Beckedorf (Landkreis Celle)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Beckedorf
Gemeinde Südheide
Koordinaten: 52° 48′ 57″ N, 10° 3′ 30″ O
Höhe: 60 (58–82) m
Einwohner: 610
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Hermannsburg
Postleitzahl: 29320
Vorwahl: 05052
Beckedorf (Niedersachsen)
Beckedorf

Lage von Beckedorf in Niedersachsen

Alter Wasserturm

Beckedorf ist eine zur Einheitsgemeinde Südheide gehörende Ortschaft im nördlichen Landkreis Celle. Sie liegt am westlichen Rand des Naturparks Südheide, in der Lüneburger Heide, rund einen Kilometer südwestlich vom Kernort Hermannsburg, und hat derzeit etwa 610 Einwohner. Der Name Beckedorf bedeutet „Dorf an der Beke“ (am Bach). In alten Aufzeichnungen findet man als Dorfnamen auch Beketorpe, Bekendorpe oder Beckedorp.

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich von Beckedorf, auf dem Lührsberg, einer 77 m über NN hohen und etwa 500 m breiten Erhebung, wurde 1936 von Dr. Hans Piesker, einem Archäologen aus Hermannsburg, eine Siedlung der Trichterbecherkultur (ca. 4200–2800 v. Chr.) entdeckt. Von der ursprünglich 30.000 Quadratmeter großen Siedlung konnten zahlreiche Pfosten- und Siedlungsgruben, aber auch mehrere Hausgrundrisse freigelegt werden. Die Häuser hatten eine Länge von knapp sechs Metern und waren zwischen 0,80 Meter und 1,40 Meter in den Boden eingegraben. Sie hatten mit Lehm beworfene Flechtwände. Daneben wurden Pfeilspitzen, Schaber, eine Speerspitze und Bruchstücke von Beilen aus Feuersteinen gefunden und Gefäßscherben ausgegraben. Durch den Fund von Spinnwirteln konnte nachgewiesen werden, dass hier auch Wolle oder pflanzliche Fasern verarbeitet wurden.

Auch die anderen zum Teil noch erhaltenen Hünengräber der Umgebung, die Hügelgräber bei Wohlde, das Grabhügelfeld von Bonstorf und das Großsteingrab bei Dohnsen aus der Jungsteinzeit, bezeugen, dass es hier bereits vor und zur Bronzezeit eine Besiedelung gab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Jahre 1235 findet sich die erste schriftliche Erwähnung Beckedorfs, in einer Urkunde, die sich im Archiv des Klosters Walsrode befindet. Hier wird erwähnt, dass Graf Siegfried von Osterburg dem Kloster einige Häuser übergab, die bisher der nun verstorbene Ritter Dietrich von Beckedorpe zu Lehen hatte.

Am 1. Januar 1973 wurde Beckedorf im Zuge der niedersächsischen Gebiets-und Verwaltungsreform Teil der Gemeinde Hermannsburg.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Fusion von Hermannsburg mit der Nachbargemeinde Unterlüß zum 1. Januar 2015 kam der Ort zur Gemeinde Südheide.

Der Ortsrat von Beckedorf besteht aus fünf Ortsratsmitgliedern. Ortsbürgermeister ist Henrik Lange.[2] .

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof in Beckedorf

Der Ort wurde durch die Eisenbahn geprägt. Die Bahnstrecke Celle–Soltau der Osthannoverschen Eisenbahnen führt durch den Ort und die Strecke nach Munster zweigt in Beckedorf ab (siehe auch Kleinbahn Celle-Soltau, Celle-Munster). Der Personenverkehr auf der Schiene wurde 1970 teilweise und ab 1976 ganz eingestellt, der Güterverkehr verläuft stark eingeschränkt weiter. Die Richtung Munster wird in erster Linie für den Militärverkehr zum Truppenübungsplatz Munster und die Richtung Soltau für den Transport zum Truppenübungsplatz Bergen genutzt.

Heute finden wir in Beckedorf mehrere landwirtschaftliche Betriebe. Auf einigen stehen noch Treppenspeicher aus dem 19. Jahrhundert. Auch ein Häuslingshaus ist teilweise im alten Zustand erhalten. Als „Häuslinge“ wurden Landarbeiter bezeichnet, die auf dem Bauernhof ihren Dienst taten und dafür gegen geringe Miete, oder zum Teil auch mietfrei, in dem Haus wohnen durften.

Durch den Ort fließt der kleine Hasselbach, der in die Örtze mündet.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  2. Ortsrat von Beckedorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beckedorf (Landkreis Celle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien