Beelitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Beelitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beelitz
Beelitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Beelitz hervorgehoben
Koordinaten: 52° 14′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 181,3 km²
Einwohner: 11.898 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14547
Vorwahl: 033204
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 017
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Berliner Str. 202
14547 Beelitz
Webpräsenz: www.beelitz.de
Bürgermeister: Bernhard Knuth (BBB)
Lage der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
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Beelitz ist eine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Bundesland Brandenburg). Die Stadt liegt am Rand der Zauche südwestlich von Berlin und Potsdam und ist vor allem bekannt als Mittelpunkt des größten brandenburgischen Spargelanbaugebietes. Beelitz ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Seit dem 28. Mai 2013 führt die Stadt offiziell, auch auf den Ortseingangsschildern, die Zusatzbezeichnung „Spargelstadt“.[2]

Kirche in Rieben
Kirche in Schlunkendorf

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beelitz liegt im Zentrum des Naturparks Nuthe-Nieplitz. In seiner Umgebung liegen der Beelitzer Sander mit ausgedehnten Kiefernforsten und das Naturschutzgebiet „Nuthe-Nieplitz-Niederung“ mit großzügigen, feuchten Niederungsbereichen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie ganz Brandenburg so verdankt Beelitz seine Entstehung den eiszeitlichen Vorstößen des Inlandeises und seiner Schmelzwässer. Das Stadtgebiet selbst wurde vor 20.000 Jahren während der jüngsten, der Weichseleiszeit noch komplett vom Eis überfahren. Etwa 10 km südlich und nur wenige km westlich der Stadt erreichte es aber seine maximale Ausdehnung. Während dieser Zeit wurde die Hochfläche der Zauche als Sander gebildet. Dieser Sander wird auch als Beelitzer Sander bezeichnet. Er grenzt im Norden und Westen an das Stadtgebiet. Mit dem beginnenden Abschmelzen des Inlandeises wurde Beelitz schnell eisfrei. Die Grundmoränenfläche, die eigentlich vorkommen müsste, wurde aber durch jüngere Schmelzwässer, die eine Urstromtalung bildeten, größtenteils verschüttet bzw. abgetragen. Lediglich das unmittelbare Stadtzentrum steht auf einem Rest Geschiebemergel, der inselartig aus der Urstromtalung auftaucht. Nach neueren Untersuchungen soll er sogar aus der vorletzten, der Saaleeiszeit stammen. So ähnelt die Landschaft um Beelitz sehr dem Baruther Urstromtal, obwohl die Stadt 15 km nördlich davon liegt. Mit den Schmelzwässern wurden mächtige Sande abgelagert, die die Grundlage des Spargelanbaus bilden. In der Nacheiszeit bildeten sich in der Urstromtalung, die von der Nieplitz durchflossen wird, ausgedehnte, aber relativ geringmächtige Moore wie am naturgeschützten Riebener See.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beelitz besteht nach der Hauptsatzung aus den folgenden Ortsteilen:[3]

Dazu kommen noch die Wohnplätze Buchholzer Mühle, Elstal, Kietz und Siedlung.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Austausch zwischen der trockenen Luft des sandigen Kiefernwaldes mit der feuchten Luft der angrenzenden Niederungsgebiete hat eine besondere Luftgüte zur Folge. Der Jahresniederschlag liegt bei 530 mm und ist damit sehr niedrig, da er ins untere Zehntel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 7 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von zwei Urnenfriedhöfen bezeugen, dass es um 300 v. Chr. dort eine Ansiedlung gab.

997 wurde ein slawischer Ort namens Belizi im Gau Bloni erstmals urkundlich erwähnt. Sowohl Beelitz als auch das benachbarte Bad Belzig reklamieren diese Urkunde und damit eine 1000-jährige Geschichte für sich.

Die Wunderblutlegende, wonach eine Hostie Bann- und Heilkraft erlangte, machte Beelitz 1247 zum Wallfahrtsort. Ein chronikalischer Bericht des 16. Jahrhunderts, der der Ritualmordlegende folgend aussagt, die Hostie sei von Juden „gemartert und geschändet“ worden, wurde häufig als Anhaltspunkt dafür genommen, dass bereits zu dieser Zeit Juden dort gelebt haben.[5] Diese Annahme wurde zum ältesten Zeugnis der Anwesenheit von Juden in der Mark Brandenburg erhoben, ist aber nachweislich falsch. Es gibt keine zuverlässigen Berichte über eine jüdische Präsenz in Beelitz und auch die Ablassbriefe des 13. Jahrhunderts nennen zwar das Hostienwunder, nicht jedoch eine Beteiligung von Juden an dieser „Schändung“.[6][7][8]

Im 15. Jahrhundert reichte der Einflussbereich von Beelitz unter anderem bis nach Wildenbruch. So teilt Riedel im Codex diplomaticus Brandenburgensis mit, dass „das Dorf Wildenbruch an mehre[re] Bürger zu Beelitz im Ganzen 7 Mandel Groschen jährlich entrichten und daß die Bauern neben Körner-Abgaben auch noch an Zins drei Beelitzsche Schillinge auch drei Münzpfennige zu geben hatten.“[9] Während des Dreißigjährigen Krieges litt Beelitz unter Truppendurchmärschen und Einquartierungen und musste Kontributionszahlungen leisten. Als 1731 der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm die Soldaten seiner neu aufgestellten Husareneskadrons in den Bürgerhäusern unterbrachte (darunter Rittmeister Hans Joachim von Zieten), wurde Beelitz Garnisonsstadt.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde ein jüdischer Friedhof an der Straße des Aufbaus Ecke Clara-Zetkin-Straße angelegt. Von den Nationalsozialisten zerstört, wurde er in der DDR-Zeit instand gesetzt. Seit 1988 gibt es dort eine Gedenktafel.

1861 erfolgte der erste feldmäßige Spargelanbau in Beelitz (durch den Glasermeister und Ackerbürger Karl Friedrich Wilhelm Herrmann). 2008 beträgt die Spargelanbaufläche in der Region ca. 1000 ha, und es wird mit einem Ernteertrag von an die 6000 t gerechnet.

Um 1910 unterhielt der Deutsch-Israelitische Gemeindebund Berlin in Beelitz ein Heim für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, die einzige jüdische heilpädagogische Einrichtung in Deutschland. Im Jahre 1937 wurden dort noch 56 Mädchen und Jungen betreut. Im Juni 1942 wurden die Kinder und ihre Erzieher in Vernichtungslager deportiert. Am heutigen Gymnasium in der Karl-Liebknecht-Straße erinnert eine Gedenktafel mit dem Davidstern an ihr Schicksal.

Funkempfangsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1928 wurde von Telefunken in der Nähe des heutigen Ortsteiles Schönefeld eine Übersee-Empfangsstation aufgebaut. Sie diente der telegrafischen und telefonischen Kommunikation, zuerst hauptsächlich mit den USA und Südamerika. Im Verein mit der Betriebszentrale beim Haupttelegraphenamt Berlin (HTA) und der Übersee-Sendestation Nauen wurden Telegramme, Funkgespräche und Bildtelegramme (ähnlich dem heutigen Fax) zwischen Deutschland und dem Ausland per Funk auf Lang- oder Kurzwellen übertragen. Ursprünglich gebaut für das Telefunken Tochterunternehmen Transradio (und als Ersatz für die Station in Geltow) wurden die Funkempfangsstelle (wie auch die Sendestation in Nauen) 1930 der Deutschen Post unterstellt. Der bekannte Telefunken-Architekt Hermann Muthesius war beim Bau der Betriebsgebäude in Beelitz zwar schon tot, aber den Bauten sieht man noch heute an, dass sie in seinem Architektenbüro entworfen wurden. Darüber hinaus beweisen diese Bauten die hervorragende Leistung und Qualität des Beelitzer Bauunternehmens Schielicke. Zwischen 1929 und 1931 wurden Zug um Zug Empfangsgeräte und Funker von Geltow nach Beelitz umgesetzt. Telefunken hatte neue Großempfänger entwickelt, die zusammen mit den neu errichteten Antennenanlagen den Empfang aus New York, Kairo, Buenos Aires, Batavia, Rio de Janeiro, Manila, Bangkok, Santiago de Chile, Osaka, Mexiko, Teheran und Shanghai gewährleisteten. Bald kamen weitere Stationen dazu.

Zu den imposantesten Antennenanlagen gehörten die vier Goniometer-Antennen für den Langwellen-Empfang, deren am weitesten entfernte Masten auf den Wiesen hinter Krobs Hof in Beelitz und auf den Wiesen zwischen Rieben und Dobbrikow standen. Als weiteres Meisterstück der Telefunken-Entwicklung sei die sogenannte Tannenbaum-Antenne genannt, die aus einer Zusammenschaltung von 96 Einzeldipolen bestand, welche an 75 m hohen Stahlmasten aufgehängt waren. All das diente dazu, möglichst störungsfreie Signale zu erhalten, die per Kabel nach Berlin zum HTA bzw. zum Fernsprechamt (Fernamt Berlin) übertragen wurden. Die Funkempfangsstelle Beelitz war somit Teil des weltweiten postalischen Fernmeldenetzes. Um 1930 herum entstand wohl auch der Begriff, dass Beelitz das (deutsche) „Ohr zur Welt“ sei.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen zu vielen Partner-Funkstationen unterbrochen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über die Funkempfangsstelle Beelitz die Funkverbindungen für die DDR-Post unter anderem mit Moskau, Peking, Shanghai, Kairo, Helsinki, Budapest, Belgrad, Ulan Bator, Pjöngjang und Havanna hergestellt.

Durch den verstärkten Ausbau der internationalen Kabel-Verbindungen mittels Glasfaserkabel vollzog sich Zug um Zug der Übergang vom postvermittelten Telegramm und Ferngespräch zur direkt vom Teilnehmer hergestellten Kommunikation.

Zuletzt wurden die technisch hervorragenden Anlagen der Funkempfangsstelle Beelitz (zusammen mit den Kurzwellensendern in Nauen) zur Abwicklung von Weitverbindungen des Seefunks der DDR benutzt.

In Beelitz befand sich praktisch ein Arbeitsplatz der Küstenfunkstelle Rügen Radio. Von hier aus ging auch am 22. April 1991 um 00:01 UTC die letzte Sendung von Rügen Radio. Die Kurzwellen-Übertragung und damit die Funkempfangsstelle in Beelitz wurde überflüssig.

Nach Nutzung als Tierpension und Tierheim „Pfötchenhotel“ ist es in Insolvenz und steht zum Verkauf[10] (Stand Mitte Januar 2015).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Schönefeld eingemeindet.[11]

Amt Beelitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Juni 1992 erteilte der Minister des Innern seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Beelitz mit Sitz in der Stadt Beelitz. Als Zeitpunkt des Zustandekommens wurde der 26. Juni 1992 festgelegt.[12] Folgende Gemeinden des damaligen Kreises Potsdam-Land waren darin zusammengeschlossen (in der Reihenfolge ihrer Nennung im Amtsblatt): Rieben, Zauchwitz, Schlunkendorf, Schäpe, Reesdorf, Salzbrunn, Buchholz, Elsholz, Busendorf, Fichtenwalde, Wittbrietzen und die Stadt Beelitz. Die heutige Großgemeinde entstand durch den Zusammenschluss der Stadt Beelitz mit den Orten des ehemaligen Amtes Beelitz am 31. Dezember 2001.[13] Das Amt Beelitz wurde zum selben Zeitpunkt aufgelöst.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Buchholz bei Beelitz 31. Dezember 2001
Busendorf 31. Dezember 2001
Elsholz 31. Dezember 2001
Fichtenwalde 31. Dezember 2001
Kanin 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Busendorf
Klaistow 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Busendorf
Körzin 31. Dezember 1972 Eingemeindung nach Zauchwitz
Reesdorf 31. Dezember 2001
Rieben 31. Dezember 2001
Salzbrunn 31. Dezember 2001
Schäpe 31. Dezember 2001
Schlunkendorf 31. Dezember 2001
Schönefeld 31. Dezember 1972
Wittbrietzen 31. Dezember 2001
Zauchwitz 31. Dezember 2001

