Beerfurth

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Beerfurth
Gemeinde Reichelsheim
Koordinaten: 49° 43′ 15″ N, 8° 51′ 56″ O
Höhe: 192 m ü. NHN
Fläche: 5,08 km²[1]
Einwohner: 1120[2]
Bevölkerungsdichte: 220 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 64385
Vorwahl: 06164

Beerfurth ist ein Ortsteil von Reichelsheim (Odenwald) im südhessischen Odenwaldkreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beerfurth liegt im Vorderen Odenwald im südlichen Teil von Hessen im Tal der Gersprenz. Im Ort treffen die sich die Bundesstraße 38, die Deutsche Fachwerkstraße, die Bundesstraße 47 und die Nibelungenstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1321 als Berenforte, später erschien auch die Variante Bernfurt. 1335 und 1336 kauften die Herren von Echter und Ungelaube vom Edelknecht Rudolf Kilian den Zehnten zu Beerfurth unter Bewilligung des Schenken Konrad von Erbach.[3][4][5]

Östlich von Beerfurth befindet sich die Ruine des Beerfurther Schlösschens, das möglicherweise eine Vorgängeranlage des Schlosses Reichenberg war.

Vom 10. Oktober 1887 bis August 1964 war Beerfurth mit dem Bahnhof Kirch- und Pfaffenbeerfurth (Streckenkilometer 14,9) an die Eisenbahnlinie der Gersprenztalbahn angeschlossen.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 1. Dezember 1970 die Gemeinden Kirch-Beerfurth und Pfaffen-Beerfurth zu einer neuen, kurzlebigen Gemeinde Beerfurth zusammen. Am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Bockenrod und Gersprenz eingegliedert.[6] Am 1. August 1972 wurde Beerfurth in die Gemeinde Reichelsheim eingegliedert.[7][8] Beerfurth, Bockenrod und Gersprenz wurden dabei Ortsteile von Reichelsheim.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname setzt sich aus Beer von Eber und furth, einer Furt durch den Bach zusammen. Der Name steht demnach für eine Furt, durch die Schweine getrieben wurden. Sie war im Bereich der heutigen Brückenstraße. Der Ortsname entstand 1970 bei der Zusammenlegung der zwei benachbarten Dörfer gleichen Namensstammes.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im kulturellen Leben des Ortsteiles wirken folgende Vereine mit:

  • DAC - Beerfurth (Der allerletzte Club)
  • Frauchenchor Beerfurth
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Gewerbeverein
  • Kerbekomitee
  • Kleintierzuchtverein
  • Landfrauenverein
  • MGV Eintracht 1854
  • Schützenverein
  • TSV 05 Beerfurth e. V.
  • VdK Sozialverband Ortsgruppe Kirch-Beerfurth

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beerfurther Betrieben werden Lebkuchen, Weihnachtsgebäck, Schokoladeprodukte (u. a. Osterhasen und Weihnachtsmänner) sowie Schaukelpferde aus Holz produziert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Kraell (1894–1964), geboren in Beerfurth, zuletzt Chef der Reichskriegsanwaltschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kempf: Genealogie der Grafen von Ingelheim gen. Echter von und zu Mespelbrunn. In: Aschaffenburger Jahrbuch für Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes, Band 20, Aschaffenburg 1999, Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e. V. ISBN 3-87965-081-0, S. 11–17f.
  • Literatur über Beerfurth in der Hessischen Bibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beerfurth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten/ Fakten. In: Internetauftritt. Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Original; abgerufen im Januar 2016.
  2. Ortsteil Beerfurth im Internetauftritt der Gemeinde Reichelsheim, abgerufen im Juli 2018
  3. Kirch-Beerfurth, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Juli 2012). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Simon (1858), 3. Teil, S. 29 f., Urkunde XXVIII.
  5. Simon (1848), 3. Teil, S. 29, Urkunde XXVII und Urkunde XXVIII.
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 20 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  7. Der Hessische Minister des Innern: Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach (GVBl. II 330–16) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 224, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 357 und 359.