Beckum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beckum
Beckum
Deutschlandkarte, Position der Stadt Beckum hervorgehoben
Koordinaten: 51° 45′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 111,46 km2
Einwohner: 36.729 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner je km2
Postleitzahl: 59269
Vorwahlen: 02521, 02525Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 008
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Weststraße 46
59269 Beckum
Webpräsenz: www.beckum.de
Bürgermeister: Karl-Uwe Strothmann (CDU)
Lage der Stadt Beckum im Kreis Warendorf
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Die Stadt Beckum (plattdeutsch Biäkem) ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen und hat etwa 37.000 Einwohner.

Beckum ist Namensgeber für einen kleinen Höhenzug im Münsterland, die Beckumer Berge.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Beckum besitzt eine Nord-Süd-Ausdehnung von 12,8 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 12,3 km. Die Höhe ü. NN liegt im Bereich von 84,5 bis 164 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn im Norden beginnend grenzt Beckum an Ennigerloh, Oelde, Wadersloh, Lippetal und Ahlen. Die südliche Grenze des Stadtgebietes ist zugleich die Grenze zum Kreis Soest und zum Regierungsbezirk Arnsberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckum besteht aus den vier Stadtteilen (Stand 2010):

Mittelpunkt Westfalens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach verwendeter Berechnungsgrundlage liegt der Mittelpunkt Westfalens südlich der Stadt Beckum in der Bauerschaft Unterberg an der Grenze zu Lippborg, Gemeinde Lippetal, oder bereits in Lippborg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckum 1647. Kupferstich der Stadtansicht Beckums von Matthäus Merian.
Das ehemalige Rathaus und heutige Stadtmuseum von Beckum
Der Marktplatz von Beckum
Beckum (St. Stephanus), Blick von Südwesten
Großes Siegel der Stadt Beckum
1339 Juli 6 (Kl. Marienfeld Urk. 634)

Die frühesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung im Raum Beckum stammen aus der Jungsteinzeit, aus der das Galeriegrab von Beckum-Dalmer südlich der Stadt erhalten geblieben ist. Im frühen Mittelalter war die Gegend um Beckum von Germanenstämmen besiedelt. Davon zeugen mehrere Grabfunde aus der Zeit von 600–800 n. Chr., sowie eine Wallanlage südlich von Beckum. 1959 wurde bei Bauarbeiten ein sächsisches Fürstengrab freigelegt. In ihm fand man reiche Grabbeilagen, wie Pferdeskelette und kostbare Waffen.

Beckum wurde im Jahre 1134 erstmals als parrochia Bikeheim urkundlich erwähnt[3] und im Jahr 1224 erstmals als Stadt bezeichnet.[4] Der Name leitet sich vom Namen Beckhem (Bachheim oder Heim an Bächen) ab, was auf den Zusammenfluss von drei Bächen im Stadtgebiet zurückzuführen ist. Die drei Bäche Kollenbach, Siechenbach und Lippbach, wiedergegeben im Wappen der Stadt, ergeben die Werse, die damit in Beckum ihren Ursprung hat. Die Stadt wurde zum Schutz gegen feindliche Truppen und Überfälle anderer Städte im Mittelalter mit einer Mauer umgeben. Auch die Feldmark, der landwirtschaftlich genutzte Bereich im Umfeld der Stadt, wurde von einer doppelten bis dreifachen Wallanlage geschützt. Ergänzt wurden die Befestigungsanlagen durch vier Stadttore und 22 Wachtürme, von denen ein Wehrturm der Stadtmauer und die so genannte Soestwarte erhalten geblieben ist. Letztere steht Besuchern heute als Aussichtsturm zur Verfügung und erlaubt durch seine Lage auf dem Höxberg einen weiten Blick ins Umland.

Der Legende nach soll Beckum identisch mit der Stadt Schilda sein, der Heimat der Schildbürger (Beckumer Anschläge).

Durch eine strategisch günstige Lage an der Kreuzung zweier Handelswege kam Beckum bereits im Mittelalter zu einigem Reichtum. Zahlreiche Kaufleute und Handwerker ließen sich in der durch eine Mauer befestigten Stadt nieder. Im späteren Mittelalter wurde Beckum Mitglied der Hanse. Die erste Erwähnung dieser Handelsbeziehungen stammt aus dem Jahr 1433.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Spanischen Winter 1598/99 wurde Beckum von spanischen Truppen unter dem Oberbefehl von Admiral Mendoza eingenommen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt ebenfalls mehrfach besetzt und geplündert.

Durch diese Kriege, Seuchen (Pest 1635) und verheerenden Bränden (1655, 1657 und 1734), bei denen ein großer Teil der Stadt zerstört wurde, verarmte die Stadt. Ab dem 17. Jahrhundert bis ins Jahr 1942 ist eine dauerhafte jüdische Gemeinde in Beckum nachweisbar.

Erst ab dem 19. Jahrhundert erholt sich die Wirtschaft allmählich. Im Jahr 1872 wurde in Beckum ein erstes Zementwerk erbaut, worauf noch zahlreiche weitere folgten. Die günstigen Rohstoffvorkommen (Mergel), die Nähe zum Ruhrgebiet und der Anschluss an die neue Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft im Jahr 1847 ließen Beckum zu einem der bedeutendsten Zementreviere der Welt werden. Heute gibt es noch zwei große Zementwerke in Beckum: LafargeHolcim WestZement GmbH und Phoenix Zementwerke Krogbeumker GmbH & Co. KG.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam außerdem noch der Abbau von Strontianit als Wirtschaftszweig hinzu. Zu dieser Zeit galt das Münsterland als einzige Lagerstätte für Strontianit weltweit. Das Mineral wurde in der Zuckerindustrie als Katalysator zur Melasse-Entzuckerung benötigt. Allerdings hielt die Nachfrage nach Strontianit nur ein paar Jahre an. Nachdem der billigere Coelestin als Ersatzstoff zum Einsatz kam, stellten die meist kleinen Gruben ihren Betrieb ein.

Die Stadt Beckum blieb im Zweiten Weltkrieg weitestgehen vor der Zerstörung durch Bombenangriffe verschont. Am 1. April 1945 wurde die Stadt durch den Kommandanten Rudolf Dunker kampflos an die vorrückenden amerikanischen Streitkräfte übergeben. In der Stadt gibt es auch einige Bunkeranlagen, die gelegentlich zur Besichtigung geöffnet sind.

In der Zeit von 1816 bis 1974 war Beckum Kreisstadt (siehe Kreis Beckum); es verlor diesen Status jedoch im Zuge der kommunalen Neuordnung an Warendorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Kirchspiel Beckum und Vellern eingemeindet.[5] Am 1. Januar 1975 kam Neubeckum hinzu.[6]

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Archiv der Stadt Beckum liegt im Kreisarchiv Warendorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Beckum von 1975 bis 2016 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1975 39.027
1980 37.903
1985 36.725
1990 36.772
1995 38.166
2000 37.916
2005 37.472
Jahr Einwohner
2008¹ 36.965
2009¹ 36.764
2010¹ 36.736
2011 36.631
2012² 36.062
2015 36.560
2016 36.729

¹ Quelle: Regionaldatenbank Deutschland
² Quelle: IT.NRW

Bevölkerungsprognosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bevölkerungsrückgang sind hauptsächlich der Geburtenrückgang und die Wanderungsverluste verantwortlich. Das Durchschnittsalter soll bis 2025 um weitere 4,3 Jahre auf 46,6 Jahre steigen. Das würde bedeuten, dass mehr als 35 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt sind.[7]

Nebenstehende Prognose im Vergleich zur realen Entwicklung seit 1990
Jahr Einwohner
2013 36.340
2014 36.220
2015 36.070
2016 35.830
2017 35.600
2018 35.410
2019 35.290
Jahr Einwohner
2020 35.030
2021 34.920
2022 34.710
2023 34.580
2024 34.400
2025 34.140
2030 33.190

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Stadt Beckum besteht seit 2009 aus insgesamt 38 Mitgliedern (vorher 42).

Kommunalwahl 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am 26. September 2004 durchgeführte Gemeinderatswahl ergab folgendes Ergebnis:

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 42,3 % (−2,5 Prozentpunkte) 18 (−1)
SPD 28,3 % (−3,3 Prozentpunkte) 12 (−1)
FWG 13,2 % (+1,0 Prozentpunkte) 5 (0)
Grüne 9,4 % (+2,8 Prozentpunkte) 4 (+1)
FDP 6,1 % (+1,2 Prozentpunkte) 3 (+1)

Von den 29.684 Wahlberechtigten gaben 56,4 Prozent (+2,0 Prozentpunkte) ihre Stimme ab.

Bei der Bürgermeisterwahl fiel die Entscheidung mit 50,4 Prozent aller Stimmen im ersten Wahlgang für Karl-Uwe Strothmann (CDU) aus. Es gab zwei Gegenkandidaten.

Kommunalwahl 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 ergibt sich folgende Sitzverteilung im Rat der Stadt Beckum:

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 38,0 % (−4,3 Prozentpunkte) 15 (−3)
SPD 31,2 % (+2,9 Prozentpunkte) 12 (0)
FWG 11,7 % (−1,5 Prozentpunkte) 4 (−1)
Grüne 11,3 % (+1,9 Prozentpunkte) 4 (0)
FDP 7,8 % (+1,7 Prozentpunkte) 3 (0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 Prozent (−7,1 Prozentpunkte). Karl-Uwe Strothmann wurde im ersten Wahlgang bei einem Gegenkandidaten wiedergewählt.

Kommunalwahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl 2014 wurden folgende Ergebnisse erreicht:

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 37,5 % (−0,5 Prozentpunkte) 14 (−1)
SPD 36,0 % (+4,8 Prozentpunkte) 14 (+2)
FWG 8,6 % (−3,1 Prozentpunkte) 3 (−1)
Grüne 10,4 % (−0,9 Prozentpunkte) 4 (0)
FDP 4,8 % (−3,0 Prozentpunkte) 2 (−1)
Piraten 2,6 % (+2,6 Prozentpunkte) 1 (+1)

Die Wahlbeteiligung lag mit 45,6 % nochmals 3,7 Punkte unter der Beteiligung bei der vorangegangenen Wahl.[8]

Nach einem Wechsel eines Piraten in die FDP, ergab sich folgendes aktuelles Bild:[9]

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 37,5 % (−0,5 Prozentpunkte) 14 (−1)
SPD 36,0 % (+4,8 Prozentpunkte) 14 (+2)
FWG 8,6 % (−3,1 Prozentpunkte) 3 (−1)
Grüne 10,4 % (−0,9 Prozentpunkte) 4 (0)
FDP 4,8 % (−3,0 Prozentpunkte) 3 (0)
Piraten 2,6 % (+2,6 Prozentpunkte) 0 (0)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot drei schräge weiße Wellenbalken.

Die drei Wellenbalken sind redendes Symbol des Ortsnamens Beckum = Bekehem = Bachheim und stehen für die drei Bäche Kollenbach, Siechenbach und Lippbach, die nach ihrem Zusammenfluss in Beckum die Werse bilden (neu bestätigt am 26. März 1976).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der langjährigen Städtepartnerschaften und den damit verbundenen Bestrebungen zur Vertiefung des europäischen Gedankens wurde der Stadt Beckum durch den Europarat im Jahr 2003 das sogenannte Europadiplom, zwei Jahre später die Ehrenfahne und 2010 die Europaplakette überreicht.

Außerdem besteht eine Patenschaft zwischen der Stadt Beckum und der Bundesvereinigung der Grottkauer e.V.

European Energy Award 2013 (10687464033).jpg

Nachdem Beckum bereits im Mittelalter Handelsverbindungen zur Hanse besaß, ist die Stadt heute Mitglied in der Neuen Hanse und im Westfälischen Hansebund.[10]

Umweltpolitik und Nachhaltigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ziel, seine Treibhausgas-Emissionen und den Energieverbrauch nachhaltig zu senken, hat sich die Stadt Beckum im Jahre 2016 dem Verbund der Masterplan-Kommunen angeschlossen. Im selben Jahr trat man auch der Kampagne Fairtrade-Towns bei.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die restaurierte Windmühle auf dem Höxberg
Aussichtsturm Soestwarte auf dem Höxberg
Spannbetonbrücke an ihrem neuen Standort auf dem Parkplatz der Raststätte Vellern
Fernmeldeturm (links) und Soestwarte (rechts)
Soestwarte (Luftbild, 2014)
Windmühle am Höxberg (Luftbild, 2014)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckum hat einige architektonische und kunsthistorische Sehenswürdigkeiten.

  • Im Stadtzentrum, direkt am Marktplatz, steht das 1441 urkundlich erstmals erwähnte Alte Rathaus, dem wohl ein kleineres Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert vorausging. Es dürfte im Kern noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Der ursprünglich traufständige Bau mit seitlichen Treppengiebeln und spitzbogigen Arkaden wurde 1879 um ein Geschoss erhöht. Seinerzeit entstand auch der neugotische Stufengiebel, der 1937 wesentlich vereinfacht wurde. An der Marktfassade finden sich die Kopien zweier Steinplastiken der Stadtpatrone St. Stephanus und St. Sebastian. Die vermutlich aus dem Umkreis des Heinrich Brabender stammenden Originale (um 1500 geschaffen) sind heute im Inneren untergebracht. Seit 1986 befindet sich hier das Stadtmuseum. Westlich schließt sich an das Rathaus unmittelbar das einstige Stadtkellergebäude an, das ebenfalls mit einem Bogengang versehen ist. Es beherbergt heute die Apotheke am Markt.
  • Hinter dem Rathaus liegt die Propsteikirche St. Stephanus (heutige Gestalt aus dem 13. Jahrhundert). Diese größte Kirche Beckums beherbergt den Prudentiaschrein, den bedeutendsten sakralen Schatz der Stadt. Es handelt sich dabei um ein goldenes Reliquiar aus den 1230er Jahren. Ursprünglich den Kirchenpatronen Stephanus und Sebastian sowie auch Fabian gewidmet, wurden 1881 die Reliquien der Märtyrerin Prudentia in ihn überführt, seither auch der Name. Der Schrein ist der wohl wertvollste seiner Art in ganz Westfalen.[12] Von Bedeutung ist auch die historische Klaisorgel mit 60 Registern (pneumatische Kegelladenorgel von 1913; restauriert 1984 durch die Fa. Stockmann, erneute Renovierung 2012 durch die Erbauerfirma Klais anlässlich des hundertjährigen Jubiläums im Jahr 2013). Erwähnenswert ist zudem das zwölfstimmige Geläut im Turm der Propsteikirche, das durch zwei Uhrschlagglocken in einer Turmgaube und einem Glockenspiel (zwölfstimmig) ergänzt wird.
  • An der Südstraße (Nr. 21) finden sich die Reste des ehemaligen Augustinerinnenklosters Blumenthal. Ursprünglich westlich vor den Toren der Stadt gelegen, wurde es 1451 in die Stadt verlegt. 1463 wurde die Kapelle geweiht. Beim großen Stadtbrand von 1657 wurde der gesamte Klosterkomplex fast völlig vernichtet. 1814 wurde das Kloster endgültig aufgehoben. Von den ab 1845 abgebrochenen Gebäuden blieb nur noch das einstige Dormitorium stehen, das von 2007 bis 2009 renoviert und seit dem 15. August 2009 als Heimat- und Familienarchiv genutzt wird.
  • Die ehemalige Posthalterei am Eingang der Nordstraße entstand 1857/58. Der spätklassizistische Bau mit dreiachsigem Mittelrisalit und Freitreppe wurde 1980/81 umfassend restauriert.
  • Aufgrund dreier Stadtbrände (1655, 1657 und 1734) blieben in der Innenstadt nur wenige ältere Wohnbauten erhalten. Das Haus Linnenstraße 7 (Gaststätte Ackerbürgerhaus), ein Fachwerk-Dielenhaus aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, stammt unmittelbar aus der Zeit nach den beiden ersten großen Bränden. Die meisten anderen Vertreter dieses Typs sind allerdings erst später entstanden, so z. B. Weststraße 19 von 1785.
  • Am Westenfeuermarkt (eigentlich: Westenvormarkt) wurde im Jahr 1886 das Kreisständehaus erbaut. Der im neugotischen Stil errichtete Bau diente als Sitz der Kreisverwaltung und ist auch heute noch sehr gut erhalten.
  • In der Nähe steht der viereckige Buddenturm, der letzte von ehemals 22 zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörenden Wehrtürmen. Er wurde mehrfach umgebaut und dient heute als Heimatstube. Die Soestwarte auf dem Höxberg ist eines der letzten Zeugnisse der einst die Feldmark umschließenden Landwehr.
  • Der jüdische Friedhof liegt im Bereich der einstigen Wallanlagen, direkt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Er wurde 1690 erstmals urkundlich erwähnt. Hier finden sich noch mehrere Grabsteine des 18. bis 20. Jahrhunderts.
  • Im Jahre 1938 wurde beim Bau der Reichsautobahn zwischen Beckum und Oelde in der Bauerschaft Hesseler (Ortsteil Vellern) die Überführung Weg Hesseler errichtet, die erste Spannbetonbrücke über eine Autobahn in Deutschland. Sie ist im Jahr 2012 abgebaut und auf dem nahegelegenen Rastplatz Vellern als Denkmal wieder aufgebaut worden.[13]
  • Fernmeldeturm Beckum, einer der ältesten Fernmeldetürme in Stahlbetonbauweise in Deutschland. Er wurde 1952 von der Deutschen Bundespost für die Fernseh-Übertragungsstrecke Hamburg–Köln (Richtfunk) des damaligen NWDR errichtet.

Freizeit und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Beckum liegt in der von Landwirtschaft geprägten Münsterländer Parklandschaft und bietet daher eine Vielzahl von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Rund um Beckum gibt es ca. 370 km gut ausgebaute Radwege, die durch die hügelige Landschaft des südöstlichen Münsterlandes führen. Besonders zu erwähnen sind hier der Werse-Radweg, die 100-Schlösser-Route sowie die über Wirtschaftswege leicht zu erreichende, südlich von Beckum verlaufende Römer-Route durch Lippborg.

Der Hauptwanderweg X1[14] von Olfen nach Lippstadt und ein Streckenabschnitt der Münsterland-Reitroute[15] verlaufen durch die Stadt.

In Stadtnähe liegen einige renaturierte Steinbrüche, die zu Naherholungsgebieten ausgebaut wurden, wie z. B. der Aktivpark Phönix mit großem Spielplatz und einer Kletterwand des Deutschen Alpenvereins (DAV), oder die Freizeitanlage am Tuttenbrocksee mit Badestrand und einer Wasserski-Anlage.[16]

Waldgebiete, wie der Höxberg (mit Trimm-dich-Pfad und Wildtiergehege) oder der Vellerner Brock, bieten Wanderern gut erschlossene Wege, Park- und Einkehrmöglichkeiten.

In der Innenstadt stehen mehrere Park- und Grünanlagen als Ruheoasen zur Verfügung. Mehrere Hotels in und um Beckum gewährleisten die Unterbringung von Touristen.

Des Weiteren besitzt Beckum eine große Anzahl verschiedener Sportstätten wie z. B. Hallen- und Freibäder, Sporthallen, Sportplätze, Tennisanlagen und Reitanlagen.

Das Vereinsleben hat in Beckum eine lange Tradition und spiegelt sich in der Vielzahl an Sport-, Schützen- (12 Vereine), Karnevals- (22 Vereine in der Dachgesellschaft) und sonstigen Vereinen wider.

Weitere kulturelle Einrichtungen sind das Stadtmuseum im alten Rathaus mit einer Dauerausstellung zur Beckumer Stadtgeschichte, einem Karnevalsmuseum und wechselnden Ausstellungen, das Stadttheater mit seiner Kulturinitiative Filou,[17] die Museumsschmiede Galen, das Zementmuseum[18] sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Feste. Seit dreißig Jahren bildet die Musik im Alten Pfarrhaus[19] in Vellern mit über 300 hochrangigen Kammerkonzerten einen wichtigen Teil des Musiklebens der Stadt.

Auch das St.-Elisabeth-Hospital hat eine kulturelle Besonderheit aufzuweisen: Seit dem 6. Mai 1993 wird dort vier- bis fünfmal pro Woche hauseigener Rundfunk an die Krankenbetten gesendet. Vier ehrenamtliche Mitarbeiter bringen den Patienten „Frohsinn – Aktuelles – Musik“ und Interviews mit Künstlern deutschlandweit über den Sender. Auch aktuelle Themen, die Beckum betreffen, werden in jeder Sendung aufgegriffen und gesendet.

Open-Air-Kino auf dem Marktplatz

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karneval: Sessionseröffnung am 11.11. und mehrere Umzügen zwischen Weiberfastnacht und Klingeldienstag
  • Beckumer Spitzen: Kabarett Programm im Stadttheater Beckum
  • Tanz in den Mai: 30. April, Marktplatz Beckum
  • Schützenfeste: Juni bis September in allen Ortsteilen
  • Stadtfest Neubeckum: erstes Wochenende im Juni
  • Beckumer Sommer: "Umsonst und draußen" Kunst und Musikveranstaltungen in Beckum und Neubeckum
  • Internationales Stabhochsprungmeeting der Frauen: Jahnstadion Beckum, August
  • Autocross Rennen: Ortsteil Vellern, August
  • Pütt Tage: Stadtfest in Beckum, erstes Wochenende im September
  • verkaufsoffene Sonntage und Moonlight Shopping
  • Musik im alten Pfarrhaus: Kammermusikkonzerte, Ortsteil Vellern
  • Weihnachtsmärkte: alle Ortsteile
Rumskedi-Kater als Backware

Karneval[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eine Hochburg des westfälischen Karnevals ist der alljährliche Rosenmontagsumzug weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1895 lief in Beckum mit neun Wagen der größte Rosenmontagszug in Westfalen.[20] Da in den folgenden Jahren immer mehr Wagen gebaut und Vereine gegründet wurden, hatte er 2012 bereits eine Größe von 42 Wagen und 43 Fußgruppen und eine Zuschauerzahl von mehr als 20.000.[21] Das Wahrzeichen des Beckumer Karnevals ist seit vielen Jahren der Rumskedi-Kater. Er stellt einen buckelnden, schwarzen Kater dar. Für ihn wurde vor einigen Jahren ein Wagen des Karnevalszuges gebaut. Da dieser mit Wasser spritzt, ist er für die Zuschauer des Zuges eine besondere Attraktion.

Rosenmontagszug 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen eines schweren Unfalls beim Sturm auf das Rathaus, bei dem der Stadtprinz und zwei Hofmarschalle verletzt wurden, verschob man den Rosenmontagszug kurzfristig auf den Pfingstsonntag.[22][23] Es kamen dabei über 60.000 Besucher.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Neubeckum

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Neubeckum liegt an der Bahnstrecke Hamm–Minden. Am Bahnhof Neubeckum halten jeweils im Stundentakt der RE 6Rhein-Weser-ExpressKöln/Bonn FlughafenDüsseldorfDortmundHammBielefeldMinden (DB Regio NRW) und die RB 69Ems-Börde-BahnMünster–Hamm–Bielefeld (eurobahn), so dass insgesamt ungefähr ein Halbstundentakt besteht. Des Weiteren verläuft die nicht elektrifizierte Bahnstrecke Münster–Warstein der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) durch das Beckumer Stadtgebiet. Diese wird ausschließlich von Güterzügen befahren und dient in erster Linie der Versorgung der heimischen Zementwerke mit reinem Kalkstein aus Warstein. Die Wiederaufnahme des 1975 eingestellten Personenverkehrs auf diesen Bahnstrecken ist nicht in Aussicht; ein Teil der Strecke zwischen Sendenhorst und Münster könnte aber reaktiviert werden.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beckum verfügt über eine Anschlussstelle an der A 2 Oberhausen – Hannover – Berlin.

Die B 58 (StraelenLangenberg) und die B 475 (EmsdettenSoest) durchqueren die Stadt.

alter Bahnhof und neuer Busbahnhof (hinten) Beckum

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Stadtteil Neubeckum und damit auch der Bahnhof ca. 5 km entfernt vom Stadtteil Beckum gelegen ist, gibt es in Beckum einen separaten Busbahnhof, der regelmäßig von Regionalbussen, Stadtbussen und einer Schnellbuslinie angefahren wird. Regionalbusse fahren vom Busbahnhof aus nach Lippetal, Wadersloh, Lippstadt, Oelde, Warendorf, Ennigerloh, Ahlen und Hamm. Zwei Linien verbinden Beckum mit Neubeckum. Stündlich fährt ein Schnellbus über Neubeckum, Ahlen-Vorhelm und Sendenhorst nach Münster. An Wochenenden wird der Fahrplan durch zwei Nachtbuslinien nach Münster und Lippstadt, sowie im Sommer durch eine Fahrradbuslinie nach Münster ergänzt.

Da der Busbahnhof nach Einschätzung der Stadt zu weit von der Innenstadt entfernt war (ca. 500 m), sollte er 2011 um einige Meter nach Süden verschoben werden. Dies wurde allerdings durch eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Marienplatzes[24], auf den der Busbahnhof verlegt werden sollte, verhindert. Stattdessen wurde auf dem alten Platz neu gebaut. Die Neuerungen beinhalteten unter anderem eine Erweiterung der Fahrradabstellplätze.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entfernung zu den nächstgelegenen Verkehrsflughäfen beträgt in etwa:

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche kleinere und mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen sind in Beckum und den umliegenden Stadtteilen angesiedelt, z.B.:

Baustoffindustrie:

Maschinen- und Anlagenbau:

Logistik und Transport:

  • B-Logistik GmbH
  • Spedition Werner Ruploh KG
  • Spedition Flüggen GmbH

Brauereien und Brennereien:

  • Privatbrauerei „Stiefel“ Jürgens (älteste Brauerei Westfalens von 1680)
  • Kornbrand-Brennerei H. Hessling
  • Kornbrennerei Friedrich Fröhlich

Sonstige:

  • Berief Food GmbH
  • Schrader T+A Fahrzeugbau GmbH & Co. KG

Darüber hinaus haben mehrere Dienstleistungsunternehmen aus dem Personal- und Gesundheitsbereich in Beckum ihren Sitz.

Der Hebesatz für die Grundsteuer A liegt bei 235 %, für die Grundsteuer B bei 435 % und für die Gewerbesteuer bei 425 % (Stand Juli 2016).

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anbau von Getreidesorten wie Gerste, Weizen und Hafer, sowie der Anbau von Mais, Raps und seit neuestem vereinzelt Sojabohnen, prägt die Landschaft rund um die Stadt Beckum. Hinzu kommt die Zucht von Schweinen und Geflügel sowie die Milchviehhaltung.

Die Forstwirtschaft spielt nur eine untergeordnete Rolle. Kleinflächig werden Weihnachtsbäume kultiviert.

Einige Wald- und Wiesengebiete und rekultivierte Steinbrüche stehen unter Naturschutz, z. B. das Naturschutzgebiet Brunsberg mit ausgewilderten Heckrindern, die ehemaligen Steinbrüche Friedrichshorst und Vellern oder das Waldgebiet Paterholz.

Behörden und Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Beckum verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beckum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 24. Februar 2018. (Hilfe dazu)
  2. Rudolf Grothues: Zum Mittelpunkt Westfalens (LWL – Westfalen Regional).
  3. Osnabrücker Urkundenbuch I 255.
  4. Westfälisches Urkundenbuch III 207.
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 94.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  7. Stadtentwicklungskonzept Beckum@1@2Vorlage:Toter Link/www4.citeq.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  8. Wahlportal der Stadt Beckum
  9. http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/beckum/Pirat-Ortner-wechselt-zu-den-Liberalen-5e83d7ff-c61d-4d69-ba0e-d5b1e9e5a4e1-ds
  10. www.hansebund.org Homepage Westfälischer Hansebund.
  11. Fairtrade-Towns: Startseite. Abgerufen am 4. Januar 2018.
  12. Martin Gesing: Der Schrein der heiligen Prudentia in der Propsteikirche zu Beckum. Beckum 2007, ISBN 978-3-9811741-0-6 (109 S., zahlr. Ill., Westfalen regional: Der Beckumer Prudentiaschrein)
  13. Internationale Galerie und Datenbank des Ingenieurbaus
  14. Stadtplan Münsterland – Hauptwanderweg X1
  15. Münsterland Tourismus – Die Münsterland-Reitroute
  16. TwinCable Wasserski am Tuttenbrocksee
  17. Stadttheater Beckum – Kulturinitiative Filou
  18. Zementmuseum Beckum
  19. Musik im alten Pfarrhaus – Kammermusik
  20. Geschichte des Beckumer Karnevals. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  21. Zeitungsartikel zum Beckumer Rosenmontagszug 2012, Online-Zeitung Die Glocke. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  22. rumskedi-helau.de: Rosenmontagszug am Pfingstsonntag
  23. ARD-Bericht (Tagesthemen): Karneval Beckum Pfingsten 2009 auf YouTube.
  24. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Marienplatz in LWL-GeodatenKultur
  25. Stadtverwaltung Beckum
  26. Amtsgericht Beckum
  27. Finanzamt Beckum (304)
  28. Zollamt Beckum, Dienststelle DE008356
  29. Straßenverkehrsamt Beckum – Kfz Zulassungsstelle
  30. Freiwillige Feuerwehr Beckum
  31. THW Ortsverband Beckum