Anweisungen eines Trainers sind während des Spiels nicht erlaubt. Deshalb müssen die Spieler eines Teams eine Taktik entwickeln, um sich gegenseitig zu motivieren und konstruktive Kritik zu äußern. Die verbale Kommunikation findet hauptsächlich zwischen den Ballwechseln, während der Auszeiten und in den Satzpausen statt.

In professionellen Teams sind die beiden Spieler meistens so zusammengestellt, dass einer von beiden hauptsächlich als Blockspieler agiert und der andere auf die Annahme spezialisiert ist. Um ihre Strategie zu kommunizieren, haben die Spieler ein einfaches System aus Handzeichen entwickelt. Vor dem Aufschlag zeigt der im Feld stehende Spieler seinem Partner mit den Fingern hinter dem Rücken an, wie der Block gestellt wird und in welche Richtung bzw. auf welchen der beiden gegnerischen Spieler der Aufschlag gehen soll. Die beiden Hände beziehen sich dabei üblicherweise auf die beiden Gegenspieler. Eine geschlossene Faust bedeutet einen Verzicht auf den Block, ausgestreckte Zeigefinger deuten einen Longline-Block (entlang der Linie) an und ein V-Zeichen aus Zeige- und Mittelfinger weist auf einen diagonal geblockten Ball (Cross) hin. Wenn bei einem längeren Ballwechsel ein erneuter Block nötig ist, gibt der Blockspieler weitere Zeichen für seinen Partner.

Zusätzlich zu den Handzeichen werden auch noch kurze Kommandos benutzt, um dem Mitspieler Anweisungen für dessen Angriff zu geben. Die häufigsten Anweisungen sind die im Angriff verwendeten Line (Longline), Cross (diagonal geschlagener Angriff), Shot (über den Block auf die Linie spielen) und Cut (kurze, diagonale Finte), auch im Zusammenhang mit -over (es wird geblockt, also muss der Angriff über den Block hinüber erfolgen), also beispielsweise Line-over. Im deutschen Sprachraum sind auch die Kommandos mit und ohne (Block) üblich. Sie werden dem Angriffsspieler zugerufen, je nachdem wie sich die defensive Mannschaft auf ihrer Feldseite aufgestellt hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge in den USA und Brasilien[Bearbeiten]

Das erste Beachvolleyball-Spiel wird dem US-Amerikaner George David Center zugeschrieben, der bereits 1915 mit Freunden am Waikīkī-Strand auf Hawaii spielte. Die Variante des Volleyballs verbreitete sich in den 1920er Jahren in Santa Monica und an anderen Stränden in Kalifornien. Parallel gab es auch erste Beachvolleyballer an den brasilianischen Stränden von Copacabana und Ipanema. Ab 1922 wurden Beachclubs gegründet, die bald begannen, untereinander Wettbewerbe auszutragen. Dabei spielten die Freizeitmannschaften ursprünglich meistens - wie beim Hallen-Volleyballern - mit sechs Spielern pro Team. Die Erfindung der heute üblichen Spielweise zu zweit wird dem aus der Halle kommenden Paul "Pablo" Johnson zugeschrieben, der in den 1930er Jahren einmal vergeblich auf einige seiner Mitspieler wartete. Zu dieser Zeit erreichte die neue Sportart allmählich auch Europa. Über Paris, wo Nudisten den Beachvolleyball für sich entdeckten, drang sie in östlichen Staaten vor. Im folgenden Jahrzehnt wurden in Santa Monica erste Turniere organisiert. Das erste Preisgeld gab es 1948 in Los Angeles zu gewinnen. Der Strand von Hermosa Beach im Los Angeles County gilt bis heute als einer der populärsten Spielorte.

