Beck, Bogert & Appice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Beck, Bogert & Appice
Jeff Beck bei einem Konzert von Beck, Bogert & Appice (1972)
Jeff Beck bei einem Konzert von Beck, Bogert & Appice (1972)
Allgemeine Informationen
Herkunft Pittsburgh, Pennsylvania
Genre(s) Rockmusik
Gründung 1972
Auflösung 1974
Letzte Besetzung
Jeff Beck
E-Bass, Gesang
Tim Bogert
Schlagzeug, Gesang
Carmine Appice
Live- und Session-Mitglieder
Gesang
Kim Milford(1972)
Max Middleton (1972)
Gesang
Bobby Tench (1972)

Beck, Bogert & Appice (kurz: BBA) war eine britisch-amerikanische Rockband und eine der Supergroups der 1970er, bestehend aus Jeff Beck (Gitarre), Tim Bogert (Bass) und Carmine Appice (Schlagzeug).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969–1972: Erste Gespräche über gemeinsame Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Ende der 1960er spielte der Engländer Jeff Beck (bekannt u. a. durch The Yardbirds) kurzzeitig bei der amerikanischen Band Vanilla Fudge, zu der auch Bassist Tim Bogert und Schlagzeuger Carmine Appice gehörten. Seitdem war immer wieder ein gemeinsames Projekt im Gespräch,[1] doch Beck hatte im November 1969 einen schweren Autounfall und musste lange Zeit pausieren.[2] Bogert und Appice verließen im selben Jahr Vanilla Fudge und gründeten die Band Cactus.[3] Auch Beck widmete sich daraufhin zunächst noch einer Neubesetzung seiner ursprünglich 1967 gegründeten Jeff Beck Group und veröffentlichte mit dieser zwei weitere Alben, ehe man im Juli 1972 die endgültige Auflösung bekanntgab.[4] Wenige Wochen später verließen auch Bogert und Appice ihre Band Cactus und die Pläne für erste gemeinsame Auftritte mit Beck wurden konkreter.[5] Eine Warnung Rod Stewarts, in der dieser den beiden Amerikanern von einer Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Weggefährten Beck abgeraten haben soll, ignorierten sie:

“Don’t do it. It’s going to screw up your career. Keep Cactus together.”

„Tut es nicht. Es wird eure Karriere ruinieren. Macht weiter mit Cactus.“

1972: Gemeinsame Tour und Superstition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spätsommer 1972 lud Beck die beiden Amerikaner schließlich ein, ihn auf einer Tour durch die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Für das Projekt konnten außerdem noch Keyboarder Max Middleton und Sänger Kim Milford[1] gewonnen werden. Das erste Konzert gab die Formation am 1. August 1972 im Stanley Theatre in Pittsburgh, Pennsylvania, zu dieser Zeit nach wie vor unter dem Label Jeff Beck Group. Allerdings wurde der im Vorfeld noch hochgelobte Milford bereits nach sechs Auftritten von Beck herausgeschmissen und durch Bobby Tench ersetzt,[1] von dem man sich wiederum nach Tourende trennte. So entwickelten sich Bogert, Beck und Appice immer mehr zu den zentralen Figuren der Band. Anschließend begleiteten die drei Musiker Stevie Wonder bei den Aufnahmearbeiten zu seinem Album Talking Book. Es entstand der Song Superstition, der sowohl für Wonder als auch für das im Rahmen der Aufnahmen neu gegründete Powertrio Beck, Bogert & Appice ein Hit wurde.[6] In dieser Formation spielten die Künstler daraufhin eine weitere US-Tournee, die aufgrund einer kurzfristigen Abreise Becks vorzeitig beendet werden musste. Dieses Ereignis sollte die Stimmung innerhalb der Band nachhaltig negativ beeinflussen.[5]

1973–1974: Debütalbum und Trennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1973 folgten das Album Beck, Bogert & Appice, für dessen Verkäufe die Musiker in den Vereinigten Staaten mit einer Goldenene Schallplatte ausgezeichnet wurden,[7] und eine erfolgreiche Japan-Tournee. Während der Tournee wurde das im Oktober 1973 ausschließlich in Japan erschienene Live-Doppelalbum Beck, Bogert & Appice Live (auch als Live in Japan bezeichnet) aufgenommen. Die beiden Platten blieben die einzigen beiden Albumveröffentlichungen der Supergroup, die zunächst noch an einem weiteren Studioalbum arbeitete, sich im Frühjahr 1974 allerdings abrupt auflöste.[3] Zuvor spielten sie noch eine kurze Europatournee, die Bogert später als „Schlamassel“ und Grund für die Trennung bezeichnete. Beck soll ihm zufolge zwar einerseits ein fantastischer Musiker gewesen sein, andererseits war er aber auch “a pain in the rear” (deutsch: „Er ging einem fürchterlich auf den Wecker“).[5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[7][8]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UK US US
1973 Beck, Bogert & Appice
Epic Records
UK28
(3 Wo.)UK
US12
Gold
Gold

(27 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 26. März 1973
Verkäufe: + 500.000

Livealben

  • 1973: Beck, Bogert & Appice Live (Live in Japan)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Danny Holloway: Beck with a vanilla flavour. In: New Musical Express. 5. August 1972, abgerufen am 15. Februar 2021 (englisch).
  2. Carmine Appice, Ian Gittins: Stick It!: My Life of Sex, Drums, and Rock ’n’ Roll. 2. Auflage. Chicago Review Press, 2016, ISBN 978-1-61373-552-7 (englisch).
  3. a b Eduardo Rivadavia: How Beck Bogert And Appice Slowly Came Together, Then Quickly Split. In: Ultimate Classic Rock. 26. März 2013, abgerufen am 14. September 2020 (englisch).
  4. Bryan Wawzenek: Revisiting the Jeff Beck Group’s final album. In: Ultimate Classic Rock. 1. Mai 2015, abgerufen am 16. Februar 2021 (englisch).
  5. a b c d Hugh Fielder: Vanilla Fudge: the remarkable history of rock’s greatest covers band. In: Loudersound. 16. Juni 2020, abgerufen am 14. September 2020 (englisch).
  6. Tom Breihan: The Number Ones: Stevie Wonder’s “Superstition”. In: Stereogum. 20. März 2019, abgerufen am 14. September 2020 (englisch).
  7. a b Auszeichnungen für Musikverkäufe: US
  8. Chartquellen: UK US

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Beck, Bogert & Appice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien