Bechtolsheim

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Ortsgemeinde Bechtolsheim, weitere Bedeutungen unter Bechtolsheim (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bechtolsheim
Bechtolsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bechtolsheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 48′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Alzey-Land
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 10,66 km²
Einwohner: 1637 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55234
Vorwahl: 06733
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Weinrufstraße 38
55232 Alzey
Webpräsenz: www.bechtolsheim-rheinhessen.de
Ortsbürgermeister: Harald Kemptner (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Bechtolsheim im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Bechtolsheim, aus einem Motorschirm am 9. Juli 2005 fotografiert

Bechtolsheim ist eine Ortsgemeinde am Fuße des Petersbergs im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Selz, die sich am Petersberg entlangschlängelt. Die nächsten Städte sind Alzey mit den für den Ort zuständigen Verwaltungen (Landkreis- und Verbandsgemeinde-Verwaltung), und Wörrstadt in jeweils ca. 10 Kilometer Entfernung. Die 30 Kilometer entfernte Landeshauptstadt Mainz ist am schnellsten über die Bundesautobahn 63 zu erreichen.

Als Weinbaugemeinde liegt Bechtolsheim im größten Weinbau betreibenden Landkreis Deutschlands und mitten im Weinanbaugebiet Rheinhessen. Dort gehört es zum Anbaubereich Nierstein mit der Großlage Petersberg.

Die Gemarkungsfläche beträgt 1066 Hektar. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche beträgt 11,3 %. Mit einem Anteil von 86,1 % nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche den größten Teil ein. Die Bestockte Rebfläche beträgt hiervon 241 Hektar, auf den Weißweinrebsorten entfallen 72,5 % und auf Rotweinrebsorten 27,5 % (Stand: 2010). Die restlichen Flächen teilen sich die Waldflächen mit 1,6 % und die Wasserflächen 1,0 % auf (Stand: 31. Dezember 2012). Bei den Waldflächen handelt es sich hauptsächlich entlang der Selz stehende Bäume.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächsten Nachbargemeinden sind Biebelnheim (1 km), Gau-Odernheim (1,5 km). Danach folgen Gabsheim und Undenheim. Nach Weinolsheim gibt es eine gemeinsame Gemarkungsgrenze und, abgesehen von Feldwegen, keine direkte Straßenverbindung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jungsteinzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbeil welches bei Bechtolsheim gefunden wurde. Die Beschriftung wurde vom Museum vorgenommen

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Straßenkreuzung von Bechtolsheim nach Biebelnheim und Gabsheim ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit gefunden. Am 7. Februar 1962 wurde ein Skelettfund in einem Hockergrabes gemacht.[2]

Römerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der römischen Zeit sind vier Villen nachgewiesen. Münzen aus den Zeiten von Mark Aurel[3] und Konstantins dem Großen mit dem Bildnis des Kaisers Licinius, eine Münze der römischen Kaiserin Faustina und ein Tonlämpchen mit dem Töpferstempel Attus-a sowie eine Wasserleitung, die aus römischer Zeit stammen könnte, wurden gefunden. Demnach ist davon auszugehen, dass zwischen 260 und 400 nach Christus eine erste Siedlung bestanden hat.[4]

Ersten urkundlichen Erwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten schriftlichen Dokumente über fünf Schenkungen an das Kloster Lorsch sind im Lorscher Codex aufgezeichnet und werden im Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt unter Altbestände, Stifte und Klöster, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts.[5]:

  • Urkunde 1877 von zweite Hälfte Juli 767, Schenkung des Teubert, unter König Pippin der Jüngere, „um dem Seelenheil des Giselbert zu dienen“: eine Hofreite, drei Morgen Land, eine Mühle, zwei Wiesen und einen Weinberg in der „bertolfesheimer marca“.
  • Urkunde 1873 vom 18. Mai 770, Schenkung des Wanther über drei Morgen Land und eine Wiese
  • Urkunde 1875 von 770 oder 771, Schenkung des Guduin über eine Hofreite mit Hube und allem, was dazugehört
  • Urkunde 1874 von 774 oder 775, Schenkung des Raning über zwei Morgen Land
  • Urkunde 1876 von 778 oder 779, Schenkung von Halucho und Reicho über sechs Morgen Land

In dieser Zeit war Bechtolsheim ein fränkischer königlicher Wirtschaftshof.

Die regelmäßige Dorfanlage war im Mittelalter mit Wall und Graben bewehrt.[6]

Der Ortsnamen änderte sich im Laufe der Zeit von Bertolfesheim, in Bertolvesheim und Bertolfesheim. 793 hieß die Ortschaft Beralfesheim, 798 Beratwolfesheim und 800 Badolfesheim.[7]

Am 25. Dezember 1250 zog König Wilhelm von Holland „mit großer Pracht“ in Bechtolsheim ein und bezog mit seinen Truppen Stellung gegen Konrad IV., dessen Heere bei Oppenheim lagen. Damals gehörte der Ort Werner IV. von Bolanden (* 1192–1196, † 1258), der auf der Seite von Wilhelm stand.[8] Dieser wurde aber vom Staufer Konrad IV. besiegt. Der Bolander konnte der Plünderung seiner Dörfer nur dadurch entgehen, dass er Bechtolsheim und Mommenheim an die Seitenlinie von Hohenfels abtrat, seit 1270 unter Philipp III. von Hohenfels.[9]

Bechtolsheimer Freiheitsbrief und die ganerbschaftliche Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren von Bolanden traten ihren Wirtschaftshof ihrer Seitenlinie Hohenfels ab.[10] Eine weitere Erwähnung von Bechtolsheim findet sich im Bechtolsheimer Freiheitsbrief von Philipp von Hohenfels dem Älteren in der Gründungsurkunde der Ganerbschaft vom 15. November 1270.[11] Zu der Ganerbschaft gehörten neben den Freiherren von Dalberg oder Kämmerer von Worms, die Freiherren Knebel von Katzenelnbogen, Mauchenheim genannt Bechtolsheim, Freiherren von Dienheim, die Grafen von Hallberg, die Freiherren Sturmfeder von Oppenheim (Anmerkung: vermutlich sind die Sturmfeder von Oppenweiler gemeint), die Freiherren von Wallbrunn und Graf Beckers von Westerstetten.[12] Um 1407 erscheint erstmals ein Wilhelmum de Mauchenheim d[ictum] Bechtolsheim, also ein Wilhelm von Mauchenheim genannt Bechtolsheim.

Bis zu 17 Ritterfamilien waren im Ort ansässig. 1732 lassen sich acht Adelsfamilien belegen: Dalberg, Bechtolsheim, Sturmfeder, Wallbrunn, Knebel von Katzenellenbogen, Weyers, Dienheim und Hallberg.[13] Zuletzt wurde er von sieben Adelsfamilien beherrscht, der von Dalberg, Nebel, Knebel, Beckers, Dienheim, Nordeck, Wallbrunn, Partenheim und Quernheim.[14]

Zur Erbauung der ersten Muttergotteskirche gaben die Päpste Nikolaus IV. im Jahr 1292, Bonifatius VIII. im Jahr 1300 und Benedikt XII. im Jahr 1341 Ablassbullen heraus,[15] die sich noch im Kirchenarchiv befinden und beweisen, dass man ein halbes Jahrhundert daran gebaut hatte. Sie erhielt den Namen der großen Muttergotteskirche, Ecclesia Major, B. M. V. Sie hatte mehrere gestiftete Altäre, wozu die Edelleute das Präsentationsrecht ausübten.[16] Die einheimischen und umliegenden Adeligen wählten sie zu ihren Grabstätten.

Französische Republik bis Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1798 und 1814 gehörte Bechtolsheim im Canton de Wœrstadt dem Département du Mont-Tonnerre an. Danach unterstand man kurz dem K.K. Österreichischen und Königlich Bayerischen Civil Administration Kreuznach und ab 1816 zum Großherzogtum Hessen in der neu geschaffenen Provinz Rheinhessen. Der Müller Christian Nicolaus Kopf hatte als einziger im Ort das Recht 1834 Wahlmänner für die Zweite Kammer des Großherzoglich Hessischen Landtages zu wählen. (Landstände des Großherzogtums Hessen) Voraussetzung war die Zahlung von mindestens 25 Gulden Steuern im Jahr.[17] Am 28. September 1896 wurde der Bahnhof an der Bahnstrecke Alzey–Bodenheim eröffnet. In der Nacht zum 1. August 1904 brannte der ortseigene Glockenturm, welcher sich neben der Simultankirche befindet durch Blitzschlag ab. Die ständige Wasserversorgung per Wasserleitung wurde 1906, mit den Nachbargemeinden gegründeten Wasserzweckverband Rhein-Selz-Gebiet, sichergestellt. 1912 erfolgte die Elektrifizierung des Ortes. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte man ab 1918 dem Volksstaat Hessen an. 1937 wurde die Provinz Rheinhessen aufgehoben und der Ort gehörte bis Kriegsende zum Kreis Oppenheim bzw. Alzey.[18] Am 20. März 1945 gegen 16 Uhr besetzten amerikanische Truppen das Dorf.[19]

Rheinland-Pfalz und Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil der französischen Besatzungszone gehörte Bechtolsheim von 1946 an zum Landkreis Alzey im Regierungsbezirk Rheinhessen im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Mit Schaffung der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz gab Bechtolsheim einen Teil der Verwaltung an die am 22. April 1972 eingerichtete Verbandsgemeinde Alzey-Land ab.

Nach 1995 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen, 1998 waren 5,4 km Kanalnetz vorhanden und der Anschlussgrad der Bevölkerung an biologische Kläranlagen betrug 41,6 %. 2001 gab es 6,8 km und der Anschlussgrad betrug 93,7 %. 9,0 km ein Anschlussgrad von 99,6 % wurden 2004 erreicht. Danach wurde das Kanalnetz auf 10,3 km in 2007 und bis 2010 auf 13,6 km vergrößert.[20]

Bei einem regionalen „Gemeindecheck“ der Allgemeinen Zeitung (Rhein Main Presse) im Januar 2011 kam Bechtolsheim unter den 24 getesteten Gemeinden auf den fünften Platz.[21][22]

Religionen, Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz besteht heute (Stand: 31. Dezember 2008) zu über 53 Prozent aus evangelischen und zu über 26 Prozent aus römisch-katholischen Christen. Ohne Glaubensrichtungen leben über 16 Prozent. Der Rest der Einwohner, rund 5 Prozent, verteilt sich auf sonstige Religionsgemeinschaften.[23]

Die Simultankirche wird von den beiden christlichen Konfessionen gleichberechtigt benutzt. Die katholische Gemeinde gehört zum Katholischen Dekanat Alzey/Gau-Bickelheim des Bistum Mainz und die evangelische zur Landeskirche Hessen-Nassau. Das evangelische Pfarramt in Bechtolsheim betreut zusätzlich noch die Kirchengemeinden in Biebelnheim, Ensheim und Spiesheim. Die katholische Pfarrgemeinde gehört zusammen mit Biebelnheim zum Pfarramt Gau-Odernheim.

Zwischen dem 18. Jahrhundert bis Mitte der 1930er Jahre bestand eine kleine jüdische Gemeinde. Als Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, die vermutlich 1845 in einem bestehenden Gebäude eingerichtet wurde und bis 1900/1910 als religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde genutzt wurde. Auf Grund der stark zurückgegangenen Zahl der jüdischen Einwohner wurde die Synagoge geschlossen und das baufällige Gebäude 1925 abgerissen. Darüber hinaus gab es eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten wurden auf dem jüdischen Friedhof auf Gau-Odernheimer Gemarkung an einer Anhöhe zum Petersberg beigesetzt.

  • 1804 39 jüdische Einwohner
  • 1808 12 jüdische Haushalte
  • 1824 66 jüdische Einwohner
  • 1830 66 jüdische Einwohner
  • 1855 80 jüdische Einwohner
  • 1861 46 jüdische Einwohner
  • 1900 19 jüdische Einwohner
  • 1905 19–20 jüdische Einwohner (1,8 % von insgesamt 1134 Einwohnern)
  • 1924 16 jüdische Einwohner
  • 1933 10 jüdische Einwohner

Nach 1933 sind fast alle der jüdischen Einwohner auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.[24] Von zwei jüdischen Frauen ist bekannt, dass diese 1942/1943 ins KZ Ravensbrück und ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort umgebracht wurden.[25] Auf Initiative des Heimatvereins Bechtolsheim wurde 2006 vorgeschlagen[26] für mindestens eine der Frauen einen Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig setzen zu lassen. Am 5. Juni 2007 erfolgte die Verlegung des Stolpersteines für Bertha Lieber, geb. Stein vor der letzten Wohnstätte in der Langgasse.[27]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz in Bechtolsheim, jeweils zum Jahresende (31. Dezember), wenn nichts anderes angegeben ist:

1800: 821
1815: 879[28]
1834: 1.295
1835: 1.383
1852: 1.324
1861: 1.226
1871: 1.174
1890: 1.055
1901: 1.075
1905: 1.134
1939: 1.185
1950: 1.432
1961: 1.385
1970: 1.407
1972: 1.426
1980: 1.380
30. Juni 1984: 1.441 (Haupt- und Zweitwohnsitz)[29]
1987: 1.394
1991: 1.396[30]
30. Juni 2005: 1.480
2005: 1.462
2006: 1.501
2007: 1.543
30. Juni 2008: 1.551
2010: 1.564
2012: 1.633

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat bestand seit der ersten Wahl vom 15. September 1946 immer aus 15 Ratsmitgliedern. Seit 1989 erhöhte sich die Zahl der Mitglieder um eins. Hinzu kommt jeweils der ehrenamtliche Ortsbürgermeister als Vorsitzender.[31]

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[32]

Kommunalwahl
vom
SPD CDU FWG Bechtolsheim weitere Wählergruppen
(falls vorhanden)
Gesamtanzahl der Sitze Bemerkungen
25. Mai 2014 5 3 4 4 (WG Bürgernah) 16
7. Juni 2009 6 3 7 16
2004 5 2 9 16
1999 ? ? ? 16
1994 ? ? ? 16
1989 ? ? ? ? (WG Oehlhof) 16
17. Juni 1984 3 2 (+1) 2 8 (+1) (WG Oehlhof) 15 Die Mandatserhöhung kam durch die Mandatsniederlegung des Bürgermeisters (WG Oehlhof) und des 1. Beigeordneten (CDU) zustande. Der Bürgermeister hat weiterhin Stimmrecht, der Beigeordnete nur dann, wenn er den Bürgermeister vertritt.
1979 ? ? ? ? (WG Oehlhof) 15
1974 ? ? ? ? (WG Oehlhof) 15
1969 4 3 8 (WG Oehlhof) 15
1964 ? ? ? ? 15
1960 ? ? ? ? 15
1956 ? ? ? ? 15
1952 ? ? ? ? 15
1948 ? ? ? ? 15
15. September 1946 ? ? ? ? 15

Anzahl der Mitglieder des Gemeinderates zwischen 1919 und 1946[33]

  • 1919–1922: 12 Mitglieder
  • 1923–1926: 11 Mitglieder
  • 1926–1929: 12 Mitglieder
  • 1929–1933: 11 Mitglieder
  • 1933–1945: 14 Mitglieder (zwei Mitglieder wurden im Juli 1933 ausgeschlossen und durch andere ersetzt)
  • 1945–1946: 9 Mitglieder (als Ortskomitee)

Zwischen 1919 und 1936 kommt jeweils noch ein Ortsbeigeordneter hinzu, ab dann gibt es immer zwei Ortsbeigeordnete.[34]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ganerbschaftlichen Zeit gab es einen so genannten Schultheiß, die Aufzählung ist lückenhaft.[35]

  • Nichel Radan und Conrad Stantharte, um 1300
  • Johann von Bechtolsheim und sein Bruder Wilderich, um 1350 (beide scultetus)
  • Thomas Kempe, 1487
  • Thomas Cemppe, 1488
  • Groll, 1593 und 1595
  • Wilhelm Ungeradt, 1610
  • Joh. Schumann, 1628
  • Philipp Nau, 1699
  • Johann Fischer, 1705
  •  ? Schmidt, 18. Jahrhundert
  •  ? Theis, 18. Jahrhundert

Ab 1798 gehörte Bechtolsheim zur Ersten Französischen Republik und damit zum Canton de Wœrstadt im Arrondissement communal de Mayence, im Département du Mont-Tonnerre. Zwischen 1798 und 1814 gab es daher den Maire. Nach Übergang in das Großherzogtum Hessen wurde an dem bisherigen Bürgermeister festgehalten.[36]

  1. Jean Böhm (1798–1812), gleichzeitig auch für Biebelnheim zuständig
  2. Pierre/Peter Baum (1812–1822), gleichzeitig auch für Biebelnheim zuständig
  3.  ? Schuckmann (1822–1831), ab hier nur noch für Bechtolsheim zuständig
  4. Baltasar Oehlhof (1831–1843)
  5. Johann Best (1843–1849)
  6. Baltasar Oehlhof (1849–1853)
  7. Michael Köhler (1853–1874)
  8. Peter Wirth (1874–1902)
  9. Friedrich Schuckmann (1902–1933)
  10. Johann Eger (1933–1934)
  11. Heinrich Diel (1934–1945)
  12. Johann Menges (1945–1951)
  13. Theo Bretz (1951–1952)
  14. Franz Mann (1952–1956)
  15. Adam Schneider (1956–1960)
  16. Erich Oehlhof (1960–1994) (Freie Wählergruppe Oehlhof)
  17. Harald Kemptner (seit 1994) (SPD)[37]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufiges Wappen bis 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Wappen bis 1984

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Schwarz, belegt mit einem roten Balken.“ [38]

Der Schild wird überliefert durch das Dorfgerichtssiegel von 1590, zwei Wappenreliefs am Rathaus und ein handgezeichnetes „amtlichesWappenblatt, das zwischen 1790 und 1797 entstand. Silber und Schwarz sind zugleich die Farben im Wappen der „Ganerbschaft Bechtolsheim“ (Ritterkanton Oberrhein), ab 1270 der Freiherrn von Dalberg, die die Kirche erbauten, der Freiherren von Sickingen und der Grafen von Katzenelnbogen und sie lassen somit die engen Beziehungen der Gemeinde zu dieser Ganerbenschaft klar erkennen. Der rote Balken vermag u. a. die Verbundenheit zur Ganerbschaft, darüber hinaus aber auch die Zusammengehörigkeit aller Ortseinwohner sinnfällig und eindringlich auszudrücken.

Dieses Wappen war zwar nicht genehmigt, man bediente sich aber in den vorangegangenen Jahrzehnten doch stets eines Ortszeichens wechselnder Gestalt. Ein Wappen wird 1905 von Karl Johann Brilmayer veröffentlicht.[39] Dieser vermerkt hierbei: Das Dorf führte zwei Wappen, das der Rheinischen Ritterschaft und sein eigenes. Das eigene setzt sich zusammen aus zwei Teilen: rechts befand sich das von Dalberg’sche und links das von Knebel’sche Wappen. Das Wappen der Rheinischen Ritterschaft mit Adler, Drachentöter, Burg und mit einem Schrägbalken belegtem Löwen in viergeteilten Schild, war nie Wappen der Gemeinde Bechtolsheim. Das zweite Wappen enthält in vereinfachter Form rechts die Lilien aus dem Wappen der Freiherren von Dalberg oder Kämmerer von Worms, links Ring und Schildchen aus dem Wappen der Freiherren Knebel von Katzenelnbogen. Beide Familien gehörten zur Ganerbschaft von Bechtolsheim und waren neben den Freiherren von Mauchenheim deren bedeutendste Vertreter.

Fahne zum Jubiläum des MGV von 1911. In der unteren Ecke ist das Wappen zu erkennen.

Der gespaltene Schild mit dem Dalbergischen Lilien und den Insignien der Knebel von Katzenelnbogen, wurde in Bechtolsheim allgemein als Ortswappen angesehen und erscheint 1911 auf dem zum 65-jährigen Jubiläum des Männergesangsvereins gestifteten Fahne.[40][41]

Genehmigtes Wappen ab 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Wappen ab 1984

Am 31. Januar 1984 wurde der Gemeinde ein Wappen verliehen, das wie folgt beschrieben wird:[42]

"Von Blau, darin je eine silberne Lilie, und Silber, darin je ein schwarzer Ring, geviert, belegt mit einem schwarzen Balken".[43]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theater- und Carnevalverein Bechtolsheim e. V., seit 1892
  • Männerballett „Die Scheinheiligen Mönche“, seit 1999

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. September 2012 wurde das „Museum im Glockenturm“ eröffnet.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr gibt es seit 1962 und hat, obwohl er inzwischen organisatorisch von der Freiwilligen Feuerwehr getrennt ist, seinen Namen beibehalten. Außer den musikalischen Auftritten bietet er eine musikalische Ausbildung für Kinder und Jugendliche. Der Männergesangverein wurde 1846 gegründet und war damit der älteste Verein im Ort. Der Frauenchor wurde 1979 gegründet und der Zusammenschluss zu einem gemischten Chor erfolgt 1983. Dieser hat sich 2003 aufgelöst.

Seit Oktober 2011 bietet „Das KulturGut“ von Elke Diepenbeck und Roland Kalus eine Bühne für Kleinkunst und Musik sowie eine Musikschule an.[44]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz für den Landkreis Alzey-Worms der Generaldirektion Kulturelles Erbe wurden einige Bauwerke und Denkmäler aus Bechtolsheim aufgenommen[45], eine ausführliche Aufstellung befindet sich in der Liste der Kulturdenkmäler in Bechtolsheim. Hier seien das Rathaus[46], die Simultankirche und der Glockenturm erwähnt. Im Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler ist die Ortsgemeinde als „kunstgeschichtlich wichtiger Ort“ hervorgehoben, weitere Orte im Landkreis die damit gekennzeichnet sind, sind Armsheim und Bechtheim.[47]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Bechtolsheim, gegründet 1882
Die Ortsgemeinde verfügt über ein so genanntes Sportzentrum mit zwei Fußballplätzen (je einen Rasen- und Hartplatz) sowie eine Sporthalle mit Vereinsheim und über zwei Tennisplätze mit Kunstrasen am alten Neubaugebiet des Sportverein Bechtolsheim e. V. (SVB).
  • Schützenverein Petersberg Bechtolsheim, seit 1963
Die Schießanlage des Schützenverein Petersberg Bechtolsheim e. V. befindet sich an der Straße von Gau-Odernheim nach Undenheim.
  • Freizeit Sport Verein – FSV, 1982
Des Weiteren gibt es im Ort noch den Freizeitsportverein Bechtolsheim, der sich 1982 aus dem SVB herauslöste.
  • Motorradclub – MCB, seit 1980

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bechtolsheim gibt es zwei Naturdenkmäler, den „Talgraben“ und den „Baumbestand an der Schule Bechtolsheim“.

Der „Talgraben“ ist ca. 2,9 Hektar groß. Schutzzweck ist die Erhaltung des Gehölzbestandes entlang des Talgrabens zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und zur Belebung und Gliederung des Landschaftsbildes.[48]

Der „Baumbestand an der Schule Bechtolsheim“ umfasste bei der Unterschutzstellung 1984, vier Winterlinden und eine Stieleiche. Schutzzweck ist die Erhaltung der Bäume als Einzelschöpfungen der Natur, deren besonderer Schutz wegen ihres Alters, wegen ihrer Schönheit und des das Ortsbild von Bechtolsheim prägenden Charakters erforderlich ist.[49] Beide Linden die sich auf dem Schulhof befanden wurde bei den Orkanen (Daria, Vivian, Wiebke) im ersten Quartal 1990 so stark beschädigt, dass dieser aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste. Dafür wurde eine neue Linde auf dem Schulhof gepflanzt, der andere Platz wurde genutzt um die Schule um ein Klassenzimmer in einem Containergebäude zu erweitern.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weihnachtsbaumverbrennung an einem Freitag im Januar
  • Fastnachtssitzungen des Theater- und Carnevalvereins sowie der Landfrauen
  • Fastnachtsumzug an Fastnachtssamstag (alle vier Jahre, unter anderem 2013 mit dem Jubiläumsumzug „11×11 Jahre Theater- und Carnevalverein Bechtolsheim“)
  • Ostermarkt (mit Bauern- und Flohmarkt)
  • Fronleichnam: Prozession (in geraden Jahren) sowie jährlich das Fußballjedermannturnier
  • Weinbergswanderung am Petersberg, an Pfingsten (seit 2009)
  • Theateraufführungen des Theater- und Carnevalvereins (Freilicht im Sommer, im Saal in der Vorweihnachtszeit)
  • jährliche Kerb oder Kerwe (Kirchweih) am letzten Wochenende im August
Seit 1985 findet in Bechtolsheim regelmäßig die Kerb statt. Diese wird von den ortsansässigen jeweils 20-jährigen Kerbeborsch und Kerbemäd (= Kerbejahrgang) organisiert und durchgeführt.
Die Kerbeborsch stellen am Kerbefreitag den Kerbebaum (ähnelt einem Maibaum) mit den Kerbekranz mit den typischen rheinhessischen Gerichten Weck, Worscht un Woi sowie Brezel auf. Danach wird mit dem Ruf Wem geheert die Kerb? mit UNSER geantwortet und mit dem Kerbetanz das Fest eingeleitet. Der Kerbejahrgang stellt die jährliche Kerb immer unter ein bestimmtes Motto.
  • Herbstmarkt (mit Bauern- und Flohmarkt)
  • Martiniumzug am 11. November oder am Wochenende danach
  • Seit 1992 findet am ersten Adventssonntag der „Bechtolsheimer Weihnachtsmarkt“ statt. Bis 2012 fand dieser auf dem Platz vor der Simultankirche statt. Wegen Dachsanierungsarbeiten am Kirchengebäude wurde der Weihnachtsmarkt 2013 auf den „Kerbeplatz“ verlegt und findet seitdem, aufgrund der guten Resonanz und größeren Fläche, dort statt.[50]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist hauptsächlich vom Weinbau und der Landwirtschaft geprägt. Es gibt heute mindestens 13 Weingüter, darunter das DLG-empfohlene Weingut Ernst Bretz welches 2013 die Auszeichnung „Winzer des Jahres 2013“, mit dem Bundesehrenpreis für Wein in Gold erhielt.[51] Daneben gibt es noch Winzergenossenschaft.[52] Anfang des 20. Jahrhunderts betrug die Weinbaufläche ca. 46 Hektar in den Lagen Petersberg, Homberg, Hasenpfad, Fuchsloch und Hyböhl. Rotwein wuchs im Umgänger. Der durchschnittliche Ertrag war ca. 1700 Hektoliter Weißwein (80 % Östreicher, 15 % Riesling, 5 % Kleinberger) und ca. 150 Hektoliter Rotwein. Die Qualität beurteilte man damals als "fest und haltbar".[53]

Im Ort befindet sich die Backstube eines mittelständischen Bäckereibetriebes der die beiden eigenen Läden in Bechtolsheim und Gau-Odernheim sowie die fahrenden Verkaufsstände beliefert. Der Laden in Bechtolsheim ist gleichzeitig noch ein kleiner Supermarkt, Café sowie Toto-Lotto-Annahmestelle. Durch das Café und die Bäckerei ist der Landmarkt die ganze Woche geöffnet.

Weitere Betreibe am Ort sind: drei Kfz-Werkstätten, eine freie Tankstelle (bis Mitte Februar 2013), ein Landwirtschaftsbedarfshandel mit Dieseltankstelle, eine Schreinerei, ein Obstanbaubetrieb, ein Imker, drei Friseurläden, eine Zahnarztpraxis sowie weitere kleinere Dienstleistungsbetriebe.

Bis Anfang der 2000er Jahre hatten die damalige Volksbank Wörrstadt e.G. (heute die Volksbank Alzey e.G.) und die damalige Kreissparkasse Alzey je eine Filiale im Ort. Nach Schließung der beiden Filialen wurden die Geschäftsräume der Sparkasse in einen Selbstbedienungsschalter mit je einem Überweisungsterminal der beiden Banken inkl. Kontoauszugsdrucker und einen Geldautomaten umgewandelt. Dieser Service wurde zum 31. Dezember 2014 eingestellt. In dem Gebäude der Volksbank befinden sich heute Wohnungen. Nur noch die Eingangstür ließ in den Folgejahren auf eine Bank schließen (mindestens bis 2009 bis spätestens Anfang 2014).

Auch die Poststelle welche bis 1995/1996 bestand wurde zuerst in eine Postagentur bei zwei Agenturnehmern umgewandelt und einige Jahre später komplett aufgelöst. Die nächste Postagentur befindet sich in Gau-Odernheim.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führte bis Oktober 2010 eine Kreisstraße (K 31), danach wurde diese zur Gemeindestraße herabgestuft und gleichzeitig eine Tempo-30-Zone, die es bisher nur in den alten Neubaugebieten gab, auf fast das komplette Ortsgebiet ausgeweitet,[54] nur noch die Landesstraße (L 436) Undenheimer Straße ist als Durchfahrtsstraße auf Tempo 50 geblieben, siehe auch Liste der Straßen und Plätze in Bechtolsheim.

Die nächste Autobahn ist die ca. 5 km entfernte A 63 über die Anschlussstelle Biebelnheim. Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Anbindung der Buslinien nach Alzey und Mainz von der ORN sichergestellt.

Zwischen 1896 und dem 31. Mai 1985 befand sich im Ort ein Bahnhof der Bahnstrecke von Bodenheim nach Alzey. Anschließend wurde die Strecke nur noch für den Güterverkehr, hauptsächlich zur Rübenkampagne genutzt. 1995 erfolgte die endgültige Stilllegung und es wurde mit dem Rückbau der Gleise begonnen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kleine Gruppe gab zwischen Januar 1985 und Dezember 2014 eine Zeitung die sogenannte Bechtolsheimer Ortsschelle heraus. Die Zeitung erschien monatlich und enthielt hauptsächlich die Protokolle der vergangenen Gemeinderatsitzungen sowie das Vereinsleben, Veranstaltungshinweise und Buchvorstellungen der örtlichen Bücherei. Finanziert wurde die Zeitung durch Werbeanzeigen der ortsansässigen Unternehmen. Die Auflage betrug seit 2008, 350 Exemplare, der Verkaufspreis 1,00 Euro. Aus persönlichen Gründen der Redaktion wurde die Zeitung zum Jahresende 2014 eingestellt. Seit Anfang 2015 erscheint die Bechtolsheimer Ortsschelle zweimonatlich. Herausgeber ist der Heimatverein Bechtolsheim e.V. Die Auflage beträgt 900 Exemplare und die Verteilung erfolgt kostenlos an alle Bechtolsheimer Haushalte.[55]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der evangelische Kindergarten bestand im Oktober 2012 aus drei Gruppen mit insgesamt 65 Kindern. Die Ortsgemeinde und die evangelische Kirchengemeinde kooperieren.[56] Mit den 65 Kindern ist der Kindergarten ausgelastet, bei der Kreisverwaltung wurde eine Bedarfsanerkennung beantragt und eine Gruppe genehmigt, die Entwicklung im Ort tendiert dahin, dass für eine weitere Gruppe ebenfalls noch Bedarf besteht. Im Oktober 2012 stimmte der Gemeinderat für einen Ausbau des Kindergartens. Die Gemeinde ist dabei Bauherr und Bauträger. Das Gebäude soll aufgestockt werden, das neue Obergeschoss hat dabei zirka 305 Quadratmeter und soll über zwei Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, Personal-WC, Toiletten- und Wickelraum, ein Büro, Personalraum mit Teeküche (Sozialraum), sowie einen Putz- und Materialraum verfügen. Die Kosten für die komplette Maßnahme belaufen sich, abzüglich der Zuschüsse, auf 594.000 Euro.[57] Die Umbaumaßnahmen haben im März 2014 begonnen, der Kindergarten residiert in der Zwischenzeit im evangelischen Jugendheim hinter dem Pfarrhaus in der Langgasse.
  • Freiwillige Feuerwehr Bechtolsheim wurde 1872 gegründet und das aktuelle Feuerwehrhaus besteht seit 1981 und wurde 1996 um einen Aufenthalts-/Schulungsraum erweitert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Ort befindet sich eine Grundschule, die auch schulpflichtige Kinder aus den Nachbargemeinden Biebelnheim und Gau-Odernheim besuchen.[58] Weiterführende Schulen gibt es in Gau-Odernheim, Alzey und Wörrstadt.
  • Die evangelische Kirche unterhält in ihrem Jugendhaus eine Bibliothek.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 24 verschiedene Vereine und Organisationen in Bechtolsheim.[59] Der größte und erfolgreichste Verein ist mit über 600 Mitgliedern der 1963 gegründete Schützenverein Petersberg. Der älteste Sportverein gründete sich 1882 und bietet ein Spektrum von verschiedenen Sportarten, die größten Abteilungen sind der Fußball, Tennis- und Tischtennis innerhalb des SV Bechtolsheim. Mit dem Freizeitsportverein (FSV Bechtolsheim) gründete sich 1982 ein weiterer Sportverein.

Der älteste bekannte Verein, der Männergesangsverein, wurde 1846 gegründet. Er schloss sich 1983 mit dem erst 1979 gegründeten Frauenchor zusammen und bildete einen gemischten Chor, der sich inzwischen aufgelöst hat. Die Freiwillige Feuerwehr organisierte sich 1872, sie wird von einem Förderverein unterstützt und hat seit 1962 einen Musikzug. Der Theater- und Carnevalsverein Bechtolsheim (TCVB) wurde als Theaterverein Spätheim 1892 gegründet.

Weitere Vereine sind der Landfrauenverein (1977), der Motorradclub (1980), das Männerballett „Die Scheinheiligen Mönche“ (1998) sowie der Heimatverein Bechtolsheim e. V. (1999), dieser ist seit der Einweihung 2012 für das Museum im Glockenturm verantwortlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste bekannte Familie mit dem Ortsnamen Bechtolsheim:

  • Winand Cämmerer genannt von Waldeck (* vor 1334; † 2. März 1365) ∞ Demudis von Bechtolsheim († 29. Mai 1348)[60], Tochter von Peter von Bechtolsheim (* vor 1290; † nach 1342) und Demud von Lewenstein († nach 1342)[61][62]
    • Peter Cämmerer gen. von Bechtolsheim, Ritter (* 1342–1354; † 13. März 1387) ∞ Elisabeth von Lindau († 31. Juli 1371)
      • Irmgard Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim (* um 1387; † um 1440) ∞ Dieter II. Landschad von Steinach
      • Elisabeth Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim
      • Winand Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim
      • Wolf Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim
      • Peter II. Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim (* um 1370; † 20. März 1397) ∞ I. Liebmund von Reifenberg, ∞ II. Ida von Frankenstein.
      • Demudis Cämmerer von Worms, gen. von Bechtolsheim (* um 1395; † 28. Februar 1425) ∞ Eberhard II. von Hirschhorn [63][64][65]
  • Heinrich Mauchenheim, gen. von Bechtolsheim, 1515 Schultheiß in Nierstein, wohnte dort im späteren "Metternichhof".[66]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehrenbürgerwürde wurde in Bechtolsheim erst Mitte der 1990er Jahre zum ersten Mal an den ehemaligen Ortsbürgermeister Erich Oehlhof und den ersten Ortsbeigeordneten A. Spang verliehen. Beide waren zwischen 1956 und 1994 durchgängig im Gemeinderat.[67]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Phil. August Pauli: Die römischen und deutschen Alterthümer am Rhein, 1. Abt. Rheinhessen, Mainz 1820, S. 123–124.
  • Chronik der kath. Pfarrei Bechtolsheim/Biebelnheim, mit Eintragungen von Pfarrer Adam Schmitt.
  • Chronik der evang. Pfarrei Bechtolsheim, 1864.
  • Karl Josef Minst: Lorscher Codex, Band III, Lorsch. 1970, Urkunden Nr. 1873–1877, S. 330–331.
  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905. S. 47–48.
  • Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim.
  • Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Bechtolsheim: "100 Jahre Feuerwehr - 10 Jahre Musikzug", Bechtolsheim 1972.
  • Henning Kaufmann: Rheinhessische Ortsnamen, München 1976, S. 12–13.
  • 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim 1592–1992. Hrsg.: Ortsgemeinde Bechtolsheim, Druck: Oppenheimer Druckhaus, Wörrstadt 1992.
  • Volker Gallé: Rheinhessen, In: DuMont Kunst-Reiseführer, Köln 1992, S. 208–209.
  • Tassilo von Montgelas: Mauchenhein gen. Bechtolsheim, In: Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels, 25, 2004, S. 544. ISSN 0085-0934
  • Der Streit um den Glockenturm ist längst Geschichte; in: Rhein Main Presse, 24. Februar 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bechtolsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Steinzeitliche Siedlung in Bechtolsheim? Funde aus der Jungsteinzeit.
  3. Streiflichter aus der Geschichte der Gemeinde Bechtolsheim, Abgerufen: 6. April 2009
  4. Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim, S. 7
  5. Karl Josef Minst: Lorscher Codex, Deutsch, Band III, Schenkungsurkunden Wormsgau, Lorsch 1970, S. 330–331
  6. Henning Kaufmann: Rheinhessische Ortsnamen, München 1976, S. 12
  7. Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim, S. 14
  8. Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim, S. 22
  9. Josef Rick: Heimat-Jahrbuch Landkreis Alzey. 1961, S. 57–62 und Die Weinbaugemeinde Bechtolsheim. In: Festschrift zum Feuerwehrfest 1972
  10. Hans-Jörg Koch: Weinparadies Rheinhessen. Verlag der Rheinhessischen Druckwerkstätte/Alzey, 1982, ISBN 3-87854-029-9.
  11. Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim, S. 89 f.
  12. Josef Rick: Die Ganerbschaft Bechtolsheim. In: Heimatjahrbuch des Landkreises Alzey-Worms 1971, S. 10
  13. Matthias Schnettger: Die Territorien im Überblick. / 6. Die Reichsritterschaft; in: Kreuz – Rad – Löwe / Rheinland-Pfalz. Ein Land und seine Geschichte. Band 1; Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2012; S. 571
  14. Karl Anton Schaab: Geschichte der Stadt Mainz Band 4, 1851, Geschichte der Großherzoglich Hessischen Rheinprovinz mit den Kantonen Alzei, Bingen, Osthofen, Pfeddersheim, Wöllstein, Wörrstadt und Worms
  15. Phil. August Pauli: Die röm. und dt. Alterthümer am Rhein, Rheinhessen, Mainz 1820, S. 124; Festschrift 1977, S. 21
  16. Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntina in Archidiaconatus distincta, 1767
  17. Großherzogl. Hess. Regierungsblatt für das Jahr 1834, Darmstadt, S. 106
  18. Rudolf Flick: 1792 – Beginn einer neuen Zeit. In: 400 Jahre Rathaus, S. 70
  19. Rudolf Flick: Die Gemeinde Bechtolsheim nach dem Zweiten Weltkrieg. In: 400 Jahre Rathaus, S. 71
  20. Öffentliche Abwasserbeseitigung 1975 bis 2010; Stand: 31. Dezember 2012
  21. Kita und Schule bringen Punkte / GEMEINDE-CHECK I Bechtolsheim landet auf Rang fünf / Räume für Jugend bereiten Sorgen von Kathrin Damwitz, 20. Januar 2011
  22. Reges Vereinsleben und Landmarkt / GEMEINDECHECK II Chefin der Landfrauen lobt gute Infrastruktur und den Ausblick vom Petersberg von Kathrin Damwitz, 20. Januar 2011
  23. Gemeindestatistik zum 31. Dezember 2008
  24. Jüdische Geschichte und Synagoge auf alemannia-judaica.de
  25. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933–1945)
  26. Sitzung des Gemeinderates Bechtolsheim vom 13. November 2006
  27. Stolpersteine auch in Bechtolsheim vom 1. Juni 2007
  28. Bevölkerung von 1815 bis 1987
  29. Nachdruck der Bechtolsheimer Ortsschelle vom Januar 1985, ebenda Januar 2010
  30. Ernst Walter Görisch: Verbandsgemeindeverwaltung Alzey-Land. In 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim 1592–1992, S. 74
  31. Bechtolsheimer Gemeinderat
  32. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  33. Hans Lehn: Verzeichnis der Mitglieder des Gemeinderates von Bechtolsheim in den Jahren 1919–1992 (bei Beginn der jeweiligen Wahlperiode). In: 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim, S. 84 f.
  34. Hans Lehn: Verzeichnis der Ortsbeigeordneten von Bechtolsheim in den Jahren 1919–1992. In: 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim, S. 83
  35. Karl Oberle: Geschichte von Bechtolsheim, S. 60 f.
  36. Rudolf Flick: 1792 – Beginn einer neuen Zeit. In: 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim 1592–1992, S. 67 ff.
  37. Harald Kemptner
  38. Wappen Bechtolsheim (bis ca. 1980)
  39. Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen in der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905, S. 47 f.
  40. Josef Rick: Wappensammlung: Das Bechtolsheimer Ortswappen. In: Heimatjahrbuch des Landkreises Alzey 1965, S. 122
  41. Dr. Karl-Heinz Debus: Wappen und Flagge der Ortsgemeinde Bechtolsheim. In: 400 Jahre Rathaus Bechtolsheim 1592–1992, S. 4 ff.
  42. Wappen Bechtolsheim (ab 1984)
  43. Abdruck der Genehmigungsurkunde in LA Speyer, Registratur, V 2281 Bechtolsheim. Vgl. auch Dr. Karl-Heinz Debus: Verwaltungsreform und Wappenwesen – Neuverliehene Wappen seit Beginn der Verwaltungsreform. In: Pfälzisch-Rheinhessische Familienkunde Bd. 11, Heft 3 (Dezember 1986) S. 111 Nr. 300 mit schraffierter Abbildung.
  44. http://www.daskulturgut.de/
  45. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz für den Landkreis Alzey-Worms (PDF; 1,6 MB) S. 11 f.
  46. Langgasse in Bechtolsheim aus der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, Sendung vom 26. März 2014; Laufzeit: 7:31 min
  47. Dehio 1972
  48. Rechtsverordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil "Talgraben, Bechtolsheim", Kreis Alzey-Worms vom 18. Mai 1981 (PDF-Datei; 305 kB)
  49. Rechtsverordnung über das Naturdenkmal "Baumbestand an der Schule Bechtolsheim", Kreis Alzey-Worms vom 10. Oktober 1984 (PDF-Datei; 1,1 MB)
  50. K.U.: "24. Bechtolsheimer Weihnachtsmarkt" in: Nachrichtenblatt der VG Alzey-Land; Nr. 51 vom 17. Dezember 2015; 31. Jahrgang; S. 8
  51. Bund ehrt Erzeuger von herausragendem Wein und Sekt Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Pressemitteilung Nr. 284 vom 24. Oktober 2013
  52. Winzer und Wein in Bechtolsheim
  53. Die Rheinweine Hessens, Rheinhessen und die Bergstrasse, Mainz 1927, S. 74–75
  54. Bechtolsheimer Ortsschelle 11/2010: Schreiben der Verbandsgemeinde vom Oktober 2010
  55. [1], Heimatverein Bechtolsheim, alle Ausgaben der Ortsschelle als PDF ab 1/2015 unter "Ortsschelle"
  56. Vertrag von 1988
  57. C.S.: Aus dem Gemeinderat – Sitzung vom 15. Oktober 2012; in: Bechtolsheimer Ortsschelle; 27. Jahrgang; Heft: 10/2012; S. 3–4
  58. Grundschule Bechtolsheim; Online im Internet: 7. Februar 2013
  59. Bechtolsheimer Vereinsleben
  60. Bernhard Peter: Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 944, Oppenheim am Rhein, S. 2.
  61. http://geneagraphie.com/descendtext.php?personID=I538601
  62. http://geneagraphie.com/descendtext.php?personID=I538597
  63. http://wwperson.informatik.uni-erlangen.de/cgi-bin/11/LANG=fran/55000174 (Prof. Herbert Stoyan)
  64. Walther Möller: Stammtafeln westdeutscher Adelsgeschlechter im Mittelalter, Band II, S. 175 Die Kämmerer von Worms, mit Tafel LXVI
  65. http://geneall.net/de/name/1790211/peter-kammerer-gen-von-bechtolsheim/
  66. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Förderprojekt Ehem. Metternichhof, 2015
  67. 400 Jahre Rathaus, S. 86
  68. The History of the Germans in Buffalo and Erie County - Part II
  69. Chapter 3 Buffalo’s German Press