Noch bedeutender wurde ab 1960 der Strand von Manhattan Beach im Los Angeles County, wo der als „Godfather of Beach Volleyball“ bekannte Charlie Saikley die ersten Beach Open, die seit 1965 jährlich stattfanden und in den USA als „Wimbledon des Beachvolleyballs“ gelten.[3] Der herausragende Spieler Karch Kiraly, der dem Beachvolleyball zu größerer Popularität verhalf und dazu beitrug, dass der bisherige Freizeitsport ab den 1980er Jahren als professionelle Sportart anerkannt wurde, beschrieb die besondere Bedeutung der Veranstaltung folgendermaßen: „Du sprichst mit irgendeinem Spieler und wenn man ihnen sagt, dass sie in ihrer gesamten Karriere nur ein einziges Turnier gewinnen könnten, würde sich jeder für Manhattan entscheiden. Dort gibt es bei allen Spielern zusätzliches Feuer.“[4] Mitte der 1970er Jahre fanden Wettbewerbe statt, die als inoffizielle Weltmeisterschaften deklariert wurden, und es entwickelte sich eine erste Turnierserie.

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Olympische Spiele 2008 in Peking

1992 in Barcelona wurde das Spiel auf Sand als Demonstrationssportart vorgestellt. Karch Kiraly gelang es als bislang einzigem Spieler, sowohl in der Halle als auch im Sand olympisches Gold zu gewinnen. 1996 in Atlanta setzte er sich mit seinem Partner Kent Steffes in einem rein US-amerikanischen Endspiel gegen Michael Dodd und Mike Whitmarsh durch. Vier Jahre später bei den Spielen in Sydney blieb die Goldmedaille im Heimatland des Beachvolleyballs, da Dain Blanton und Eric Fonoimoana die Brasilianer Zé Marco und Ricardo Santos besiegten. Letzterer gewann 2004 in Athen mit Emanuel Rego das Finale gegen die Spanier Javier Bosma und Pablo Herrera Allepuz. Die Deutschen Jörg Ahmann und Axel Hager sowie die Schweizer Patrick Heuscher und Stefan Kobel holten 2000 und 2004 die Bronzemedaillen. Die dritte Goldmedaille für die US-Amerikaner gewannen Todd Rogers und Phil Dalhausser beim 2008 in Peking, während sich die Brasilianer Silber und Bronze sicherten. Vier Jahre später gewannen die Deutschen Julius Brink und Jonas Reckermann bei den Spielen in London als erstes europäisches Duo die olympische Goldmedaille.

Bei den Frauen gingen die neun Medaillen der ersten drei Olympia-Turniere ausschließlich an Mannschaften aus Brasilien, den USA und Australien. Sandra Pires und Jackie Silva (1996), Natalie Cook und Kerri Pottharst (2000) sowie Kerri Walsh und Misty May-Treanor (2004) besiegten in den Endspielen jeweils ein brasilianisches Duo. 2008 wiederholten Walsh/May-Treanor ihren Olympiasieg, aber im Endspiel standen ihnen diesmal die Chinesinnen Tian Jia und Wang Jie gegenüber. Auch die Bronzemedaille ging an China. 2012 gewannen die beiden US-Amerikanerinnen zum dritten Mal in Folge Gold.

Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Die Dominanz der Spieler sowie Spielerinnen aus den USA und Brasilien zeigt sich auch bei den Ergebnissen der Weltmeisterschaften. Nach zehn internationalen Turnieren in Rio de Janeiro fand 1997 in Los Angeles die erste offizielle WM statt. Bei den Frauen gab es nach drei brasilianischen Siegen drei Titel in Folge für Walsh und May-Treanor. 2007 in Gstaad stand den US-Amerikanerinnen - wie ein Jahr später beim olympischen Finale - das Duo Tian/Wang. Die Chinesinnen waren die ersten Finalistinnen, die nicht aus Brasilien oder den USA kamen. Auf dem Siegerpodest der WM 2009 in Stavanger waren die beiden führenden Nationen wieder unter sich. Die aktuellen Weltmeisterinnen Larissa und Juliana Felisberta da Silva beendeten 2011 in Rom mit einem Tiebreak-Sieg gegen Walsh/May-Treanor die Dominanz der Vereinigten Staaten und gewannen den vierten Titel für die Südamerikaner.

Bei den Männern gingen bis einschließlich 2005 alle Goldmedaillen nach Südamerika (viermal Brasilien, einmal Argentinien). Zweimal standen dabei Schweizer Duos im Finale. Erst 2007 konnten die US-Amerikaner Todd Rogers und Philip Dalhausser die Serie der Südamerikaner beenden. Julius Brink, der 2005 in Berlin mit Kjell Schneider bereits Bronze gewonnen hatte, und Jonas Reckermann besiegten 2009 im Endspiel die Brasilianer Harley/Alison und gewannen damit als erste Europäer die Weltmeisterschaft. 2011 waren die Südamerikaner im Finale unter sich, während Brink/Reckermann Dritte wurden.

Europameisterschaft[Bearbeiten]

Die Medaillengewinnerinnen der EM 2008 in Hamburg

Die ersten Europameisterschaften der Männer fanden 1993 in Almería statt. Bei den ersten vier Turnieren kamen die Sieger aus vier unterschiedlichen Ländern. Das deutsche Duo Ahmann/Hager wurde 1994 Dritter und 1996 Zweiter. Die restlichen Bronzemedaillen der ersten Jahre gingen an Italiener. Nach einem rein norwegischen Finale 1997 begann die Siegesserie der Schweizer, bei der die Laciga-Brüder und das Duo Egger/Heyer vier Goldmedaillen gewannen. Anschließend standen die deutschen Markus Dieckmann und Jonas Reckermann dreimal in Folge im Endspiel. Nach dem einzigen spanischen Erfolg 2005 in Moskau gewannen Julius Brink und Christoph Dieckmann den nächsten Titel für Deutschland. Die Niederländer Nummerdor/Schuil, die 2007 noch den Österreichern Doppler/Peter Gartmayer unterlegen waren, dominierten die nächsten drei Europameisterschaften. 2011 in Kristiansand gab es erstmals ein rein deutsches Endspiel. Damit sind die Schweiz und Deutschland die erfolgreichsten Nationen bei den Europameisterschaften der Männer.

Bei der ersten Europameisterschaft der Frauen 1994 in Espinho war mit Beate Bühler und Danja Müsch ebenso ein deutsches Duo erfolgreich wie ein Jahr später in Saint-Quay-Portrieux mit Beate Paetow und Cordula Borger. Anschließend dominierten die Tschechinnen Celbová/Nováková und die Italienerinnen Bruschini/Solazzi den Wettbewerb. Nur 2001 in Jesolo gewann keines der beiden Duos eine Medaille. 2003 in Alanya kam es zu einem rein deutschen Finale zwischen Pohl/Rau und Ahmann/Vollmer, während die Gastgeber im folgenden Jahr in Timmendorfer Strand ohne Medaillen blieben. 2007 begann die Erfolgsserie von Sara Goller und Laura Ludwig, die viermal in Folge das Endspiel erreichten. 2011 gab es Bronze, während Cicolari/Menegatti die fünfte Goldmedaille für Italien gewannen. Dadurch sind die deutschen und italienischen Frauen die erfolgreichsten Teilnehmer bei den Europameisterschaften.

Wettbewerbe in einzelnen Ländern[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die ersten Beachvolleyball-Turniere in Deutschland fanden 1989 statt. Zwei Jahre später richtete der deutsche Volleyball-Verband erstmals eine Turnierserie aus. Seit 1992 bildet die Deutsche Meisterschaft den Abschluss und Höhepunkt der Serie. Die Premiere wurde im Ostseebad Damp ausgetragen, bevor sich 1993 Timmendorfer Strand als ständiger Veranstaltungsort etablierte. Mit der Premiere der Masters-Serie, die auch in den Tagesthemen Erwähnung fand, setzte sich die Entwicklung der Sportart fort. Die Anzahl der Turniere hatte sich von 7 auf 24 mehr als verdreifacht. 1997 trennten die Veranstalter innerstädtische Turniere und Veranstaltungen am Strand und in den folgenden Jahren reduzierten sie die Anzahl der Beach Cups. Das Interesse der Zuschauer blieb jedoch - auch wegen der internationalen Erfolge deutscher Spieler - bestehen. 2005 geriet der nationale Beachvolleyball-Sport in eine Krise. Nachdem bereits im Vorjahr nur noch fünf Masters-Turniere stattgefunden hatten, sollten TV-Übertragungen bei RTL der Serie zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen, doch nach einem Sommer beendete der Fernsehsender die Kooperation ebenso wie der Vermarkter Sportfive. Seit 2006 gibt es als einzige deutsche Turnierserie die Smart Beach Tour.

Außerdem fanden bereits zahlreiche internationale Turniere in Deutschland statt, wobei sich besonders Berlin als regelmäßiger Gastgeber etablierte. Von 1995 bis 2008 gastierte die FIVB World Tour jedes Jahr in der Hauptstadt; seit 2003 mit einem Grand Slam, der lediglich 2006 wegen der Fußball-WM ausfiel. 2010 wurde in Berlin die Europameisterschaft ausgetragen, nachdem das kontinentale Turnier zwei Jahre zuvor bereits in Hamburg veranstaltet worden war. 2012 gab es wieder einen Grand Slam der World Tour in Berlin.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich unterscheidet man zwischen zwei großen Turnierserien, dem A1 Masters und der AON Tour. Letztere wird in die drei Kategorien A, B und C unterteilt. Das größte Turnier Österreichs findet jedes Jahr in Klagenfurt am Wörthersee statt. Von 1997 bis 2000 hatte es auf der FIVB World Tour den Rang eines Open-Turniers. 2001 war die Stadt Austragungsort der Weltmeisterschaft und im folgenden Jahr wurde Klagenfurt zum Grand Slam heraufgestuft. Seit 2013 ist die Münchener Agentur sportsandevents. GmbH (die über 10 Jahre lang die deutsche Beach-Volleyball Tour erfolgreich organisiert hatte) offizieller Vermarkter der Austrian Beach Championship Tour. Im Startjahr soll es bis zu drei Turniere geben, in den Folgejahren soll nach dem deutschen Vorbild eine große Serie etabliert werden.

Schweiz[Bearbeiten]

Die erste Schweizer Meisterschaft fand 1992 in Luzern statt. Ein Jahr später gab es erstmals eine Turnierserie, die in den nächsten Jahren immer umfangreicher wurde. Wie in Deutschland bildet die nationale Meisterschaft den Abschluss der Tour. Seit 1998 ist der Bundesplatz in Bern der feste Austragungsort für diese Veranstaltung. Nur 2003 wurde die Meisterschaft an den Zürcher Hauptbahnhof verlegt. Gstaad war Gastgeber der Weltmeisterschaft 2007 und ist Austragungsort eines Turniers der World Tour. Einige Turniere der Schweizer Beachvolleyballtour finden in Liechtenstein statt.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

1983 gründeten US-amerikanische Profispieler die Association of Volleyball Professionals, um ihre Rechte bei der Vermarktung und finanziellen Fragen besser durchzusetzen. Der neue Verband startete nach einem Streik der Spieler bei einer inoffiziellen Weltmeisterschaft eine eigene Turnierserie. Die AVP-Tour entwickelte sich mit attraktiven Preisgeldern in Konkurrenz zu den FIVB-Veranstaltungen. Viele Spieler verzichten zugunsten der AVP-Tour auf die Teilnahme an einigen anderen internationalen Turnieren. Wegen der Finanzkrise musste die Serie im Jahr 2010 abgebrochen werden. 2011 wurde ein neues Konzept erarbeitet.

Erfolgreichste Spieler[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Jonas Reckermann

Als die ersten großen Beachvolleyball-Turniere stattfanden, waren Jörg Ahmann und Axel Hager das erfolgreichste deutsche Männer-Duo. Sie wurden Dritte der Europameisterschaft 1994 und standen zwei Jahre später im Finale. Ihren größten Erfolg schafften sie mit dem Gewinn der olympischen Bronzemedaille 2000 in Sydney. Die Veranstalter der deutschen Meisterschaft ehrten die fünffachen Titelträger, indem sie die Ahmann-Hager-Arena in Timmendorfer Strand nach ihnen benannten. Andreas Scheuerpflug war gleich zweimal bei olympischen Spielen vertreten, 2000 mit Oliver Oetke und 2004 mit Christoph Dieckmann, der zuvor mit seinem Bruder Markus Dieckmann gespielt hatte. Letzterer stand 2002 bis 2004 mit Jonas Reckermann dreimal im EM-Finale und konnte zwei Titel gewinnen.

Christoph Dieckmann wurde 2006 mit Julius Brink Europameister, der im Vorjahr an der Seite von Kjell Schneider in Berlin WM-Dritter geworden war. Später kamen Brink und Reckermann zusammen und avancierten zum aktuell erfolgreichsten deutschen Duo. Sie gewannen 2009 als erste Europäer überhaupt die Weltmeisterschaft. 2011 erreichten sie in Rom den dritten Platz und wurden anschließend erstmals gemeinsam Europameister. Dabei standen ihnen in einem rein deutschen Endspiel Jonathan Erdmann und der Finalist von 2008, Kay Matysik, gegenüber. 2012 gewannen Brink und Reckermann in London Olympiagold. Als weiteres deutsches Spitzenteam haben sich David Klemperer und Eric Koreng etabliert, die 2007 EM-Bronze gewannen.

Die deutschen Frauen können noch keine Medaillen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften vorweisen, sind aber in Europa die erfolgreichsten Spielerinnen. Die ersten beiden EM-Turniere endeten mit deutschen Siegen. Besonders erfolgreich war dabei Danja Müsch, die mit Beate Bühler 1994 das Turnier gewann und in den nächsten beiden Jahren Dritte und Zweite wurde. 2000 in Getxo kam sie mit Jana Vollmer noch mal ins Finale. Die mehrfache Beachvolleyballerin des Jahres nahm an drei Olympischen Spielen teil. Ihre letzte Partnerin Susanne Lahme bestritt vor der Karriere im Sand fast 250 Länderspiele als Hallenvolleyballerin.

Stephanie Pohl und Okka Rau gewannen 2003 das rein deutsche EM-Finale gegen Vollmer und Andrea Ahmann. 2005 wurden sie Dritte. Außerdem vertraten sie ihr Land bei den Olympia-Turnieren in Athen und Peking. Als erste deutsche Frauen-Mannschaft gewannen sie im Juli 2008 in Marseille ein Turnier der World Tour. 2007 begann die Erfolgsserie von Sara Goller und Laura Ludwig. Das junge Duo erreichte viermal in Folge das EM-Finale und krönte die heimischen Turniere 2008 in Hamburg und 2010 in Berlin mit der Goldmedaille. Beim letzten Triumph besiegten sie Ilka Semmler und Katrin Holtwick, die im Vorjahr deutsche Meister geworden waren und 2007 bereits an der Spitze der kontinentalen Rangliste gestanden hatten.

Schwaiger-Schwestern gegen ein chinesisches Duo

Österreich[Bearbeiten]

Österreich hat sich spätestens 2003 als erfolgreiche Nation im internationalen Beachvolleyball etabliert. In diesem Jahr gewannen Nik Berger und Clemens Doppler die Europameisterschaft in Alanya. 2007 gab es für Doppler in Gstaad den nächsten Titel, diesmal an der Seite von Peter Gartmayer. Sie besiegten Reinder Nummerdor/Schuil, die anschließend selbst dreimal in Folge den Titel gewannen. Zweimal standen den Niederländern dabei österreichische Duos gegenüber. 2009 kamen Florian Gosch und Alexander Horst ins Finale, ein Jahr später war es wieder Doppler mit seinem neuen Partner Matthias Mellitzer.

