Beedenbostel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beedenbostel
Beedenbostel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beedenbostel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 39′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Lachendorf
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 12,58 km2
Einwohner: 1034 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29355
Vorwahl: 05145
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Oppershäuser Str. 1
29331 Lachendorf
Webpräsenz: www.beedenbostel.de
Bürgermeister: Ulrich Lange (CDU)
Lage der Gemeinde Beedenbostel im Landkreis Celle
Landkreis CelleNiedersachsenLandkreis HeidekreisLandkreis UelzenLandkreis GifhornRegion HannoverFaßbergSüdheideEschedegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenWietzeHambührenCelleAdelheidsdorfHagenWathlingenBröckelEicklingenWienhausenLanglingenHohneLanglingenEldingenAhnsbeckBeedenbostelLachendorfKarte
Über dieses Bild

Beedenbostel ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen (Deutschland).

Ehemalige Wassermühle an der Aschau

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beedenbostel liegt östlich von Celle am Naturpark Südheide. Die Aschau mündet hier in die Lachte. Beide Gewässer gehören zum Einzugsgebiet der Aller. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lachendorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Lachendorf hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Heinrich III. übertrug im Jahre 1051 dem Marienaltar zu Hildesheim den Comitat, welchen die Grafen Bruno, dessen Sohn Graf Ludwig (Ludolf) von Braunschweig, dritter Stiefbruder des Kaisers († 23. April 1038), und dessen Sohn Egbert zu Reichslehen besaßen, bestehend in den Gauen Nordthüringen, Darlingen, Valen, Saltga, Gretinge und Mulbeze mit den Archidiakonaten Schöningen, Watenstedt, Schöppenstedt, Lucklum, Atzum (im Gau Derlingo), Groß Stöckheim, Denstorf (im Gau Valen), Ringelheim (im Gau Saltga), Beedenbostel, Hankensbüttel (im Gau Gretinge) und Wienhausen (im Gau Mulbeze), wahrscheinlich als Pfandgut, und König Heinrich IV. bestätigte am 3. Juli 1057 solchen Pfandbesitz.[2]

Nach dem Sturz Heinrich des Löwen im Jahre 1195 blieb der Go Beedenbostel allodialer, d. h. landesherrlicher Besitz, und Braunschweig und Lüneburg die einzigen Stammlande der Herzöge. Beedenbostel war „Go-Sitz“ mit dem Go-Gericht und der Ur-Pfarrei des Sunderbannbezirkes, die Kirche, eine Taufkirche, ist um 950 erbaut. Lachendorf mit seinen sieben freien Forsthufen wurde von den Förstern, welche „Freie Dienstmänner“ mit „niederer ministerialität“ und die Rechtweisenden im Gericht des comes nemoris waren, als Ausgangspunkt zur Überwachung des gesamten Jagdgebietes des Sunderbannes gesehen. Die Nieder- und Hochwildjagd, die Aufsicht über das Holz zwecks Brenn- und Bauholz, dazu die Einteilung der Eichel- und Bucheckernmast für die Hof- oder Fehmschweine[3], und die Hutungsrechtvergabe für das Rindvieh in der Waldweide waren das Aufgabengebiet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Beedenbostel setzt sich aus 11 Abgeordneten zusammen.

UB CDU SPD FDP WG Gesamt
2001 5 4 1 0 1 11 Sitze
2006 4 4 2 1 0 11 Sitze
2011 4 5 1 1 0 11 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 [5]

Bürgermeister ist zurzeit Ulrich Lange.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geteilt und halbgespalten, oben in Gold ein roter gezinnter Wehrturm mit, von oben, schwarzem Fenster, lateinischem Kreuz und Tor, unten rechts in Rot ein aus dem Schild wachsendes, nach links gewandtes silbernes Pferd, links in Silber grün ein stehendes Eichenblatt mit zwei Eicheln.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bezeichnung der Martinskirche kommt von Martin von Tours, der sein Hab und Gut mit den Armen teilte. Die Kirche wurde 1735 von Johann Pflug auf einem Vorgängerbau errichtet. Der Holzglockenturm ist älter.
  • Das heutige Gebäude der Wassermühle an der Aschau wurde 1905 nach einem Brand auf der Vorgängermühle errichtet, die im Jahr 1649 erstmals urkundlich erwähnt und bis 1920 im Vollerwerb betrieben wurde. Heute treibt das Mühlrad einen Stromgenerator für den Eigenbedarf.
  • Die Alte Apotheke in der Gardinenstraße 13 ist in das Verzeichnis der Kulturdenkmale der Bezirksregierung Lüneburg eingetragen.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Amtshaus (von 1735)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beedenbostel ist über verschiedene Landstraßen mit den Bundesstraßen 191 und 214 verbunden.
  • Die Gemeinde wird durch eine Eisenbahnlinie der OHE AG, auf der nur Güterverkehr betrieben wird, erschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Landkreis Celle – Ausgeführt und erläutert am Beispiel der 1910 gegründeten Ortsfeuerwehr Beedenbostel, ibidem, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8382-0147-4
  • Ernst Mertsch: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 1 (Kirche und Schule), Lachendorf 1988
  • Adolf Meyer: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 2 (Beedenbostel als Verwaltungssitz), Lachendorf 1988
  • Hans-Joachim Brederlow: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 3 (Vereine), Lachendorf 1991
  • Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 4, Lachendorf 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beedenbostel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Homepage der Samtgemeinde Lachendorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Böttger, Heinrich: Die Brunonen, Vorfahren und Nachkommen des Herzogs Ludolf in Sachsen, von 775 bis 9. December 1117, Hannover 1865, S. 194.
  3. Fehmschweine: eingefehmte, also zur Mast in die Eichen- und Buchenwälder eingetriebene Schweine. (Kalkschmidt, Jakob Heinrich: Kurzgefaßtes vollständiges stamm- und sinnverwandtschaftliches Gesammt-Wörterbuch der Deutschen Sprache, Leipzig bei Karl Tauchnitz 1834, S. 257.) Die Fehm, die Frucht der Eichen und Buchen, die Mast.
  4. Michels, Hans-Günther: „Ahnsbeck im Wandel eines Jahrtausend“, abgedruckt in: Festbroschüre 100 Jahre Schützenverein Ahnsbeck 1876–1976, Ahnsbeck 1976, S. 8.
  5. Vorläufiges Ergebnis der Kreis- und Gemeindewahlen als PDF-Dokument 2,90 MB