Begierde

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Dieser Artikel behandelt Begierde als psychisches Phänomen. Für Werke dieses Titels siehe Begierde (Begriffsklärung).
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Begierde oder Begehren bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines subjektiven Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch eines Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben. Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Sucht, Hunger, Durst bzw. Ausgleich der dazugehörigen Bedürfnisse). Das zugehörige Verb ist in beiden Fällen begehren.

Der Begriff „Begierde“ wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig als Metapher für die sexuelle Lust verwendet, während „Begehren“ – unter anderem durch die Begriffsprägung Jacques Lacans („désir“) – vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft, v. a. der Psychoanalyse und der feministischen Philosophie (etwa bei Judith Butler) Eingang gefunden hat.

Gabriel Tarde hat das Begehren zu einem Ausgangspunkt soziologischer Theorie genutzt.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Borch/Urs Stäheli (Hg.): Soziologie der Nachahmung und des Begehrens. Materialien zu Gabriel Tarde, suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-29482-6.
  • Thomas Gebel: Krise des Begehrens. Theorien zu Sexualität und Geschlechterbeziehungen im späten 20. Jahrhundert, Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2002, ISBN 3-8300-0501-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Begierde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Begierde – Zitate
  Wikiquote: Begehren – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Borch/Urs Stäheli, Tardes Soziologie der Nachahmung und des Begehrens, in: dies. (Hg.) 2009, S. 7–38.