Becilla de Valderaduey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Becilla de Valderaduey
Becilla de Valderaduey – „Römerbrücke“
Becilla de Valderaduey – „Römerbrücke
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Becilla de Valderaduey
Becilla de Valderaduey (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Valladolid
Comarca: Tierra de Campos
Koordinaten 42° 6′ N, 5° 13′ WKoordinaten: 42° 6′ N, 5° 13′ W
Höhe: 730 msnm
Fläche: 38,23 km²
Einwohner: 238 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 6,23 Einw./km²
Postleitzahl: 47670
Gemeindenummer (INE): 47015 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Becilla de Valderaduey

Becilla de Valderaduey ist ein Ort und eine spanische Gemeinde (municipio) mit 238 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) in der Provinz Valladolid der Region Kastilien-León.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Becilla de Valderaduey liegt am Fluss Valderaduey in der Iberischen Meseta gut 70 km (Fahrtstrecke) nordwestlich von Valladolid bzw. gut 67 km südöstlich von León in einer Höhe von ca. 730 m ü. d. M.[2] Das Klima im Winter ist kalt, im Sommer dagegen warm bis heiß; der spärliche Regen (ca. 400 mm/Jahr) fällt verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2016
Einwohner 1.210 1.249 986 423 249

Der deutliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und den daraus resultierenden Verlust von Arbeitsplätzen zurückzuführen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner lebten jahrhundertelang hauptsächlich als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch ein wenig Viehzucht (Schafe, Ziegen, Hühner) und in geringem Umfang auch der Weinbau gehörte. Erwirtschaftete Überschüsse konnten wegen der großen Entfernungen zu den städtischen Märkten nur schwer verkauft werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 8. Jahrhundert wurde das Gebiet von den Mauren erobert, doch bereits im 9. Jahrhundert eroberten asturisch-leonesische Heere die Gebiete nördlich des Duero zurück (reconquista). Ende des 10. Jahrhunderts machte der maurische Heerführer Almansor die christlichen Erfolge vorübergehend wieder zunichte. Im 11. Jahrhundert dehnte das Königreich León sein Herrschaftsgebiet erneut bis zur Duero-Grenze aus; auch Becilla gehörte dazu. Nach vorangegangenen Versuchen vereinigte sich León im Jahr 1230 endgültig mit dem Königreich Kastilien. Seine Blütezeit erlebte der Ort im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Iglesia de San Miguel entstammt dem 15. und 16. Jahrhundert und ist im Mudéjarstil größtenteils aus Ziegelsteinen erbaut; hinter den verputzten Außenwandsegmenten verbergen sich wahrscheinlich Feldsteine. Das Kirchenschiff ist von einer bemalten Artesonado-Decke überspannt.[5][6]
  • Die Iglesia de la Asunción oder Iglesia de Santa María ist der Himmelfahrt Mariens geweiht. Sie wurde im 18. Jahrhundert über einer Sockelzone aus Natursteinen errichtet und hat einen Glockengiebel, der sich über einer nahezu schmucklosen spätmudéjaren Ziegelstein-Fassade mit einer Portaleinfassung aus Hausteinen erhebt. Ihr Inneres ist einschiffig; die beiden Altarretabel stammen aus dem 18. Jahrhundert – einer ist barock, der andere jedoch neoklassisch. Außerdem sind 15 Prozessionskreuze zu sehen.[7]
  • Eine dreibogige „Römerbrücke“ quert den oft versumpften Fluss Valderaduey und ein Teil einer „Römerstraße“ wurde nicht weit entfernt ebenfalls freigelegt, doch bestehen Zweifel hinsichtlich ihres tatsächlichen Alters: Neuere Forschungen vermuten zwar das Vorhandensein eines antiken Verbindungsweges zwischen Astorga (Asturica Augusta) und Saragossa (Caesaraugusta), doch werden Straßenpflaster und Brücke nunmehr ins 13. Jahrhundert gelegt.[8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gilberto Castañeda Rivera: Puente y Calzada romanos de Becilla de Valderaduey. Dip. Prov. de Valladolid 2010, ISBN 978-8478529834.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Becilla de Valderaduey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Becilla de Valderaduey – Karte mit Höhenangaben
  3. Becilla de Valderaduey – Klimatabellen
  4. Becilla de Valderaduey –Bevölkerungsentwicklung
  5. Becilla de Valderaduey – Kirche San Miguel
  6. Becilla de Valderaduey – Kirche San Miguel
  7. Becilla de Valderaduey – Kirche
  8. Becilla de Valderaduey – Römerbrücke und -straße
  9. Becilla de Valderaduey – Römerbrücke und -straße