Beberstedt

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Beberstedt
Gemeinde Dünwald
Koordinaten: 51° 18′ 44″ N, 10° 24′ 28″ O
Höhe: 446 m ü. NN
Einwohner: 760
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 99976
Vorwahl: 036023
Beberstedt (Thüringen)
Beberstedt

Lage von Beberstedt in Thüringen

Beberstedt am Rande des Dünplateaus von Süden gesehen
Beberstedt, Anger mit Linden und steinernem Tisch.
Beberstedt, Schulplan mit alter Linde, im Hintergrund mit barocker Martins-Kirche.

Beberstedt ist ein Dorf am Rande des Obereichsfelds und gehört verwaltungsmäßig als Ortsteil zur Gemeinde Dünwald im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beberstedt befindet sich mit seiner Gemarkung auf der oberen Südabdachung des Dün ungefähr 11 Kilometer nördlich von Mühlhausen. Geologisch liegen meist Böden der Muschelkalkverwitterung vor. Die höchste Erhebung ist der Hellborn (493,4 m) nördlich von Beberstedt. Die Landesstraße 2043 verbindet den Ort mit den umliegenden Gemeinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1191 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt.[1] Eine frühere Besiedlung durch Angehörige des Volksstammes der Angeln wird angenommen. Der Name könnte als Stätte eines Bebo gedeutet werden.[2]

Über Jahrhunderte war der Ort trotz ungünstiger Boden- und Klimabedingungen durch die Landwirtschaft geprägt. Ab dem 18. und 19. Jahrhundert kamen verschiedene Handwerkszweige und kleinere Betriebe der Weberei und Zigarrenfertigung hinzu. Der Ort gehörte ursprünglich zum kurmainzischen Eichsfeld. 1802/03 kam er mit diesem zu Preußen. Beberstedt gehörte von 1807 bis 1813 zum Kanton Dingelstädt im Königreich Westphalen und von 1815 bis 1945 zum preußischen Landkreis Mühlhausen i. Th., welcher dann dem Land Thüringen angegliedert wurde. Von 1913 bis 1947 war Beberstedt an die Bahnstrecke Silberhausen–Hüpstedt mit einem eigenen Bahnhof angeschlossen. Mit 760 Einwohnern ist der Ortsteil Beberstedt zweitgrößtes Mitglied im Gemeindeverband.

Am 1. Januar 1994 schlossen sich die Gemeinden Beberstedt, Hüpstedt und Zaunröden zur neuen Gemeinde Dünwald zusammen.[3]

Adelsgeschlechter in Beberstedt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beberstedt waren im Mittelalter verschiedene Adelsgeschlechter begütert, wie die Ritter von Tastungen und von Knorre bzw. Uder im 13. Jahrhundert. Nach dem Ort benannte sich auch eine adlige Familie. Im Jahr 1191 wurde mit Wicknandus de Befestide erstmals ein Angehöriger erwähnt.[4] 1258 wurde ein Heinrich von Beberstedt genannt und 1281 verzichtet Johann von Beberstedt gegenüber dem Kloster Reifenstein auf strittige Ansprüche.[5] In wie weit die hier ansässigen Adelsfamilien mit der bei Beberstedt gelegenen Brandenburg (vermutete Burganlage) in Verbindung standen, ist nicht bekannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirche St. Martinus
  • Dorfanger mit Brunnenstube, alten Linden und steinernem Tisch
  • Naturdenkmal Drei Linden
  • Mühlhäuser Landgraben an der südlichen Gemeindegrenze
  • Aussicht vom Hellborn ins obere Unstruttal und bis zum Brocken und Inselsberg

Wallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Fest Maria Himmelfahrt gibt es seit über 250 Jahren eine Wallfahrt zum Rosenkranzaltar in der Kirche von Beberstedt. Ob die Wallfahrt vom nahen Kloster Reifenstein initiiert wurde, ist nicht belegt. Mit der Wallfahrt verbunden ist eine Segnung von Kräutern und Blumen, die sogenannte Kräuterweihe.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beberstedt ist eines der wenigen Dörfer, die noch einen Dorffunk besitzen, über den kommunale Bekanntmachungen erfolgen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 27.
  2. Albert Rogge: Beberstedt im Wandel der Zeiten. Ergänzt und herausgegeben von Meinolf Jünemann. Heinevetter, Dingelstädt 1929, S. 1.
  3. Statistisches Bundesamt: Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. Johann Wolf: Politische Geschichte des Eichsfeldes: mit Urkunden erläutert. Band I und Band II Göttingen, Rosenbusch, 1792/1793, Urkunde XIII. S. 15
  5. Johann Wolf: Eichsfeldisches Urkundenbuch nebst einer Abhandlung von dem Eichsfeldischen Adel. Göttingen, Röwer, 1808 und Göttingen, Baier, 1819, S. 9 und Urkunde XXII.
  6. Dorffunk in Beberstedt bleibt am Netz. In: Thüringer Allgemeine, vom 19. Januar 2012. Aufgerufen am 9. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beberstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien