Beatrix von Storch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Beatrix von Storch (2014)

Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg (* 27. Mai 1971 in Lübeck), ist eine deutsche Politikerin (AfD). Sie ist stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei und in Berlin eine der beiden Landesvorsitzenden. Seit der Europawahl 2014 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments und seit April 2016 Mitglied der EU-kritischen, rechtspopulistischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD).

Gemeinsam mit ihrem Mann Sven von Storch ist sie in teilweise selbst initiierten und gesteuerten rechten Politiknetzwerken und gilt auch als Lobbyistin.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beatrix von Storch entstammt dem Haus Oldenburg. Sie ist die älteste Tochter des Bauingenieurs Huno Herzog von Oldenburg (* 1940) und dessen Frau Felicitas (* 1941), geb. Gräfin von Schwerin -Krosigk.[1][2] Sie ist eine Enkelin des letzten Erbgroßherzogs Nikolaus von Oldenburg[3] und Johann Ludwig Graf von Schwerin-Krosigk.[4] Sie wuchs mit ihrer Schwester Sophie (* 1972)[5] in der Gemeinde Kisdorf im Kreis Segeberg auf.[2] Seit Oktober 2010 ist sie mit Sven von Storch verheiratet.[6][7]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Gymnasium Kaltenkirchen 1990 und einer Ausbildung zur Bankkauffrau studierte sie Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Lausanne.[2] Die Erste Juristische Staatsprüfung absolvierte sie in Heidelberg,[8] das Referendariat in Brandenburg. Seit 1998 lebt sie in Berlin. Nach dem zweiten Staatsexamen 2001 wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen und spezialisierte sich auf Insolvenzrecht.[9] 2008 arbeitete sie für die Wirtschaftskanzlei Voigt & Scheid Rechtsanwälte[10] und, nach deren Auflösung zum 1. Januar 2009,[11] in der Kanzlei Voigt Salus.[12] 2011 gab sie laut einem Tagesspiegel-Bericht ihre Arbeit als Anwältin für Insolvenzrecht auf und lebte von Erspartem, um sich ihren politischen Aktivitäten in vollem Umfang widmen zu können.[4]

Netzwerkaktivitäten und Lobbyismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch ist seit Mitte der 1990er Jahre politisch aktiv. Sie nutzt von ihr und ihrem Ehemann Sven gegründete und gelenkte Vereine und Initiativen als konservatives Netzwerk. Dazu gehören insbesondere der Göttinger Kreis, die Zivile Koalition e. V., der BürgerKonvent sowie die Internet-Präsenzen FreieWelt.net und AbgeordnetenCheck.de.[13][14][15] In der Öffentlichkeit wird sie verschiedentlich als Lobbyistin wahrgenommen.[16]

Von Storch ist Autorin der Zeitschrift eigentümlich frei und Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

„Göttinger Kreis“ und „Allianz für den Rechtsstaat“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch ist Mitbegründerin des Vereins Göttinger Kreis – Studenten für den Rechtsstaat e. V., der sich für eine Wiedergutmachung der Vertreibungen und Enteignungen durch die Boden- und Industriereform in der Sowjetischen Besatzungszone einsetzt.[8][17] Der Verein organisierte verschiedene Veranstaltungen unter anderem mit Michail Gorbatschow.[18] Die von ihr geführte Allianz für den Rechtsstaat fordert ebenfalls die Rückgabe des Bodenreformlandes an die vorherigen Eigentümer.[19]

Zivile Koalition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch ist Gründerin und Sprecherin der Zivilen Koalition e. V. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung entstammen alle sieben Gründungsmitglieder der eigenen Familie.[15] Der Verein versteht sich als ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für mehr zivilgesellschaftliches Engagement einsetzen und ihre gemeinsamen Interessen gegenüber Regierungen und Parlamenten vertreten.[20]

Die Zivile Koalition initiierte und organisierte eine Sammelklage von über 5000 Bürgern vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen den Ankauf von Staatsanleihen verschuldeter EU-Länder durch die Europäische Zentralbank (EZB).[21]

Das Handelsblatt bezeichnete die Zivile Koalition 2012 als ein Protest-Unternehmen, das sich einem konservativen Weltbild verpflichtet fühlt.[22]

Entsprechend einem im Cicero erschienenen Artikel spielt von Storch über die Zivile Koalition – mit 14 Angestellten (Stand 2013) als Hauptstütze des von ihr organisierten Widerstands gegen den Euro-Rettungskurs – eine wichtige Rolle „im konservativen Lager außerhalb der Union“. Sie verfüge über „knapp Hunderttausend“ Unterstützer. Angeschlossen sei auch die Initiative Familienschutz, die unter anderem für das Betreuungsgeld und gegen die Homo-Ehe eintrete.[23] Diese Angaben werden allerdings immer wieder in Zweifel gezogen. Laut einem Bericht des Tagesspiegels besteht der Verein ausschließlich aus Familienangehörigen, die Zahl der Unterstützer liege weit unter der angegebenen Marke von 100.000.[24]

Laut Einschätzung von Andreas Kemper ist die Zivile Koalition „die politisch wirksamste christlich-fundamentalistische Kraft in der AfD“.[25]

Vorwurf privater Nutzung von Spendengeldern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Woche vor der Bundestagswahl im September 2013 berichtete die Welt am Sonntag, dass ihr Dokumente, Aussagen und eidesstattliche Versicherungen vorlägen, die eine Finanzierung privater Ausgaben der von Storchs durch Spendengelder der Zivilen Koalition e. V. nahelegen würden. Danach habe Sven von Storch im Jahr 2012 innerhalb weniger Wochen 98.000 Euro in bar in sieben gleich hohen Tranchen von einem Vereinskonto abgehoben, für deren Verbleib es keine Belege gebe. Zudem seien aus Geldern des Vereins mehrere Stromrechnungen für eine Wohnung der von Storchs und für „Skulpturen und Gartenartikel“ beglichen worden sowie die Miete für eine Wohnung am Kurfürstendamm. Auf einer mehrwöchigen Chile-Reise habe der dort gebürtige Sven von Storch außerdem 10.000 Euro in bar abgehoben. Fabian Leber kommentierte im Tagesspiegel: „Das Pikante daran ist, dass der Vorstand laut Vereinsregisterauszug nur aus dem Ehepaar von Storch besteht – sie ist Vorsitzende und Schriftführerin, er ihr Stellvertreter und Kassenprüfer.“[26]

Beatrix von Storch erklärte die Barabhebung ihres Mannes in Höhe von 10.000 Euro damit, dass dessen Bankkarte im Ausland nicht funktioniert habe. Das Darlehen sei mit vier Prozent verzinst worden.[27] Zum Verbleib der 98.000 Euro aus dem Jahr 2012 erklärte sie wiederholt, das Geld sei wegen der Unsicherheit auf den Finanzmärkten und der Eurokrise in einem Schließfach deponiert worden. Dies habe ein Berliner Notar am 16. September 2013 testiert: „Sämtliche Belege liegen vor und werden selbstverständlich ordnungs- und fristgemäß dem zuständigen Finanzamt eingereicht.“ Sie wies alle „Vorwürfe und Mutmaßungen“ als „haltlos und nicht begründet“ zurück und sprach von einer „durchsichtigen Verleumdung“, die auf den Angaben einer ehemaligen Mitarbeiterin beruhe, der Anfang 2013 gekündigt worden sei. Es sei „bezeichnend“, dass diese Frau aktives FDP-Mitglied sei.[28][29] Es handle sich um eine „Medienkampagne“.[27]

BürgerKonvent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beatrix von Storch war unter anderem zusammen mit Vera Lengsfeld Vorstandsmitglied des überparteilichen Vereins BürgerKonvent. Der Verein wurde im Mai 2015 aufgelöst.[30][31] Laut Satzung hatte der Verein das Ziel, „durch staatsbürgerliche Bildung die Mitwirkung an der politischen Willensbildung der Bevölkerung zu fördern“ und zur „Verbesserung der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft in Deutschland und Europa“ beizutragen. Führende Gründungsmitglieder waren der Bonner Politologe Gerd Langguth und der Sozialwissenschaftler und Publizist Meinhard Miegel.

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch war zunächst Mitglied der FDP und eine der 68 Hauptzeichner der Wahlalternative 2013.[32] Sie trat 2013 der im selben Jahr gegründeten Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei. Beim Bundesparteitag der AfD im Juli 2015 in Essen wurde von Storch zur stellvertretenden Bundessprecherin (Bundesvorsitzenden) gewählt. Sie erhielt 86,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Januar 2016 wurde von Storch vom Berliner Landesparteitag zur Landesvorsitzenden der AfD Berlin gewählt. Sie erhielt 189 Stimmen bei 54 Nein-Stimmen und 22 Enthaltungen.[33]

Zu von Storchs Kernthemen zählen eine angebliche „Sexualisierung der Gesellschaft“ und der Umgang mit Geschlechterrollen; sie setzt sich für ein traditionelles Familienbild ein und lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe ab.[34][4] Sie war laut eigener Aussage eine Mitorganisatorin der gegen den Bildungsplan 2015 gerichteten „Demo für alle“ in Stuttgart[35] und nahm im September 2014 in Berlin an der christlichen Demonstration Marsch für das Leben gegen Abtreibung und Sterbehilfe teil.[36] Sie lehnt die Kampagne „Mach's mit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ab, die mit Plakaten für den Gebrauch von Kondomen zur Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten wirbt. Laut Storch soll es stattdessen eine öffentliche Kampagne für sexuelle Enthaltsamkeit geben.[37]

Kandidatur zur Bundestagswahl 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch kandidierte bei der Bundestagswahl 2013 auf Platz 2 der Landesliste Berlin und als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte;[19] sie erhielt 3,0 % der Erststimmen.[38]

Während des Wahlkampfes schrieb von Storch einen offenen Brief an den katholischen Erzbischof Robert Zollitsch, in dem sie sich gegen die sogenannte Homo-Ehe wandte, ein konservatives Familienbild präsentierte und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz wegen dessen öffentlicher Warnung vor der AfD Amtsmissbrauch vorwarf.[39] Günther Lachmann verurteilte in der Welt zwar die politische Einflussnahme des Erzbischofs, bezeichnete den offenen Brief Storchs jedoch als ungeeignet, von diesem „Ausrutscher“ politisch zu profitieren. Der Brief sei in seiner Wortwahl anmaßend und ein „zum Scheitern verurteilte(r) Versuch, einen Mann Gottes zu moralisieren.“ Von Storch liefere den Gegnern ihrer Partei Argumente, die die AfD „zur Strecke bringen“ könnten.[40]

Kandidatur zur Europawahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Januar 2014 wurde von Storch vom Bundesparteitag der Alternative für Deutschland in Aschaffenburg mit 142 von 282 Stimmen auf Platz vier der Liste zur Europawahl 2014 gewählt.[41] Laut einem Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll von Storch bei dieser Wahl von der parteiinternen Gruppierung Christen in der Alternative für Deutschland unterstützt worden sein, die in ihrer Grundsatzerklärung u. a. ein Abtreibungsverbot sowie ein Verbot der Sterbehilfe fordert und die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ablehnt.[15] Im Vorfeld dieser Nominierung hatte von Storch nach Berichten des Spiegel und der taz die angebliche Macht einer sogenannten Schwulen-Lobby angeprangert.[42]

Mitglied des Europäischen Parlaments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beatrix von Storch im Europa-Parlament (2014)

Bei der Europawahl in Deutschland 2014 wurde sie als Kandidatin der AfD zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt.[43] Dort ist sie Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) und im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) sowie Stellvertreterin im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON). Sie gehört außerdem der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Chile (D-CL) und der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika (DLAT) an. Ihre Kandidatur für das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden des Frauenausschusses blieb erfolglos.[44] Sie war bis Mai 2015 parlamentarische Geschäftsführerin.[45]

Äußerungen zur Flüchtlingssituation 2016 – Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Flüchtlingsdebatte stellte von Storch in einem Facebook-Beitrag Ende Januar 2016 fest, dass Menschen, die über Österreich einreisen, kein Recht auf Asyl in Deutschland hätten und man diesen aufgrund Paragraph 18, Absatz 2 des Asylgesetzes die Einreise verweigern solle. Unter Bezug auf § 11 des Gesetzes über den unmittelbaren Zwang (UZwG) folgerte sie, „wenn Sie das HALT an der Grenze nicht akzeptieren, können die Vollzugsbeamten im Grenzdienst Schusswaffen auch gegen Personen einsetzen'.“ Auf Nachfrage wollte sie davon auch Frauen und Kinder nicht ausnehmen.[46] Kurz darauf nahm sie Kinder, nicht aber Frauen von ihrer Äußerung aus, gegen Kinder sei der Schusswaffeneinsatz „richtigerweise nicht zulässig“. Ihre und eine ähnliche Aussage Frauke Petrys wurden von Politikern aller anderen Parteien, Gesellschaftsvertretern und in der Medienöffentlichkeit heftig kritisiert und von der Gewerkschaft der Polizei zurückgewiesen.[47][48][49]

Auf interne Kritik von Mitgliedern des AfD-Bundesvorstands, die Äußerungen Petrys und Storchs nach Angaben des Spiegels als „taktischen Fehler, gleichsam das Offenlegen der richtigen Gesinnung zum falschen Zeitpunkt“, beanstandeten, erklärte von Storch gegenüber Parteifreunden, sie habe „Mist gebaut“ und Petry „doch nur helfen wollen“. Ihre Aussage, der Beitrag sei ein „technischer Fehler“ gewesen, sie sei auf ihrer Computermaus „abgerutscht“,[50] sorgte für Hohn und Spott im Internet. Auf Facebook dementierte von Storch mit den Worten, dass sie „die Geschichte mit der Maus“ nie gesagt habe, das sei „einfach zu dämlich“.[51]

Nach Meinung des Staatsrechtlers Christoph Schönberger ist der Einsatz von Schusswaffen durch Polizisten an der Grenze „allenfalls theoretisch“ vorstellbar. Ein Schusswaffeneinsatz sei unverhältnismäßig, wenn eine unbewaffnete, nicht aggressive Person versuche, in die Bundesrepublik hineinzukommen. Das Gesetz habe die Konstellation vor Augen, dass eine Person sich systematisch der Kontrolle entziehe. Das gelte insbesondere bei Verbrechern oder bei Drogenkriminalität. Der bloße Schutz der Außengrenze vor der Einreise eines Flüchtlings reiche auf keinen Fall, um Schusswaffen einzusetzen.[52]

Aufgrund der Morddrohungen gegen sie steht sie unter Polizeischutz. [53]

Ausschluss aus der Europapartei ECPM und Fraktionswechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch gehörte seit Juli 2014 der Europapartei Europäische Christliche Politische Bewegung (ECPM) als Einzelmitglied an. Laut einem Bericht des Reformatorisch Dagblad schloss der ECPM-Vorstand im März 2016 von Storch aus der Partei aus und nannte als Gründe hierfür ihre Äußerungen zum Schusswaffengebrauch an der Grenze gegen Frauen und Kinder sowie ihre Kontakte zur FPÖ.[54]

Einem Ausschluss aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR)[55] ist von Storch durch einen Austritt zuvor gekommen. Am 8. April 2016 verließ sie die Fraktion der EKR und trat in die Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD) ein.[56]

Politische Einordnung durch Politikwissenschaftler und Journalisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Storch wird dem rechtskonservativen Flügel der Partei zugerechnet. Oskar Niedermayer bezeichnete sie als eine „Erzkonservative“ im innerparteilichen Spektrum der AfD im Bereich der Familien- und Geschlechtspolitik.[57] David Bebnowski vom Göttinger Institut für Demokratieforschung bezeichnet von Storch als „reaktionär“.[58] Sie sei „die radikale Kraft für die radikalen christlich-konservativen Belange“ der AfD, stehe für „restaurative Forderungen“ und gelte als „Repräsentantin“ eines „‚klassischen‘ Familienmodell[s]“, eines „militanten Antikommunismus“ und eines „nationaltümelnden Patriotismus“.[59] Alexander Häusler bescheinigt von Storch ein „nationalistisches Verständnis von Demokratie“.[60]

Für Kathrin Haimerl, Nachrichten-Redakteurin bei Süddeutsche.de, wird die AfD mit der „ultrakonservativen“ Storch „anschlussfähig an den äußersten rechten Rand des politischen Meinungsspektrums“.[61]

Rechtsstreit mit der Berliner Schaubühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Dezember 2015 wies das Landgericht Berlin Anträge von Storchs und Hedwig von Beverfoerdes ab, der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz durch einstweilige Verfügung die Verwendung von Porträtfotos von ihnen in dem Stück FEAR von Falk Richter zu verbieten. „Richters Figuren“, schrieb Daniel Müller in DIE ZEIT, „haben in FEAR Schreckensvisionen, fallen in fieberhafte Albträume, schreien, grunzen, leiden. Im Hintergrund flirren unablässig Bilder von faulzahnigen, blutgeilen Zombies über die Bühne, die unter anderem mit den Porträts von Beate Zschäpe und [...] eben auch von Beatrix von Storch sowie [...] Hedwig von Beverfoerde gegengeschnitten werden.“ [62] Das Gericht sah darin aber keinen Eingriff in die Menschenwürde und auch keine schwere Persönlichkeitsverletzung. Eine Gleichstellung mit Massenmördern wie dem Norweger Breivik oder Neonazis erfolge durch die Verwendung der Bildnisse nicht. Soweit durch das Theaterstück das Persönlichkeitsrecht der Antragstellerinnen gemäß Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz verletzt werde – wenn auch nicht in besonders schwerer Weise –, stehe das Recht auf Kunstfreiheit gemäß Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz gegenüber. Im Rahmen der zu treffenden Abwägung gehe die Kunstfreiheit vor.[63]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Sven von Storch, Botho Graf zu Eulenburg: Göttinger Kreis – Studenten für den Rechtsstaat e. V. In: Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Wiedergutmachungsverbot? Die Enteignungen in der ehemaligen SBZ zwischen 1945 und 1949. v. Hase & Koehler, Mainz 1998, ISBN 3-7758-1369-1, S. 610–613.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 121–130 (Interview).
  • David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beatrix von Storch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Porträts

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorthe Arendt: Die Herzogin heißt jetzt von Storch. In: Ostholsteiner Anzeiger, 25. Oktober 2010.
  2. a b c Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 122.
  3. Rasmus Buchsteiner: Luckes bunte Truppe für Brüssel. Auch Herzogin von Oldenburg wird Europa-Abgeordnete. NWZOnline, 27. Mai 2014.
  4. a b c Fabian Leber: Beatrix von Storch. Knallhart konservativ – und bald die wichtigste Frau der AfD. In: Der Tagesspiegel, 24. April 2014.
  5. Huno, Herzog von Oldenburg. In: GeneAll.net.
  6. Die Herzogin heißt jetzt von Storch. In: Ostholsteiner Anzeiger, 25. Oktober 2010.
  7. Sven von Storch auf freiewelt.net
  8. a b Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 125.
  9. Beatrix von Storch: Zur Person. In: BeatrixVonStorch.de. Abgerufen am 10. September 2012.
  10. Thomas Claer: Der Deutsche Wirtschaftsanwalt 2009/2010. Handbuch für Unternehmen. Lexxion, Berlin 2009, ISBN 978-3-939804-02-4, S. 622.
  11. Markus Lembeck: Auseinander: Insolvenzverwalter von Voigt & Scheid gehen getrennte Wege. In: Juve.de, 28. Januar 2009.
  12. Helmut Dawal: Disko-Zelt: Insolvenzverfahren gegen Musik-Zirkus-Köthen GmbH. In: Mitteldeutsche Zeitung, 30. Juni 2011.
  13. Andreas Kemper: Rechte Euro-Rebellion. Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e. V. Münster 2013, S. 91, 94, 95, 97.
  14. Dietmar Neuerer: Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD? In: handelsblatt.de vom 28. Juni 2013.
  15. a b c Hendrik Ankenbrand: Christliche Alternative für Deutschland. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. März 2014.
  16. Hendrik Ankenbrank: Gegen Rechte von Schwulen und Muslimen: Christliche Alternative für Deutschland. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 10. März 2014; Die Parteien zur Europawahl auf tagesspiegel.de, 25. April 2014; Konrad Litschko: Ergebnis der AfD bei der Europawahl: Der Populismus der Neulinge. In: taz vom 26. Mai 2014, Zugriff jeweils am 30. Mai 2016.
  17. Philip Plickert: Zurückkaufen, was einem einst gehörte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2013. Abgerufen am 16. September 2013.
  18. Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 126.
  19. a b Antje Sirleschtov: „Untragbare Belastungen für den Bürger“. In: Der Tagesspiegel, 7. August 2013.
  20. zivilekoalition.de: Wer wir sind (Der Link ist verwaist; Stand 26.1.2016)
  21. Günther Lachmann: Deutsche Massenklage gegen EZB vor EU-Gericht. In: Die Welt, 10. Januar 2013.
  22. Wutbürger sammeln sich zum Euro-Angriff. In: Handelsblatt. 29. Mai 2012, abgerufen am 25. März 2014.
  23. Constantin Magnis: Ihr Hauptberuf ist Protest. In: Cicero, 12. Juni 2013.
  24. Fabian Leber: Die Angst in der AfD vor einer FDP 2.0. In: Der Tagesspiegel, 23. Januar 2014.
  25. Andreas Kemper: Antiemanzipatorische Netzwerke und die Geschlechter- und Familienpolitik der Alternative für Deutschland. In: Alexander Häusler: Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer, 2016, S. 95.
  26. Lars-Marten Nagel, Marc Neller: AfD-Politikerin: Das Rätsel um ein Schließfach mit 98.000 Euro. In: Welt am Sonntag, 15. September 2013, abgerufen am 15. September 2013; Cordula Eubel: Hat eine AfD-Politikerin Spenden privat genutzt? In: Der Tagesspiegel, 15. September 2013. Abgerufen am 16. September 2013.
  27. a b Justus Bender: Kandidatur für Europaliste. AfD-Politikerin Storch weist Untreuevorwurf zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Januar 2014.
  28. dpa-Meldung: Beatrix von Storch: AfD-Politikerin weist Vorwurf zurück. In: Berliner Zeitung, 16. September 2013.
  29. Lars-Marten Nagel, Marc Neller: AfD-Kandidatin: Beatrix von Storch war jetzt beim Notar. In: Welt Online, 16. September 2013.
  30. Homepage des Bürgerkonvents. Abgerufen am 8. August 2015.
  31. Georg Meck: Konservative Plattform – Der Bürgerkonvent ist am Ende. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. August 2015, ISSN 0174-4909.
  32. Wahlalternative 2013: Gründer und Hauptzeichner. n.d. Abgerufen am 17. Februar 2015.
  33. Beatrix von Storch ist neue AfD-Landesvorsitzende. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 16. Januar 2016, abgerufen am 16. Januar 2016.
  34. Beatrix von Storch: Die Katze ist nun aus dem Sack. Die Genderei verliert ihre Maske. In: kath.net, 3. April 2014.
  35. Norbert Blech: Homophober Vortrag. Beatrix von Storch: Ich organisiere die „Demos für Alle“ [1]
  36. Kristiana Ludwig: Demo der Abtreibungsgegner in Berlin: Gänzlich patriarchales Weltbild. taz vom 21. September 2014 (online, Zugriff am 28. September 2014).
  37. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beatrix-von-storch-ist-bei-afd-ganz-vorne-dabei-13764053.html
  38. Endgültiges Ergebnis (PDF, S. 8)
  39. Offener Brief von Beatrix von Storch, zitiert nach: Sie missbrauchen ihr Amt, um vor uns zu warnen! In: kath.net, 9. August 2013. Abgerufen am 16. September 2013.
  40. Günther Lachmann: Warum die AfD dem Bischof mit Homo-Ehe kommt. In: Welt Online, 16. August 2013.
  41. Kathrin Haimerl: AfD-Parteitag: Lucke nimmt Anti-Kurs auf Europa. In: sueddeutsche.de, 25. Januar 2014.
  42. Melanie Amann: Erzkonservative in der AfD: Auf Stimmenfang bei Homophoben. In: Spiegel Online, 18. Januar 2014; Konrad Litschko: AfD diskutiert Programm: Rechtsrum nach Brüssel. In: taz.de, 24. Januar 2014.
  43. Alphabetisches Verzeichnis der Gewählten nach Parteien: AfD. In: Bundeswahlleiter.de.
  44. Frauenausschuss im EU-Parlament lehnt Beatrix von Storch ab. Zeit Online, 8. Juli 2014.
  45. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/afd-im-eu-parlament-von-storch-als-geschaeftsfuehrerin-abgewaehlt/
  46. Beatrix von Storch will Frauen und Kinder an Grenze mit Waffengewalt stoppen. stern.de, 31. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016.
  47. “Frauen sind anders als Kinder verständig” welt.de, 1. Februar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016
  48. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31. Januar 2016, abgerufen am 4. Februar 2016
  49. Zeit online vom 31. Januar 2016, abgerufen am 4. Februar 2016
  50. Melanie Amann, Matthias Bartsch, Jan Friedmann, Nils Minkmar, Michael Sauga, Steffen Winter: Im Schützengraben. In: Der Spiegel 6/2016 [Digitale Ausgabe] vom 8. Februar 2016, S. 1-15 (6, 10) [PDF].
  51. Focus-Bericht: Rechtfertigung für Kommentar - "Das ist einfach zu dämlich": AfD-Vize Storch dementiert „Maus-Abrutsch-Aussage“ In: focus.de vom 10. Februar 2016.
  52. Schusswaffengebrauch an der Grenze? - "Der Flüchtling ist in keinem Fall ein Angreifer". In: Deutschlandfunk. 2. Februar 2016, abgerufen am 6. Februar 2016.
  53. LKA-Beamte beschützen AfD-Politikerin von Storch rund um die Uhr. In: Focus. 1. Mai 2016, abgerufen am 5. Mai 2016.
  54. Europese christelijke partij schrapt AfD’er Von Storch. In: refdag.nl. Erdee Media Groep – Reformatorisch Dagblad, 24. März 2016 14.31 Uhr (niederländisch).
  55. Screenshot der Pressemitteilung der Parlamentsfraktion der Europäischen Konservativen und Reformer zur Austrittsaufforderung in dem Tweet Freiwillig gehen-oder Rauswurf: #AFD-Abgeordnete sollen ECR-Fraktion im #EU-Parlament bis 31.3 verlassen @tagesschau des WDR-Journalisten Markus Preiß. 8. März 2016, abgerufen am 9. April 2016 (englisch).
    Europaparlament: Fraktion will AfD-Abgeordnete loswerden. In: SPIEGEL ONLINE. SPIEGEL ONLINE GmbH, 8. März 2016 19.31 Uhr, aufgerufen und empfangen am 10. April 2016 (deutsch).
    Streit im EU-Parlament. AfD-Abgeordnete sollen Fraktion verlassen. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk A. d. ö. R., 8. März 2016 21.35 Uhr, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (deutsch).
    Sebastian Schöbel: Von Storch über drohenden EU-Fraktionsausschluss. "Wir haben keinen Grund, zu gehen". In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk A. d. ö. R., 9. März 2016 14.42 Uhr, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (deutsch).
  56. Severin Weiland, Christoph Titz, Melanie Amann: Fraktionsaustritt: AfD-Politikerin Storch will zu EU-Gegnern wechseln. In: SPIEGEL ONLINE. SPIEGEL ONLINE GmbH, 8. April 2016 16.48 Uhr, aufgerufen und empfangen am 10. April 2016 (deutsch).
    AfD-Vize Beatrix von Storch bricht mit ihrer Fraktion. In: DIE WELT. WeltN24 GmbH, 8. April 2016, abgerufen am 8. April 2016 (deutsch).
    Vor drohendem Ausschluss. Von Storch wechselt in Farage-Fraktion. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk A. d. ö. R., 8. April 2016 15.35 Uhr, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (deutsch).
    Malte Pieper: Europa-AfD. Auf dem Weg nach Rechtsaußen. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk A. d. ö. R., 8. April 2016 20.45 Uhr, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (deutsch; in ähnlicher Form auch als Audio Europa-AfD auf dem Weg nach Rechtsaußen, 8. April 2016 17.26 Uhr).
    Nach Streit um Einsatz von Schusswaffen. AfD-Europaabgeordnete von Storch wechselt Fraktion. In: heute.de. Zweites Deutsches Fernsehen A. d. ö. R., 8. April 2016, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (deutsch).
    Mitgliedsseite von Beatrix von Storch in der WWW-Präsenz der Parlamentsfraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (englisch).
    Posting von Beatrix von Storch über ihren Beitritt zur Parlamentsfraktion in der WWW-Präsenz der Parlamentsfraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie, aufgerufen und empfangen am 9. April 2016 (englisch; das Posting besteht aus einer als Zitat markierten Willkommensbekundung, deren Autor nicht genannt wird, darüber das Logo der Alternative für Deutschland, obwohl ihr AfD-Kollege Marcus Pretzell zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer war und dies bis zu seinem Ausschluss am 12. April 2016 blieb).
  57. Oskar Niedermayer: Eine neue Konkurrentin im Parteiensystem? Die Alternative für Deutschland. In: ders. (Hrsg.): Die Parteien nach der Bundestagswahl 2013. Springer, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02852-7. S. 175–207, hier: S. 204.
  58. David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27, hier: 27.
  59. David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27, hier: 26.
  60. Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die »Alternative für Deutschland« – eine Antwort auf die rechtspopulistische Lücke?. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 109.
  61. Kathrin Haimerl: AfD im Europawahlkampf: Rechts von der Union ist noch Platz. In: sueddeutsche.de. 14. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.
  62. Daniel Müller: Im Namen des Volkes. In: Die Zeit vom 17. Dezember 2015, S. 52.
  63. Pressemitteilung der Berliner Justiz vom 15. Dezember 2015