Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
der Freien und Hansestadt Hamburg
BSW
Staatliche Ebene Freie und Hansestadt Hamburg
Stellung Oberste Landesbehörde
Hauptsitz Hamburg
Behördenleitung Dorothee Stapelfeldt
Website www.hamburg.de/bsw/
Sitz der Behörde in Wilhelmsburg, Architekten: Sauerbruch Hutton

Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (in der Abkürzung BSW) ist eine von elf Fachbehörden des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und zuständig für die Stadtentwicklung und Wohnungspolitik der Hansestadt. Die Behörde wurde im Juli 2015 aus Teilen der bisherigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) gebildet.

Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen ist seit dem 15. April 2015 Dorothee Stapelfeldt (SPD), Staatsrat ist Matthias Kock.

Die Behördenleitung und die meisten Dienststellen haben ihren Sitz an der Neuenfelder Straße 19 in Wilhelmsburg.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Behörde gliedert sich derzeit (Juli 2015) in fünf Ämter:[1]

  • Amt für Bauordnung und Hochbau
  • Amt für Landes- und Landschaftsplanung
  • Amt für Wohnen, Stadterneuerung und Bodenordnung
  • Amt für Rechtsangelegenheiten und Beteiligungsverwaltung
  • Amt für zentrale Dienste

Zum Geschäftsbereich der BSW gehört außerdem der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit der Einführung moderner Behördenstrukturen im 19. Jahrhundert gab es in Hamburg eine Baubehörde, die zunächst Baudeputation hieß und in die jeweils ein Senator als Präses entsandt wurde. Vereinzelt wurden auch mehrere Senatoren in die Behörde entsandt. Diese war sowohl für die Stadt- und Landschaftsplanung als auch für das staatliche Bauwesen an sich zuständig. Der für die Stadt- und Landesplanung zuständigen Behörde ist seit jeher auch der Oberbaudirektor zugeordnet. Mit der Regierungsbildung nach Bürgerschaftswahl im Dezember 1982 erhielt die Baubehörde im Februar 1983 auch die Zuständigkeit für die Bereiche Wasserwirtschaft und Energie, die vorher in der Wirtschaftsbehörde angesiedelt waren.

1991 wurde im Rahmen einer Neustrukturierung der Hamburger Behördenlandschaft das Landesplanungsamt aus der Baubehörde herausgelöst und zu einer eigenständigen Stadtentwicklungsbehörde erhoben, um Querschnittsaufgaben besser gegenüber den einzelnen Fachbehörden wahrnehmen zu können. 2001 wurde sie wieder in die Baubehörde integriert und zugleich das Amt für Verkehr aus der Wirtschaftsbehörde herausgelöst und ebenfalls der Baubehörde zugeordnet, die nunmehr die Bezeichnung „Behörde für Bau und Verkehr erhielt“.

Nach der Bürgerschaftswahl 2004 wurde das Umweltressort mit der Behörde für Bau und Verkehr zur bis 2015 bestehenden Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt vereinigt. Ohne, dass der Name der Behörde verändert wurde, musste die Behörde nach dem Regierungswechsel 2011 die Zuständigkeit für den Verkehrsbereich nach zehn Jahren wieder an die Wirtschaftsbehörde abgeben.[3] Nachdem nach der Bürgerschaftswahl 2015 das Umweltressort in die neugeschaffene Behörde für Umwelt und Energie eingegliedert wurde, hat die Behörde wieder ungefähr den Zuschnitt, den sie bis 1983 besaß und trägt seither den Namen „Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen“.

Senatoren seit 1919[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Wahl des ersten Senats nach dem Ersten Weltkrieg durch die Hamburgische Bürgerschaft am 28. März 1919 wurden folgende Senatoren als Präses in die für die Bereiche Bauwesen, Stadtentwicklung und Umwelt zuständigen Behörden entsandt, bzw. ab 1997 durch den Ersten Bürgermeister ernannt. Wurden mehrere Senatoren in die Baubehörde entsandt, so war der in der nachfolgenden Liste als „zusätzlich neben ...“ genannte Senator Vertreter des Präses.[4]

Baubehörde (bis 2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Amtsinhaber Partei Anmerkungen
28. März 1919 – 22. September 1920 John von Berenberg-Gossler ohne
23. September 1920 – 4. April 1928 Max Schramm ohne, ab 1925: DVP
5. April 1928 – 8. März 1933 Johannes Hirsch DVP
8. März 1933 − 18. Mai 1933 Max Stavenhagen DNVP
18. Mai 1933 – 8. November 1934 Wilhelm Amsinck Burchard-Motz NSDAP
während der NS-Zeit Heinrich Schluckebier Heinrich Schluckebier († 1957), dessen genaue Amtszeit bisher unklar
ist, wird in der Literatur mehrfach als „Leiter der Hamburger Bauver-
waltung“bezeichnet. So z.B. in „Die nationalsozialistische Verfolgung
Hamburger Sinti und Roma“ (Hrsg.: Landeszentrale für politische
Bildung, Hamburg 2006, ISBN 3-92 97 28-73-7) auf Seite 56. Das
Hamburger Abendblatt bezeichnet ihn in einem Artikel über seine
Witwe am 19. Juli 1985 ausdrücklich als „früheren Bausenator“.
15. Mai 1945 – 23. Februar 1946 Max Leuteritz SPD
26. Februar 1946 – 15. November 1946 Gerd Bucerius ohne, ab 1946: CDU
15. November 1946 – 2. Dezember 1953 Paul Nevermann SPD
15. November 1946 – 1. November 1949 Johannes Büll FDP zusätzlich neben Nevermann
2. Dezember 1953 – 21. Dezember 1957 Johannes Büll FDP
2. Dezember 1953 – 2. November 1954 Paul Wilken CDU zusätzlich neben Büll
15. Dezember 1954 – 31. Dezember 1955 Josef von Fisenne CDU zusätzlich neben Büll
1. Januar 1956 – 21. Dezember 1957 Ewald Samsche CDU zusätzlich neben Büll
21. Dezember 1957 – 31. Dezember 1960 Paul Nevermann SPD
21. Dezember 1957 – 27. April 1966 Rudolf Büch SPD zusätzlich neben Nevermann, Drexelius und Müller-Link
1. Januar 1961 – 13. Dezember 1961 Wilhelm Drexelius SPD
13. Dezember 1961 – 27. April 1966 Peter-Heinz Müller-Link FDP
27. April 1966 – 30. April 1974 Caesar Meister SPD
30. April 1974 – 28. Juni 1978 Rolf Bialas FDP
28. Juni 1978 – 30. Juni 1982 Volker Lange SPD
1. Juli 1982 – 2. Februar 1983 Günter Apel SPD
2. Februar 1983 – 31. Oktober 2001 Eugen Wagner SPD
2. Februar 1983 – 20. Januar 1987 Jörg Kuhbier SPD zusätzlich neben Wagner, zuständig für die Bereiche Wasserwirtschaft,
Energie und Stadtentsorgung

Stadtentwicklungsbehörde (1991 – 2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Amtsinhaber Partei
26. Juni 1991 – 25. November 1993 Traute Müller SPD
15. Dezember 1993 – 12. November 1997 Thomas Mirow SPD
12. November 1997 – 31. Oktober 2001 Willfried Maier GAL

Behörde für Bau und Verkehr (2001 – 2004)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Amtsinhaber Partei
31. Oktober 2001 – 17. März 2004 Mario Mettbach Schill

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (2004 – 2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Amtsinhaber Partei
17. März 2004 – 16. Januar 2007 Michael Freytag CDU
17. Januar 2007 – 7. Mai 2008 Axel Gedaschko CDU
7. Mai 2008 – 29. November 2010 Anja Hajduk GAL
30. November 2010 – 7. März 2011 Herlind Gundelach CDU
23. März 2011 – 15. April 2015 Jutta Blankau SPD

Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (seit 2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Amtsinhaber Partei
seit 15. April 2015 Dorothee Stapelfeldt SPD

Oberbaudirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als leitender Fachbeamter gehört der Oberbaudirektor der Behördenleitung an. Er wird an allen Entscheidungen und bei allen Vorhaben beteiligt, die für das Stadtbild und die Stadtgestaltung eine besondere Bedeutung haben. Deshalb gehört er bei städtebaulichen Wettbewerben im Regelfall als stimmberechtigter Fachpreisrichter der Jury an. Bei besonderen Großvorhaben, wie derzeit zum Beispiel der HafenCity oder zuvor der Messeerweiterung, sowie bei der Entwicklung der Innenstadt kommt ihm eine besondere Koordinierungsfunktion zu.[5]

Als bedeutendster Oberbaudirektor Hamburgs gilt bis heute Fritz Schumacher, der in seiner Amtszeit nicht nur den Stadtpark gestaltete und unzählige öffentliche Solitärbauten entwarf, sondern auch die Masterpläne für die großen Wohnquartiere der 1920er Jahre unter anderem in Barmbek, auf dem Dulsberg, in der Jarrestadt und auf der Veddel schuf.[6]

Amtszeit Amtsinhaber
1841 – 1845 Carl Ludwig Wimmel
1872 – 1908 Carl Johann Christian Zimmermann
1909 – 1933 Fritz Schumacher
1949 – 1952 Otto Meyer-Ottens
1952 – 1964 Werner Hebebrand
1964 – 1971 Otto Sill
1972 – 1980 Klaus Müller-Ibold[7]
1981 – 1999 Egbert Kossak
seit 1999 Jörn Walter

Im November 2016 gab Walter bekannt, nicht für eine erneute Amtszeit über den März 2017 hinaus zur Verfügung zu stehen. Der 60-jährige Walter wünsche sich, dass das Amt in jüngere Hände übergehe.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BSW: Wir über uns, abgerufen am 1. Juli 2015.
  2. LGV: Wer wir sind, abgerufen am 1. Juli 2015.
  3. Bezeichnungen der Behörden und Aufgabenzuschnitt wurden den entsprechenden Senatsdrucksachen bzw. Bürgerschaftsprotokollen entnommen.
  4. Die Amtszeiten der einzelnen Senatoren wurden den entsprechenden Senatsdrucksachen bzw. Bürgerschaftsprotokollen entnommen.
  5. Hamburg-Handbuch 2012/13, Seite 91.
  6. Hermann Hipp, Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, DuMont Buchverlag, Köln 1990, Seite 76 ff., ISBN 3-7701-1590-2
  7. Hamburger Grundeigentum, Heft 7/2009, S. 256
  8. Hamburg braucht einen neuen Oberbaudirektor. In: ndr.de. 30. November 2016, abgerufen am 30. November 2016 (HTTPS).