Begierde

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Dieser Artikel behandelt Begierde als psychisches Phänomen. Für Werke dieses Titels siehe Begierde (Begriffsklärung).
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Begierde ist ein zwischen unwillkürlichem Streben und bewusstem Wollen liegendes Trieberlebnis.[1]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Begierde ist ein vom Adjektiv gierig abgeleitetes Abstraktum (Adjektivabstraktum).[2] Das Substantiv Gier stammt aus der indogermanischen Wurzel *ghi. Das alte Adjektiv ger – noch enthalten im Wort begehren – ist verdrängt durch gierig, ahd. girig. Erhalten geblieben ist auch das schwache Zeitwort gieren im Sinne von gierig verlangen.[3]

Begriffsinhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begierde oder Begehren bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines subjektiven Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch eines Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.

Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Sucht, Hunger, Durst bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse).

Der Begriff Begierde wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig als Metapher für die sexuelle Lust verwendet, während Begehren – unter anderem durch die Begriffsprägung Jacques Lacans („désir“) – vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft wie der Psychoanalyse und der feministischen Philosophie (z. B. Judith Butler) Eingang gefunden hat.

Gabriel Tarde hat das Begehren zu einem Ausgangspunkt soziologischer Theorie genutzt.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Borch, Urs Stäheli (Hrsg.): Soziologie der Nachahmung und des Begehrens. Materialien zu Gabriel Tarde. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-29482-6.
  • Carolin Emcke: Wie wir begehren. S. Fischer, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-10-017018-7.
  • Thomas Gebel: Krise des Begehrens. Theorien zu Sexualität und Geschlechterbeziehungen im späten 20. Jahrhundert. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2002, ISBN 3-8300-0501-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Begierde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Begierde – Zitate
 Wikiquote: Begehren – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georgi Schischkoff (Hrsg.): Wörterbuch der Philosophie. 22. Aufl. Kröner, Stuttgart 1991, Lemma Begierde
  2. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. De Gruyter, Berlin/New York 1975, Lemma Begierde.
  3. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. De Gruyter, Berlin/New York 1975, Lemma Gier.
  4. Christian Borch, Urs Stäheli: Tardes Soziologie der Nachahmung und des Begehrens. In: dies. (Hrsg.) 2009, S. 7–38.