Becker Büttner Held

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Becker Büttner Held

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Rechtsform PartGmbB
Gründung 1991
Sitz München, Deutschland
Mitarbeiterzahl ca. 600
Umsatz 55,75 Mio. EUR
Branche Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung
Website www.die-bbh-gruppe.de

Becker Büttner Held (kurz BBH) ist eine international tätige Wirtschaftskanzlei mit Standorten in Berlin, München, Köln, Hamburg, Stuttgart, Erfurt und Brüssel. Insgesamt sind für BBH etwa 180 Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Ingenieure tätig.[1] Die Schwerpunkte der Kanzlei liegen im Energie- und Infrastrukturrecht, öffentlichen Recht, Gesellschafts- und Steuerrecht, Wettbewerbs- und Kartellrecht, im Umweltrecht sowie im Urheberrecht und Gewerblichen Rechtsschutz.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBH berät insgesamt etwa 450 kommunale Unternehmen und Kommunen, darunter sowohl Energieversorger als auch Netzbetreiber. Die Kanzlei begleitet Städte und Kommunen bei der Konzessionsvergabe und anschließenden Rekommunalisierung. Daneben zählen Kraftwerksprojektierer und -betreiber, Verkehr- und Infrastrukturunternehmen, Immobilienunternehmen, die öffentliche Hand, Banken, Energiehändler, energieintensive Unternehmen, mittelständische Unternehmen, Verwertungsgesellschaften und Urheber zu den Mandanten von BBH. Energiepolitisch engagiert sich die Kanzlei regelmäßig in Form von Gutachtertätigkeiten für Ministerien und Sachverständigentätigkeiten im Deutschen Bundestag.

BBH vertrat eine Reihe von Ökostromanbietern und Stadtwerken mit einer Nichtigkeits-Klage gegen die EU-Kommission wegen der Gewährung von Beihilfen für das britische Atomkraft Hinkley Point.[2] Im Rahmen der Diskussion um staatliche Subventionen für das ungarische AKW-Projekt PAKS II hat BBH im Februar 2016 eine offizielle Stellungnahme an die EU-Kommission adressiert, in der sie die Rechtsgrundlage für eine staatliche Beihilfe anzweifelt.[3] Das Land Berlin hat BBH bei der Vergabe der Strom- und Gaskonzessionen, aber auch bei der Vergabe der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, unterstützt.[4] Im Streit um die Kernbrennstoffsteuer hat BBH die Bundesregierung vertreten.[5] Das Land Niedersachsen hat man bei der Amtshaftungsklage von E.ON wegen des Atommoratoriums beraten und vor Gericht vertreten.[6] Auch in dem Verfahren zur Verfassungsmäßigkeit des Atomausstiegs vor dem Bundesverfassungsgericht ist BBH involviert, indem sie drei Bundesländer (Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hansestadt Bremen) vertritt.[7] Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hat BBH ein Rechtsgutachten zu Atomrückstellungen vorgelegt[8], ein weiteres zur Versorgungssicherheit mit Erdgas[9]. Rund 109 Kommunen hat BBH bei der Übernahme von 35 Prozent an der EAM, die ehemalige E.on Mitte-Gruppe, beraten.[10]

BBH-Partnerin Ines Zenke war eines von 19 ordentlichen Mitgliedern in der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK), deren Einrichtung das Bundeskabinett am 14. Oktober 2015 beschloss und die am 27. April 2016 ihren Abschlussbericht vorlegte.[11][12]

Durch eine Verbindung zur BBH AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bietet BBH auch Vorbehaltsaufgaben der Wirtschaftsprüfung an. Die energiewirtschaftliche Beratung wird dagegen von dem Tochterunternehmen Becker Büttner Held Consulting AG geleistet. Die BBH Immobilien GmbH & Co. KG mit Sitz in München ergänzt die Beratungsleistungen von BBH im Immobiliensektor. Diese Unternehmen bilden zusammen mit der Kanzlei Becker Büttner Held die sog. BBH-Gruppe.[13]

Das Unternehmen ist als Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartGmbB) mit 40 Partnern organisiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Kanzlei von Peter Becker und Wolf Büttner als „Becker Büttner & Partner“ 1991 in Berlin im Zuge des „Stromstreits[14], dessen Mandat Becker im Auftrag von 146 Kommunen übernommen hatte: Durch einen Vergleich vor dem Bundesverfassungsgericht am 22. Dezember 1992 erhielten die ostdeutschen Kommunen einen Anspruch auf das Strom- und Gasvermögen in ihrem jeweiligen Gemeindegebiet und das Recht, eigene Stadtwerke zu gründen.[15] Eine oligopolistisch konzipierte Versorgungsstruktur unter Beherrschung der großen deutschen Verbundunternehmen konnte so verhindert werden zugunsten einer pluralistischen Energiewirtschaft. Aufgrund dieser historischen Wurzeln und dem Engagement im kommunalwirtschaftlichen Sektor wird BBH auch als „die Stadtwerke-Kanzlei“ bezeichnet. 1992 trat Christian Held in die Partnerschaft ein und wurde 1997 dritter Namenspartner. Seitdem firmiert die Kanzlei unter Becker Büttner Held. Im Jahre 2002 fusionierte BBH mit den Kanzleien Dreyer & Böck sowie von Weidenbach und Kollegen, wodurch der Standort in München dazu kam. 2006 schied Peter Becker als haftender Partner von BBH aus.[16] 2006 wurde ein weiteres Büro in Köln eröffnet, 2007 ein Büro in Stuttgart und 2011 ein Standort in Brüssel. 2013 fusionierte BBH mit der Hamburger Energierechtskanzlei Kuhbier Rechtsanwälte.[17] Seitdem ist BBH auch mit einem Büro in Hamburg vertreten. 2017 wurde ein Büro in Erfurt eröffnet.

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBH betreibt seit 2011 den Blog bbh-blog.de (vormals derenergieblog.de), in dem zu aktuellen Themen und Geschehnissen der Energie- und Infrastrukturwirtschaft sowie weiterer Wirtschaftsbereiche Stellung genommen wird. Darüber hinaus werden Fachbücher in Fachverlagen wie C.H.Beck, Wolters Kluwer, Erich Schmidt und de Gruyter veröffentlicht. Schließlich sind eine Reihe von Kollegen Lehrbeauftragte von Hochschulen und Universitäten: So ist z. B. Christian Held seit 2012 Lehrbeauftragter und seit 2017 Honorarprofessor der Technischen Hochschule Bingen für Energierecht, Energieumweltrecht und Energiepolitik,[18] Ines Zenke ist Dozentin und seit 2018 Honorarprofessorin[19] an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Fachbereich Wirtschaft, Studiengang Master Kommunalwirtschaft, Olaf Däuper ist Lehrbeauftragter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Christian Theobald ist seit 2008 Lehrbeauftragter und seit 2012 Honorarprofessor an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer.[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBH wurde in den Jahren 2013[21] bis 2017 und 2020 von dem Nachrichtenmagazin Focus als „Top-Wirtschaftskanzlei“ ausgezeichnet, in den Jahren 2014 bis 2020 außerdem als „Top-Steuerkanzlei“ für die Energiewirtschaft.[22] In dem Ranking von Legal 500 aus 2016 nimmt BBH zusammen mit einer weiteren Kanzlei den 1. Platz im Energiebereich ein.[23] Als ein führender Name im Energiesektor wird Christian Theobald genannt. Dieser wird zusammen mit Christian Held als einer von „Deutschlands besten Anwälten“ im Energierecht 2015 und 2016 bzw. zusammen mit Ines Zenke für 2017 und 2018 in einem Ranking des Handelsblattes und des US-Verlags Best Lawyers ausgezeichnet.[24] Im Jahr 2019 wurden hier Christian Theobald, Ines Zenke und Stefan Missling ausgezeichnet.[25] Im Jahr 2020 wurden 12 weitere Kolleginnen und Kollegen von BBH als die besten Anwälte Deutschlands ausgezeichnet.[26] Im Jahr 2018 ist BBH von JUVE als „Kanzlei des Jahres für Energiewirtschaftsrecht“ ausgezeichnet worden.[27] Das Manager Magazin zählt BBH 2019 und 2020/2021 zu „Deutschlands besten Wirtschaftsprüfern“ für den Mittelstand.[28] Das Wirtschaftsmagazin brandeins zählt BBH zu den besten Wirtschaftskanzleien 2020[29] und zu den besten Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.[30]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • JUVE (Hrsg.), Juve Handbuch 2019/2020 – Wirtschaftskanzleien, Rechtsanwälte für Unternehmen, JUVE – Verlag für juristische Information GmbH, 2. Aufl., 2019, S. 817 f.
  • Burgess (Hrsg.), The Legal 500 Deutschland – Ausgabe 2016, Legalease Limited and John Pritchard, 2015, S. 228 f.
  • dfv (Hrsg.), Kanzleimonitor.de 2019/2020, S. 172 ff.
  • Nomos Verlag (Hrsg.), Kanzleien in Deutschland – Eine Auswahl deutscher Wirtschaftsanwälte, Nomos Verlag, 15. Aufl., 2014, 85 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Experten. Abgerufen am 29. Juli 2017.
  2. Details zur Klage gegen Hinkley Point. In: energie-und-management.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  3. Neue AKW Blöcke in Ungarn geplant - Putins Rundum-Sorglos-Paket. In: ksta.de. Abgerufen am 22. Februar 2016.
  4. Berlin vergibt Ladeinfrastruktur an Konsortium. In: zfk.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  5. Brennelementesteuer: Atomkonzerne erleiden mit Freshfields Rückschlag vor dem BFH. In: juve.de. Abgerufen am 9. Mai 2016.
  6. JUVE (Hrsg.): Juve Handbuch 2015/2016 - Wirtschaftskanzleien, Rechtsanwälte für Unternehmen. 18. Auflage. JUVE – Verlag für juristische Information, 2015, S. 527 ff.
  7. Verfassungsklagen: Atomkonzerne streben mit Freshfields, Gleiss und Redeker nach Entschädigung. In: juve.de. Abgerufen am 29. April 2016.
  8. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Referat Öffentlichkeitsarbeit: Rechtsgutachten zu Atomrückstellungen vorgelegt. In: bmwi.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  9. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Referat Öffentlichkeitsarbeit: BMWi legt Studie zur Verbesserung der Gasversorgungssicherheit durch Speicherregelungen vor. In: bmwi.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  10. Ehemalige E.on Mitte: 109 Kommunen steigen mit Becker Büttner Held bei EAM ein. In: juve.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  11. Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs übergibt Empfehlungen an die Bundesregierung. In: bmwi.de. Abgerufen am 29. April 2016.
  12. Gabriel: Konzernnachhaftung schließt Haftungslücken der Konzerne und minimiert Risiken für öffentliche Haushalte und Steuerzahler. In: bmwi.de. Abgerufen am 22. Februar 2016.
  13. BBH-Gruppe. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  14. Peter Becker: Der Stromstreit – Ostdeutsche Kommunen vs. Westdeutsche Stromkonzerne. In: Unternehmerin Kommune + Forum Neue Länder. Band 4, 2012, S. 7 f.
  15. Christian Held: Voraussetzung für die Konstituierung einer kommunalen Energieversorgung in den neuen Ländern. In: Unternehmerin Kommune + Forum Neue Länder. Sonderausgabe 5, 2010, S. 25 ff.
  16. Peter Becker scheidet bei BBH aus. In: ZfK.de. (zfk.de [abgerufen am 5. Dezember 2016]).
  17. BBH geht mit Kanzlei Kuhbier zusammen. In: zfk.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  18. Allgemeine Zeitung: TH Bingen: Christian Held erhält Ernennungsurkunde zum Honorarprofessor. (allgemeine-zeitung.de [abgerufen am 17. Mai 2017]).
  19. BBH-Partnerin Dr. Ines Zenke nun Honorarprofessorin. Abgerufen am 11. März 2019.
  20. Speyer: Energiewirtschaftsrechtler Theobald wird Honorarprofessor. In: azur-online.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  21. Focus Spezial (Hrsg.): Deutschlands Top-Anwälte. 2015, S. 112.
  22. Focus Spezial (Hrsg.): Deutschlands Top-Steuerberater. FOCUS Magazin Verlag GmbH, Offenburg 2020.
  23. Legal 500 Deutschland 2016: Regulierungsrecht/Energiesektor. (Nicht mehr online verfügbar.) In: legal500.de. Archiviert vom Original am 19. Februar 2016; abgerufen am 19. Februar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.legal500.de
  24. Best Lawyers - Deutschlands beste Anwälte 2016. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 21. März 2017.
  25. Best Lawyers: Die besten Anwälte und Kanzleien Deutschlands 2019. Abgerufen am 19. Mai 2020.
  26. Best Lawyers: Die besten Anwälte und Kanzleien Deutschlands 2020. Abgerufen am 6. Juli 2020.
  27. BBH ist Kanzlei des Jahres für Energiewirtschaftsrecht. Abgerufen am 11. März 2019.
  28. Claudia Köhler: Deutschlands beste Wirtschaftsprüfer. In: Deutschlands beste Wirtschaftsprüfer. Abgerufen am 19. Mai 2020 (deutsch).
  29. Die besten Wirtschaftskanzleien in Deutschland. Abgerufen am 19. Mai 2020.
  30. Die besten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Deutschland. Abgerufen am 19. Mai 2020.