Die österreichischen Frauen waren bisher bei den großen Turnieren weniger erfolgreich. Erst 2011 in Kristiansand gewannen Barbara Hansel und Sara Montagnolli die erste EM-Medaille für ihr Land. Das zweite Nationalteam bilden die Schwester Doris und Stefanie Schwaiger. Sie erreichten bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012, ebenso wie bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 den fünften Rang, ehe sie 2013 den Europameistertitel erlangten.

Martin Laciga

Schweiz[Bearbeiten]

Die Schweizer Männer sind nach Deutschland die erfolgreichste Nation bei Europameisterschaften. Den größten Anteil an diesem Erfolg haben die Brüder Martin und Paul Laciga, die das Turnier von 1998 bis 2000 dreimal in Folge gewinnen konnten, nachdem sie 1997 bereits Dritter geworden waren. Nach den drei Siegen standen sie außerdem noch zweimal im Endspiel. Markus Egger und Sascha Heyer, die den Laciga-Brüdern in Getxo noch unterlegen waren, schafften 2001 die Revanche. Außerdem wurden sie 2003 Dritter und 2004 Zweiter. Patrick Heuscher und Stefan Kobel komplettierten mit drei Podestplätzen die Erfolgsbilanz. Sie gewannen 2004 in Athen auch die bislang einzige Olympia-Medaille der Schweiz. Bei Weltmeisterschaften stand Paul Laciga zweimal im Finale. 1999 mit seinem Bruder und 2005 mit Heyer unterlag er jeweils gegen brasilianische Teams.

Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften konnten die Schweizer Frauen noch keine Medaillen gewinnen. An allen drei Medaillen bei Europameisterschaften war Simone Kuhn beteiligt. 2001 erreichte sie mit Nicole Schnyder-Benoit das Finale. Mit derselben Partnerin gewann sie 2004 das Turnier in Timmendorfer Strand. 2009 wurde sie mit Nadine Zumkehr Dritte. 2012 wurden Kuhn/Zumkehr Dritte beim World-Tour-Turnier in Gstaad.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Todd Rogers und Phil Dalhausser
Kerri Walsh und Misty Mae-Treanor mit dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush

Da die Ursprünge des Beachvolleyballs in den Vereinigten Staaten liegen, konnten die USA schon in den ersten Jahrzehnten viele starke Spieler hervorbringen. Gemeinsam mit Brasilien dominierten sie die ersten großen Turniere. Durch die eigene Turnierserie in der Heimat sammelten sie zusätzliche Erfahrungen auf hohem Niveau.

Karch Kiraly gehörte zu den prominentesten Spielern, die sich um eine Professionalisierung der Sportart bemühten. Mit seinem Partner Kent Steffes gewann er in einem rein amerikanischen Finale gegen Michael Dodd und Mike Whitmarsh das Olympia-Turnier in Atlanta und wurde damit zum ersten Spieler, der sowohl in der Halle als auch im Sand Goldmedaillen holte. Bei der Weltmeisterschaft in Los Angeles belegten US-amerikanische Duos die Plätze zwei und drei hinter den Brasilianern. Auch das zweite olympische Gold ging im Jahr 2000 an die USA. Dain Blanton und Eric Fonoimoana triumphierten in Sydney. Dax Holdren und Stein Metzger wurden 2003 Vizeweltmeister und im folgenden Jahr Fünfter in Athen. Mit dem WM-Sieg 2007 begann die Erfolgsserie von Todd Rogers und Phil Dalhausser, die ein Jahr später in Peking auch das olympische Finale für sich entschieden und 2009 in Stavanger WM-Dritte wurden.

Die US-amerikanischen Frauen-Duos wurden bei den ersten beiden Weltmeisterschaften jeweils Zweite und Dritte hinter den brasilianischen Siegerinnen. Zwei dieser Spielerinnen, Holly McPeak und Elaine Youngs, wurden 2004 in Athen Olympia-Dritte. Die Goldmedaille gewannen Kerri Walsh und Misty May-Treanor, die seit der WM 2003 in Rio de Janeiro die internationale Konkurrenz dominieren. Sie verteidigten ihren WM-Titel zweimal erfolgreich und schafften 2008 in Peking auch ihren zweiten Olympia-Sieg. Als sie 2009 wegen einer Schwangerschaft fehlten, setzten April Ross und Jennifer Kessy die US-amerikanische Serie fort. 2011 standen Walsh/May-Treanor wieder selbst im WM-Finale, das sie allerdings gegen die Brasilianerinnen Larissa/Juliana verloren.