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2 768
1890 3 141
1910 5 226
1925 5 174
1933 4 865
1939 5 432
1946 5 895
1950 5 838
1964 5 067
1971 5 004
Jahr Einwohner
1981 4 851
1985 5 642
1989 6 045
1990 5 923
1991 5 839
1992 5 801
1993 5 852
1994 5 844
1995 6 025
1996 6 224
Jahr Einwohner
1997 6 225
1998 6 441
1999 6 440
2000 6 408
2001 12 258
2002 12 318
2003 12 399
2004 12 376
2005 12 318
2006 12 265
Jahr Einwohner
2007 12 148
2008 11 963
2009 11 980
2010 11 900
2011 11 658
2012 11 684
2013 11 889
2014 11 898

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[14][15] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,8 %
 %
30
20
10
0
25,0 %
23,2 %
14,7 %
12,3 %
8,7 %
6,4 %
4,6 %
3,1 %
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Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Beelitz besteht aus 22 Mitgliedern und dem Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • Unabhängiges Kommunalbündnis/Bürger-Bündnis Beelitz (UKB / BBB) 6 Sitze
  • CDU 5 Sitze
  • LINKE 3 Sitze
  • Gemeinsam für Beelitz 3 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen 1 Sitz
  • FDP 1 Sitz
  • Einzelkandidat Gerhard Thiele 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[16]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990–2010 Thomas Wardin (SPD, bis 2001 auch Amtsdirektor des Amtes Beelitz)
  • seit 2010 Bernhard Knuth (Bürger Bündnis Beelitz)

Knuth wurde in der Bürgermeisterwahl vom 7. März 2010 mit 63,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 54,7 %).[17]

Alte Posthalterei mit Museum
Preußischer Meilenstein
Ehemaliges Heizkraftwerk mit Wasserturm im Ortsteil Beelitz-Heilstätten
Teil des Sanatoriums der Beelitzer Heilstätten (Lungenheilstätte für Frauen, Pavillon B II)
Plakat des Spargelmuseums
Sankt Marien, Naturdenkmal Friedenseiche, Spargelverkauf
ehemaliges Elektrizitätswerk

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. Januar 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein gold-bewehrter und mit goldenen Kleestengeln auf den Saxen belegter roter Adler, in seinen Fängen rechts ein goldener Schlüssel und links ein goldener Halbmond.“[18]

Die Elemente des Wappens sind bis in das Mittelalter auf Stadtsiegeln belegt. Schon in einem der ersten bekannten Siegel aus dem Mittelalter steht ein rechtsgewendeter Schlüssel begleitet von Halbmonden auf Wappengrund mit Blüten. Der hinzutretende Adler entspringt der brandenburgischen Symbolik und verdrängte den Schlüssel aus der Schildmitte.

Die Symbolik der Halbmonde ist zugleich interessant wie nicht abschließend geklärt. Eine Vermutung deutet auf eine mittelalterliche Symbolik für „Maria“. In der örtlichen Kirche St. Marien und St. Nikolai kam es zu einem Hostienwunder, so dass der Ort im 13. und 14. Jahrhundert ein bekannter Wallfahrtsort der Marienverehrung war. Aus dieser mittelalterlichen Zeit datieren die Halbmonde im Stadtsiegel, die sich sodann über alle Veränderungen der Wappengestaltung als besonderes Merkmal erhalten haben.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diesterweg-Grundschule (Ortsteil Beelitz)
  • Solar Oberschule (Ortsteil Beelitz)
  • Sally Bein Gymnasium (Ortsteil Beelitz)
  • Grundschule Fichtenwalde (Ortsteil Fichtenwalde)
  • Allgemeine Förderschule (Ortsteil Beelitz)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die geschützten Kulturdenkmale der Stadt sind in der Liste der Baudenkmale in Beelitz und in der Liste der Bodendenkmale in Beelitz beschrieben.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum in der Alten Posthalterei, Spargelmuseum in Schlunkendorf und das technische Denkmal Heiz-Kraftwerk im Ortsteil Beelitz-Heilstätten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Altstadt ist mit ihrem mittelalterlichen Grundriss ein Flächendenkmal, in dem einige Gebäude als Einzeldenkmale ausgewiesen sind.

Die Alte Posthalterei, 1789 vom damaligen Bürgermeister und Postmeister Gottlieb Ferdinand Kaehne im Stile des spätbarocken Klassizismus erbaut, beherbergt seit dem Spargelfest 1999 wieder das Heimatmuseum. Ein preußischer Meilenstein der Poststraße Berlin-Leipzig im Zuge der B 2 aus dem 19. Jh. steht unweit davon.

Die 1247 erstmals urkundlich erwähnte Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai ist seit etwa 1400 als dreischiffige Basilika ausgeführt. Sehenswert sind die 1996 erneuerte Wunderblutkapelle und die Petruskanzel, ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich I. von 1703.

Der 1928 fertiggestellte, 40 m hohe Wasserturm ist eines der Wahrzeichen von Beelitz und beherbergte von 1944 bis Ende des zweiten Jahrtausends das Beelitzer Zauche-Museum.

Das ehemalige städtische Elektrizitätswerk (in der Nürnbergstraße) wurde 1909 erbaut. Das Gebäude war zunächst einschiffig; der westliche Teil wurde erst später angefügt und weist weniger Verzierungen als der östliche auf.

Die zwischen 1898 und 1930 von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten Beelitz-Heilstätten bildeten einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Sie waren von 1945 bis 1994 das größte Militärhospital der sowjetischen Armee außerhalb der Sowjetunion. Dies war auch der Aufenthaltsort des an Leberkrebs erkrankten Erich Honecker, bevor er und seine Frau Margot am 13. März 1991 nach Moskau ausgeflogen wurden. Einige Gebäude wurden inzwischen saniert und wieder einer medizinischen Nutzung zugeführt. Ein großer Teil der sehenswerten Anlage verfällt jedoch und ist durch Vandalismus stark beschädigt.

Außerdem sehenswert sind der jüdische Friedhof, die Bockwindmühle von 1792 sowie das 1998 eröffnete Beelitzer Spargelmuseum in Schlunkendorf.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfingstsonntag: Reiterfest in Salzbrunn
  • letztes Maiwochenende: Blasmusikfest in Buchholz
  • erstes Juniwochenende: Spargelfest in Beelitz
  • Juni: Meisterschaften im Vorlader-Kanonenschießen, Beelitzer Sporttage
  • 1. Samstag im Oktober: Erntefest mit Fuchsjagd in Salzbrunn
  • Anfang Oktober: Schützen- und Herbstfest
  • 11. November: Rathaussturm des Beelitzer Carneval Club e. V.
  • 1. Adventswochenende: Beelitzer Weihnachtsmarkt
  • 2. Adventswochenende: Fichtenwalder Zapfenmarkt
  • Weihnachtsaufführung der Diesterweg-Grundschule

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beelitz besitzt zwei Bahnhöfe, die vom Regionalverkehr bedient werden. Der Bahnhof Beelitz Stadt liegt an der Umgehungsbahn (Potsdam – Treuenbrietzen – Jüterbog). Die Stadt erwarb dessen Bahnhofsgebäude, eröffnete einen Informationspunkt und will es einer neuen Nutzung zuführen.[19] An der Berlin-Blankenheimer Eisenbahn (Berlin – Bad BelzigDessau-Roßlau) befindet sich der Bahnhof Beelitz-Heilstätten. Dessen heute ungenutztes Empfangsgebäude aus dem Jahr 1879 wurde Ende 2013 an einen privaten Investor versteigert.[19]

Beelitz ist über die Anschlussstellen Beelitz und Beelitz-Heilstätten der A 9 sowie über die Anschlussstelle Michendorf der A 10 an das Autobahnnetz angebunden. In der Stadt kreuzen sich die Bundesstraßen 2 und 246.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptwirtschaftssektor ist die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere der Anbau von Spargel. Im Ortsteil Beelitz-Heilstätten existierten mehrere medizinische und soziale Einrichtungen mit etwa 500 Arbeitsplätzen. Beelitz ist Standort von Bundeswehreinheiten. Es gibt ein mittelständisches lebensmittelverarbeitendes Unternehmen, drei größere und mehrere kleinere Bauunternehmen und viele kleinere Handwerksbetriebe.

Der Handel konzentriert sich mit zahlreichen Einzelhandelsgeschäften in der Beelitzer Innenstadt. Daneben gibt es größere Märkte in den Siedlungszentren und einen Einzelhandelsschwerpunkt im Gewerbegebiet Süd. In geringem Maße spielt in Beelitz auch der Tourismus eine Rolle.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der öffentlichen Verwaltung befinden sich in Beelitz mehrere Kliniken, ambulante Einrichtungen, Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie ein Seniorenheim. Die Stadt ist Bundeswehrstandort mit der Standortverwaltung für den gesamten Südwesten des Berliner Raumes.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen die mit der Stadt verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caspar Theiss (um 1510–um 1560), Baumeister der Renaissance; Mitbegründer des Salzwerkes Beelitz
  • Sally Bein (1881–nach dem 1. Juni 1942), Leiter des jüdischen Heimes für taubstumme Kinder
  • Wladimir Amokow (* 1944), russischer Arzt und Künstler, zwischen 1976 und 1994 unter anderem in Beelitz-Heilstätten stationiert
  • Wolfgang Schmidt (* 1966), Serienmörder, auch bekannt als „Rosa Riese“ oder „Bestie von Beelitz“
  • Madleen Wilder (* 1980), Fußballspielerin; Karrierebeginn bei SG Blau-Weiß Beelitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beelitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg (PDF)
  3. Hauptsatzung der Stadt Beelitz vom 18. Dezember 2007
  4. Stadt Beelitz. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  5. vgl. z. B. Die Juden in Berlin und in der Mark Brandenburg. In: Preußisch-Brandenburgische Miszellen, Jahrgang 1804, Band 1, Berlin 1804, S. 1–10, insbesondere S. 5.
  6. Dieter Hoffmann-Axthelm: Das Wunderblut von Beelitz. 2009, S. 12: „… ab dem ein solches Wunder möglich war und für Beelitz wahrscheinlich zu machen ist. Bis heute wird in jeder katholischen Kirche die im verschlossenen Gefäß auf dem Altar anwesende Hostie als Allerheiligstes, sanctissimum, verehrt, …“
  7. Rosemarie Schuder, Rudolf Hirsch: Der gelbe Fleck. 1988: „Beelitz In den deutschsprachigen Gebieten war es das Städtchen Beelitz bei Berlin, in dem ein Wunder geschehen mußte. Um 1247 begann dort in der Kirche eine Hostie zu bluten. Die Stadt war eine Gründung deutscher Kaufleute, … In unzähligen Schriften über das Wunderblut von Beelitz wurde nun der Frevel den Juden zugeschrieben. Der Hügel, den die Beelitzer den Judenberg nannten, heißt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Friedensberg.“
  8. Zvi Avneri, Marcus Brann, Ismar Elbogen: Germania judaica: Von 1238 bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. 1968: „erschrockenen Juden gaben die Hostie der Magd zurück und bestachen sie, damit sie schweige und die Hostie unter dem Dach ihrer … Ob der bei Beelitz vor dem Mühlentor gelegene ‚Judenberg‘ seinen Namen von einer Judenverbrennung hat, für die sonst keine Nachrichten vorhanden sind, läßt sich nicht sagen, zumal auch andere Erklärungen gegeben werden, die mit Juden …“
  9. Zitiert nach: Carl Schneider: Chronik der Stadt Beelitz und der dazu gehörigen Kolonien Krosshof und Friedrichshof sowie des früheren Vorwerks Rummelsborn bearbeitet unter Anschluß der vorhandenen Urkunden. Verlag von Robert Kliemchen, Beelitz 1888, S. 10, verwaltungsportal.de (PDF)
  10. Verkaufs-Exposé reexchange.de
  11. Beitrag zur Statistik: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis Potsdam-Mittelmark. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg brandenburg.de (PDF)
  12. Bildung des Amtes Beelitz. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 23. Juni 1992. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 47, 10. Juli 1992, S. 893.
  13. Bildung der neuen Stadt Beelitz. Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 17. Dezember 2001. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 1, 4. Januar 2002, S. 3, brandenburg.de (PDF)
  14. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark (PDF) S. 14–17
  15. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  16. Ergebnis der Kommunalwahl 2014. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 7. März 2010
  18. Wappenangaben Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg
  19. a b Berliner ersteigert Bahnhof für 35.000 Euro. In: Märkische Allgemeine Zeitung. 8. Dezember 2013, abgerufen am 1. Februar 2014.