Bedingungsüberdeckungstest

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Der Bedingungsüberdeckungstest (engl. Condition Coverage) gehört zu einer Gruppe von Überdeckungstests, die zum Testen von Software verwendet werden.

Das Problem der bisherigen Überdeckungstests (C1-Test, C2-Test) ist, dass zusammengesetzte, hierarchische Bedingungen nicht ausreichend getestet werden.

C3a – Einfachbedingungsüberdeckungstest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede einfache Bedingung muss einmal mit true und einmal mit false getestet werden[1]. Beispiel:

     boolean a,b;
     if(a || b) {...}
    Testfall 1 wäre a=false und b=false. Testfall 2 wäre a=true und b=true.

C3b – Mehrfachbedingungsüberdeckungstest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Test betrachtet alle atomaren Bedingungen einer Bedingung. Wenn n atomare Bedingungen in der Bedingung stehen, dann werden Kombinationen gebildet. Das heißt für das obige Beispiel, dass 4 Testfälle gebildet werden.

C3c – minimaler Mehrfachbedingungsüberdeckungstest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Version erstellt mehr Testfälle als C3a und weniger als C3b, indem jede Bedingung (atomar und zusammengestellt) zu true und zu false evaluiert wird. Die logische Struktur wird hierbei berücksichtigt und der C1-Test (Zweigüberdeckungstest) ist vollständig in diesem Test enthalten. Ein weiterer Punkt ist, dass der C3c-Test berechenbar ist.

Nachteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unvollständige Auswertung einer Bedingung durch eine Programmiersprache mit sog. short circuit evaluation wie z. B. C/C++, Java, C#.

Beispiel:

     if (a && b)  {...} else { lese b aus }
     Wenn a false ist, dann ist die Belegung der Variable b egal.
     z. B. a=false und b=null, dann passiert ein Fehler im else-Zweig


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karol Frühauf, Jochen Ludewig, Helmut Sandmayr: Software-Prüfung. Eine Anleitung zum Test und zur Inspektion. 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. vdf, Hochschulverlag AG an der ETH, Zürich 2007, ISBN 978-3-7281-3059-4, S. 63.