Brasilien[Bearbeiten]

Márcio Araújo und Fábio Luiz
Sandra Pires

Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien das Land, in dem die Ursprünge des Beachvolleyballs liegen. Deshalb haben die Südamerikaner viele erfolgreiche Spieler hervorgebracht, die sich mit den Amerikanern die Medaillen bei den ersten Turnieren teilten. Sie gewannen bei Weltmeisterschaften bisher insgesamt neun Endspiele und dreizehn weitere Medaillen. Bei Olympischen Spielen gewannen sie insgesamt neun Medaillen, darunter zwei goldene. Außerdem konnten sie zahlreiche Siege bei internationalen FIVB-Turnieren verbuchen.

Sandra Pires und Jackie Silva gewannen die ersten Titel bei den wichtigsten Beachvolleyball-Veranstaltungen. 1996 in Atlanta wurden sie in einem brasilianischen Duell gegen Mônica Rodrigues und Adriana Samuel die ersten Olympiasiegerinnen und ein Jahr später entschieden sie auch die Weltmeisterschaft in Los Angeles für sich. Sandra Pires war in anderen Paarungen weiterhin erfolgreich. Mit ihrer vorherigen Endspielgegnerin Adriana Samuel holte sie 2000 Olympia-Bronze und mit Tatiana Minello stand sie 2001 im WM-Finale. In diesem Spiel verteidigten Adriana Behar und Shelda Bede ihren Titel, die 1997 bereits Dritter geworden waren. Der zweite Platz 2003 vervollständige ihre Medaillensammlung bei Weltmeisterschaften. Außerdem standen sie 2000 und 2004 im olympischen Finale. Bei der WM 2005 in Berlin begann die Erfolgsserie von Larissa und Juliana. Nach drei Podiumsplätzen in Folge wurden sie 2011 durch einen Sieg gegen die US-Amerikanerinnen Walsh/May-Treanor erstmals Weltmeister.

Bei den Männern sorgten Guilherme und Pará für die ersten brasilianischen Erfolge. Sie gewannen die Weltmeisterschaft 1997 und wurden 1999 Dritter. Der Titel ging in Marseille an Emanuel Rego und José Loiola. Letzter stand 2001 mit dem olympischen Silbermedaillengewinner Ricardo Santos erneut im Endspiel. Emanuel/Ricardo bildeten anschließend ein neues Duo, das 2003 vor heimischen Publikum Weltmeister wurde und ein Jahr später beim Olympia-Turnier in Athen triumphierte. Bei der nächsten WM 2005 in Berlin siegte der vorherige Dritte Márcio Araújo mit seinem neuen Partner Fabio Luiz. 2008 in Peking wurde das Duo Zweiter vor Emanuel/Ricardo. 2011 kam es bei der WM in Rom zu einem brasilianischen Finale, in dem Emanuel und Alison, der 2009 mit Harley gegen Brink/Reckermann unterlegen war, Márcio Araújo und Ricardo besiegten.

Kontroverse[Bearbeiten]

knappe Spielkleidung

Seit Beachvolleyball 1996 erstmals im Programm der Olympischen Spiele war, wird die Sportart von konservativen Gruppen und den Regierungen islamischer Länder kritisiert. Kritiker bemängeln die zu intensive sexuelle Ausstrahlung, die durch die knappe Bekleidung der Spieler hervorgerufen werde. Anlässlich der Olympischen Spiele erließ die FIVB eine offizielle Vorschrift, dass die Bikini-Höschen der Frauen an der Seite nur sieben Zentimeter breit sein dürfen.[5] Die Aktiven selber haben jedoch im Allgemeinen kein Problem mit der Regel. Sie verweisen auf die praktischen Aspekte der eng anliegenden Kleidung und die Vorteile bei heißem Sommerwetter.[6] Es sei unangemessen, Beachvolleyball in die Nähe eines Nacktsports zu rücken, zumal die Athleten in anderen Sportarten (beispielsweise Leichtathletik) auch nicht viel mehr Haut bedeckt hätten. Im März 2012 änderte die FIVB aus Rücksicht auf religiöse Einschränkungen die Kleidungsvorschriften für die Spielerinnen. Diese dürfen seitdem neben den bisher üblichen Bikinis auch Shorts tragen, die bis zu drei Zentimeter über die Knie reichen.[7] Umstritten ist auch das seit 2004 übliche Rahmenprogramm mit weiblichen Tänzern, die in den Pausen auftreten, und die musikalische Gestaltung durch einen DJ.

Freizeitsport[Bearbeiten]

Freizeitturnier in Eilenburg

Beachvolleyball galt seit seiner Entstehung an den Stränden der USA lange Zeit als Trend- oder Freizeitsport. Heute wird der Sport sowohl von Profis als auch von zahlreichen Amateuren ausgeübt. Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 800 Beachvolleyball-Anlagen.[8] Beachvolleyball ist räumlich nicht auf natürliche Strände beschränkt. Auch in Innenstädten, die weit vom Meer entfernt liegen, entstehen Spielfelder, wie zum Beispiel jährlich in Leipzig beim SachsenBeach oder der BeachPark61 in Berlin. Die WM 2007 fand sogar im über 1.000 m hoch gelegenen Gstaad in den Schweizer Bergen statt. Durch die zunehmende mediale Beachtung (u. a.: Live-Übertragungen bei Eurosport) wird die Sportart immer beliebter. Neben den Hobbyspielern nutzen auch viele in der Halle aktive Profis die Sommerpause zum Spiel im Sand. Einige von ihnen überbrücken damit nur die Zeit zwischen dem Saisonende und dem Beginn der Vorbereitung, andere starten mit sportlichen Ambitionen bei Turnieren.

Footvolley[Bearbeiten]

Hauptartikel: Footvolley

In den 1960er Jahren entstand an den Stränden Brasiliens ein neuer Trendsport. Footvolley kombiniert Beachvolleyball und Fußball. 2003 wurde der erste deutsche Verband gegründet. Seitdem bemühen sich die Aktiven um eine Professionalisierung ihrer Sportart.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Ahmann: Beach-Volleyball-Taktik für Gewinner. Neuer Sportverlag, Stuttgart 2004. ISBN 3-938023-00-7
  • Rüdiger Naffin: Beach-Volleyball - für Anfänger und Fortgeschrittene. Neuer Sportverlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-938023-07-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Beachvolleyball – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Beachvolleyball – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Portal: Volleyball – Übersicht über Wikipedia-Inhalte zum Thema Hallen- und Beachvolleyball

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Regeln[Bearbeiten]

Verbände[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.20min.ch/sport/weitere/story/29781434 Bikini-Pflicht wird abgeschafft
  2. Kämpfen um jeden Ball (PDF-Datei; 1,37 MB)
  3. Charlie Saikley, 69; Headed Beach Volleyball Tourney. Los Angeles Times, 25. Juni 2005, abgerufen am 17. August 2011 (englisch).
  4. Im englischen Original: „You talk to any player and if they were told they could only win one tournament in their whole career, everybody would choose it to be here in Manhattan. There’s an extra fire among all the players.“ A Magical Day at the Beach. Los Angeles Times, 7. Juni 2004, abgerufen am 17. August 2011 (englisch).
  5. Beach volleyball Players' uniforms guidelines for the Olympic Games (PDF; 1,34 MB)
  6. Enger Bikini, knappe Höschen, Stuttgarter Zeitung, 17. August 2004
  7. Uniform change for all beach volleyball events. FIVB, 18. März 2012, abgerufen am 27. April 2012.
  8. Übersicht der Anlagen in Deutschland (DVV)